Griechische/Römische Geschichtsschreiber

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Laie0815, 19. Dezember 2010.

  1. Laie0815

    Laie0815 Neues Mitglied

    Huhu^^

    Seit kurzem beschäftige ich mich mit der Griechsichen und Römischen Geschichte;)

    Mich würde es interessieren von welchen Geschichtsschreibern der Antike, man heute noch Schriften/Bücher erwerben kann!

    Wäre nett,wenn mir jemand weiter helfen könnte und mir vielleicht noch paar Ratschläge geben könnte bezüglich der Bücher:pfeif::pfeif:


    liebe grüsse,Laie0815:D
     
  2. tela

    tela Aktives Mitglied

    Von den Griechen wäre in erster Linie Herodot oder Thukydides zu erwähnen. Beide Top-Leute der Geschichtssschreibung. Herodot über die griech. Geschichte von den Anfängen bis zu den Perserkriegen, Thukydides über den Peloponnesischen Krieg.

    Von den Römern:
    Livius (von den Anfängen bis Augustus), aber nur in Auszügen erhalten.
    Tacitus (Römische Kaisergeschichte von Tiberius bis Vespasian mehrheitlich erhalten)

    Nur mal jeweils 2 Namen. Es gibt noch deutlich mehr Leute, die zu lesen sich lohnen würde.
     
  3. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Herodot ist zwar ein Märchenerzähler, aber immerhin ein verdammt guter; liest sich (in dt Übersetzung) mE sehr schön. Tukydides ist mE der Vater der Geschichtsschreibung und ebenfalls immer noch gut zu lesen. An römischen Autoren kann ich Caesar empfehlen (auch wenn ich nur den gallischen Krieg selber kenne); klassisch, praktisch, lesenswert.
     
  4. Laie0815

    Laie0815 Neues Mitglied

    danke für die schnellen antworten ;)
     
  5. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Herodot: ein Werk über die Geschichte Griechenlands, Ägyptens und des Nahen Ostens
    Thukydides: über den Peloponnesischen Krieg
    Xenophon: Anabasis (ein Feldzug im Rahmen eines innerpersischen Bürgerkriegs, an dem er teilnahm)
    Plutarch: etliche Biographien
    Polybios: ein nur teilweise erhaltenes Werk über das 3./2. Jhdt. v. Chr.
    Diodorus Siculus: nur teilweise erhaltene Universalgeschichte
    Livius: ein nur teilweise erhaltenes Werk über die römische Geschichte
    Caesar: Werke über seine Eroberung Galliens und seinen Bürgerkrieg
    Sallust: Werke über den Krieg gegen Jugurtha und die Verschwörung des Catilina
    Sueton: Biographien über Caesar und die Kaiser von Augustus bis Domitian
    Tacitus: Werke über Germanien, Agricola und die Kaiserzeit von Tiberius bis Vespasian
    Cassius Dio: ein nur teilweise erhaltenes Werk über die römische Geschichte
    Curtius Rufus: ein Werk über Alexander den Großen
    Arrian: ein Werk über Alexander den Großen
    Appian: Werk über verschiedene Kriege der Römer
    Dionysios von Halikarnassos: ein nur teilweise erhaltenes Werk über die römische Geschichte
    Ammianus Marcellinus: ein nur teilweise erhaltenes Werk über die Spätantike
    Herodian: ein Werk über die Kaiserzeit von Commodus bis zu den Gordiani
    Flavius Iosephus: Werke über die Geschichte der Juden und den Jüdischen Aufstand
    Nepos: etliche Biographien
    Eusebius: Geschichte des frühen Christentums
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich weiß nicht, warum Herodot immer wieder als "Märchenerzähler" abgetan wird. Herodot schreibt für kein domus regius und geht eigentlich recht kritisch mit seinem Stoff um, er macht deutlich, was er für historisch und was er für Legende hält, was er selbst erlebt hat und was ihm berichtet wurde.
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    @ Laie0815:
    Ach so, Du willst noch ein paar Ratschläge ...
    Ich habe nicht alle der von mir gelisteten Werke gelesen, kann also nicht alle beurteilen. Im Folgenden nur ein paar sehr knappe Bemerkungen über die Werke, die ich komplett gelesen habe:

    Herodot: interessant geschrieben und schön zu lesen, allerdings teilweise mit der Tendenz zum Sagenhaften
    Thukydides: zuverlässig, aber eher trocken
    Xenophon: gut, der Autor war als Augenzeuge dabei
    Livius: sehr interessant und ausführlich, aber in den ersten Büchern über die römische Frühgeschichte sagenhaft
    Caesar: interessant und gut geschrieben, allerdings dienen seine Werke der Rechtfertigung seiner eigenen Leistungen
    Sallust: eher knapp gehalten und moralisierend
    Sueton: widmet sich vor allem dem Klatsch
    Tacitus: sehr kompetent und gut geschrieben, allerdings sehr kaiserkritisch-tendenziös
    Flavius Iosephus: das Werk über den Jüdischen Aufstand ist interessant und teilweise sehr lebhaft geschrieben, der Autor war teilweise als Augenzeuge beim Beschriebenen dabei
    Nepos: nicht schlecht, aber eher knapp und teilweise inhaltliche Fehler
    Eusebius: eher unausgegorene Zusammenstellung von Dokumenten, Christenverfolgungsberichten etc.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Dezember 2010
  8. Laie0815

    Laie0815 Neues Mitglied

    Ein großes Dankeschön an alle!! Ihr habt mir echt weiter geholfen ;))
     
  9. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Sehe ich genauso.


    @ TE: Besonders empfehlen an Büchern in Bezug auf griechische Geschichte würde ich die Parallelbiographien von Plutarch (je ein Grieche und Römer, z.B. Alexander-Caesar, Pelopidas-Marcellus, Themistokles-Camillus etc.), und die Bücher von Herodot, Thukydides, Xenophon und Polybios. Diese Werke sind relativ leicht erhältlich. Diodoros z.B. gibt es nur in einer sehr teuren Gesamtausgabe. Ich habe nur ein paar Bände der Loeb-Ausgaben in Englisch. Polybios und Livius z.B. gibt es in Englisch auch als Internetseiten.
     
  10. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Wenn man mit englischen Ausgaben das Auslangen findet, findet man alle wichtigen Autoren im Internet bei Lacus Curtius, auch Diodor.
    (Im Moment geht die Seite gerade nicht, einfach den Begriff in Google eingeben.)
     
  11. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dem stimme ich voll zu. Natürlich enthält Herodots Werk die eine oder andere märchenhafte Erzählung, z. B. über den Lyderkönig Gyges, aber wirklich über weite Strecken historisch unbrauchbar ist nur das zweite Buch über Geschichte und Kultur Ägyptens. Der Großteil des Werkes entfällt auf die Darstellung der Geschichte Griechenlands und des Nahen Ostens in der Zeit von etwa 550 bis zu den Perserkriegen. Mindestens 80% seines Werkes sind historisch durchaus brauchbar.
     
  12. Ilan

    Ilan Aktives Mitglied

    Herodot als Quelle ist durchaus anspruchsvoll. Ich kann Dir vorläufig als Überblick diesen ausgezeichneten Artikel empfehlen: Robert Rollinger, »Herodotus ii. The Histories as a Source for Persia and Persians«, Encyclopædia Iranica, Online Edition, 15. 12. 2003.

    PS: Falls jemand zufällig Onlinezugriff auf den folgenden Artikel hat und sich bei mir meldet, wäre ich dankbar: Fred M. Donner, 1986. »Xenophon’s Arabia«, Iraq 48: 1–14.
     
  13. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Äh ... Mein Beitrag von 21:44 bezog sich auf El Quijotes Beitrag. Irgendwie habe ich da auf das Zitat vergessen ... :oops:
     

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