Fama, Schiller und die Finanzmärkte

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von silesia, 22. Oktober 2013.

  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hintergrund der Überschrift ist naheliegender Weise der Nobelpreis für Ökonomie 2013, der kontrastreicher wohl kaum ausfallen konnte.
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-10/nobelpreis-oekonomie
    Yale gegen Chicago, Kritiker und Anhänger der Markteffizienzen, irrationale Psychologie der Preisblasen versus "EMH" . Die Vorstellung macht das Wirken der Personen vielleicht etwas deutlicher.

    Mit Schiller ist ein Analytiker und Kritiker der "informationsgetriebenen", irrational und Psychologie-bestimmten Märkte ernannt worden, mit Fama ein Verfechter der Rendite-/Risikobetrachtungen "effizienter" Portfolios, die ihrerseits "effiziente" Marktbewegungen bestimmen (EMH). Die Preisvergabe könnte man in ihrem inneliegenden Kontrast auch in gewisser Weise als Wegmarke und Wendepunkt in der Forschung deuten, sozusagen Vergangenheit und Zukunft.

    Das Thema ist natürlich auf den Werdegang der Personen und wirtschaftshistorisch angelegt, so zum Beispiel auf den Crash 1987.
    Schwarzer Montag ? Wikipedia
    Da beide außerhalb der Ökonomie kaum bekannt sind (obwohl gerade Schiller auch als Bestseller-Autor angesehen werden kann), hier eine Vorstellung.

    Als Einstieg (Schiller folgt in Teil II.) ältere Werke von Eugene F. Fama, der auch als "Turbo-Kapitalist" bezeichnet wird. Sie geben Hinweise auf seine späteren Untersuchungen:

    http://stevereads.com/papers_to_read/the_behavior_of_stock_market_prices.pdf
    http://anna.ww.tu-berlin.de/~makro/wgs-finanzkrisen/fama.pdf
    https://umdrive.memphis.edu/cjiang/...STMENT OF STOCK PRICES TO NEW INFORMATION.pdf
    http://www.business.unr.edu/faculty/liuc/files/badm742/fama_macbeth_1973_1.pdf

    Zur Kritik beispielsweise:
    http://wug.akwien.at/WUG_Archiv/2012_38_2/2012_38_2_0298.pdf
    http://areas.kenan-flagler.unc.edu/finance/jhfinance/documents/08berk_eff.pdf

    Wenn Schillers Forschungen und Aussagen dieser Kurzvorstellung beigefügt werden, könnte man auf den Gedanken kommen, dass das Preiskommitee die Vorstellung einer "Synthese" hatte, sozusagen visionär die Vermengung beider Ansätze als zukunftsweisend für die Erklärung wirtschaftshistorischer Vorgänge ansieht (was dann wieder Grundlage für Prognosemodelle sein könnte, die aber nicht in ein Geschichtsforum gehören).
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2013
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ergänzend zu den Anmerkungen zu Fama nun der Kontrast, in Person und Forschungen von Robert Schiller.

    Zur Kontroverse zwischen der EMT (Efficient Market Theory bzw. EMH) und den Ansätzen der Behavioral Finance, unter anderem von Robert Schiller vgl. allgemein zum Beispiel
    http://www.fgm.usj.edu.lb/files/pdf/a102009.pdf

    Schiller hat das u.a. 1998 ausgeführt ("Human Behavior and the Efficiency of the Financial System"):
    http://cowles.econ.yale.edu/P/cd/d11b/d1172.pdf

    ... und weiter 2003, (in der Kontroverse "From Efficient Market Theory to Behavioral Finance"):
    http://www.econ.yale.edu/~shiller/pubs/p1055.pdf

    Zu seinen Schlußfolgerungen daraus, insbesondere zur Preisblase auf dem US-Immobilienmarkt die Prognosen in (Case/Schiller, "Is there a Bubble in the Housing Market"):
    http://www.econ.yale.edu/~shiller/pubs/p1089.pdf

    Zu seinen früheren Analysen, zB zu 1929 oder Marktpreisbewegungen im 19. Jahrhundert eine Analyse zu überbewerteten "Informationen", Gewinnprognosen und übersteigerte Volatilitäten :
    Schiller (1981): Do Stock Prices Move Too Much to be Justified by Subsequent Changes in Dividends?
    http://www.aeaweb.org/aer/top20/71.3.421-436.pdf
     
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  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dieses Jahr ging der Preis an den Nachfrage- und Armutsforscher Angus Deaton.

    Deaton beschäftigte sich in theoretischen und empirischen Analysen mit dem Nachfrageverhalten bzw. Nachfrageentscheidungen von Haushalten.

    Nach ihm ist das Deaton Paradoxon benannt, dass u. a. Bedeutung für die Frage besitzt, wie staatliche Stimulationen (auch Keynsianische Defizitpolitik) auf die Haushaltsnachfrage durchschlagen (können).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Angus_Deaton
    The Deaton Paradox, David Henderson | EconLog | Library of Economics and Liberty
    http://www.princeton.edu/~deaton/downloads/Why_is_Consumption_So_Smooth.pdf
     

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