Frühsozialisten des 19. Jahrhunderts

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von Jugendbesen, 5. Juni 2013.

  1. Jugendbesen

    Jugendbesen Neues Mitglied

    Hallo!
    Ich schreibe eine Arbeit über die Frühsozialisten Henry de Saint-Simon, Robert Owen und Charles Fourier. Kann mir jemand von euch den Unterschied der sozialutopischen Vorstellungen von Owen und Fourier erklären. Wollte in meiner Arbeit eigentlich zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Grad der Industrialisierung und der formulierten Sozialutopie gibt, aber jetzt komme ich irgendwie nicht mehr weiter und es gelingt mir nicht mal mehr den klaren Unterschied der beiden zu formulieren.

    Kann mir jemand von Euch helfen? Vielen Dank schon mal im Voraus!
     
  2. Mithridates

    Mithridates Aktives Mitglied

    Saint-Simon war der Ansicht, dass nur produktive Mitglieder der Gesellschaft es verdient hätten, einen Anteil am Machtgefüge zu haben, er zielte somit auf den unproduktiven bzw. nicht arbeitenden Adel an, im Gegensatz zu Owen und später auch Marx, war Saint-Simon auch stark religiös geprägt, er sprach ja auch von einem christlichen Sozialsystem.

    Robert Owen war in erster Linie kein Sozialwissenschaftler wie Saint-Simon, auch Produktivität war ihm wenig, er hat es aber primär nicht auf die Machtverhältnisse abgesehen, die sein System der gerechten Arbeit verhindert hätten. Er wollte beweisen, dass mit gerechter Arbeitsteilung, die Gemeinschaft gestärkt wird und die Menschen anfangen gerechter miteinander umzugehen, er wollte zeigen, dass mit fairen Arbeitsverhältnissen mehr Produktivität zu erreichen ist, als unter den damals üblichen Bedingungen.

    Was mich wundert ist, dass du die Blanquisten weggelassen hast? Sie haben ihre Theorie darauf begründet, dass die Arbeiterklasse, nur in kleinen genossenschaftlichen Zusammenschlüssen den Pauperismus überstehen kann und keine Revolution nötig hat im Sinne von Marx, bis eine blanquistisch-sozialistische Intelligenzia, nach einer coup d'état die Macht übernehmen und so der Arbeiterklasse entgegen kommen.
    Er zog damit aber nicht nur die Kritik von Marx an, sondern auch Bonapartisten kritsierten Blanqui scharf dafür, die teilweise auch einen Anteil am sozialistischen Diskurs des 19. Jahrhunderts beigetragen haben.

    So heißt es in der "Auslöschung des Pauperismus" von Seiten der Bonapartisten: "Die Arbeiterklasse besitzt jetzt nichts, also muss man dafür sorgen, dass sie Eigentümerin wird. Man muss ihr einen Platz in der Gesellschaft geben und ihre Interessen mit Böden verbinden."

    Das sollte z.B. eine Antwort auf Blanqui von Seiten Napoleons sein, da Napoleon der Meinung war, dass der Staat selbst die Armut bekämpfen müsste und nicht die Arbeiterklasse sich selbst an die Macht putscht und somit chaotische Verhältnsse schafft, gerade die Gegner des Chaos zogen ihren direkten Vergleich zur Terrorherrschaft und wollten zeigen, dass nichts besser werden würde, wenn der Staat nicht mehr herrscht.

    Ich hoffe das hilft dir ein wenig.
    BG Mithri. :)
     
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