Fürstentümer

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von Michael M., 22. November 2005.

  1. Michael M.

    Michael M. Gast

    Welches waren die größten und bedeutensten im Mittealter.
    Franken, Schwaben, Sachsen, Lothringen, Bayern... auch Westfalen, Köln? Welche alles?
    Danke!


    P.S
    Die Burgen die wir heute noch bestaunen können stammen fast alle aus dem 12.Jhdt.
    weshalb?

    Gruss
    Michael M.

    und mein verlorenes Passwort.
    Wie kriege ich es zurück?
     
  2. ning

    ning Gesperrt

    (gelassener Vortrag)

    Hallo!

    Fürstentümer: sie wuchsen, gedeihten und schrumpften, zerteilten sich selbst und einander gegenseitig.
    Dein gesuchter Zeitraum ist wichtig, denn das Mittelater beginnt ab der sogenannten "Völkerwanderung" und dem endgültigen Zusammenbruch des Röm. Reiches (480 n. chr.) und es endet 1492!. Da ist viel passiert. Zwerge wurden Riesen und umgekehrt.

    Am Beginn des "Deutschen Königreiches", sagen wir um das 1000 n. Chr. waren diese 4 wichtigen Stammesherzogtümer festgefügt:
    das der ->Alemannen (wo man heute schwäbisch spricht und allemannisch, also die deutschsprachige Schweiz),
    ->Franken (ein sogenanntes "Kronland" der merowingischen und karolingischen Könige) war damals nicht nur das heutige Franken, sondern, man kann sagen, das ganze mittlere Deutschland vom Rheinland quer durch das htg. Thüringen bis zum bayr. Wald., Zentrum der herrschaftsentwicklungen waren am Main (Würzburg)
    ->Sachsen (das erklären die die chersukischen und anderen Spezialisten)
    und
    ->Bayern, das Land der Bajuwarii, die Grenze westlich war etwa der Lech, nördlich ein schmaler Wald-Streifen nördl. der Donau östlich und südlich gehörte viel vom heutigen Österreich dazu... so nach und nach... aber vor allem Kärnten, das Land der slaw. Karantanen war ein Vorposten und im süden gings bis Südtirol.

    Die teilten sich dann lustig (so wie sie ihre Kinder - und an die das Land - verteilten) und andere kamen dazu: Lothringen, Böhmen (wurde gar das erste Königreich innerhalb des, später röm. Kaiserlichen Deutschlands). Tja. und Adelshäuser waren darin immer schon bemüht Lehen und Alloden (sie Wikipedia) zu möglichst kompeakten landflächen zusammenzuschließen, worunter schlussendlich vor allem die so "zu verwaltenden Bauern" (Freie wie Leibeigene) leiden mussten...

    Um 1200 entstanden viele, ja vielleicht die meisten Burgen, stimmt. Aber das erzählt dir sicher Thimo oder ein guter Link...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2005
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Wenn man unter die Dynastien der Habsburger, Wittelsbacher und luxemburger nachschaut, findet man mit Sicherheit auch einiges.
     
  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Franken reichte zur Stauferzeit sogar nicht nur bis nach Thüringen, sondern sogar ins heutige süd(west)liche Sachsen; außerdem gehörte auch das Egerland (Gegend um Cheb; heute in Tschechien) dazu :fs:
    Im Süden reichte es auch weit ins heutige BaWü (etwa bis Ellwangen)...

    Dieses Stammesherzogtum kann man grob in etwa mit dem heutigen Niedersachsen plus dem nördlichen Teil des heutigen Sachsen-Anhalt plus einigen nördlichen Teilen des heutigen NRW (Münsterland u.a.) umreißen.

    Wie dem auch sei, gewannen später die Territorien der Kurfüsten besondere Bedeutung; diese waren
    - Königreich Böhmen (gehörte ja auch zum Heiligen Römischen Reich [Dt. Natiom])
    - Herzogtum Sachsen (später übergegangen auf die Mark Meißen, die dann als Kursachsen bekannt wurde)
    - Markgrafschaft Brandenburg (das spätere Kernland des Kurfürstentums bzw. Kgr. Preußen)
    - Pfalzgrafschaft am Rhein (die spätere Pfalz bzw. Kurpfalz)
    - daneben natürlich noch die Territorien der geistlichen Kurfürsten: Köln, Mainz, Trier

    Diese Burgen entstanden auch noch nach 1200 - der Grund ist simpel: durch die Erfahrungen der Kreuzfahrer im Hl. Land nach 1100 gab es im westlichen Europa geradezu eine Welle an Burgneubauten.
    Die bis dahin gebauten Burgen genügten den im Orient gemachten Erfahrungen bezüglich Belagerungstaktiken etc. nicht mehr, so daß dem Bedarf nach wehrtechnisch höher entwickelten Burganlagen Rechnung getragen wurde.
    Allerdings sind in Deutschland die meisten dieser Burgen nicht mehr im originalen Zustand des Hochmittelalters vorhanden, sondern durch An- und Umbauten des 15. Jh. sowie auch späterer Zeiten überprägt...
     
  5. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Interessant ist auch "Heinrich der Löwe". Er war seinerzeit meines Wissens nach neben dem Kaiser der Mächtigste...
     
  6. ning

    ning Gesperrt

    Ja, nicht nur Sachsen, das er um die ostelbischen Slawengebiete ->endgültig erweiterte, sondern auch Bayern war ihm ->anfangs und zu aller erst untertan.

    20 Jahre nur dauerte seine steile Karriere, markant hochgepuscht, schlussendlich hat er alles verloren! Der gute Löwe war gar zu stark (auf die Königsmacht aus), deshalb bekam unser fleißiger österr. Herzog Bayern... und dann:
    .. wurden Heinrich "alle Lehen entzogen".
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Hallo,

    seit ca. 750 gab es kein Alemannisches Herzogtum mehr. Das um ca. 900 neu entstandene Sammesherzogtum trug den Namen Schwaben, zudem auch das Elsaß gehörte.

    Der Name Alemannen wurde eigentlich erst in der Nachnapoleonischen Zeit reaktiviert, um auf die Sprachunterschiede, entstanden durch die Schwäbische Lautverschiebung, hinzuweisen. Die Schwaben sagen Haus, die Alemannen Hus, die Schwaben sind Bauren, die Alemannen Buuren. Bei den Schwaben "sich a alts Baurehaus gsei" Alemannisch "sich a alts Buurehus gsi"

    OT hat mit den Fürstentümern nix zu tun, Sorry, aber vielleicht interessiert es doch den einen oder anderen.

    Grüße Repo
     
  8. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Zwar kenne ich den Satz nicht im zusammenhang, jedoch würde ich wie folgt anders nennen:
    schwäbisch "sich a alts Baurehaus gwä"
    allemannisch "sich a alts Buurehus gsi"

    Nachtrag:
    Die Form "gesein" kommt im alemannischen vor, während die Schwaben stattdessen bereits mehrheitlich "gewesen" gebrauchen (wobei in manchen Grenzregionen zum alemannischen die Schwaben teilweise auch die Form "gesein" verwenden).
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2005
  9. ning

    ning Gesperrt

    Griasdi Repo
    Sorry, wann beginnt für dich das Mittelalter?
    Ich hab lediglich den Anfang beschrieben und mit 1000 nChr. einen "Endpunkt festgefügter Stammesherzogtümer" beschrieben. Natürlich kam dann der begriff Herzogtum Schwaben auf, aber doch nicht "Zack" um 750? :confused: ... oder sollte ich mich da mal schlauer machen?
    ich bin weder auf den Aufstieg von Hennegau und Brabant, von habsburgern und Luxemburgern...diesen und jenen eingegangen, das kam später und da können andere schneller berichten
    lg!
     
  10. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Eigentlich war gerade das ältere Stammmesherzogtum der Agilolfinger das Herzogtum Schwaben, welches nach Cannstatt 746 von den Karolingern wieder in die Provenz Alamannia umgewandelt wurde.
    Auch die Herzöge des um 900 neu entstandenen Stammesherzogtums wurden in den Quellen als dux Alamonnorum bezeichnet und nicht als Herzöge der Schwaben. Erst Jahrzenhnte später machten die Alamannen den Schwaben platz.
     
  11. ning

    ning Gesperrt

    ... thx. ... ich hätt nämlich "Dux oder Ducatum AlamAnnorum" schreiben wollen, aber ich fahr in Latein ja immer leicht ein...

    Repo (als fester Schwabe) meinte aber wohl dies: die Sueben waren nun mal die zahlreichsten innerhalb des Allemannenbundes und schlussendlich hat ihr Nationenbegriff sich nie "unterkriegen" lassen. Aber um 1000 war's halt noch nicht so weit.
    Wenn wir aber weitergehen und in die Blütezeit (also mal ins Hochmittelalter) der Fürstentümer UND der entsprechenden Geschlechter kommen wollen, dann gehört der Begriff ->Herzogtum Schwaben und ->Staufer und als Gegenspieler -> Welfen (von Burgund über Kärnten zu Bayern und ->herzogtum Sachsen) hier her: die sucht wohl unser lieber Gast. (-> die Suchbegriffe einfach bei Wikipedia eingeben)
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2005

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