Geschichtswettbewerb: Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte

Dieses Thema im Forum "Schulprojekte" wurde erstellt von El Quijote, 1. September 2012.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Heute hat erneut der in zweijährigem Turnus stattfindende Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten begonnen, diesmal mit dem Thema Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte. Historisch interessierte Schülerinnen und Schüler (außerdem Azubis und Studenten) im Alter von 6 bis 21 Jahren sind dazu aufgerufen als Solisten, Gruppen oder Klassen teilzunehmen und eine Präsentation der Ergebnisse abzuliefern. Diese Präsentation kann in der Form einer klassischen Studienarbeit (Facharbeit, Proseminararbeit) aber auch in kreativeren Formen (literarische Umgestaltung der Forschungsergebnisse, Umsetzung in ein Gesellschaftsspiel, interaktive Homepage) eingereicht werden, je nach Fähigkeiten und Interessen.


    Bundespräsident Joachim Gauck startet Geschichtswettbewerb


    Zwischen Solidarität und Konflikt


    Interessierte Schüler sprechen am besten ihre Eltern oder einen Geschichtslehrer bzw. Lehrer eines verwandten Faches (Politik, Sozialwissenschaften, Sprachen, Religion, Ethik, Philosophie, Gesellschaftslehre) an. Grundsätzlich sollen die Schüler selbständig forschen; Eltern, Lehrer und sonstige Betreuer sollen vor allem als Motivatoren während der mehrmonatigen Arbeitsphase und bei Rückschlägen agieren und bei methodischen Problemen Hilfestellung geben.


    Teilnehmen


    Schon vor zwei Jahren hat das Geschichtsforum Ideen für den Geschichtswettbewerb gesammelt:
    http://www.geschichtsforum.de/f322/geschichtswettbewerb-skandale-der-geschichte-34813/


    Dies soll nun wieder geschehen. Für die aktiven Mitglieder des Forums, die i.d.R. über das Teilnehmeralter hinausgewachsen sind, z.T. selbst schon Kinder im entsprechenden Alter haben, wird das nun vielleicht ein wenig schwieriger als beim letzten Mal, beim Thema Skandale sein.
    Die Körber-Stiftung selbst macht schon einige Vorschläge:

    • Brandwacht im Mittelalter
    • Nothilfe in Kriegszeiten
    • gemeinschaftlich geplante Wohnprojekte
    • Nachbarschaftskonflikte und Vorurteile
    • Privatinitiativen zur grenzüberschreitenden Völkerverständigung
    (exzerpiert und umformuliert aus dem oben verlinkten Artikel)

    I.d.R. wird beim Geschichtswettbewerb darauf wert gelegt, dass Schüler historische Sachverhalte aus ihrem Umfeld – also mit regionalem oder familiärem Bezug – bearbeiten. Jedoch gibt es anlässlich des 50. Jahrestags des Élysée-Vertrags eine Veränderung dieser Regularien: Die Körber-Stiftung und die Föderation deutsch-französischer Häuser richten diesmal auch einen Sonderwettbewerb zur Geschichte deutsch-französischer Nachbarschaft aus.


    Zur besseren Übersichtlichkeit werden Vorschläge am besten in der folgenden Form vorgebracht:

    Thema - Kreis/Stadt - Bundesland - Zeitraum


    Beispiele (fiktiv):
    :rechts: Die städtepartnerschaftliche Entwicklung von A (Dtld.) und B (Fr.) anhand des Schüleraustausches des Städtischen Gymnasiums mit dem Lycee de la ville – Stadt A – Bundesland C – 1952 bis heute
    :rechts: Arisierung und Judenverfolgung/-entrechtung im Konfliktfeld von Nachbarschaftsstreit und Nachbarschaftshilfe - Stadt/Dorf XY - Bundesland ZA - 1938 - 1941/45





    Ich hoffe, dass wir so einen Pool an Ideen schaffen, aus dem sich Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet bedienen können.

    Abgabetermin ist der 28. Februar 2013
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Erfahrungsbericht mit Tipps einer Teilnehmerin des letzten Durchgangs:

     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Mein Urgroßvater war Schulleiter an einer katholischen Schule in Oberhausen (Rheinland), irgendwann, das muss in den 20er Jahren gewesen sein, hatten seine Schüler zum Dreikönigstag schulfrei, die der protestantischen Schule dagegen nicht. Jedenfalls lauerten die katholischen Kinder den protestantischen Kindern auf deren Schulweg mit Knüppeln auf und verprügelten diese, was zu einem Briefwechsel zwischen der katholischen und der protestantischen Schule führte, wodurch wir überhaupt Nachricht von dem Vorfall haben (ich selber habe die Archivalien nie gesehen, ein Onkel von mir hat sie mal gesichtete). Dies nur als Aufhänger. Ein weitere Aufhänger wäre evtl. das Buch von Willi Fährmann (welches meines Wissens nicht mehr aufgelegt wird, aber in Bibliotheken noch vorhanden sein dürfte) Der Mann im Feuer, welches eine ähnliche Problematik zugrunde liegen hat (der Wikipediaartikel zum Buch übergeht oder schönt das ein wenig (wenn ich mich richtig erinnere und es ist etliche Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe), aber wenn ich mich recht erinnere, wird die protestantische Mutter des Protagonisten von einem Katholiken vergewaltigt (oder katholische Mutter von einem Protestanten), in diesem Akt der Protagonist gezeugt.

    Thema (sehr grob): Konfessionalismus als Problem des Zusammenlebens
    (also entweder im Ruhrgebiet als Zuwanderungsgebiet, oder in einer Grenzregion zwischen zwei Fürstentümern, die unterschiedliche Konfessionen hatten)
    Stadt: Oberhausen (Rheinland)
    Bundesland: NRW
    Zeitraum: 1870 - 1933


    Ich hab jetzt wegen meines Beispiels halt OB angegeben, aber es dürfte sich jeder Ort, wo Konfessionen aufeinandertrafen dafür eignen.
    Den Zeitraum habe ich so gewählt, weil der preußische Kulturkampf unter Bismarck auf der einen Seite und die Gleichschaltung zur Volksgemeinschaft durch die Nazis auf der anderen Seite gute Pole sind, die den Untersuchungszeitraum begrenzen.

    Schwierigkeit: Zeitzeugen dürften kaum noch vorhanden sein, es müsste also auf Archivmaterial als Hauptquelle zurückgegriffen werden. Dies dürfte aber zum überwiegenden Teil in Deutscher Kurrent vorliegen (mit Glück in der vereinfachten Variante Sütterlin). Sütterlin ist relativ einfach zu erlernen und mit Sütterlinkenntnissen kann man sich relativ einfach in die deutsche Kurrent einlesen, aber es wäre gut, wenn man sich als Schüler hier Hilfe von einem Lehrer holt der Sütterlin kann und das ist leider keine Kompetenz, die jeder Geschichtslehrer mitbringt.
     

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