Frühe Hochkulturen

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Schini, 16. Juli 2006.

  1. Schini

    Schini Neues Mitglied

    "Ex oriente lux - aus dem Osten kommt das Licht", kann auch in dem Sinne verstanden werden, dass im alten Orient vor allem in Technik, Wissenschaft und Kultur Leistungen erbracht wurden, die dann über Griechenland, Rom und Byzanz bis nach Europa hin wirkten. Bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. waren in den Ländern des Vorderen Orients auf der Basis von Ackerbau und Viehzucht die ersten Staatenwesen entstanden, die sich von Stadtstaaten zu Territorialstaaten ja sogar Reichen entwickelten. Ihre in verschiedenen Sprachen und Schriftarten tradierte Kultur beeinflusste seit dem frühen 2. Jahrtausend v. Chr. auch den mediterranen Raum. Fortschritte auf technischem und organisatorischem Gebiet, vor allem in Astronomie und Mathematik, im Rechtswesen und in der literarischen Tradition haben schließlich Eingang in die sich herausbildende europäische Kultur gefunden, bis dann durch wissenschaftliche Forschung die Schriftzeugnisse und materielle Hinterlassenschaft des Vorderen Orients selbst erschl ossen werden konnten.
    Um etwa 3000 v. Chr. haben sich zunächst in Mesopotamien und Ägypten, also in Ländern mit einem ertragreichen Bewässerungsbodenbau, die frühesten Staatswesen entwickelt. Unter ihrem Einfluss kam es dann auch in Syrien und Anatolien, in Palästina und Armenien sowie im Iran zur Entwicklung von Staaten, ebenso im südlichen Arabien. Der zwischen den altorientalischen Staaten stattfindende materielle und kulturelle Austausch blieb auch für den mediterranen Raum mit seiner minoisch, mykenisch und dann phönikisch geprägten Kultur nicht ohne Wirkung.
    Reich ausgestattet mit Bildern, Karten und Grafiken, beleuchtet der Band eingehend sowohl politische Entwicklungen wie auch religiöse, soziale und wirtschaftliche Aspekte der altorientalischen Kulturen. Das ägyptische Reich am Nil ist ebenso Bestandteil der Darstellung wie die Herrschaft und die Kriegszüge der assyrischen Könige. Die Autoren führen zu den Palästen der Minoer auf Kreta und machen sie mit dem Handelsnetz der P höniker vertraut. Der sagenhafte reiche Lyderkönig Krösus, der sein Reich im Krieg gegen die Perser verlor, ist ebenso Teil der Gesamtschau wie die Perser selbst. In zahlreichen Themenkästen werden wichtige kulturelle und historische Fragen exemplarisch anhand ausgewählter Funde und Quellen erläutert.

    Pope: "Weniger vollständig [als Cunliffe], aber dafür ein schönes Überblickswerk. Ideal zum Einlesen."

    Rainer Albertz • Frühe Hochkulturen • Theiss • 2003 • 368 Seiten
     

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