Handy Tarife seit 1983

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Calligula, 9. April 2013.

  1. Calligula

    Calligula Neues Mitglied

    Hallo,
    für ein Rechercheprojekt suche ich Daten zur Entwicklung von Handykosten seit 1983. Idealerweise möglichst viele Beispiele aus einem Land, inklusive Grundgebühr, Minutenkosten, SMS-Kosten, eventuell Internettarife fürs Handy. Welches Land ist eigentlich egal, solange es einigermaßen repräsentativ für die westliche Welt ist. Ideal wäre aber die USA, da ich da auch durchgehende Kaufpreise und weitere Statistiken habe.

    Ich suche seit Tagen das Internet ab und habe lediglich den Original Tarif für das erste Netz 1983 gefunden und ein paar Daten aus den letzten Jahren. Kann mir jemand helfen, es können auch offline-Quellen sein.
     
  2. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Schwierig. Ich würde so anfangen.

    Welche Regulierungs- bzw. Genehmigungsbehörde ist für Handy-Tarife in den USA zuständig (Telekommunikationsgesetzgebung) und ab wann? Gibt es überhaupt so eine Behörde auf Bundesebene? Wenn ja, dann die behördengeschichtliche Aufbauorganisation zurück verfolgen. Damit kommst Du an die Archive.

    Unterliegen Handy-Tarife überhaupt einer Genehmigungspflicht bzw. einer Angabepflicht seitens der Provider, wird der Markt in den USA überhaupt reguliert?

    Rechercheansatz: Post.

    United States Postal Service - Wikipedia, the free encyclopedia

    Wenn nein. Hast Du ein Problem. Welches sich mehr als verfünfzigfacht.

    Dann blieben nur Anfragen an Provider und ihre Firmenarchive, mit historischen Firmendaten.

    Glückstreffer wäre, wenn es in US-Statistiken zu Deiner Fragestellung bereits Lösungen gäbe, d.h. wenn Du hier etwas findest:

    FedStats: Statistical Agencies

    Problem dabei ist, wurde in 1983 der "Handy - Markt" bereits staatlicherseits als relevant erkannt und dementsprechend statistisch erfasst?

    Ein weiterer Rechercheansatz wären Anfragen von Senatoren und Abgeordneten im Repräsentantenhaus zu dem Themenkreis.

    Du siehst, nur Fragen, keine Antworten, aber vllt. hilft es weiter.

    Good luck!


    M. :winke:
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Gab es 1983 überhaupt schon Handys auf dem Markt? Aufgefallen sind sie mir erstmals Mitte der 90er Jahre. Ich bin Abiturjahrgang 1997, die wenigsten von uns hatten ein Handy. Ich weiß von zwei Mitschülern, die in der JGS 13 ein Handy hatten, die haben wir damals dafür ausgelacht. Heute ist es eher umgekehrt der Fall. O tempora...
    Handys die hatten entweder wirklich wichtige Manager aus den oberen Etagen multinationaler Unternehmen, oder aber Wichtigtuer.
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Na, dann war ich ein Wichtigtuer.:D
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ab wann hattest du denn so ein Gerät? Die Wahrhnehmung des Mobiltelefonbesitzes hat sich dann in den kommenden Jahren ja rapide gewandelt.
     
  6. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Das müsste 1996 gewesen sein.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, dann warst du aus unserer jugendlich-post-und-spätpubertären Sicht ein Wichtigtuer (es sei denn, du wärst Manager eines multinationalen Konzerns gewesen, oute dich!).
     
  8. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Bei so einen Thema wäre immer mein 1. Anlaufpunkt:
    • das „Statistische Bundesamt“ und
    • „eurostat“.

    Sich mal durchtelefonieren, da gibt es bestimmt jemand der einen da weiterhilft.
    Vielleicht auch mal im Netz versuchen, ob man schon bei der Zeitschrift des Statistischen Bundesamtes „Wirtschaft und Statistik“ fündig wird (Tel. 0611 – Wiesbaden - 752341).
     
  9. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Also ich hatte auch mein erstes 1996 oder 97, so ein gelbes Alcatel :pfeif:
    Den Anhang 12388 betrachten
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2014
  10. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    So etwas Ähnliches habe ich auch erlebt: Es war im Herbst 1996, als ich gerade mit dem Studium begonnen hatte. Eines Tages traf ich mich morgens mit ein paar ehemaligen Mitschülern und nunmehrigen Studienkollegen, als einer von uns uns plötzlich stolz sein brandneues Handy vorstellte. Von uns erntete er allerdings auch eher Spott, weil das etwas für Angeber und Snobs sei. Nicht im Traum hätten wir gedacht, dass bald jeder eines haben würde. Damals sahen wir noch keinen echten Sinn darin, schließlich gab es (zumindest in Städten) noch überall Telefonzellen, außerdem: Wer will schon permanent erreichbar sein? So kann man sich irren ...
     
  11. Calligula

    Calligula Neues Mitglied

    Vielen Dank schonmal für die Hinweise. Da setze ich mich mal dran.
    Vielleicht zum Hintergrund, weil dieses Thema hier schon zur Sprache kam: Ich suche ein Beispiel für einen Fall in dem Leute mit zu viel Geld unpraktische, dekadente "Spielzeuge" gekauft haben, die dann, durch die Profite aus den Verkäufen an die "early adopters", realen Mehrwert für den Durchschnittsmenschen geschaffen hat. In diesem Fall also ein 4000$ Dollar Handy mit 50$ Grundgebühr und 40cent pro Minute (ohne Roaming), aus dessen Profiten langsam aber sicher eine Entwicklung finanziert wurde, dank der Durchschnittsmensch heute zum Beispiel für 50 Euro im Monat ein Handy mit Kamera, Navi, MP3-Player, Internetzugang etc. haben kann.
     
  12. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Was genau möchtest Du aus der rasanten Entwicklung der Mobil-Telefonie konstruieren?

    Insgesamt werden die Neuerungen auf dem Media- und Kommunikationsmarkt schnell überholt, noch vor 10 Jahren war ein Flachbild TV unerschwinglich, heute bekommst gar keinen Röhren-TV mehr zu kaufen!
     
  13. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Calligula

    Ich grübele, wann ich mei erstes Handy hatte (?), ich erinnere, daß meine damalige Chefin 1990 eines hatte ("C-Netz") und ich mir das (das hatte Aktentaschenformat) am WE manchmal ausgeborgte.

    C-Netz ? Wikipedia :rofl:

    Dein Thema ist sehr interessant. Vllt. erlaubst Du einige Fragen, gedacht als Anregung/Diskussionsansatz und nicht als Besserwisserei, da ich es sowieso nicht besser weiß.

    Stellt die technisch-technologische Entwicklung der Handys eine Basisinnovation (=> "lange Wellen") dar oder ist diese Entwicklung eher komplementär im Bereich der IT?

    Wäre eine Finanzierung einer so kapitalintensiven Initialinvestition über Gebühren/Kostenweitergabe überhaupt möglich? Stellen die anfänglich hohen Gebühren, die aus ferner Siocht bestimmt nicht kostendeckend waren, nicht eine Investition in den Markt dar?

    Wie sah die Kapitalstruktur der ursprünglichen Mobilfunknetzbetreiber aus? War sie nicht von Anfang an von global playern geprägt, tw. mit monopolistischem (z.B. Postmonopol) bzw. oligopolistischem Hintergrund (z.B. TELECOM) geprägt? Alleine schon, um die notwendigen Infrastrukturinvestitionen darstellen zu können.

    Welche Eigenkapitalrenditen hatten die ursprünglichen Mobilfunknetzbetreiber in dieser Sparte (?) oder gab es da Quersubventionierungen aus anderen, profitablen Sparten?

    Spiegeln die ursprünglichen Gebühren/Preise der Mobilfunknetzanbieter die tatsächliche Kostensituation in der Investitionsphase wider oder wurden sie aus unternehmenspolitischer Sicht als "politischer" Preis gestaltet?

    Wie hoch könnte der Kostenanteil gewesen sein, der in der Investitionsphase via Steueroptimierung durch die potentiellen Mobilfunkanbieter gleichsam sozialisert wurden; gab es staatliche Subventionen, warum auch immer?

    Wie sahen die Markteinführungsstrategien der Mobilfunknetzbetreiber aus?
    Welche sozialen und psychologischen Projektionsflächen wurden durch die Mobilfunknetzbetreiber angesprochen, daß, Handys wie Du schriebst, tatsächlich zu einem Massenprodukt werden konnten?

    Du hast Dir ein spannendes und hochkomplexes wirtschaftshistorisches Thema gewählt. Wenn Du magst, stell doch Zwischenergebnisse hier ein, Du hast ja gesehen, wieviel Resonanz Dein Thema erfährt.

    M. :winke:
     
  14. Ostrogotha

    Ostrogotha Aktives Mitglied

    Ich war weder das Eine noch das Andere, ich fand ein Handy einfach nur praktisch für den Urlaub. Nachdem ich mir 1998 eins (mit ausziehbarer Antenne) in der Firma leihen konnte, hatte ich mir 1999 ein eigenes (Motorola -Triband- mit Stummelantenne) zugelegt. Praktisch deshalb, weil ich bei Landgängen auf Kreuzfahrten nicht in jedem Land erst eine Telefonzelle suchen und die passenden Telefonkarten kaufen musste. Die innerdeutschen Tarife habe ich leider nicht mehr im Gedächtnis, aber die Minutengebühren für Estland, Lettland, Russland, die vergesse ich nicht so schnell: die Minute kostete zwischen 24 und 32 DM damals. Da habe ich das Telefonieren denn doch lieber bleiben lassen in den Ländern :nono:.

    Etwas später gab es die Möglichkeit, für 1 Euro die Minute aus den Euro-Ländern nach Deutschland zu telefonieren. Das musste aber zuhause schon angemeldet werden.

    Das Motorola-Handy habe ich übrigens heute noch als Ersatzhandy.
     
  15. Rodriguez

    Rodriguez Aktives Mitglied

    Ha, genau das gleiche Gerät hatte damals, 1996, auch meine erste Frau :)
    Ich dagegen entschied mich für das schlanke Sony-Modell - Foto finde ich bei Google leider keins :weinen: ;)

    Ich denke 1996 waren Handys schon weiter verbreitet, aber gut, Erinnerungen können trügen!

    Bevor ich - wie gesagt 1996 - das erste Handy besass, gab es sogar Service-Dienste, die einem auf Bestellung (und natürlich gegen Bezahlung) zu einer vorab vereinbarten Uhrzeit anriefen, damit man im Kaffee oder in der Bar, oder wo man sich sonst gerade aufhielt, voller Selbstbewustsein und Stolz allen anderen zeigen konnte, ja, ich bin ein Mensch von Welt und besitze ein Mobiltelefon :rofl:
    Das waren Zeiten, da kann man Heute nur drüber schmunzeln ;)


    Saludos!
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. April 2013
  16. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Ich habe mir 96 oder 97 ein Sony zugelegt (Maße geschätzt 20x5x5cm und gefühlt 1 kg schwer).
    Damals arbeitete ich in Sibirien, hatte dort den Aufbau von Funkmasten und den beginnenden Vertrieb von Mobiltelefonen beobachtet und dachte mir mit Roaming müßte ich doch bis nach Hause telefonieren können.
    Das brachte mir beim nächsten gemeinschaftlichen Flug dorthin natürlich zu vielen Lachern auf meine Kosten führte.
    Einzige, relativ sichere Kommunikationsmöglichtkeit unserer Firma nach Deutschland war zu dieser Zeit eine stationäre Satelitentelefonanlage. Privat telefonieren war nur nach Voranmeldung beim Chef und nur in dessen Büro möglich.
    Und das bei 60 Leuten und 4 h Zeitunterschied.
    Nun kam ich und konnte, natürlich ohne Roaming (zum Glück) und nach Abschluß eines russ. Vertrages (ohne Grundgebühr und Laufzeitvorgabe!!) von fast überall telefonieren :cool:.
    Und das zu umgerechnet 5-25% des Preises der Satellitentelefonie.
    Ergebnis - ich konnte kurzzeitig über die anderen lachen. Danach wurden alle, einschließlich Firmengespräche über mein Telefon geführt und ich hatte noch das Problem der Abrechnung. :weinen:
     

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