Geo-Epoche: Stalin

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von ursi, 20. August 2009.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Themen dieses Heftes u.a.:

    Aufstieg eines Gangsters. Mord, Brandstiftung, Schutzgelderpressung: Der junge Stalin ist bereit, alles zu tun, um Geld für die Bolschewiki zu organisieren und vermeintliche Verräter auszuschalten.

    Oktober 1917: Der Putsch der Bolschewiki. Als Anfang März 1917 nach zahlreichen Massendemonstrationen in Petrograd der Zar abdankt, scheint die Demokratie in Russland gesiegt zu haben. Doch Wladimir Iljitsch Lenin genügt das nicht: Der Führer der linksradikalen Bolschewiki arbeitet auf einen Staatsstreich hin - und auf die Diktatur seiner Partei.

    1918-1920: Kampf um Russland. Nach dem Staatsstreich der Bolschewiki im Oktober 1917 sammeln Anhänger der abgesetzten Regierung Truppen. Mit Hilfe ausländischer Mächte wollen sie Lenins Diktatur beseitigen - und so stürzt das zerfallene Imperium in einen drei Jahre dauernden Konflikt, dem Millionen Menschen zum Opfer fallen.

    1922-1929: Stalin gegen Trotzki. Schon vor Lenins Tod 1924 entbrennt ein Kampf um die Nachfolge des kommunistischen Parteiführers. Leo Trotzki, Organisator der Oktoberrevolution und Gründer der Roten Armee, steht gegen Josef Stalin, den Generalsekretär der Bolschewiki. Trotzki verliert - und wird schließlich in Stalins Auftrag ermordet.

    1929: Stadt aus Stahl. Mit allen Mitteln will Stalin sein Land zur industriellen Großmacht entwickeln. 1929 fordert ein erster Fünfjahresplan gewaltige Steigerungsraten in der Eisen- und Stahlproduktion. Deshalb erbauen Freiwillige und Zwangsarbeiter in der Nähe eines Erzvorkommens im Südural eine komplette Industriestadt: Magnitogorsk.

    Quelle: Geo Epoche; Stalin


    GEO.de - Stalin - Heftreihen › GEO EPOCHE


    http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_epoche/61510.pdf
     
  2. Raquel Ibn Esra

    Raquel Ibn Esra Neues Mitglied

    Ergänzung zum Tipp Geo-Heft Stalin

    Ja und der Auszug aus dem "Flüsterer" von Figes und der Artikel zur Kunst sind auch sehr gut.


    1937/38: Die Flüsterer

    Da es lebensgefährlich war, ein falsches Wort auszusprechen, lernten die Sowjetbürger, ihre Meinung für sich zu behalten. "Sie lernten zu flüstern", so der Historiker Orlando Figes. Der Brite hat die Schicksale einiger Dutzend Opfer des Regimes und ihrer Familien rekonstruiert - einiger Dutzend von vermutlich 25 Millionen, die während Stalins Herrschaft deportiert, interniert oder getötet wurden. Seinen Höhepunkt erreichte der Terror in den Jahren 1937/1938

    Kunst: Die große Utopie

    Radikaler noch als der politsche Umsturz von 1917 ist jene Revolution, die die Künste der jungen Sowjetunion erfasst. Doch bald schon werden die visionären Neuerer der Avantgarde von Stalins Regime gegängelt, von seiner Vorstellung eines "Sozialistischen Realismus". Auch der Komponist Dmitrij Schostakowitsch muss um seine Karriere fürchten - und um sein Leben


    Quelle:
    GEO.de - Stalin - Heftreihen › GEO EPOCHE
     
  3. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Eines streift das GEO-Heft leider nur. Würde vielleicht aber auch den Rahmen des Heftes sprengen. Stalins anfängliche Ignoranz dem deutschen Überfall am 22.Juni 1941 gegenüber. Stalin schien durch nicht beachten, so wie ein Kind, dass sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, man könne es dadurch nicht sehen, dieses Problem beseitigen zu wollen. Die Sowjetunion war in dieser Zeit wie gelähmt. Das kostete wertvolle, vielleicht die wertvollste Zeit des ganzen Krieges.
    Ein Bericht von Oberst Starinow, stationiert in Kobrin bei Brest-Litowsk, ist da bezeichnend:
    "Die Bomben sausten mit einem markerschütternden Heulton hernieder. Die Detonationen zerrissen die Luft, so dass wir Ohrensausen bekamen. Dicke, schwarze Rauchsäulen stiegen auf. Irgendwo stieß eine Frau mit schriller, hysterischer Stimme verzweifelte Schreckenslaute aus.
    Kurz nach dem Ende des Bombenangriffs ertönte aus einem auf dem Marktplatz aufgestellten Lautsprecher das Pausenzeichen von Radio Moskau und brachte die Menge, die sich dort versammelt hatte, zum Schweigen. Es folgten die Sechs-Uhr-Frühnachrichten. In atemloser Spannung warteten wir auf die Stellungnahme Moskaus. Zuerst kam die übliche Aufzählung der Leistungen sowjetischer Bauern und Arbeiter. Die Ernte reifte heran und die Industriearbeiter übererfüllten ihre Normen. Dann folgten Berichte über die Kämpfe in Syrien und die Schlacht im Atlantik. Zum Abschluss war noch von deutschen Luftangriffen auf Schottland die Rede und dann kam der Wetterbericht. Die auf dem Marktplatz versammelten Menschen gingen nicht auseinander, sondern warteten auf das, was nach ihrer Erwartung ohne Zweifel nun kommen musste: eine besondere Verlautbarung , die ihnen erklärte, was sich bei ihnen ereignete, warum der Bombenangriff erfolgt war und ob sich die Sowjetunion im Kriegszustand befand. Die nächste Ansage betraf indes die tägliche Morgengymnastik: "Arme in Vorhalte! Beugen! Jawohl! Rauf, runter, rauf, runter. Noch einmal. So ist's besser." Ein Mann spuckte angewidert auf den Boden. Die Menge zerstreute sich."
    Starinow berichtet, der Rundfunk habe die Menschen in einen noch schlimmeren Schock versetzt als die deutschen Sturzkampfflugzeuge.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. September 2009
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  4. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    "Die Flüsterer" hat zwar einen erschlagenden Umfang, ist aber, wie von Figes zu erwarten, ausgezeichnet geschrieben und ich habe es zT wirklich mit angehaltenem Atem gelesen. Obgleich ich schon einiges über den Stalinschen Terror gelesen habe, bleibt es doch eine unbegreifliche Zeitspanne. Figes orientiert sich dicht an den Menschen, an das Erleben des Terrors, was ich als große Bereicherung empfinde.
     
  5. Terby

    Terby Neues Mitglied

    Es gibt zu diesem Thema eine sehr gute Doppelbiographie von Alan Bullock. Hitler und Stalin - Parallele Leben. Hier wird sehr deutlich wie diese beiden größten Verbrecher des letzten Jahrhunderts tickten und wie sie beide auf erschreckende Weise ähnliche Wege gingen um ihre Macht zu bekommen, auszubauen und zu erhalten.
     
  6. Alagoano

    Alagoano Neues Mitglied

    Das wird immer wieder so gesagt, aber es scheint mir richtiger, zu sagen:

    Seinen Höhepunkt erreichte der Terror gegen KPdSU-Mitglieder in den Jahren 1937/1938.
     
  7. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Kann man mal sehen, wie schwerwiegend Menschenmassen in einer Diktatur hörig gemacht werden und sich vor einer Lautsprecherquäke stellen und glauben, kurz nach Ende eines Bombenangriffs erklären ihnen die Unfehlbaren im tausend Kilometer entfernten Moskau die Lage in ihrem Grenzstädtchen.
     
  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    naja, ganz so bescheuert und unverständlich war die Reaktion der Bevölkerung nicht. Es gab einen TASS-Artikel im Mai oder Juni 41(weiss das genaue Datum nicht aus dem Kopf sorry, scheiss Alzheimer), in dem die Freundschaft zwischen dem DR und der SU als unverbrüchlich, tief und aufrichtig dargestelt wurde.

    Diese TASS-Meldung wurde in seiner Wirkung auf die Rote Armee und die Bevölkerung als "moralische Entwaffnung" interpretiert und ist einer der Ansatzpunkte, warum das Leben im Mai und Juni 41 fast seinen "normalen" Lauf nahm. Und teilweise auch eine Erklärung, warum der Angriff so überraschend kam, obwohl man es gewußt hat bzw. hätte wissen können.

    z.B. Pawlow war bei einer Theateraufführung !!!!! als er die Meldung über den Angriff erhielt und zeigte wohl wenig Neigung, die Aufführung vorzeitig zu verlassen.

    Für mich persönlich sind zwei Biographien sehr gut:
    Stalin: Am Hof des roten Zaren: Amazon.de: Simon Sebag Montefiore, Hans Günter Holl: Bücher
    Hervorragend geschrieben, eindrücklich und erschütternd

    Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt: Amazon.de: Dimitri Wolkogonow: Bücher
    Diese Buch ist sicherlich das Referenzwerk, dennoch gefällt es mir an einem Punkt nicht, es spart arg mit Quellenangaben.
     
  9. Hurvinek

    Hurvinek Gast

  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    ....und ich mag keine Pauschalurteile. Sorry, aber das ist einfach daneben eine derartige Beurteilung von russichen Autoren vor zu nehmen.

    Es gibt hervorragend russische Historiker, wie z.B. Besymenski, die sehr quellenorientiert, fachlich kompetent und analytisch schreiben.

    Und vor allem mittlerweile sich durch die notwendige Distanz zu ihrem Gegenstand auszeichnen.
     
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  11. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Ich habe von sowjetischen Autoren geschrieben, nicht von russischen Historikern oder Autoren. Ich schliesse sowjetische Historiker mit ein.
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Eine lesenswerte Quelle ist auch Wolfgang Leonhard "Die Revolution entlässt ihre Kinder".
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Oktober 2009
  13. Alagoano

    Alagoano Neues Mitglied

    Wuerde ich nicht pauschal fuer alle Forschungsgebiete behaupten wollen, aber im Hinblick auf sowjetische Geschichte hast Du recht.
     
  14. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    hm....nicht für alle Forschungsgebiete....also für die Physik, die Mathematik gilt es nicht (!?), wie ist es mit Ökonomie, Politikwissenschaft oder Soziologie?

    Sicherlich kannst Du uns hier ein kurzen und kompetenten Überblick bieten.

    So und was sind die Beispiele für die russichen Historiker, die Du hier, vermutlich seitenweise, anführen kannst?

    Sorry, aber derartige Urteile wirken leicht überzogen. "Schuster bleibe bei Deinen Leisten", und die sind manchmal schwierig genug zu bearbeiten.

    Es gibt in diesem Forum hervorragende Wissenschaftler und Kenner der Materie bestimmter Themen, aber ihre "Dedication" gehört meistens bestimmten Themen und keiner führt sich hier als "Universalgelehrter" auf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2009
  15. Alagoano

    Alagoano Neues Mitglied

    Nein. Wuesste auch nicht, wie meine Faehigkeit dazu aus meiner Ablehnung sowjetapologetischer (nicht: russischer) Geschichtsschreibung hervorgehen sollte.
     

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