Geografische Linien für Wikinger-Ringburgen?

Dieses Thema im Forum "Die Wikinger" wurde erstellt von Divico, 3. März 2018.

  1. tela

    tela Aktives Mitglied

    Ich wollte dir nur die Chance geben, deine Theorie zu erweitern, dass die Wikinger alle ihre Siedlungen nach geometrischen Gesichtspunkten angelegt haben, nicht nur zielgenau ausgesuchte Orte, denn zwischen all den Siedlungen in Alfrins Karte lassen sich sicher auch weitere schöne geometrischen Figuren finden.

    Bringt der Fachartikel irgendwas über die Sinnhaftigkeit Siedlungen mit Linien zu verbinden?
     
  2. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Vielleicht hilft das zur Erklärung:

    gdm_ol.jpg

    (Die Kirche existierte im 4. oder 6. Jahrhundert natürlich noch nicht.)

    Es geht ja erstmal nur um Seite 3–16. Die allerdings sehr traurige copyrightfreie Karte aus dem 19. Jahrhundert kommt gleich am Anfang. Und mir wirft man Ungenauigkeit vor...
     
  3. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Mal grob überlagert:

    gdm-ol2.jpg
     
  4. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Es geht hier nicht mehr um die Wikinger, sondern um die Spätantike und Völkerwanderungszeit (dänische späte Eisenzeit). Wir sehen hier vielleicht die Vorläufer, wie vermutlich auch auf den nordfriesischen Inseln.

    Lesen bildet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2018
  5. tela

    tela Aktives Mitglied

    Ok., dann sind wir also vor den Wikingern/Warägern. Als wir noch bei denen waren, hast du die Fähigkeiten so genau das Land vermessen zu können mit den Kontakten nach Byzanz erklärt (auch wenn das nicht sonderlich überzeugend war). Woher hatten jetzt die Leute in Dänemark in der Spätantike und Völkerwanderungszeit vor den Kontakten mit Byzanz die entsprechenden Kenntnisse? Aus Rom kann nicht sein, denn dort ist die Wissenschaft ja durch den Einfluss der Spoiker (in der Antike bis Spätantike) und Christentum (Spätantike und Völkerwanderungszeit) ja verkümmert.

    Woher also kamen die Kenntnisse und Fähigkeiten? Bei der Gelegenheit will ich auch noch an Sepiolas Frage erinnern, wie denn die Landvermessung mittels der Sterne praktisch funktioniert hat.
     
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  6. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    @Divico den Naturwissenschaftler ;)
    deiner Ansicht nach haben die Wikinger bzw die dänischen Nordleute speziell unter König Harald Blauzahn Ringwälle und Grabhügel errichtet, die sie über weite Distanzen hin mit geraden Linien verbunden hatten, sodass sich ästhetische Linearkonstruktionen auf der heutigen Landkarte zeigen; offenbar muss es für dieses spektakuläre Bauvorhaben eine Konzeption gegeben haben, also eine Planung, denn sonst wären ja die ästhetischen Linien nur banaler Zufall.
    Diese geografische Konzeption sollen die dänischen Nordmänner bzw. Harald Blauzahns Gefolge in Form von astronomischem Wissen & antiker (Natur)Wissenschaft gen Norden gebracht haben, und zwar aus dem märchenhaft reichen Byzanz sowie aus dem arab. Kulturraum, wo dieses Wissen lagerte*) und offenbar freudestrahlend und begeistert hub Blauzahn mit seiner Bautätigkeit an**)
    ...weil´s so schön ist, noch zwei Zitate:
    Nun ist ja Naturwissenschaftlern, denen jegliches Spekulantentum fremd ist, eine Eigenschaft methodisch ganz besonders wichtig: einzig mit nachprüfbaren Fakten operieren!
    Wohlan:
    Harald Blauzahn
    (Tante Wiki)
    Warägergarde
    (dito Tante Wiki)
    ...jetzt sind wir auf den naturwissenschaftlichen Kniff gespannt, mittels welchem die Warägergarde in die Vergangenheit zum Harald fuhr - Zeitreisen per Drachenboot?

    da die realen Nordleute doch geografisch betrachtet weite Umwege machen mussten, siehe Weg von den Warägern zu den Griechen – Wikipedia , wird die Zeitreise der Warägergarde zum Blauzahn Harald sicher sehr geradlienig verlaufen sein:D:D:D

    ___________
    un poco scherzando
    *) im Westen gab´s wegen Christianisierung nüscht mehr - was sind schon Boethius und Cassiodor, @Sepiola , wieso erwähnst du diese, die gegen die warägischen Astrokartographen doch Zwerge sind:D
    **) und da hat er´s dem verdummten Westen mit seinem Theoderich Grabmal, seinen Kaiserpfalzen, seiner fossa Carolina usw. aber architektonisch mächtig gezeigt und alle deklassiert :D
     
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  7. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Was???
    ...erst schwadronierst du über Harald und Waräger, und wenn sich das als unhaltbar erweist, dann wird das LinearastronomieantikeWissenschaft-Konglomerat ein paar Jahrhunderte vorverlegt?
    Potz Svantevit und Woden: wer hat denn den Skandinaviern der Völkerwanderungszeit diese Linienkenntnisse gebracht??? ...auch die Waräger? oder die westslaw. Landnahme? vielleicht auch rückwandernde Krimgoten oder Tetraxiten? Oder jene legendären Rugier, die sich von den Goten trennten und zurück gen Norden reisten?
    Nein, sicher waren es die bei Ostgotenkönig Totila unverrichteter Dinge wieder abreisenden Nordleute, siehe Felix Dahn, Kampf um Rom :D:D:D:D
     
  8. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    und wehe dir @Divico wenn du jetzt wegen Felix Dahn pampig reagieren solltest: im Roman heisst der Nordmann --------- Harald
    Harald & Haralda (seine Schwester) "(...) König Harald trank und schaute bewundernd umher. »Bei Asathor«, rief er ... Haralda warf einen langen Blick auf den Gotenkönig, errötete und drückte einen Kuss auf ihres Falken glattes Köpfchen. Totila aber sprach: (...)"
    :D:D:D:D
     
  9. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Zunächst einmal sorry, dass ich mich gestern so barsch verabschiedete. Ich bin todmüde gewesen und musste in die Falle.

    Du wirst lachen: die Situation hat sich schon wieder verändert, aber dazu später mehr.

    Zudem hatte ich auf die Kontakte in den persischen und arabischen Raum hingewiesen. Aber schon in der älteren Kaiserzeit dienten Germanen in den Legionen, wo sie beispielsweise die Groma und deren Gebrauch kennengelernt haben könnten.

    Auf die Frage gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt noch ein, versprochen.

    -----

    Nach dem Hinweis von @Alfirin auf Schwächen in meinem "Kreuz von Gudme" habe ich dieses Thema erst einmal zurückgestellt, und mir die Situation um das eisenzeitliche Zentrum Uppäkra genauer angeschaut, wobei sich außerordentliche neue Erkenntnisse ergeben haben.

    So vermuten Historiker, dass das alte (heidnische) Zentrum geplant im späten 10. Jahrhundert um 4.5 km verschoben wurde, zugunsten des neuen (christlichen) Zentrums Lund, dessen Hauptkirche sich spätestens im 11. Jahrhundert in der Mitte eines Kreuzes aus Kirchen befindet.

    Hier noch einmal die Karte, (eine kmz-Datei mit Informationen zu den einzelnen Orten ist diesem Beitrag angehängt):

    lund_x.jpg
    [Bei allen Punkten handelt es sich um die Kirchen.]
     

    Anhänge:

  10. tela

    tela Aktives Mitglied

    Werd ich nicht. Es ist dein übliches Spiel: Wenn du sie nicht überzeugen kannst, schütte sie mit unendlich viel Material zu.
     
  11. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Das wird ja immer besser!

    Hast Du die "Geschichte" (mit Geschichte hat es ja eigentlich nichts zu tun) schon einem Forum für Verschwörungstheorien vorgestellt?

    Oben waren wir noch bei 50m, inzwischen bei 4,5km. Wann sind wir bei von Däniken in Südamerika? Weil von Däniken und Dänemark, die Verbindung muss ja wohl nicht mehr bewiesen werden - die Namen sprechen für sich!
     
  12. Alfirin

    Alfirin Aktives Mitglied

    Danke erstmal für das .kmz - wer da nicht reingucken kann oder will: Das ist eine Datei mit allen in Divicos Karte eingezeichneten Punkten, georeferenziert, um sie in beliebigen Geographie-Tools anzuzeigen, und zudem freundlicherweise ergänzt um kurze Infotexte zu Zeitstellung etc., die Divico meist aus Wikipedia entnommen hat.
    Aber nicht alle vergleichbaren Kirchen sind in Deiner Punktesammlung. Allein auf dem Gemeindegebiet Staffanstorp südlich von Lund gibt es sechs* weitere Kirchen aus dem 12. Jhd. neben Deinen beiden genannten Tottarp und Uppåkra.

    *Edit: Mindestens sechs (plus zwei weitere aus dem 14./15. Jhd., die wir hier aber mal ignorieren). Das sind nur die, die sich in Wikipedia über Links unten auf der jeweiligen Seite binnen fünf Minuten recherchieren lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2018
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  13. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Dazu lese ich gerade folgendes:

    In Lund, the see of the Danish archbishop in Scania from the twelfth century onwards, the whole Christian world was deliberately replicated in the city. The topography of the churches built after Lund became an archbishopric in 1104 mirrored the supposed location of important saints’ graves in the Christian world. The cathedral was situated in the centre of the city (like Jerusalem in the Christian world). To the east, churches were built that were dedicated to patron saints from Asia; in the western part of the city the patron saints were European ones; in the northern part of the city the main patron saint was St.Olav, buried in Trondheim, in the far north of the Christian world. Thus, Lund was constructed as a sacred city, a microcosmos of the Christian world (Andrén 1998a, 1998b, 1999).

    Hedeager, Lotte: Scandinavian 'central places' in a cosmological setting, 2001 (Link ist weiter oben zu finden)
     
  14. Alfirin

    Alfirin Aktives Mitglied

    Irgendwie hab' ich in den letzten Tagen den Eindruck, ich frag' Dich nach der Uhrzeit und Du antwortest "Blau".
    Kleines Suchspiel: Findest Du Deine ursprünglich verwendeten Kirchen hier wieder? Ich hab' mal nur aus zwei Pfarreien (? "kommun" in der Wikipedia) die bei Dir fehlenden Kirchen aus dem 11./12. Jhd. ergänzt, weitere stünden noch aus:
    lund.jpg
     
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  15. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    (1)
    wer in Skandinavien in Spätantike/Völkerwanderungszeit hatte Kontakte in den persischen und arabischen Raum???
    (2) ...jetzt sind wir schon bei frühkaiserzeitlichen Legionären germanischer Herkunft... die frühkaiserzeitlichen Legionen rekrutierten deiner Ansicht nach Nordgermanen???

    ...mittlerweile überschreiten deine "naturwissenschaftlichen"*) Überlegungen die Grenze vom skurrilen zum absurden mit Siebenmeilenstiefeln!!! (und das ist noch sehr höflich ausgedrückt...)
    ...und vergiß vor eventuellem Aufbrausen nicht: du @Divico hast die verblüffende These aufgestellt, dass die skandinavischen bzw. nordgermanischen Kulturen in und nun auch vor der Wikingerzeit den westeuropäischen Kulturen in diesem Zeitraum um 500 Jahre voraus gewesen seien...
    _____________
    *) allez hopp, Herr Naturwissenschaftler, her mit den Fakten zum Kultur- und Wissenstransfer vom persischen und arabischen Raum in den skandinavischen Raum vom 1. bis ins 8. Jh. (also vor der Wikingerzeit)
    ...wehe du kannst keine Fakten bieten (Fakten sind nicht ein blablubb wie "ein römischer Legionär germanischer Herkunft hätte könnte bla...", sowas ist nur hätte-hätte-Perlenkette)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2018
  16. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    @tela ...hier wird man vom Naturwissenschaftler nicht mit Material, sondern mit linearen Spekulationen zugeschüttet (und das wirklich reichlich...)
     
  17. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Ich habe mir ebenfalls die anderen romanischen Kirchen in der Gegend herausgesucht. Allerdings war gleich der erste Deiner Punkte, den ich nicht wiedererkannt habe, die Kirche von Håstad nahe bei Örtofta, eine Niete, da sie erst im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut wurde. Nicht, dass Dir noch der Versammlungsraum der einen oder anderen Sekte mit hineingerutscht ist...

    Der Punkt ist ja auch der, dass die Hauptlinie schon lange vor den Kirchen durch den alten Zentralort Uppåkra und den Thingplatz in Oxie bestimmt war, dessen Ortsname sich laut schwedischer Wikipedia irgendwie von sterben herleiten soll.

    Es kann doch kein Zufall sein, dass genau auf dieser Linie dann Lund ganz gezielt gegründet wurde, wohl um das alte heidnische Zentrum abzulösen (dazu ist Lund auch noch verkehrstechnisch besser gelegen, pragmatisch war man also auch).

    Und dass der alte germanische Todesort Oxie genau am Fuß des gedachten Kreuzes über Lund liegt, ergibt durchaus Sinn, wenn man Hedeagers Deutung folgen will.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2018
  18. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

  19. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Auch Tante Wikipedia, Hervorhebungen von mir:

    Seit 911 sind Waräger auch in der kaiserlichen Armee nachgewiesen, in der dienten 700 Seeleute (Gasmouloi) in einem Feldzug gegen 902 und 629 im Jahr 949 unter Konstantin Porphyrogennetos.

    415 Waräger nahmen an dem Italienfeldzug von 936 teil. Auch in den Gefechten gegen die Araber in Syrien 955 waren sie beteiligt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Söldner_(Byzanz)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2018
  20. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Namnet kommer av förledet os- med betydelsen "åmynning", "källsprång" och ändelsen -ie, en vanlig ändelse i sydvästra Skåne med betydelsen "(grav)hög". I Oxie finns Oshögavägen, vilken erinrar om den ursprungliga namnformen. Oxie var ursprunglig i Oxie härad. Än idag finns namnet Galgebacksvägen, som ett minne från den tid då de av häradsrätten avkunnade dödsdomarna verkställdes där. Det skedde flera avrättningar både från 1700-talet och från 1800-talet.

    https://sv.wikipedia.org/wiki/Oxie

    [Edit] Was das vermeintliche "sterben" im Ortsname betrifft, da hat mich der Übersetzer reingelegt – kann passieren. Es bleiben aber das Thing und die Galgen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2018

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