Goldene Zwanziger

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von _aleXx, 10. Juni 2010.

  1. _aleXx

    _aleXx Neues Mitglied

    Verstehe hier was nicht ...

    warum kann man auch während der goldenen 20er nicht davon reden, dass es eine wachsende Akzeptanz zum weimarer parteienstaat gibt?

    Ist es etwa wegen der zu großen Macht des Reichspräsidenten oder wie?
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das waren die Nachwirkungen der Dolchstoßlegende.
     
  3. _aleXx

    _aleXx Neues Mitglied


    achso :)


    und wie war das nun? .. haben die Bürger sich über den Weimarer Parteienstaat gefreut oder eher abgelehnt? .. Eighentlich war es ja ein ganz ruhige Zeit .. keine Aufstnde oder ähnliches .. von daher..zustimmung und akzeptanz ... oder eher nicht?
     
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  4. Mercy

    Mercy unvergessen

  5. _aleXx

    _aleXx Neues Mitglied

    Goldene Zwanziger :)

    Hey :)

    warum haben die Menschen zur Zeit der Goldenen Zwanziger den Weimarer Parteienstaat doch so sehr kritisiert?

    Eigentlich hatten sie doch alles
    - Grundrechte wurden gewährt
    - Stabile Wirtschaft
    - Mitspracherecht bei der Politik
    - etc.

    Die Zustimmung von Seiten der Bevölkerung war aber eher gedrückt.

    Möglich dass es daran lag, dass die Parteien nicht das Volk vertreten haben sondern viel mehr ihre eigenen Pläne durchsetzen wollten?

    Hoffe ich konnte ein paar Denkanstöße geben :)


    lg _aleXX:winke:
     
  6. Mercy

    Mercy unvergessen

  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Kaqpp-Putsch, Hitler-Putsch, Inflation, Welzwirtschaftskrise usw.

    Das nenne ich weder stabil noch golden, jedenfalls nicht für den "kleinen Mann"
     
  8. _aleXx

    _aleXx Neues Mitglied

  9. _aleXx

    _aleXx Neues Mitglied

    hab gerade was sehr interessantes gefunden.

    undzwar wurde ja hindenburg 1925 zum reichspräsidenten gewählt. dies zeugt, dass viele bürger immer noch sehr konservativ eingestellt sind und eher die monarchie vorziehen. hindenburg als typischer vertreter der monarchie ist somit perfekt gewesen!

    das bedeutet nichts mit parteienstaat .. viel eher monarchie!
     
  10. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Ein anderer Vorschlag.
    Hier findest Du die Ergebnisse der Reichstagswahlen in den 20'er Jahren:

    Reichstagswahl ? Wikipedia

    Wenn man die verschiedenen Parteien googelt, um herauszufinden, welche "republikfeindlich" waren, müsste man ein an Hand des Wahlverhaltens abschätzen können, wie verbreitet die Ablehnung in der Bevölkerung war.

    Auch die Wahlbeteiligung könnte Dir helfen, Deine Frage zu beantworten.
     
  11. Mercy

    Mercy unvergessen

    Hindenburg wurde 1932 noch einmal gewählt.
     
  12. _aleXx

    _aleXx Neues Mitglied


    also daran kann man eindeutig erkennen wie die bevölkerung gelaunt war :)
     
  13. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Bei den ersten drei: einverstanden. Die Weltwirtschaftskrise setzt aber erst mit dem Börsenkrach von 1929 ein. Vorher brummte die Wirtschaft.

    Weltwirtschaftskrise ? Wikipedia
     
  14. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Wurde die Demokratie von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt?

    Also ich war mir nicht so sicher, wie die Eingangsfrage beantwortet werden soll. Letztlich läuft es auf die Beantwortung der Frage, ob die Weimarer Republik wirklich eine „Republik ohne Republikaner“ war, hinaus.

    Hier ein Schul-Link:
    Gk Geschichte/Republik ohne Republikaner ? RMG-Wiki

    Ich habe meinen Vorschlag mal ausgeführt und eine Tabelle erstellt: (Leider im Anhang)

    Zu der Wahl Hindenburgs:
    Auch hier finde ich Deinen Schluss zu einfach. 1925 trat Hindenburg gegen Wilhelm Marx an. Hindenburg kann man als Kandidaten rechtskonservativer und monarchistischer Kreise bezeichnen. Marx war der Kandidat der bürgerlichen Mitte.
    Hindenburg gewann im 2. Wahlgang mit 48,3% der Stimmen. Marx erhielt jedoch immerhin 45,3% der Stimmen. Es handelt sich also nicht um ein eindeutiges Votum gegen die Republik.

    Darüber hinaus finde ich wichtig, dass Hindenburg seine Unterstützer im Folgenden eher enttäuscht hat. Seine Wahl trug zur Stabilisierung des parlamentarischen Systems bei.

    Die Wahl 1932 stand mE unter anderen Vorzeichen. Hindenburg trug mit 53,1% der Stimmen den Sieg über Adolf Hitler mit 36,7% der Stimmen davon. Hinter Hindenburg sammelten sich die Befürworter der Republik, um Hitlers Wahlsieg zu verhindern. Dass offenbar für einen Kandidaten der bürgerlichen Mitte neben Hindenburg kein Platz war, zeigt natürlich auch die Schwäche der demokratischen Kräfte. Man kann vielleicht behaupten, sie seien bereits in die Defensive gedrängt.

    FAZIT:
    Die Wahlbeteiligung während der Weimarer Republik liegt etwas unter dem bundesdeutschen Durchschnitt, ist aber nicht so niedrig, dass man von einer Ablehnung oder Wahlboykott sprechen kann. Ich habe in der Tabelle die Stimmenanteile der „Mitte“ mal auf den Prozentsatz in Bezug auf alle Wahlberechtigten umgerechnet und damit unterstellt, dass die Nichtwähler sich nicht für die Weimarer Republik ausgesprochen haben.

    Wenn ich jetzt in meiner Argumentation keine groben Denkfehler gemacht habe, kann man sagen, dass die demokratischen Parteien der Weimarer Republik keine absolute Mehrheit in der Bevölkerung besaßen, aber auch nicht einer Mehrheit von Feinden der Republik gegenüberstanden.
    Auch wenn die Demokratie auf tönernen Füßen stand, kann man nicht behaupten, sie sei in den 20er Jahren von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt worden.

    Quellen:
    Peukert - Die Weimarer Republik, Suhrkamp, S. 206
    Reichspräsidentenwahl 1925 ? Wikipedia
    Reichspräsidentenwahl 1932 ? Wikipedia
    Reichstagswahl ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2011
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