Gesellschaft in Frankreich (18. Jahrhundert)

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Jenni, 4. Januar 2008.

  1. Jenni

    Jenni Neues Mitglied

    Hallo ihr!!:winke:
    Ich muss bis Donnerstag ein 3-4 seitiges Geschichtsreferat über den Adel in Frankreich im 18. Jahrhundert schreiben, aber irgendwie find ich darüber nicht viel??
    Habt ihr dazu irgendetwas hilfreiches??

    lieben Gruß, Jenni
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2008
  2. cerberus

    cerberus Neues Mitglied

    als gesichert gilt, dass die angehörigen des französischen adels, die beständig unter migräne litten, am ende des 18.jhd. meist diese probleme nicht mehr hatten.

    es kommt auf die vorlieben deiner lehrerin an.
    vermutlich könnte es hilfreich sein, wenn du dir ein paar persönlichkeiten rauspickst und an deren beispiel arbeitest.
     
  3. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Hilfreich ist es vielleicht mit einer Kurzdefinition des Wortes „Adel“ zu beginnen. Darin kann stehen, dass der Adel auch als Aristokratie bezeichnet wird und der 2. Stand des gesellschaftlichen Ordnung war. Der 1. stand war der Klerus, wie z.B. Kardinäle und Bischöfe, der 2. Stand war der Adel, z.B. Herzog und Graf und der 3. stand waren die Bürger, Handwerker, Bauern.
    Ist als Einleitung gut zu gebrauchen..
    Danach würde ich aufzeigen, dass der französische Adel des 18.Jh. „aufgeteilt“ war, in den „neuen“ Geldadel und in den „alten“ Amtsadel. Der liegt Unterschied darin, dass der Geldadel das nötige Kleingeld hatte sich einen Adelstitel erkaufen zu können. Trotzdem waren sie weiterhin z.B. reiche Kaufleute, sie hatten keinen oder wenig Landbesitz.
    Der Amtsadel bestand schon seit vielen Generationen und fand „die Konkurrenz, den Geldadel“ meistens nicht so toll, weil sie ihre Position angegriffen sahen. Der Amtsadel hatte mehr Landbesitzungen.


    Als weitere Hauptpunkte würde ich die Staatsform des Absolutismus und die Etikette mit ins Spiel bringen. Zwei Begriffe die direkt mit deinem Thema „ Französischer Adel des 18 Jh.“ in Verbindung stehen.


    Jetzt ist es aber wichtig eine konkrete Fragestellung zu kennen um weitere Tipps geben zu können, denn man kann sich schnell in einer untergeordneten Thematik verlaufen und das Allgemeine aus den Augen verlieren.
    Ich möchte damit darauf hinaus, dass man nun die Gesellschaft näher betrachten kann, oder die Politik des Adels erörtern kann, die unterschiedlichen Ämter und damit verbundenen Aufgaben in einem absolutistischen Staat untersuchen kann, die Freizeitgestaltung des französischen Adels verdeutlichen kann, den Vergleich mit dem deutschen oder englischen Adel anbringen kann, ...
    Oder hat man dir nur diese allgemeine Aufgabe „an den Kopf geschmissen“?
     
  4. Jenni

    Jenni Neues Mitglied

    danke an alle, ihr habt mir schon ein bisschen weitergeholfen :eek:)
    also ich habe das thema eher allgemein an den kopf geworfen bekommen aber ich habe noch ein paar leitfragen dazu:
    Wie groß ist die politische Teilhab? (dazu hab ich nichts gefunden)
    Welche Privilegien gibt es?
    Wie ist die wirtschaftliche Stellung?
    Welche Entwicklungen gibt es?
    Teilweise hab ich sogar gegensätzliche Artikel gefunden und bin jetzt leicht verwirrt^^
     
  5. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Der Adel Frankreichs hatte unter der Herrschaft Ludwig XIV. nicht viel zu sagen und wurde fast gänzlich von der Regierung ausgeschlossen, typisch für den Absolutismus. Wenn man nicht das ehrenvolle Amt eines Ministers oder eines Marschalls von Frankreich innehatte, war der Hochadel nur in Versailles damit der König ein Auge auf sie hatte und sie nicht in Versuchung kamen hinter seinem Rücken etwas anzuzetteln. Aber die Meinung Ludwigs über die Aristokratie war nicht unbegründet zumal ein ständiger Machtkampf zu seiner Kinderzeit ihm das Bild vom teuflischen, unberechenbaren Adel vor Augen setzte. Wie sich auch in der Folgezeit bestätigte, musste eine strenge Hand den absolutistischen Staat leiten, damit die Ideale dieser Staatsform gewahrt wurden.
    Man kann das Misstrauen Ludwigs auch gut daran aufzeigen, wenn man betrachtet, dass er vorzugsweise Bürgerliche zu seinen höchsten Ministern und engsten Ratgebern auserwählte. Fähige Leute, die auf das Wohl des Landes und dessen Königs aus waren. Das bekannteste Beispiel ist der Finanzminister des Sonnenkönigs, Jean-Baptist Colbert.
    Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten hatte der Adel wenig Einfluss auf das Staatsgeschehen, da ihr Souverän unangreifbare Macht besaß (beläuft sich aber nur auf die Herrschaft Ludwigs XIV.). Zum Beispiel, sah das im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation etwas anders aus. Schon zur Stauferzeit kriselte die Macht des Kaisers und ermöglichte den Machtgewinn der Partikulargewalten. Diese Macht spiegelt sich darin wieder, dass die sieben Mächtigsten des Reiches ihren Kaiser wählten. Das ging bis zur Auflösung des Reiches 1806.
    Mehr politischen Anteil konnten sie die französischen Adligen, unter der Herrschaft von Ludwig XV. und Ludwig XVI. nehmen. Diese zwei Monarchen verfolgten weniger den eisernen und misstrauischen Regierungstil ihres „Vorgängers“ und ihres Großvaters ( für Ludwig XV. war Ludwig XIV. sein Uropa und für Ludwig XVI. sein Urururopa ), aber mussten dann damit leben, dass der zweite Stand an Machteinfluss gewann.


    Das Spektrum der Privilegien ist groß. Eines, wahrscheinlich das Vorteilhafteste für die Aristokratie und das Unvorteilhafteste für die Staatsfinanzen und den dritten Stand, ist die Befreiung von jeglicher Steuer - allgemeine Steuerfreiheit. Weiterhin ist zu nennen, dass sie bei juristischen Angelegenheiten Vorteile hatten und mindere Strafen erhielten, falls sie überhaupt für schuldig erklärt wurden.
    Generell war der Adel gesellschaftlich bevorteiligt, ohne dass man dabei konkrete Beispiele auseinander pflücken muss.
    Aber vielleicht noch ein eher unbekanntes Beispiel. Der Adel hatte in Frankreich das Recht heiße Schokolade konsumieren zu dürfen. Wobei es dieses Privileg zum Beispiel in England nicht gab und dort alle Leute dieses Luxusgut drinken durften, wenn sie vorausgesetzt das nötige Kleingeld dafür besaßen.


    Wirtschaftlich gesehen finde ich, dass der Adel insgesamt als Konsument von Kultur und Bildung war und zur Förderung von Literatur und Kunst beigetragen hat, was wiederrum nützlich für die Entwicklung des Denkens und des Wissens war.
    Sie erhielten den Handel von Luxusgütern und gewährten die Arbeit vieler Künstler, wie zum Beispiel Musiker in Orchestern oder Theaterschauspieler oder Opernsänger. Viele Bedienstete hatten durch sie eine Arbeit.


    Ich weiß jedoch nicht so recht was ich dir auf deine letzte Frage, nach den Entwicklungen, antworten soll. In welche Richtung ist diese Frage denn gemeint?
     
  6. Jenni

    Jenni Neues Mitglied

    das weiß ich auch nich so genau...vllt in bezug auf die Französische Revolution...
    ...oder dass es immer mehr zu einer Verbürgerlichung kam... keine ahnung^^
     
  7. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    :grübel:!!!

    Nunja, betrachten wir mal das gesamte 18 Jh.. Bis die Revolutionäre die Republick ausriefen, war das Königreich Frankreich, wie bekannt, ein absolutistischer Staat. Zu Beginn des Jahrhunderts war der Adel ein "unantastbarer" Teil der Gesellschaft. Im Laufe der Zeit gewand das Geld und das Eigentum dessen verstärkt an Bedeutung, gegenüber des Landbesitzes. Der Amtsadel bekam, wie schon von mir geschrieben, "Zuwachs". Bürgerliche konnten sich Adelstitel erkaufen und gehörten nun ebenfalls zur gehobenen Gesellschaft.
    Ich würde sagen, dass die gesellschaftlichen Schichten sich begannen langsam "aufzulösen" oder sich zu "vermischen". Einige Privilegien des Adels hatte jetzt auch der Geldadel, der streng gesehen bürgerlich war. (da er vom Amtsadel nicht "akzeptiert" wurde)
    Das Mitspracherecht an der Regierung wurde immer mehr zu Teil vieler Personen und Minister und der Absolutismus konnte nicht mehr gehalten werden.
    Recht viele Persönlichkeiten der Revolution waren für eine konstitutionelle, parlamentarische Monarchie, aber man hatte Angst davor, dass der König erneut an Macht gewinnen könnte und man dann mit einer Renaissance des Absolutismus hätte rechnen können.

    Jenni! Das ist jetzt nur eine Interpretation von mir. Gestalte dir mit den Fakten, die du kennst, eine eigene Meinung. Schreibe diese, deine Meinung in dein Referat, wenn du nichts Genaueres weiter finden solltest.
     
  8. Jenni

    Jenni Neues Mitglied

    okay...dankeschön, du hast mir echt viel weitergeholfen!!
    ich probier jetzt mal das ganze zu verknüpfen^^
     

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