Frühe bifunktionale Werkzeuge

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Gegenkaiser, 22. September 2010.

  1. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Jetzt wird es interessant, ein Anspruch auf Ersterfindung:

    Leider keine Photos dabei. Was denkt ihr, waren die beiden Werkzeuge jeweils an einem Ende gegenüberliegend (à la Doppelaxt) oder an beiden Enden angebracht?
     
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  2. Thomas Trauner

    Thomas Trauner Neues Mitglied

    Ich glaube es geht um die Grabwerkzeuge der Römischen Armee. Die gemahnen ja tatsächlich an moderne Pickel im Straßenbau. Allerdings sitzt die Schneide bei den Römern senkrecht.

    Allerdings sind dies keineswegs die ersten Werkzeuge mit Doppelfunktion. Im Neolithikum tauchen "Hammeräxte" auf, d.h. eine Seite hat eine axtförmige Schneide, das andere Ende eine flache Bahn wie ein Hammer oder ist kugelförmig gestaltet. Typische Vertreter finden sich z.b. bei der Altheimer Kultur.
    Die Bedeutung dieser Hammeräxte ist unklar, dass sie aber im Prinzip erstmal ein Werkzeug sind ist schon klar.
    Aus dem Übergang Endneolithikum/Frühe Bronzezeit stammen kupfer/Bronzeäxte, die ähnlich einer Hellebarde gestaltet sind. Ein Ende mit langem "Stachel" das andere mit halbrunder Schneide. Wird üblicherweise als Waffe betrachtet.

    Die ersten waren die Römer da wohl nicht.

    Thomas
     
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  3. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Je einfacher ein Werkzeug ist, desto mehr Funktionen hat es.
    Ein einfacher Stecken/Stock ist für 10.000erlei Funktionen verwendbar.
    "Megamulti-Function":rofl:

    Mit einem Torx-Schraubendreher kann man lediglich "Torx-Schrauben" des entsprechenden Typs auf-zudrehen. Sonst nichts. "Single-Function":rofl:

    Die Aussage einer "Ersterfindung" in dem Bezug schlicht Unsinn.
     
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  4. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Begrabe nie eine Idee vor ihrer Zeit. White könnte mit "double-ended implements" durchaus Geräte meinen, wo das Werkzeug an den beiden Enden des Stieles angebracht ist (wie gesagt, ich habe noch keine Bilder von den oben beschriebenen doppelfunktionalen Geräten gesehen).
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2010
  5. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi Thomas

    Solche Beilhacken (oder Wiedehopfhacken) benutzt man auch heute noch im Gartenbau und der Landwirtschaft. Damit kann man zum Beispiel beim Graben Wurzeln durchtrennen...

    Gruss Pelzer

    .
     
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied

    OT:
    Ein Bauer mähte mit seiner Sense, schaute ihm eine kleine Weile ein Geisteswissenschaftler dabei zu, und meinte dann:
    "Guter Mann, ihr solltet Eure Sense auch an der anderen Seite anschärfen, dann könntet Ihr auch den Rückschwung nutzen".
    Der Bauer blickte verdutzt, dann verstehend:
    Das wäre es, dann noch einen Rechen in den Ar...., und man könnte noch gleich zusammen rechen."
    TT:
    Sure, ist mir gar nicht eingefallen, der Stecken hat zwei unterschiedlich dicke Enden, auf das dünnere steckt man den Säbelzahntigerbraten, mit dem dickeren schürt man das Feuer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2010
  7. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2010
  8. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Klingt plausibel. Trotzdem werde ich die bronzezeitlichen Hammeräxte mal bei Gelegenheit auf ihre reale Gebrauchsfähigkeit untersuchen, denn oft entpuppen sich solche Gegenstände als nicht-funktional, sondern kultischer oder sonstiger Funktion.


    Yep, Replikate sind unter Reenactors beliebt und kann man sich bestellen, etwa hier: • Index page
     
  9. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Wenn dir jemand eine dazu leiht...dann viel Glück.

    In meiner Zeit als Gehilfe an einem Archäologischen Museum (noch als Schüler) durfte ich einmal eine frisch ausgegrabene neolithische Hammeraxt in der Hand halten. Die Schneide auf der einen Seite war noch scharf, die Spitze auf der anderen Seite war abgestoßen. Das kann natürlich auch irgendwann später geschehen sein, ich würde es jedoch erst einmal als Gebrauchsspur annehmen.
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Um was es mir ging,
    je einfacher ein Werkzeug ist, umso mehr Funktionen kann man damit ausführen.

    Mit einem "Schweizer Messer" kann man versuchen eine Torx-Schraube aufzudrehen, und vielleicht geht es sogar. Aber mit einem Torx-Schraubenzieher kann man weder ein Butterbrot streichen, noch den Ledergürtel um ein Loch erweitern, was mit dem "Schweizer-Messer" kein Problem ist.

    Insofern ist diese Aussage
    schlichter Blödsinn.
     

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