Fernsprecher Hansa...

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von jojo23, 19. April 2010.

  1. jojo23

    jojo23 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    Ich habe hier einige alte Briefe, auf denen eine Telefonnumer angegeben wird, und zwar so: 'Fernsprecher: Hansa 4742'
    Wüsste vielleicht jemand, was das 'Hansa' bedeutete? Ist das eine Ortsbezeichnung, oder eine bestimmte 'Telefongesellschaft'? Oder was sonst?

    Desweiteren wäre ich daran interessiert herauszufinden, von wann bis wann eine bestimmte Firma in Berlin existiert hat, müsste so in der Zeit 1920-1950 rum gewesen sein... Wie könnte man sowas rausfinden (am besten ohne nun gleich nach Berlin zu fahren um die Archive persönlich zu durchsuchen...)

    Danke schonmal für eure Hilfe,
    Gruss,
    Jo
     
  2. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Bei dieser Frage hilft wohl für den Einstieg am ehesten ein Handelsregister. Für die angesprochene Zeit wahrscheinlich tatsächlich wohl im Landesarchiv Berlin zu finden. Du musst ja nicht unbedingt hinfahren, solche Anfragen kann man ja auch zunächst mal schriftlich stellen und sich Kopien kommen lassen.
     
  3. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Auch alte Adressbücher können hilfreich sein.
     
  4. jojo23

    jojo23 Neues Mitglied

    Danke euch beiden schonmal, die HK oder das Stadtarchiv werde ich dann morgen einfach mal anrufen.

    Was es mit dem 'Hansa' auf sich hat wäre jetzt noch offen, da wäre ich auch sehr dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte... Ich habe das schon an mehreren Stellen gesehen, und nicht nur für Anschlüsse in Berlin...

    Danke,
    Gruß,
    Jo
     
  5. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Auf den ersten Blick klingt das nach einer Kurzwahlnummer einer Selbstanschlussanlage. Wie alt sind denn die Briefe? Lässt sich feststellen in welchem Land telefoniert wurde? Bist du dir sicher, dass dort "Hansa" steht, oder interpretierst du es nur als "Hansa"?

    Du könntest auch einfach mal hier fragen ;)
     
  6. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Stammt der Brief auch aus der Zeit um 1920?
    Beim Googeln ist mir da etwas aufgefallen.

    1920 G-L - Kinowiki

    Hier findet sich eine Liste mit Kinos aus dem Jahr 1920. Z.T. sind die alten Telefonnummern mit angegeben.

    "Billhorner Burgtheater, 27, Billhorner Röhrendamm 83 — Fernspr.: Hansa 3273 — Gegr. 1913"

    Das Hansa taucht bei Hamburg und Frankfurt auf, kann sich also nicht auf eine bestimmte Stadt (etwa Hamburg) beziehen.
    Neben "Hansa" tauchen auch Merkur, Vulkan, Nord, Elbe, Hamburg und weitere auf. Interessant ist, dass bei Telefonnummern aus kleineren Städten nichts vorangestellt wird.
    Es handelt sich also offenbar um eine Art Vorwahl, aber nach welchem System. Waren das Telefonanbieter, die das Gespräch weitervermittelt haben?
     
  7. jojo23

    jojo23 Neues Mitglied

    Hallo,

    Ja, genau diese Kinoliste hatte ich auch schon gegoogelt, aber schlauer ist man danach auch nicht.

    Das würde heissen dass man zB erst die Hansa-Gesellschaft anrufen musste und die haben einen dann zur 4742 durchgestellt? Hm, finde ich jetzt echt interessant, auch abseits von meinem konkreten Hansa-Problem. Weiss das jemand genauer?

    (Lili: Ja, deutlich Hansa, die Briefe sind von irgendwann um 1920-1950... letztlich geht's genau darum, rauszufinden, von wann die sind... Es handelt sich übrigens um die Fa August Schröder Feindrahtwerke in Berlin NW52...)
     
  8. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ok, jetzt wirds klarer :D das ist das Namenskürzel der Vermittlungsstelle. (und bitte: zur Zeit der Weimarer Republik gab es nur eine Telefongesellschaft, nämlich den Staat) Zu betreffender Zeit wurden also Telefonate noch manuell vermittelt, das Handvermittlungsamt Hansa hatte seinen Sitz in Berlin und hat dabei eben Gespräche die für Berlin ankamen und aus Berlin raus gingen per Hand weitervermittelt. Allerdings grenz die Info den genannten Zeitraum nicht wirklich ein. Ich hab leider auch keine Unterlagen dazu da, wann Hansa geschlossen wurde. Ich meine aber, dass sich so doch schon einiges googeln lassen dürfte (zum Vokabular: Handvermittlung, Vermittlungsstelle, manuelle Vermittlungsstelle, und statt Telefon eher Fernsprecher/Fernsprechwesen wählen)
     
  9. jojo23

    jojo23 Neues Mitglied

    Ahja, das ist doch schonmal was, danke! :)

    Dann war es aber eigentlich für den Anrufer egal, ob nun Hansa oder nicht, d.h. es wäre eigentlich nicht nötig gewesen, dass bei einer Telefonnummer mit anzugeben?
     
  10. Lili

    Lili Neues Mitglied

    ähm doch... Jetzt mal ganz platt formuliert ist eine Vorwahl heute nichts anderes als ein manuelles Vermittlungsamt damals. Vor der Verbreitung der Selbstwähleinrichtung, war es sogar nötig für jedes Gespräch die Vermittlungsstelle anzurufen, die Teilnehmer wurden dann manuell zusammengeschlossen.
     

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