Garantievertrag

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von Fränzchen, 22. April 2006.

  1. Fränzchen

    Fränzchen Gast

    Hi Leute!
    Ich soll einen Artikel aus der Sicht Frankreichs über den Anschluss des Sudetenlandes an Deutschland schreiben.
    Darin soll ich den Garantievertrag zwischen Frankreich und dem Sudetenland beachten. Ich kann aber dazu nichts finden und weiß daher auch nicht ob dieser Vertrag für Frankreich positiv war und was er überhaupt beinhaltete.
    Grundsätzlich muss sich Frankreich über den Anschluss des Sudetenlandes an Deutschland ja gefreut haben, denn sie haben beim Münchner Abkommen (im Sinne der Appeasement-Politik) ja dafür gestimmt.
    Könnt ihr mir da weiterhelfen?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Sudetenland war kein souveräner Staat, daher konnte zwischen dem Sudetenland und Frankreich kein Vertrag bestehen. Das Sudetenland gehörte aber zur Tschecheslowakei. Diese wiederum konnte als souveräner Staat Verträge schließen.
    Die Abtretung des Sudetenlandes an das DR durch England und Frankreich war ein Versuch den Krieg abzuwenden (Appeasement!!!), denn Hitler machte mobil. Zuvor hatte er für eine Aufheizung der Stimmung im Sudentenland gesorgt.

    Freude? Naja... eher aus 1938er Sicht ein notwendiges Übel, welches sich später als nutzlos erwies.
     
  3. Fränzchen

    Fränzchen Gast

    Kann ich dann reinschreiben, dass Frankreich Interesse daran hatte, dass das Sudetenland an Deutschland geht, da sie die Tschechoslowakei hätten verteidigen müssen (wegen dem Garantievertrag).
    Weil Deutschland hätte das Sudetenland ja militärisch eingenommen wenn es ihnen nicht zugesprochen worden wäre, oder? oO
    Frankreich hätte sich ja dann gleich mit in den Krieg verwickeln müssen das wollten die ja nich,... hatten ja grade den ersten Wk hinter sich,....
     
  4. Fränzchen

    Fränzchen Gast

    Also könnte ich jetzt schreiben, dass Frankreich an den Anschluss des Sudetenlandes an Deutschland interessiert war. Denn sie hätten die Tschechoslowakei ja bei nem Angriff wegen ihrem Garantievertrag verteidigen müssen oder? Und nen Krieg wollte Frankreich ja nicht.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nein! Frankreich war nicht an einem Anschluss des Sudetenlandes ans DR interessiert. Frankreich war - genauso wie England - daran interessiert, einen Krieg zu vermeiden, was aber nicht funktionierte. Hitler behauptete, dies sei seine "letzte territoriale Forderung" - was, wie man kurze Zeit später sehen konnte, nicht stimmte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. April 2006
  6. Fränzchen

    Fränzchen Gast

    Und was hat der Garantievertrag dann überhaupt damit zu tun?
     
  7. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Nein, so kann man das nicht einfach schreiben :grübel:

    Frankreich hatte in d. 20-ger Jahren auf Hinwirken von Marschall Petain Millionen in d. Ausbau der Maginot-Linie gesteckt und darüber die Produktion von neuen Panzer -und Flugzeugtypen vernachlässigt. Die Bündnisse , die Paris mit z.B. der Tchechoslowakei und Polen geschlossen hatte standen damit in Widerspruch zu den eigenen Militärdoktrien.
    Frankreich war im Mai 1938 daher nicht i.d. Lage , Prag wirksam zu Hilfe zu eilen, als Gerüchte von einem drohenden Angriff d.dt. Reiches auf die Tschechoslwk. kursierten.
    Premierministre Daladier antwortete mit Mobilmachung auf die Forderung Hitlers nach Angliederung d. Sudetenlandes an d.dt. Reich. Er gab sich entschlossen , die Bündnisverpflichtung an die Tschechslwk. zu erfüllen, hoffte aber insgeheim auf eine VerhandlungslösungChamberlains in München. Dieser hatte aber eine neue Ära i.d. Außenpolitik verkündet ( Peace in our time) , Daladier mußte sich wohl-oder übel dem anschließen, sah im Münchner Abkommen lediglich einen Aufschub des bevorstehenden Krieges mit d.dt. Reich.
    In Frankreich spaltete d. Münchner Abkommen die Öffentlichkeit .
    Pazifisten und die Rechte begrüßten d. Abkommen, Kommunisten+Sozialisten warfen der Regierung Verrat an der Tschechoslwk. vor.
    Im franz.Kabinett waren d. Meinungen ebenfalls geteilt.
    Ein Stimmungswandel i.d. franz. Öfentlichkeit trat erst ein, als dt. Truppen im März 1939 die "Rest-Tschechoslowakei " besetzten.
    Die Ergebnisse der ersten modernen Meinungsumfragen zeigen, daß sich die Mehrheit d. franz.Bevölkerung nach Hitlers "Griff nach Prag " hinter Daladier mit seiner Mobilmachungspolitik stellten.
    Anders die Reaktion vieler führender franz. Politiker und Militärs ; sie stimmten einem provozierenden Artikel zu : "Mourir pour Danzig ?"

    Quelle u.a. Geschichte Frankreichs, Reclam-Verlag
    Geschichte Europas, Propyläen-Verlag
     

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