"Grab von Hitlers Eltern aufgelassen" - der schwierige Umgang mit dem NS-Erbe

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Rovere, 29. März 2012.

  1. lisi1103

    lisi1103 Neues Mitglied

    Es sind meiner Meinung nach alle Gräber in gewisser Weise erhaltenswert...es ist die letzte Erinnerung an einen Menschen...
    Warum gibt es in Hallstatt das Gebeinhaus??? (oder wie das auch heißt)...da wurden die Köpfe sogar bemalt...
     
  2. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Eines Tages ist aber niemand mehr da, der sich noch an Die-oder Denjenigen erinnert und dann hat ein Grab seinen Sinn verloren. Wenn wir alle Gräber (ca 2 Quadratmeter pro Person) auf ewig erhalten würden so wären irgendwann die Friedhöfe größer als die Städte für die Lebenden.
     
  3. lisi1103

    lisi1103 Neues Mitglied

    Da magst du sicher Recht haben...ich find es trotzdem irgendwie traurig...
     
  4. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Das Grab ist weg, das Geburtshaus gibts aber noch. Und verursacht ziemliche Probleme. Es steht nun seit zwei Jahren leer und die Stadtgemeinde Braunau findet keine Nutzung. Recht orginell dabei der Sager des Bezirkshauptmann: Hitler habe dort „maximal seine Windeln gefüllt".

    Ich hab den Aritkel hier rein gestellt weil er deutlich zeigt wie schwierig der Umgang mit dem braunen Erbe immer noch ist - vor allem da das Haus von den Schickelgrubern nur kurz bewohnt war. Interessant ist der historische Überblick, vor allem die Nutzung 45: Die Amerikaner zeigten eine Ausstelllung mit den Gräueln der KZs dort.

    Braunau: Das Kreuz mit dem Hitlerhaus - KURIER.at
     
  5. beetle

    beetle Aktives Mitglied

  6. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Verkehrswert!?
    In Anbetracht des Gegenstandes sollte man staatlicherseits vielleicht eine Ausnahmeregelung finden. Das Für und Wider abwägen.
    Ansonsten...
    Die Idee, dass der Russe Franz Klinzewitsch von der Regierungspartei "Einiges Russland" dieses Haus kaufen will um es dann abzureisen, wäre auch eine Überlegung wert.
    Vielleicht kauft er dann auch noch in Gori/Georgien das Haus und verfährt damit ebenso ;).
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    In Österreich ist die Rechtslage etwas anders. Das Bestattungswesen ist Ländersache und unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland etwas, aber normalerweise ist es so, dass das Benützungsrecht auf zehn Jahre erworben wird, danach kann man es für weitere zehn Jahre erwerben usw. Grundsätzlich kann ein Grab also erhalten werden, solange jemand da ist, der alle zehn Jahre die Gebühr bezahlt. Entzogen werden kann das Benützungsrecht normalerweise nur aus bestimmten Gründen, z. B. wenn das Grab vernachlässigt oder der Friedhof stillgelegt wird - oder indem der Nutzungsberechtigte zustimmt, wie es offenbar beim Grab von Hitlers Eltern der Fall war. Nutzungsberechtigt war anscheinend eine Verwandte der Familie, die der Auflassung zugestimmt hat. Wie freiwillig ihr Verzicht war, weiß ich nicht.

    Im Friedhof meiner Heimatstadt (allerdings in Niederösterreich) gibt es so einige Gräber (nicht von Prominenten, von ganz normalen Menschen), in denen teilweise seit dem 19. Jhdt. niemand mehr beigesetzt wurde und die trotzdem noch fortbestehen, weil offenbar noch jemand dafür zu zahlen bereit ist.
     
  8. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Das wird schwierig sein - das Haus steht in einem tempelartigen Marmorschrein im ägyptisch-sowjetischen Stil und ziert den Vorplatz einer riesigen Villa die das Stalin-Museum beherbergt....Man muss das gesehen haben um alles zu glauben. Naja, unterhalb der roten Prunkmarmortreppe ist inzwischen ein Raum eingerichet der an die Opfer erinnert....
     
  9. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    jetzt gibt es etwas Neues:
    https://www.zeit.de/gesellschaft/ze...aus-polizeistation-rechtsstreit-wallfahrtsort
     
    silesia gefällt das.

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