Geschichte der dt. Freicorps

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Arcimboldo, 6. September 2005.

  1. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Lieber Arne,
    wem galt -oder gilt er als Vorzeigeheld ? Das wird nicht ganz klar wer das wirklich ist, ebenso die Bezeichnung :
    " als unbesiegter Führer der letzten kämpfenden Truppen" ; da ist wie Du weißt die Diktion der OHL zur Einschätzung des 1. WK.

    Lettow-Vorbeck war u.a. als Freikorpsführer einer der vielen Terroristen, die neben Menschenleben auch die Weimarer Demokratie mit umbrachten. Wenn honoriges und Korrektes Verhalten attestiert wird, müssen alle diese Eigenschaften neben seinem verbrecherischen Mittun in den Terrorgruppen ( =Freikorps,jedenfalls i.dieser Zeit) gestellt werden und nicht übereinander , um zu sehen wie er dann noch unterm Strich steht.
    Wenn es um einen Persilschein im hist.Andenken von Lettow-Vorbeck geht, dann sind neben seinen Bewunderern ebenso die Betroffenen einzubeziehen , die durch seine Teilnahme an den von Dir genannten Verbrechen diese Möglichkeit der Äußerung nicht mehr haben.
    Das ist , denke ich, ganz in Deinem Sinn, sollte aber klargestellt sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. September 2005
  2. Arne

    Arne Premiummitglied

    Das ist ein scharfes Urteil. Natürlich sind die Mittel und Wege, die damals angewendet wurden aus prinzipieller, heutiger moralischer Sicht zu verurteilen. Es waren sicher keine demokratischen Mittel.
    Aber nach meiner Meinung haben die Freikorps als "Gegengewicht" zu kommunistischen, revolutionären Bewegungen, die das Land ins Chaos zu führen drohten und ausländischen Angriffen gegen die wehrlos erscheinende Republik durchaus eine gewisse Berechtigung gehabt. Die Reichsregierung unter Friedrich Ebert (SPD) bediente sich dieser Kräfte um die Republik überhaupt auf die Beine stellen zu können.
    Das ist übrigens auch die Einschätzung von Wikipedia. Zumindest lese ich das so heraus:

    Die neue Reichsregierung unter Friedrich Ebert benötigte zum Kampf gegen die Revolution und zu ihrem eigenen Schutz ausgebildete Soldaten und griff dafür auf Freikorps zurück. Da das Gros der deutschen Streitkräfte noch an den vormaligen Frontlinien stand und zurückkehrenden Einheiten zum Teil durch Einspruch der alliierten Siegermächte der Einsatz im Inneren verboten war, wurde zur Jahreswende 1918/19 die Freiwilligenwerbung eingeleitet. So schlossen sich etwa 400.000 ehemalige Soldaten den Freikorps an, die zur Niederschlagung revolutionärer Bewegungen eingesetzt wurden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Freikorps

    Vom "Umbringen" der Weimarer Republik sehe ich da übrigens auch in der Folge nichts. Die Zeit der Freikorps endete um 1920. Wir wissen, daß das Ende der Weimarer Republik später kam, nämlich 1933. Die Totengräber waren vielleicht teils früher Mitglieder der Freikorps, aber die Organisation in der sie sie dann waren, war eine andere...:fs:


    Ich habe mich bemüht, Leistungen und Verfehlungen anzusprechen um eine möglichst objektive Beurteilung anbieten zu können. Ein Endurteil bleibt jedem selbst überlassen. Deine Ausführungen lesen sich übrigens, als hätte Lettows Tätigkeit als Freikorpsführer sehr viele Tote gekostet. Das bezweifele ich mal. Dazu habe ich aber wenig gefunden, bis auf diese Anmerkungen bei Wikipedia:

    In Hamburg begannen am 23. Juni 1919 Aufstände wegen verdorbener Lebensmittel (die sogenannten Sülze-Unruhen). Vier Tage nach Beendigung der Kampfhandlungen marschierte Lettow-Vorbeck mit dem »Korps Lettow« am 1. Juli 1919 in Hamburg ein, obwohl bereits wieder Ruhe eingekehrt war. Das Korps verhielt sich wie in einer besetzten Stadt in Feindesland.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Lettow-Vorbeck

    Ich würde zwar von drohenden "Besatzungsgebahren", aber nicht von großen Schießereien ausgehen : "Vier Tage nach Beendigung der Kampfhandlungen"....
    Oder liest du da etwas anderes heraus?:grübel:
     
  3. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Da hast Du recht. Vielleicht ein bischen zu scharf... zugegeben. Wäre eigentlich mal ein Thema für sich: Die Freicorps ...Geschichte und Hintergründe...... :grübel: :winke:
     
  4. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    @ Arne: meiner Meinung nach sind die Freikorps ein weiteres besonders tragisches Kapitel der Weimarer Republik. Tatsächlich war die Regierung innenpolitisch in den ersten Jahren auf die Freikorps angewiesen, auch wegen der Beschränkungen im Heer durch den Versailler Vertrag. Sogar im Grenzschutz wurden sie zum Teil eingesetzt. Gleichzeitig handelten sie aber oft brutal und waren ein Tummelplatz für Republikfeinde. Allein die Liste der Männer, die Jahre nach ihrer Freikorps-Zeit führende Positionen im Dritten Reich übernehmen sollten (und gerade auf Posten, auf denen Härte und Brutalität gefragt waren) ist lang: als einige Namen sind zum Beispiel Ernst Röhn, Martin Bormann oder Rudolf Höß zu nennen.
     
  5. Arne

    Arne Premiummitglied

    Sehe ich auch so, ich schätze die Freikorps waren zum überwiegenden Teil von eigentlichen Republikfeinden getragen (darum auch "Gegengewicht zu revolutionären Kommunisten").

    Das Thema Freikorps sollte man vielleicht wirklich mal aufgreifen. Wer hat Lust eine Einführung zu schreiben ;) In letzter Zeit scheint dazu auch einiges neu auf den Büchermarkt zu kommen, aber ich komme nicht dazu mich damit trotz Interesse zu beschäftigen. Kennt jemand das Buch von Thoms/Pochanke? Die Website (www.reitergenosten.de) macht zwar einen etwas martialischen Eindruck, aber Richard Thoms ist mir von seinem gründlichen Büchlein zum Invalidenfriedhof Berlin ein Begriff, der gute Recherche verspricht.
    http://www.reitergenosten.de/handbuch/handbuch.htm
     
  6. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    @ Arne: Zunächst lesen sich die Texte auf der Seite recht maßvoll und ordentlich recherchiert. Aber der Haupttext schließt mit folgendem Fazit:
    "[font=Arial, Helvetica, sans-serif]Der Aufstand an der Ruhr war die letzte militärische Operation, bei welcher die deutschen Freikorps in großer Anzahl zum Einsatz kamen. Im Gefolge des Ruhraufstandes startete die Linkspresse eine groß angelegte Kampagne, in der sie die Freikorps auf das heftigste angriffen. Und es geschah das, was die Freikorpsmänner ohnehin wußten, nämlich nichts. Keine Verteidigung von Seiten der Regierung, kein Wort des Dankes an die Kämpfer, die erneut die "Drecksarbeit" für Berlin erledigt hatten. Statt dessen erhielten die Freikorps ihre Auflösungsorder, sie hatten ihre Schuldigkeit getan."

    Leider sieht der Autor die Freikorps-Problematik kein bißchen differenziert. Von den Übergriffen und Ermordungen in der Zivilbevölkerung, den Problemen, die Einheiten auch in Friedenszeiten bei Laune zu halten, oder der Frage, dass viele Soldaten nur in den Freikorps waren, weil sie nach dem Krieg und der Wehrmachtsverkleinerung im neuen Staat keine Perspektive sahen, ist hier sowieso nichts zu lesen. Obiges Fazit zielt ein wenig daran vorbei, dass es sich kein Staat auf Dauer leisten kann, eine Vielzahl irregulärer Einheiten auf seinem Gebiet zu beherbergen.
    Und dann gibt es noch eine Würdigung Albert Leo Schlageters auf der Homepage, in der nicht einmal erwähnt wird (!), dass dieser NSDAP-Mitglied war, und die folgendermaßen schliesst:
    "
    [/font][font=Arial, Helvetica, sans-serif]Schlageter ist ein deutscher Nationalheld, auch wenn er heute weitestgehend unbekannt ist. Jenseits von ideologischen Vorgaben hat er sein Leben im Kampf gegen die Unterdrückung eingesetzt und geopfert." [/font]
    [font=Arial, Helvetica, sans-serif]

    [/font]
     
  7. Arne

    Arne Premiummitglied

    Hmm..scheint dann doch eher etwas für "Freikorps-Fans" zu sein. Als Nachschlagewerk für Militariasammler oder so...:grübel:
     
  8. Valao

    Valao Neues Mitglied

    Ist jetzt zwar etwas vom Thema weg, aber würde gerne einen Einwand zu dieser Aussage bringen. Hoffe ich krieg dafür keinen Rüffel :rolleyes:

    Ich will weder Leo Schlageter als Nationalhelden "feiern" oder ehemalige NSDAP-Mitglieder verteidigen.

    Aber Schlageter wurde erst nach seinem Tod von den Nazis vereinnahmt. Zur Zeit Schlageters gab es in der NSDAP noch linke Strömungen und selbst einige Kommunisten der KPD die einen nationaleren Kurs fahren wollten, stilisierten ihn zum Helden.

    Schlageter war unbestritten NSDAP-Mitglied und hatte auch eine nationale Gesinnung, aber erst nach seinem Tod wurde er zum "Parade"-Nazi.
    Er war von 1922 bis zu seinem Tod im Mai 1923 NSDAP-Mitglied. Wie er sich ohne einen frühen Tod, politisch entwickelt hätte, darüber kann man jetzt nur Rätselraten.

    Wie wir alle wissen sind nach 1945 viele ehemalige NSDAP-Mitglieder wieder in hohe Positionen aufgestiegen, ohne dass ständig ihre NSDAP-Mitgliedschaft in der Presse erwähnt worden wäre. Einer von ihnen ist ja bekannterweise sogar Bundeskanzler geworden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. September 2005
  9. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Ich finde aber, man kann die NSDAP-Mitgliedschaft eines Mannes, der im Dritten Reich zum Mythos geworden war, auf einer geschichtswissenschaftlichen Seite nicht einfach übergehen. Zumal das sicher kein Zufall ist, denn diese Tatsache dürfte dem Autor bestens bekannt sein. Ebenso wird Schlageter vom Autor als Nationalheld bezeichnet, wobei

    a). wieder nicht erwähnt wird, welche politischen Gruppierungen ihn dazu erst machten

    b.) es nach heutigem Wissen äußerst fraglich ist einen Freikorpskämpfer zum Nationalhelden zu ernennen und man auch aus damaliger Sicht geteilter Meinung sein kann, ob Schlageter nun eher ein Freiheitskämpfer oder eher ein Terrorist war.
     
  10. Valao

    Valao Neues Mitglied

    Da geb ich dir schon recht Ashigaru. Auf den zweiten Blick sieht man dieser Seite seine rechtskonservative, oder wie man es auch immer nennen will, Richtung an.
    Die Rechtskonservativen sind natürlich immer in der Pflicht sich von den Nazis oder Rechtsextremen abzugrenzen, dass tun sie auch auf dieser Seite in der sie die Verbindung Schlageters zur NSDAP einfach totschweigen.
    Ob Freiheitskämpfer oder Terrorist läßt sich diskutieren, aber ein Nazi-Verbrecher war er mit Sicherheit nicht.

    Jetzt kommen wir aber in ein Themengebiet das sehr weitläufig ist und mit den Freikorps geschweige denn mit Paul von Lettow-Vorbeck nichts mehr zu tun hat.

    Vielleicht kann man an anderer Stelle weiterdiskutieren?

    Gruß Valao
     
  11. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

     
  12. Arne

    Arne Premiummitglied

    Auf das "fast" lege ich da aber großen Wert, denn gerade die Freikorps waren durchsetzt von Monarchisten, die den Nationalsozialisten nicht zuzurechnen sind und die diese als ihre "reaktionären Gegner" ansahen.
    Wie heißt es im "Horst Wessel-Lied":
    Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen, marschier´n in uns´ren Reihen mit.

    Erst später wurden auch die Monarchisten zum großen Teil "assimiliert".

    Hinweis für Mods: Vielleicht ab Beitrag 8 in neuen Thread "Freikorps" überführen...
     
  13. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    @ Arne: aber auch eine weitere Tragik der damaligen Zeit: selbst wenn die Monarchisten, tradionalistische "Preußen" oder wie immer man sie nennen mag, den NS ablehnten - im von Taktik geprägten politischen Tagesgeschäft stand ihnen, behaupte ich mal, die NSDAP häufig näher als die Parteien, denen an der Erhaltung der Republik etwas gelegen war, wie der SPD oder selbst der Zentrumspartei. Besonders deutlich wurde das beim "Preußenschlag" 1932. Der erste wirkliche Widerstand von Vertretern dieser Schicht kam erst am 20. Juli 1944 zum Ausbruch, als es längst zu spät war.
    Im übrigen gab es nur wenige bedeutende Freikorps-Offiziere oder Führer, die sich der NSDAP komplett entzogen - mir fällt eigentlich nur Ernst von Salomon ein oder, wie du schreibst, Lettow-Vorbeck.
     
  14. Valao

    Valao Neues Mitglied

    Das ist so nicht ganz richtig. Natürlich schlossen sich viele der NSDAP und der paramilitärischen SA an, aber eben nicht alle.

    Ein großer Teil der Freikorps-Leute trat dem Stahlhelm (Bund der Frontsoldaten) bei.
    Dies war ein nationalistischer und antiparlamentarischer Wehrverband. Dieser Verband wuchs bis 1930 auf 500.000 Mitglieder an. Der Stahlhelm sah sich in der Tradition des Kaiserreiches.

    Politisch stand man der DNVP nahe.
     
  15. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    bei gründung des stahlhelms versicherte man der neuen republik noch loyalität. naja, sicher ein lippenbekenntnis, hielt ja auch nicht lange. auch wenn der stahlhelm der dnvp nahe stand, ist doch bemerkenswert, wie sehr vom stahlhelm die nähe zur nsdap gesucht wurde. wohl ein versuch den massenanhang der nazis für die eigenen reaktionären zwecke zu nutzen, wie es auch andere später mit wenig erfolg versuchten.

    p.s.
    wieso steht das thema freicorps eigentlich unter der rubrik imperialismus?, würde doch vielleicht auch unter weimarer republik passen.
     
  16. Arne

    Arne Premiummitglied

    Stimmt. Muß wohl ein Irrtum sein...:confused:
     
  17. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Ich werf dann mal auch in die Diskussion, dass die Organisation Consul, auf deren Konto mehrere Morde in der Weimarer Republik gehen, vom Anführer des Freikorps "Marinebrigade Erhardt" Hermann Erhardt nach Auflösung seines Freikorps gegründet wurde (ja, genau die Marinebrigade Erhardt, die den Kapp-Putsch mit initiierte).
     
  18. Arne

    Arne Premiummitglied

    Damit es nicht so scheint, als gäbe es nichts positives über die Freikorps zu erzählen...

    Meine Großeltern haben in Oberschlesien die Abstimmung nach dem ersten WK mitgemacht. Meine Oma hat dann bis ins sehr hohe Alter von den "Abenteuern" erzählt, die sie da erlebt hat. Überfälle polnischer Truppen unter Korfanty, Maschinengewehrsalven durch auf das Auto, als man über den Oderdamm fuhr etc.
    Also die Terrorüberfälle Wojciech Korfantys, der erst die von Polen unerwünschte Abstimmung verhindern oder zumindest durch Vertreibung der Deutschen manipulieren wollte und später die Ergebnisse nicht anerkennen wollte. Die Bevölkerung war dem völlig schutzlos ausgeliefert bis (u.a.) deutsche Freikorps eingriffen.

    Hier ein Auszug aus Wikipedia dazu:
    Wojciech Korfanty war Organisator der polnischen Aufstände in Oberschlesien, die den Anschluss Oberschlesiens an Polen zum Ziel hatten. Nachdem mit dem Versailler Vertrag das Deutsche Reich zunächst ganz Oberschlesien an Polen abtreten sollte, erreichte die deutsche Bevölkerungsmehrheit nach Protesten die Durchführung eines Plebiszits. Die polnischen Freikorps Bojówka polska lösten am Morgen des 17. August 1919 in Paprotzan, Landkreis Pleß, einen Aufstand aus, der durch die Korps der Schwarzen Reichswehr, u.a der Brigade von Hermann Ehrhardt, in dem Kämpfen um Oberschlesien niedergeschlagen wurde. Das Gebiet wurde nun durch eine Kommission der Alliierten verwaltet und Korfanty mit der Organisation der Volksabstimmnung beauftragt. Das Polnische Plebiszitskommissariat hatte seinen Sitz in Beuthen (Oberschlesien), wo sich im Hotel Schlesischer Hof auch die Zentrale des unter der Tarnbezeichnung Verband ehemaliger Kriegsgefangener firmierenden Korfantyschen Freikorps befand.

    Am 20. August 1920 probte Korfanty mit seinen Nationalisten erneut erfolglos den Aufstand und zeichnete auch für den politischen Mord an Theofil Kupka, einem ehemaligen Gefolgsmann und späteren Autonomisten, der die Bewegung Bund der Oberschlesier - Związek Górnoślązaków begründet hatte und die Ziele eines autonomen Staates verfolgte, verantwortlich.

    Letztlich konnte Korfanty die Abstimmung vom 21. März 1921 nicht mehr verhindern, die eine klare Absage an Polen erbrachte. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, das mit 59,6 % eine deutliche Entscheidung für den Verbleib Oberschlesiens bei Deutschland erbrachte, setzte Konfanty wiederum auf Gewalt und Terror gegen die deutsche Zivilbevölkerung und brach in der Nacht vom 2. zum 3. Mai 1921 seinen dritten Aufstand los. In den Kämpfen am St. Annaberg schlug der aus deutschen Freikorps gebildete Selbstschutz Oberschlesien (SSOS) mit Unterstütung der Alliierten am 21. Mai 1921 die Freischärler Korfantys endgültig.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wojciech_Korfanty
     
  19. survivor

    survivor Gast

    Die Freicorps waren nun mal ein Überbleibsel einer alten (preußischen)
    Militärkultur. Vielen waren damals, also nach dem I. WK, noch kaisertreu
    und hatten dementsprechend eine andere "Denkweise" als heute.
    Man hatte noch nicht die Erfahrung des Nationalsozialismus gemacht und
    somit scheint es nicht verwunderlich, dass manche dieser Leute etwas zu
    weit nach rechts angedriftet sind.
    Manche der Freicorpskämpfer wollten sicher nur Ruhe und Ordnung. Man hatte halt Angst vor den Kommunisten, teilweise berechtigt.
     
  20. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Nun, es sind u.a. auch viele zurückgekehrte Frontsoldaten in die Freicorps, denen der zuvor anerzogene , aufgebauschte Hurra Patriotismus große Frustrationen bescherte, so wie es nun mal gelaufen ist. Willig ließen sich diese für die Verfolgung der von interessierter Seite her ausgemachten "Mitschuldigen" am Desaster des 1. WK einspannen, auch das wurde ihnen wieder von anderer Seite anerzogen, wobei dies kein Freibrief für individuelle Verbrechen sein kann, wie sie in der jungen Weimarer Republik an der Tagesordnung waren. Der ursprüngliche Ausgangspunkt der Freicorps im 19. Jahrh. wurde pervertiert, was schon der Name "Frei.." ausdrückt.
     

Diese Seite empfehlen