Facharbeit: Medizin im Altertum

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Römer 666, 2. Februar 2010.

  1. Römer 666

    Römer 666 Neues Mitglied

    Hallo,

    ich schreibe bald meine Facharbeit in Geschichte und habe mich für das Thema "Medizin im Altertum" entschieden.
    Allerdings ist dieser Themenkomplex zu umfassend, um die Facharbeit unter diesem Thema zu schreiben.

    Also habe ich mir überlegt, das Gebiet etwas einzugrenzen und mich auf Medizin in Ägypten, Griechenland, oder Italien ( Rom ) zu beziehen.

    Welcher dieser drei Bereiche bietet eurer Meinung nach am meisten Stoff für eine Facharbeit, bzw. welche Kultur war medizinisch am fortgeschrittensten?
    Ich meine zu glauben, dass es die Griechen waren, bin mir aber nicht sicher.
    Wichtig wäre natürlich auch, aus welcher Kultur am meisten Überlieferungen vorhanden sind, da ich schon eine gewisse literarische Grundlage brauche.
    Ich hoffe, jemand weiß etwas darüber :D

    mfg

    David :winke:
     
  2. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2010
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  3. Römer 666

    Römer 666 Neues Mitglied

    Das zielt dann wohl auf Griechen hin :)
     
  4. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Die bekanntesten Ärzte im alten Rom waren Griechen. Aus der römischen Kaiserzeit haben wir zwei bekannte Autoren zu medizinische Themen:

    Aulus Cornelius Celsus
    Aulus Cornelius Celsus – Wikipedia

    Galenos
    Galenos – Wikipedia

    Zudem bietet die Römerzeit - je nachdem wo Du wohnst - auch lokale bzw. regionale Anknüpfungspunkte:

    Das Arztgrab von Bingen
    Das Haus des Augenarztes in Schwarzenacker

    Bei vielen Ausgrabungen in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurden medizinische Instrumente gefunden. Für Geschichtsausarbeitungen bevorzuge ich, wenn denn möglich, solche Funde aus der Region als "Aufhänger".

    http://lebendige-antike.com/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=22
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2010
    1 Person gefällt das.
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Na, übertreib mal nicht.
    Ich könnte jetzt sagen, koriphäische Ärzte waren in nicht christlichen Ländern ansässig.
    Liess mal "Der Medicus", von Gordon.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Februar 2010
  6. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Lies mal unter "small talk" den Beitrag 108 in dem Faden "Wie umfangreich ist Euer Bücherbestand". Dort habe ich Mitte Dezember letzten Jahres meine Meinung über Herrn Gordon dokumentiert.
    :winke:

    Die Islamische Heilkunde dürfte m. W. auf dem medizinischen Wissen der Römer/Griechen aufbauen. Ob da auch Einflüsse aus Asien (also hauptsächlich Indien und China) bestanden, weiß ich nicht. Aber mal vom Zeithorizont sind wir da ja schon mindestens 200 Jahre nach dem Untergang des Weströmischen Reiches - also schon nicht mehr in der Antike.
     
  7. Der Korinther

    Der Korinther Aktives Mitglied

    Ich würde mich eher auf die griechische (Hippokrates) bzw. römische Heilkunst (z. B. Galen) halten, da dort mehr Material als für das alte Ägypten zur Verfügung steht. Vielleicht findest du ja hier ein paar hilfreiche Informationen oder weiterführende Links.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Februar 2010
  8. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    gib' mal bei Google eine der folgenden Suchbegriffe ein:
    - asklepios tempel
    - asklepios heiligtum
    - asklepios gott

    In Pergamon gibt es noch die Ueberreste eine Sanatoriums, wo die Kranken durch eine Gang schreiten mussten und ihnen die Heiler Mut zusprachen, dass es schon wieder gut komme.

    Oder guck Dir mal folgenden Link an:
     Asklepios | Hippokrates | Eleusis | Antike Medizin
     
  9. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  10. Römer 666

    Römer 666 Neues Mitglied

    Facharbeit: Medizin im alten Romt

    Hallo,

    ich schreibe meine Facharbeit im Fach Geschichte und hatte mir
    das Thema "Medizin im alten Rom" ausgesucht.

    Darunter vorgestellt hatte ich mir die Unterpunkte:

    -Operationen ( wie, wleche Instrumente, Erfolgsquote, Narkose )
    - Krankheitsbilder (welche Krankheiten kannten sie, wie wurden sie behandelt)
    - Wissen über den Körper
    - Wo wurde Medizin überall angewendet

    Mein Fachlehrer fand, dass das alles zu grob wäre und meinte, ich solle doch
    " Die Entwicklung der Chirurgie im römischen Rheinland, dargestellt am Beispiel archäologischer Funde" als Thema wählen....

    Meine Frage wäre nun, ob das Thema so Sinn macht, da die Chirurgie im römischen Rheinland sicherlich nicht so fortgeschritten war wie in Rom...
    Ich befürchte, dass ich außer ein paar Informationen über Militärärzte nicht viel finden werde :cry:

    Glaubt ihr auch, dass das Thema auf diese Ebene begrenzt etwas zu "langweilig" wäre oder denkt ihr, dass man da schon einiges zu schreiben kann?

    mfg

    David
     
  11. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Ich weiß ja nicht, wie lange das Referat werden soll und weiß auch nicht so recht, wie die Fundlage chirurgischer Instrumente im römischen Rheinland aussieht und inwieweit sich anhand archäologischer Funde eine Entwicklung der Chirurgie ablesen lässt, bzw inwieweit sich im Zeitraum vom 1. bis zum 4.5. Jahrhundert überhaupt ein Fortschritt ableiten lässt.

    Das medizinische Wissen der Antike war recht groß, bereits im 3. Jahrhuindert vor Christus existierten Krankenhäuser und Ärzteschulen wie die berühmte Schule des Hippokrates von Kos, der mit seiner 4 Säftelehre prägend für die antike Medizin wurde. Ebenso sollte es hilfreich sein, unter Celsus und Galenos von Pergamon zu googlen.

    Die Ärzte der Antike waren gute anatomiker. getötete banditen oder gladiatoren wurden für anatomische Zwecke abgegeben. Man kannte bereits Skalpelle und Arterienklemmen. Ebenso reich waren pharmakologische kenntnisse. Die mediziner kannten seit Jahrtausenden die schmerzlindernde Wirkung von Opium und die krampflösende von Nachtschattengewächsen.

    Unter Einfluss der Griechen wurden magische Vorbereitungen verbannt und Wert auf eine gute Diagnostik gelegt. Hippokrates verordnete Diäten und forderte, dass der Arzt stets das wohl des Patienten im auge haben müsse (hippokratischer Eid).

    Galen von pergamon., der später kaiserlicher Leibarzt wurde, arbeitete früher als Gladiatorenarzt. In den Gladiatorenschulen waren auch die besten Chirurgen zu finden. Sie standen den schlimmen Wunden durchaus nicht hilflos gegenüber. Der Schmerz ließ sich wirksam mit Opiumpräparaten und Nachtschattendrogen bekämpfen. Das grundlegende Problem antiker Chirurgie war der Blutverlust und die mangelnde Sepsis. Eine Darmperforation war tödlich und es findet sich bei Galen nur eine Stelle wo ein in den Unterleib getroffener gladiator überlebte, weil der darm nicht perforiert war.
     
  12. tela

    tela Aktives Mitglied

    Vielleicht als Alternative: Das medizinische Wissen in den Römischen Provinzen am Beispiel Rheinland auf Basis der archäologischen Funde.

    Du kannst kurz darstellen, welcher Art die medizinische Versorgung in den Zentren des Reiches war und dann darstellen, wie dagegen es in den Provinzen (eben im Rheinland) ausgesehen hat. Gleich gut, schlechter, besser? Und das anhand der archäologischen Funde.

    Dann kannst du deinen Abriß der Medizingeschichte unterbringen und dein Lehrer hat den archäologischen Bezug zum Rheinland.
     
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  13. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    Hallo Römer 666,

    telas Themenvorschlag ist gut!

    Schau mal in die Literatur meines Berufskollegen Dr. Ernst Künzel:

    Medizin

    Zudem:

    Rembert A. Watermann, Medizinisches und Hygienisches aus Germania inferior. Ein Beitrag zur Medizin und Hygiene der römischen Provinzen. o. O. (Neuss) 1974.

    Gruß Galgenpapst, Archäologe
     
  14. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

  15. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    Nachtrag

    Nachzutragen ist:

    Clemens-Sels-Museum Neuss (Hrsg.), Valetudinarium. Das römische Legionskrankenhaus. Text von Rembert A. Watermann. Ausstellungskatalog Neuss 1978.

    In dieser Broschüre findet sich ein Katalog mit med. Instrumenten und eine Liste mit weiteren Lazaretten in Legions- und auch kleineren Militärlagern.

    Aktuell, kritisch. (wie auch die bisher genannte Literatur) illustriert und mit weiterführender Literatur:

    Ernst Künzel, Aesculapius im Valetudinarium. Archäologisches Korrespondenzblatt (35) 1, 2005, S. 55-64.

    Gruß Galgenpapst
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. Februar 2010
  16. Martial

    Martial Neues Mitglied

    In diesem Reclam-Heftchen werden Schriften von antiken Ärzten gesammelt (Hippokrates, Galen, Celsus, Soran u. v. m.):
    Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst: Ausgewählte Texte aus den medizinischen Schriften der Griechen und Römer.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. August 2015
  17. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    Hallo Römer 666,

    ich habe keine Ahnung davon, wie umfangreich Deine FA sein soll. Ich möchte noch eine andere Herangehensweise vorschlagen, die Du selbst mit Deiner Gliederung ins Spiel bringst. Man könnte sich nicht nur regional, sondern auch inhaltlich spezialisieren. Wie Scorpio u.a. bereits ausführten war die antike Medizin bereits sehr gut entwickelt. Wie wäre es dann sich mit einem bestimmten medizinischen Bereich zu beschäftigen und sich davon ausgehend dann über zeitliche und regionale Unterschiede und v.a. auch unterschiedliche Theorien zu verbreitern. Als spontanes Beispiel fiele mir hier die Frauenheilkunde ein, nicht nur ein interessantes Thema weil es zunächst vom naheliegenden Gladiatoren- und Militärarzt weg in ein viel tieferes kulturelleres Verständnis führt, sondern auch weil es darüber eigentlich genug Literatur geben sollte. Das Thema ist, soweit ich das überblicken kann, gut erschlossen (sowohl durch Schriftquellen, als auch archäologische Befunde und nicht zuletzt zahlreiche Sekundärliteratur). Daher sollte es für eine FA leicht greifbar und machbar sein.

    Das wäre ein Vorschlag von mir.
    LG Amalaswintha
     
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  18. Römer 666

    Römer 666 Neues Mitglied

    Also die Definition meiner Facharbeit ( die im Übrigen 12 Seiten Text lang werden soll )
    lautet: "Die Chirurgie im römischen Rheinland anhand archäologischer Funde."

    Ich denke die Provinzen werden dem Zentrum nicht soooo weit hinterhergehangen haben, da die Provin-Verwalter sicherlich auch eine gute medizinische Versorgung verlangt haben.

    Ein Museum in Köln beschäftigt sich glaube ich mit solchen Funden chirurgischer Werkzeuge o_O
     
  19. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

  20. Gladiator

    Gladiator Mitglied

    LEVEN, Karl-Heinz (Hrsg.): Antike Medizin. Ein Lexikon, München 2005.

    KÜNZL, Ernst: Medizin in der antike: aus einer Welt ohne Narkose und Aspirin, (?) 2002.

    vielleicht auch noch interessant, hab selber nicht reingeguckt:

    BERGDOLT, Klaus: Das Gewissen der Medizin. Ärztliche Moral von der Antike bis heute, Ulm 2004.

    so wie

    VON VILAS, Hans: Der Arzt und Philosoph Asklepiades von Bithynien, Wien 1903 (2009).


    Hoffe das bringt was.

    Vale

     

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