Forscher digitalisieren Schrift von uralten Tontafeln

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Eumolp, 11. Juni 2007.

  1. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

    Damit die Entschlüsselung schneller geht: Forscher digitalisieren Schrift von uralten Tontafeln


    Wenn viele Forscher gemeinsam versuchen, ein Keilschrift-Dokument zu entschlüsseln, dann geht es vielleicht ein bisschen schneller. Das Problem bislang: Es gab keine Datenbank, die mehreren Menschen gleichzeitig den Zugriff auf den Inhalt der Schrifttafeln ermöglichte. Das soll sich jetzt ändern. Im Rahmen des Digital Hammurabi-Projekts schaffen Daniel Hahn und Kollegen von der Johns Hopkins University in Baltimore eine riesige Schrifttafeln-Datenbank. Über die Reflektion verschiedenfarbiger Lichtstrahlen konnten sie nun die teilweise schwer lesbaren Schriftzeichen mit einer Auflösung von fünf millionstel Metern analysieren. In drei Arbeitsschritten lassen sie Licht aus verschiedenen Winkeln auf die Tontafeln fallen. Das reflektierte Licht wird mit einer speziellen Kamera aufgezeichnet. Ein Computer berechnet aus den Aufzeichnungen selbst die feinsten Keilschrift-Strukturen. Das Ergebnis ist ein hochaufgelöstes dreidimensionales Abbild der eingeritzten Schriftzeichen.

    „Diese Technik ist bisher noch nie für die Auswertung von diesen Artefakten genutzt worden“, sagt Daniel Hahn. Archäologen aus der ganzen Welt sollen bald auf eine umfassende Datenbank der bisher gefundenen Keilschrift-Tafeln digital zugreifen können. Damit könnten die Texte schneller gelesen und übersetzt werden.

    Die der ältesten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem 5. Jahrtausend vor Christus. In Keilschrift bannten die Bewohner Mesopotamiens Steuerverzeichnisse und später auch Lyrik und politische Korrespondenz auf Tontafeln. Noch immer sind längst nicht alle diese Tafeln von Archäologen vollständig ausgewertet.

    Quelle: Applied optics, 30.5.2007
     
  2. Baldur1980

    Baldur1980 Neues Mitglied

    das klingt ja sehr interessant! Wem werden denn diese Daten zugänglich gemacht, dem breiten Publikum von Interessierten, oder "nur" den Wissenschaftlern?
    Wie hoch sind dann eigentlich die Kosten für so ein aufwändiges Projekt und welche Länder beteiligen sich dran (schließlich werden ja nicht alle Tafeln in Baltimore liegen, oder)?

    Gruß Baldur
     

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