Goebbels in der KPD. Wäre das möglich gewesen?

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Friesengeist, 19. Dezember 2009.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Um welchen der beiden Strasser handelt es sich jeweils?
    Otto spielt zu der Zeit ja eine erhebliche Rolle.

    OT: Der Otto Strasser ist in den 60ern noch öfter im Fernsehen aufgetreten, der "Gegenspieler Hitlers"
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Immerhin hat Goebbels mit seiner demagogischen Rhetorik und unter kräftiger Nachhilfe von braunen Schlägertrupps das einst tiefrote Berlin "für die Bewegung gewonnen". Hitler wird schon gewusst haben, was er an ihm hatte. M.W, war der Intimfeind von Goebbels, zumindest bei Kriegsende, der dicke Hermann. Den verachtete er wegen seines barocken Lebensstils und seiner Unfähigkeit als Luftwaffenchef (siehe Tagebücher).
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2009
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Gregor Strasser ist damit gemeint.
     
  4. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    nur ein persönlicher Eindruck meinerseits: Goebbels schien sehr leicht beeinflussbar gewesen zu sein. Somit scheint es, er habe sein Fähnchen immer passend in den Wind gehängt.

    Wohl hatte er das mit seiner Frau durchaus gemeinsam:
    Von einem Juden adoptiert, wollte sie als Jugendliche/junge Frau mit dem damaligen Freund zeitweilig ins gelobte Land auswandern und heiratet später einen verbalen Judenhasser.

    Da läßt sich auch bemerken: "Wer Jude ist, bestimme immer noch ich" (Zitat nach Göring)
     
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  5. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter



    Du musst die Zeit von der wir hier sprechen anschauen. 1925/26 wusste man ja noch nicht (auch Hitler wusste das nicht), wohin der Weg der NSDAP führte.

    Hitler wusste dass Goebbels ihn vergötterte, auch wenn Goebbels kurz zweifelte. Hitler hofierte dann bei Goebbels, da er genau wusste, dass dieser leicht zu beeindrucken war.

    Ein Beispiel dafür. Hitler schrieb Goebbels einen Brief, darin lud er ihn für den 8. April nach München ein. Hitler liess Goebbels am Bahnhof mit seinem Wagen abholen und in ein Hotel bringen. Goebbels war beeindruckt und schrieb: "was für ein nobler Empfang!" Am nächsten Tag stand Hitlers Wagen wieder für Goebbels bereit. Am Abend hielt Goebbels im Bürgerbräukeller eine Rede. Danach umarmte ihn Hitler - Goebbels war sehr beeindruckt davon.

    Tags darauf wurde Goebbels zusammen mit Kaufmann und Pfeffer in die Münchner Parteizentrale bestellt und dort bekamen sie eine Standpauke wegen ihrer Rolle die sie in dieser Arbeitsgemeinschaft gespielt hatten. Hitler bot ihnen an reinen Tisch zu machen. "Am Schluss folgt die Einigkeit", schrieb Goebbels. "Hitler ist gross. Er gibt uns allen herzlich die Hand." Am Nachmittag sprach Hitler noch einmal drei Stunden über die gleichen Themen wie in Bamberg. Damals war Goebbels bitter enttäuscht gewesen, jetzt hielt er die Ansprache für "glänzend". Er schreibt: "Ich liebe ihn. (...) Er hat alles durchgedacht. (...) Ich beuge mich dem Grösseren dem politischen Genie".

    Goebbels hatte eine vollständige Kehrtwendung vollzogen und gegen Ende des Jahres 1926 wurde Goebbels von Hitler zum Gauleiter von Berlin ernannt.

    Röhm ist da doch eine andere Geschichte und das war ja auch nach dem Hitler an der Macht war. Ist schon ein Unterschied ob 1926 oder 1934.
     
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  6. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ich habe da einen Eintrag gefunden.

    Er schreibt am 13. Juli 1928

    Gestern abend mit dem Chef zusammen in grosser Runde. Er war in glänzender Verfassung. Ich weiss nicht, ich habe ihn gern wie einen Vater.(...)
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Barth behandelt das in einem eigenen Kapitel, "politische und persönliche Leitlinien zu Hitler" in den Anfängen der politischen Aktivität.


    Die erste Erwähnung Hitlers wird auf 1923 in den Erinnerungsblättern datiert. Im Oktober 1925 las Goebbels parallel "Mein Kampf", in diesen Zeitraum fällt auch das erste Zusammentreffen. Die Eintragungen spiegeln zunehmende messianische Erwartungen betr. Hitler wider. Kennzeichnend bis Sommer 1926 sind Übernahmen verschiedener Ansichten Hitlers, wie der "jüdische Parasitismus" und die steigende Beschäftigung mit der "Rassenfrage", bzgl. "Bolschewismus" und Sozalismus werden einige "korrigierende Impulse" erwähnt. Typisch dafür sind Tagebucheintragungen unmittelbar nach Begegnungen mit Hitler. Die Kombination "jüdisch-boöschewistisch" wird wesentlich auf diese Einflüsse zurückgeführt, verhärtet bei Goebbels ab etwa Juni 1926.

    Barth stellt das als Prozeß der Hinwendung zu Hitler dar, ab Herbst 1925. Ostern 1926 erfolgte eine mehrtägige Einladung Goebbels durch Hitler auf den Obersalzberg. ("Diese Tage waren mir Richtung und Weg! ... Nun ist mir der letzte Zweifel geschwunden" - 25.7.1926). Dies soll den Abschluss des Prozesses darstellen, mit diversen öffentlichen Bekunden sei nunmehr Goebbels Stellung im "Westblock" der NSDAP mit dem Abschwenken von Strasser unhaltbar geworden. Der Positionswechsel wird bereits im August 1926 erwähnt, obwohl Goebbels das Amt des Berliner Gauleiters erst im November 1926 antrat.

    Wichtig für den Hinwendungsprozeß ist auch Goebbels Publikation vom Herbst 1925: "Das kleine abc des Nationalsozialisten", das im Kern die "internationale jüdische Verschwörung" behandelt. Die Grabenkämpfe zwischen Rosenberg und Goebbels werden auf G. vergleichende Schrift im VB: "Nationalsozialismus und Bolschewismus - Rede und Gegenrede über das russische Problem" zurückgeführt (Möglichkeit der Zusammenarbeit mit führenden Kommunisten, Befreiung des Proletariats, radikal-sozialistische Volksgemeinschaft). Rosenberg bezeichnete die dortigen Ausführungen als "probolschewistische Abweichung" von der Parteilinie. Goebbels spätere eindeutigere Abgrenzungen zur Linken basieren wohl auf der parteiintern sehr negativen Erfahrung mit diesem VB-Artikel vom 14. November 1925.

    Ab Ende 1925 trat Goebbels außerdem bei Reden häufiger als unmittelbarer Vorredner Hitlers auf, was seine steigende Anerkennung als Rhetoriker in der NSDAP widerspiegelt
     
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  8. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Goebbels war von 1922 bis 1926 mit Else Janke zusammen. Else Janke war die Tochter einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters.
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Danke dir.

    Ich habe mir das Buch gerade bestellt.
     
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wenn man die Bedeutung der Programmatik untersucht, sollte man mindestens zwischen den Führungskreisen der NSDAP, den Mitgliedern/SA und den Wählern unterscheiden.

    In allen drei Bereichen sind bereits sehr unterschiedliche Ansätze möglich, ich will das kurz für einen Bereich am Beispiel SA skizzieren. Bereits dieser Kreis ist sehr heterogen zusammengesetzt, neben Überzeugungen (bei denen man Programmatik abprüfen kann), spielte gerade für die Wechsel in die SA das Geld eine bedeutende Rolle.

    Es liegen inzwischen verschiedene Untersuchungen zu den Gauen vor, die das präzisieren. Sofern ausreichend Geld vorhanden war, sind die Zuläufe hoch. Hier tritt ein Versorgungsaspekt zutage, der auch - dafür gibt es Beispiele - den Zulauf von anderen Organisationen förderte. Hatte man kein Geld im Gau - die finanzseitig große Teile selbständig aufbringen mußten -, stagnierten auch die Zuläufe.

    Das zeigt imho, dass man mit Zuweisungen auf die programmatische Nähe hier sehr vorsichtig muss. Wie will man beispielsweise zugweise Übertritte aus dem KPD-Bereich bewerten, bei denen der Hintergrund (zB Abgleiten in Arbeitslosigkeit) völlig unklar ist.

    Für den Bereich der Wähler ist das noch unübersichtlicher. Reichsweite Analysen belegen grob die Wählerströme, die zB auch direkte Millionen-Bewegungen von KPD zu NSDAP vermuten lassen (zB Wahl des Reichspräsidenten Hindenburg/Hitler/Thälmann),
    Reichspräsidentenwahl 1932 ? Wikipedia
    doch ist deren Zusammensetzung und Hintergrund kaum erforscht. Man kann die Betrachtung auch regional reduzieren. Hier gibt es allerdings genau so Bewegungen von der SPD und den Parteien der Mitte hin zur NSDAP, ohne dass man hier programmatische Hintergründe vermutet. Bei beiden Aspekten wird die Schwierigkeit deutlich,

    Es bleibt damit übrig, die Beispiele bei Exponenten der NSDAP biographisch (zB Goebbels) zuzuspitzen. Bzgl. der Grabenkämpfe würde ich durchgehend programmatische Aspekte bei Hitler ausschließen (was nicht für die Kontrahenten gilt - zB Strasser, Röhm), sondern die Handlungen Hitlers ausschließlich auf die Machtfrage zurückführen. Insoweit sind die Fälle 1926, 1932 und 1933/4 vergleichbar - natürlich auf Seiten Hitlers. Im Fall Röhm hatte das mE nichts mit Großindustrie und (Natioal-)Sozialismus zu tun, sondern ausschließlich mit der Frage der bewaffneten Macht im Staat, bei der Hitler sich naheliegend pragmatisch, weniger programmatisch 1933 auf die Reichswehr festgelegt hatte.

    Im Übrigen würde ich die Bedeutung des Programms als nachrangig in der NSDAP ansehen. Zuweilen wirkte es sogar störend, wie bei Hitlers Werben um die Großindustrie sichtbar, verbunden mit massenweisen Relativierungen in den Reden, und das setzte in entsprechenden Wirtschafts-Zirkeln verstärkt 1928 ein - nachdem die Machtfrage in der Partei vorläufig oberflächlich entschieden war.
     
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  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Um 1920 sind sogar positive Äußerungen von Goebbels zum Judentum zu finden, noch 1924 kritisiert er selbst seine antisemitische Haltung (4.7.1924) als "etwas einseitig", und strebt eine "klare und gerechte" Haltung an. Mitte 1925, zu Beginn der Parteikarriere notiert er in den Erinnerungsblättern, dass eine Heirat mit Else Janke nicht möglich sei. Eine von Janke vermittelte Tätigkeit Goebbels im Rahmen der Ausstellung Anfang 1923 in der Depotbuchhaltung der Dresdner Bank wird eine weitere Verschärfung der antikapitalistischen Haltung zugeschrieben. Er unterschied nun erstmalig zwischen "passivem Börsenkapital" und "aktivem Industriekapital". Einschneidend auch zuvor das Inflationsjahr 1923, in dem er in seinen Erinnerungsblättern notierte: "Ich bin deutscher Kommunist". Die Inflation dürfte auch wesentlich die antikapitalisitsche Programmatik Goebbels beeinflußt haben.
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Letztendlich bediente die NSDAP doch in den 1920ern die gleiche Klientel wie die KPD: Die von Weimar zutiefst enttäuschten Arbeiter und kleinen Angestellten. Wer katholisch war, wählte eh Zentrum, wem die Braunen oder Roten zu radikal waren, die Sozis und das Bürgertum eher DVP. Bis 1932 war es keineswegs sicher, dass die Nazis das Rennen machen und Thälmann hat mit seiner Kandidatur zum Reichspräsidenten erst Hindenburg (und damit Hitler als Kanzler) möglich gemacht.
     
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  13. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Ich bin mir nicht so sicher, dass Hitler ab 1920 eine kontinuierliche, gerade politische Linie fuhr, bei der das Programm nachrangig war, sprich er sich nicht daran gebunden fühlte. Ich erinnere daran, dass es durchaus Anzeichen gibt, dass Hitler bei der Räterepublik in München nicht so vorbehaltlos auf der Seite der Gegner stand, wie er das später gern behauptete (und zu diesen Anzeichen gehört nicht nur das Bild von Eisners Beerdigung, das man durchaus kritisch sehen kann).

    Von daher würde ich es als durchaus wahrscheinlich erachten, dass Hitler zunächst von den sozialistischen Ideen beeinflusst war und sie auch ins Programm nahm. Dass man dadurch Wähler gewinnen konnte, dürfte natürlich ein positiv gesehener Effekt gewesen sein.

    Dass er im Programm gleichzeitig einen gesunden Mittelstand versprach dürfte auch den Wählern gegolten haben.

    Wann nun bei Hitler eine innere Distanzierung von diesen "linken" Punkten des Programms einsetzte, kann ich schlecht beurteilen. Ich kann mir vorstellen, dass ein Schritt 1923 mit der Formulierung der außenpolitischen Ziele in "Mein Kampf" geschah. Der Krieg als Mittel der Lebensraumgewinnung (das Ziel, hinter dem dann fast alles zurückzutreten hatte) setzte eine gesunde, kräftige Großindustrie voraus. Evlt. verfolgte Hitler auch die Ereignisse in Russland mit, wo sowohl Landwirtschaft als auch Industrie durch Lenins Sozialisierungen zunächst völlig zusammen gebrochen waren.

    Ich würde definitiv den Hitler-Röhm-Konflikt NICHT nur, nicht einmal vorrangig auf die Frage der bewaffneten Macht reduzieren. Es war auch nicht unbedingt eine Machtfrage, denn Röhm hat soweit ich weiß nie ernsthaft an Hitlers Position gesägt.

    Die Quellenlage (Röhms Forderung nach einer Weiterführung der Revolution, gerade mit Blick auf Sozialisierungen, Hitlers Erwiderung, dass die Revolution zu Ende sei, dass man nun in eine Evolution übergehen müsse) und die Tatsache, dass im Rahmen des sog. "Röhm-Putsches" auch gerade Angehörige des "linken" Flügels der NSDAP ermordet wurden (Gregor Strasser) ... und auch der Kanzler, der die NSDAP spalten wollte (Schleicher) lassen für mich den Schluss zu, dass Hitler nun endgültig den Teil seiner Partei, der noch an den linken Ideen festhielt und sich zum Hindernis für einen baldigen Krieg entwickelte, ausschalten wollte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2009
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Da sind wir einer Meinung.
    Die Konstante in Hitlers Handlungen ist das "Situative", nämlich die Winkelzüge abseits jeder programmatischen Bindung, wenn die Machtfrage gestellt war. Das kann man im persönlichen Bereich festmachen, und außenpolitisch gibt es fulminante Spitzen bis hin zum Hitler-Stalin-Pakt.

    Ebenso gab es bei Hitler (sich zum Teil über Jahre herausbildende) programmatische Konstanten, die ich aber von der Parteiprogrammatik 1920 abtrennen und gewissermaßen "höher" aufhängen würde: Lebensraum, liquidatorischen Antisemitismus und "Rassenfrage", Sozialdarwinismus mit der Konsequenz der Kriegführung (das würde ich getrennt von Hitlers Lebensraum-Vorstellungen sehen)

    Richtig, dass kann man nicht (nicht nur) parteiintern interpretieren.

    Es war insoweit eine Machtfrage Hitlers, als die Reichswehr, auf die er sich für den kommenden Krieg fixiert hatte, hier fordernd wurde. Die Machtfrage der Reichswehr wurde von Hitler quasi übernommen und nach seinen Vorstellungen befriedigt. Die Revolutions-Kontroverse mit Röhm wäre mE an sich auch mit der Unterwerfung Röhms erledigt gewesen, nicht jedoch das "Problem Röhm/SA" für die Reichswehr. Richtig ist dabei auch, dass die Liquidierung Röhms schon vor der Unterwerfung besiegelt war, er lief eine Weile als "toter Mann" herum, so beim Zusammentreffen beim SS-Konzert im Berliner Sportpalast am 17.4.1934:
    http://www.geschichtsforum.de/423660-post12.html
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Was Hitlers Programm war, ist das eine. Wie alle Absichtserklärungen von Parteien vor der Wahl.
    Hitlers Taten als Regierungschef das andere.

    Und da Leute, (ist mir klar, dass jetzt eine Rote Welle kommt) hat er sich mustergültig sozial verhalten. Die Interessen der Arbeiterschaft ständig bedient.
    Und es ist ihm tatsächlich gelungen dem Nationalsozialismus die Zustimmung des deutschen Arbeiters zu "erringen".
    "Bis zur letzten Patrone" heißt ein Beitrag auf einer KPD/ML Seite. Womit ausgedrückt wird, dass der deutsche Arbeiter als Soldat bis zuletzt hinter "Hitlers Volksstaat" stand.

    Siehe auch und insbesondere Götz Aly.
     
  16. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Ich glaube allerdings auch, dass es die Revolutions-Kontroverse nicht nur mit Röhm gab, sondern mit einem bestimmten Teil der NSDAP, vor allem der SA (vgl. eben auch die Ermordung Strassers und von Schleichers, die für mich durchaus nach einer "Abrechnung" mit der Partei-Linken und ihrer "Verbündeten" aussieht). Von daher war die Sache mit einer Unterwerfung Röhms alleine vielleicht doch nicht so ganz erledigt.
     
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  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dann lenke ich jetzt mal ganz schnell davon ab :D

    Was dagegen spricht, ist die nachrangige Präsenz in den Betrieben bis 1933
    Röhl, John C. G.: Betriebspolitik im Dritten Reich
    http://www.geschichtsforum.de/f66/betriebs-vertretungs-wahlen-april-1933-a-23457/
     
  18. Arne

    Arne Premiummitglied

    Da will ich mich einfach mal anschliessen und auch Danke sagen. Sicher liest man aus längeren Beiträgen immer das heraus, was einem in den Kram passt, aber ich fühle mich trotzdem in meinem Bild der NSDAP (besonders der frühen Jahre) bestätigt. Mal flappsig gesagt: ein Haufen Männer mit extremen Ansichten oder Ideologien, die aber nicht gefestigt waren. Durch den gegenseitigen Umgang miteinander "mutierten" die individuellen "Hirngespinste" immer mal wieder und dokumentierte Selbstzweifel erstaunen mich nicht. Offenbar sind Extremisten erstaunlich flexibel im Geiste, solange nur die aktuellen Verhältnisse bekämpft werden (das Beispiel Mahler wurde ja schon angesprochen).

    Die Partei war ein Wolfsrudel, auf der Jagd setzte man auf starke Wölfe im Team, aber wenn sich jemand anschickte dem Leitwolf Konkurrenz zu machen, wurde er gnadenlos zerfleischt. Die ganzen Jahre herrschten Mißtrauen untereinander und die Buhlerei um Hitlers Gunst - bis der seine Macht verlor und auch fallen gelassen wurde (z.B. Himmler)
     
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  19. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Dito

    Dem kann man nur zustimmen.
    In Württemberg Murr und Mergenthaler waren Todfeinde. Es gab ein Nebeneinander von Organisationen und Einrichtungen das fast beispiellos ist.
    Insgesamt diente dies allem nur einem Zweck. Alles zum Wohle des Führers.
    Teile und herrsche!
     
  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das Interessante an dieser Frühphase nach Hitlers Festungshaft ist gerade der Machtkampf innerhalb der Partei. Als das geklärt war, krebste die NSDAP bei unter 3% (1928).
     

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