Großbritannien und Indien, wie war es früher

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Feedja, 4. Oktober 2009.

Schlagworte:
  1. Feedja

    Feedja Gast

    Bevor Indien unabhängig wurde, wie war da die Beziehung zwischen GB und Indien?

    2. Welches Interesse hatte GB an dem Land Indien?
    3. Und welche Probleme resultierten daraus?

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen, ist wirklich sehr wichtig...und ich habe auch schon nach den Antworten gesucht und finde nichts gescheites...

    Danke schonmal..!
     
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  2. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi Feedja

    Die 200 Jahre englischer Kolonialherrschaft Indiens lassen sich nicht so einfach mit ein paar Sätzen zusammenfassen…

    1. Grossbritanien war Kolionalmacht und bestimmte massgeblich die indische Politik, Gesellschaft, Kultur. Sie formten aus zahllosen Fürstentümern eine Nation.

    2. Indien verfügte über enorme Ressourcen: Rohstoffe, Ländereien, Stützpunkte, Soldaten, Bauern, Handwerker, Künstler, Renomee usw. Indien nutzte sie.

    3. Die Inder fühlten sich ausgenutzt, unterdrückt und um ihre Freiheiten betrogen. Sie rebellierten, obsiegte und Grossbritannien musste das Land verlassen. Und mit ihnen auch viele Millionen Einwohner...

    Wenn du deine Fragen präzisieren würdest, täte ich das auch bei der Beantwortung. :still:


    Gruss Pelzer



    .
     
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  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das kann nicht sein. Schau mal in diesen ausführlichen Wiki-Artikel, der dich bei verschiedenen historischen Aspekten auch zielgerichtet weiterverlinkt!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Britisch-Indien
     
  4. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Schlecht. GB hat Indien ausgebeutet und diese haben die Briten dafür gehasst.

    Es möglichst gründlich auszubeuten.


    Sie fühlten sich ziemlich mies dabei. Die Inder mehr als die Briten. Diese hatten eher leichte Schuldgefühle die sie aber mit britischer Contenance ertrugen.

    Bitte, keine Ursache.
     
  5. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Dass du mit deinen zwei Beiträgen gleich rot beschossen wurdest, finde ich nicht gut, aber dass du gar nichts "gescheites" findest, kann eigentlich nicht sein.

    Zu deiner Frage:Die Beziehungen zwischen GB und Indien waren überaus heterogen und kompliziert. Seit die East India Company in Indien Fuß gefasst hatte, wurde Indien wie eine privatkolonie ausgebeutet und vor allem die indische textilindustrie zerschlagen. Indien war sozusagen das Kronjuwel des britischen Empires, und etliche Kolonien wurden nur gegründet, um den Seeweg nach Indien zu sichern. Als ein riesiger Absatzmarkt für britische Waren und Rohstoffliferant war Indien sehr wichtig, und nach dem Sepoyaufstand von 1858 waren die Briten gezwungen, selbst die Administration zu übernehmen, und die Niederschlagung des Aufstands warf Fragen auf und stellte das Selbstverständnis des Empires in Frage, dass seine Macht nur zum Schutz der Völker, im Sinne von Kiplings Ausspruch von "The white man´s burden".

    Queen Victoria nahm auf Rat Disraelis schließlich den Titel einer "Emporessof India", womit die dürftige staatsrechtliche Legitimation der Briten kaschiert wurde, die wie schon die EIC an Herrschaftsrechte der Moguln anknüpfte. Bis zum 1. Weltkrieg investitierten die Briten sehr viel in den Ausbau der Infrastruktur, gründeten Krankenhäuser, Schulen und Colleges im britischen Stil und bauten das Eisenbahnnetz aus. Allerdings war der britischen Herrschaft ein gewisser Rassismus eigen, indische Beamte und Offiziere blieben die höchsten Ämter verwehrt, und der junge Mahatma Gandhi machte in Südafrika Bekanntschaft mit rassischtischen Vorurteilen und Diskreminierungen. Größere Eigenverwaltung und staatliche Rechte, wie sie die weißen Dominions, Kanada, Australien, Neuseeland und selbst die ehemaligen Kriegsgegner des Burenkrieges in Südafrika im Laufe des 19. Jahrhunderts bis 1910 erhielten, blieben Indien verwehrt, dass in den Kolonialkriegen der Briten und in den beiden Weltkriegen hohe Verluste erlitt.

    So wurde nach dem 1. Weltkrieg der Wunsch nach selbstständigkeit laut, und Ghandis gewaltloser Widerstand, erschütterte das britische Empire, das nach dem 2. Weltkrieg die meisten seiner Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen musste.
     
  6. Mîrzâ Qara Khan

    Mîrzâ Qara Khan Neues Mitglied

    Ist ja Interessant da muss ich gleich mal einhacken, also wenn man Indien wie Kanada oder Australien die Unabhängigkeit gegeben hätte wäre Indien ein Verbündeter von England nach 1947 geblieben?
     
  7. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Das glaube ich nicht, das Indien und GB verbündete geblieben währen. Dafür hat es in Groß-Indien zu sehr gegärt. In Indien gab es ja große Aufstände der Muslime. Deshalb wurde die Kronkolonie Indien ja in Indien und Pakistan geteilt. In Pakistan sind die hauptsächlich muslimisch geprägten Gebiete versammelt gewesen.
    Zu Pakistan noch ein Wort. Pakistan war/ist ein geteiltes Land. Das heutige Bangladesch gehört zu beginn der Unabhängigkeit zu Pakistan. Das Land war aber wohl zu sehr geografisch isoliert, da Indien zwischen den beiden Staatsgebieten liegt.

    Apvar
     
  8. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Dem stimme ich zu, selbst wenn das Verhältnis weniger auf Ausbeutung ausgerichtet gewesen wäre.
    In Australien und Kanada wurde die Bevölkerung fast komplett ausgetauscht, die Siedler fühlten sich lange Zeit mit ihrem Herkunftskontinent verbunden. Erst jetzt überlegt Australien, ob es nicht an der Zeit ist, die englische Königin als formales Staatsoberhaupt durch einen einheimischen Präsidenten zu ersetzen.
    In Indien blieb die autochtone Bevölkerung mit ihrer Kultur, Religion und Sprache während der gesamten Kolonialzeit zahlenmäßig vorherrschend.
    Danach konnte Indien fast nahtlos an die eigene Geschichte anknüpfen. Außer englisch als 1. Fremdsprache und evtl. der Gliederung des Bildunssystems fällt mir spontan kein Punkt eines nachhaltigen englischen Einflusses bedingt durch die lange Kolonialzeit ein.
     

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