Hat die DDR einen Einfluss auf die Demonstrationen der westdeutschen Studenten in den 1960er gehabt?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Apibson, 30. Juni 2019.

  1. Apibson

    Apibson Neues Mitglied

    Hi leute,

    Ich habe eine Präsentation mit dem Thema Was hat die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er verändert.
    Ich rede kurz über die Entstehung der Studentenbewegung, gegen was sie protestierten und was wir davon haben. Ich bin auch jetzt komplett fertig mit der Vorbereitung und frage mich folgendes. Was für einen Einfluss hatte die DDR und die Berliner Mauer auf die Studentenbewegungen der 1960er? Gab es in der DDR auch ähnliche Studentenbewegung damals? Also evtl mit dem gleichen Ziel etc.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Offensichtlich hast Du Dich mit dem Thema nicht beschäftigt.

    Keinen relevanten bzw. indirekte als Ergebnis der Polarisierung des Kalten Krieges! Und eine derartige Frage zeigt, das Du offensichtlich das Thema nicht verstanden hast und schon gar nicht die Kernthemen beherrscht.

    Völlig abwegige Fragestellung. Es gab den Prager Frühling, aber das war keine "Studentenbewegung" und auch nicht in der DDR.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Juni 2019
  3. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Eine Studentenbewegung in der DDR hätte keinen Millimeter von der vorgegebenen Politik der SED abweichen können. Selbst für kleinste Unstimmigkeiten oder gar Kritiken am offiziellen Kurs drohte die Exmatrikulation. Auch eine Solidarisierung mit der westlichen Bewegung wäre nur unter dieser Bedingung möglich gewesen.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ausgehend von der ursprünglichen Frage muss man aber wohl sagen: Ja, die DDR hatte einen Einfluss auf die Proteste, manchmal gewollt, manchmal ungewollt. Z.B. hat der Paternalismus der DDR* dazu geführt, dass Rudi Dutschke die DDR verließ (drei Tage vor dem Mauerbau am 13. August 1961) und zum Gesicht der Studentenbewegung wurde. Das war natürlich nicht geplant. Aber in dem Spannungsfeld zwischen der Auffassung, dass Personen Geschichte machen und Geschichte Persönlichkeiten muss man wohl sagen, dass Dutschke zur rechten Zeit am rechten Ort war, einerseits und dass die 68er ohne das Attentat auf Dutschke durch Josef Bachmann, wohl kaum als "68er" in die Geschichte eingegangen wären. Der Mord an Ohnesorg (durch einen westdeutschen Polizisten, der gleichzeitig Stasi-Spitzel war, was aber wohl Zufall war, jedenfalls war Kurras kein Stasi-Spitzel aus Überzeugung, sondern weil der Waffennarr so an Waffen herankam) und das Attentat auf Dutschke (letztlich ein Mord auf Raten, da Dutschke an den Spätfolgen starb) führten sicherlich zu einer Radikalisierung der 68er, die zwar die DDR ablehnten, aber - vor allem in Berlin - von Stasi-Spitzeln unterwandert waren.

    *Die Bundesrepublik war zu diesem Zeitpunkt auch noch ziemlich paternalistisch, aber nicht so extrem, wie die DDR.
     
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das ist aber wohl nicht wirklich ernst gemeint als Beitrag zur Erklärung der Apo. Dass die DDR existiert und bereits eine Nähe zu West-Berlin hatte ist ein Fakt der Parallelität von Ereignissen. Du hättest mal Rabehl, Fichter oder Lönnendonker erzählen sollen, dass ihre politischen Vorstellungen und ihre Aktivitäten durch die Stasi ferngesteuert wären. Sie hätten Dich ausgelacht.

    Einfluss heist, sofern man erklären möchte, eine manifeste oder latente Kausalität. Und die Ideengeschichte der Apo zum einen und die Entwicklung der Apo als soziale Bewegung in einer Reihe von größeren Universitätsstädten, auch ganz zentral in der BRD wird durch viele Faktoren beeinflußt, aber sicherlich nicht durch Aktionen aus der DDR. So beschäftigt sich beispielsweise Habermas in der Einleitung zu "Protestbewegung und Hochschulreform" mit einer Reihe von Erklärungsansätzen, allerdings spielt die DDR, so oder so, keine Rolle.

    Eine kausale Erklärung beschäftigt sich mit zentralen "Variablen" und weniger mit Randereignissen. Und das auch, damit ein halbwegs objektiver Narrativ entsteht, der die zentralen Einflussgrößen nachzeichnet.

    Der komplexe Prozess der Mobilisierung und der Radikalisierung einer sozialen Bewegung ist kaum durch ein paar bezahlte Handlanger aus der Stasi-Zentrale zu initiieren oder massiv in der Dynamik zu steuern.

    Die Apo war auch mehr wie nur Dutschke und insofern ist das Herausheben seiner Person ein Reflex zur Historisierung der Ereignisse durch Teile der Sozialwissenschaft. Es hätte jederzeit auch jemand anderes sein können, der als "Gesicht" eine soziale Bewegung verkörpert.

    Habermas, Jürgen (1969): Protestbewegung und Hochschulreform. Frankfurt am Main: Suhrkamp
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2019
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Frage der Überschrift lautet: "hatte die DDR einen Einfluss auf die Demonstrationen der westdeutschen Studenten" und meine Antwort ist, dass die DDR einen Einfluss hatte, dieser teils gewollt, teils ungewollt war. Natürlich von der DDR, nicht von der APO.

    So war das auch nicht gemeint. Aber es gab nun mal - vor allem in Berlin - Leute, die für die Stasi unterwegs waren und natürlich auch versuchten, über die APO die Bundesrepublik bzw. den Status West-Berlins zu destabilisieren.
    Und es gab APO-Leute, die Kontakt mit der FDJ unterhielten, wie Wolf Lefévre.

    Dagegen habe ich überhaupt nichts einzuwenden.

    Genau das ist das Spannungsfeld, welches ich oben versuchte zu skizzieren. Fällt die Geschichte wie ein reifer Apfel einer Person in den Schoß oder sind es Personen, die Geschichte machen?* Rudi Dutschke löste "68" nicht aus. Aber ohne sein Charisma wäre "68" sicher ganz anders verlaufen, auch ohne das Attentat.

    *Weder die eine noch die andere Erklärung kann für sich in Anspruch nehmen, "Geschichte" oder Monaden zu erklären.
     
  7. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Nein, hatte sie nicht und ich hätte auch gerne einen - ideologiefreien - Hinweis, also nicht Wiki, einschlägige faktenfreie "Weltartikel" oder ähnlicher Unsinn zu dem Thema. Wer zeichnet denn einen "Einfluss" nach, außer dem zufälligen parallelen Vorhandensein.

    Ob es "Leute" gab ist doch völlig egal. Die Frage ist doch, welche Form der Intervention hatten sie und wie haben sie Einfluss genommen. Das ist doch relevant!

    Einfluss, und ich wiederhole mich, kann man am sinnvollsten im Sinne der Varianzzerlegung plausibel beschreiben. Als abhängige Variable wäre die "Erklärung der Apo" anzunehmen und als unabhängige Variable, neben zahlreichen anderen, die DDR als handelnder Akteur.

    Da sind antiimperialistische Kolonialkämpfe, die Frankfurter Schule, marxistische Ansätze, eine verkrustete Gesellschaftstruktur inklusiver entsprechender Universitätsstrukturen, das Aufkommen von "Alternativgesellschaften" mit einem entsprechenden kulturellen Stil usw. Und nicht zuletzt die europäische Dimension einer Rebellion usw. Das alles erklärt wesentlich angemessener, was in West-Berlin etc. passiert ist.
     
  8. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Mein 1. Studium absolvierte ich im damaligen Karl – Marx – Stadt (Chemnitz).

    Protestaktionen, wie ich diese dann später von Studenten der Bundesrepublik incl. Westberlin im Fernsehen zu sehen bekam, sind mir nicht bekannt.

    Mit später meine ich die Zeit nach 1970, weil, ab dieser Zeit war ich dann in Thüringen/Erfurt und hatte einen Fernseher und damit ungehinderten Zugang zum Westfernsehen.

    Mein Studium begann ein paar Tage später (09/1961) nach der Abschottung der DDR – Berliner Mauer.

    Im Unterrichtsfach „Gesellschaftswissenschaft“ eröffnete damals die junge sehr hübsche GEWI-Lehrerin den Unterricht mit diesem Ereignis. Man wäre von allen guten Geistern verlassen gewesen, wenn irgendjemanden da negative Diskussionsbeiträge abgegeben hätte.

    Auch während des Studiums sind mir keine Protestaktionen bekannt.

    Weil, man wusste solche Aktionen hätte in der Regel die Exmatrikulation nach sich gezogen. Und wenn die dann noch vielleicht organisiert gewesen wären, wäre es dann Tätigkeitsfeld der Staatssicherheit geworden.

    Ich kann mich auch nicht erinnern, dass man damals über Proteste der Studenten der Bundesrepublik incl. WB diskutiert hätte, auch nicht im passenden Unterrichtsfach/GEWI .

    Wir hatten andere Sorgen.

    In meinem 2. Studium dann in Leipzig/TH/Fernstudium sind mir auch nicht solche Protestaktionen bekannt geworden.
     
    hatl gefällt das.
  9. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Eine Beischreibung der Kontakte zwischen SDS/VDS und FDJ findet sich beispielsweise bei Wolle. Es wird aber eher die Distanz beschrieben, die sich zwischen der Apo und den Jugendvertretern der DDR aufgetan hat und letztlich das Scheitern einer Kooperation fast folgerichtig war.

    Anders formuliert: Die Beziehungen waren durch den plumpen Versuch gekennzeichnet, die Entwicklung in der BRD zu funktionalisieren. Und die Entwicklung der Apo für den ideologischen Kampf der DDR-Funktionäre zu funktionalisieren, da die meisten "DDR-Slogans" zur Überlegenheit des Sozialismus in der DDR eine geringe Zustimmung fanden. Die Fakten wollten nicht so recht mitspielen.

    Es wird eher andersherum ein Schuh aus der These. Es gibt eher die Rückkopplung von alternativen bzw. Gegen-Eliten, die sich nicht einfach in die Dichotomie "realexistierender Sozialismus vs demokratischer Kapitalismus" pressen lassen wollten. Mit Personen wie Ota Sik und seinem "Dritten Weg" deutete sich auch im Ostblock an, dass die verkrusteten Strukturen aufgebrochen werden sollten und auch im "Prager Frühling" 1968 ansatzweise versucht wurde.

    Die utopischen und / oder sozialistischen Vorstellungen der rebellierenden Studenten im Westen wirkten zurück auf den Wunsch im Ostblock, ihr System evolutionär zu entwickeln. Und letztlich eine menschlichere Welt anzustreben und damit einen menschlicheren Sozialismus in die Praxis umzusetzen.

    Wolle, Stefan (2008): Der Traum von der Revolte. Die DDR 1968. Berlin: Links.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2019
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wir sind uns also einig, Thanepower, dass die DDR via Stasi versuchte, Einfluss auf die APO auszuüben. Fraglich ist lediglich der Grad ihres Erfolgs? Ich wollte mich jedenfalls nicht so verstanden wissen, dass die APO ein verlängerter Arm der DDR gewesen wäre. So bin ich aber offensichtlich bei dir angekommen.
     
    thanepower gefällt das.
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die DDR war ein Player in diesem Kontext und hat versucht im Ramen der Systemrivalität, aus der Situation Vorteile zu ziehen. Auch via Stasi.

    Gleichzeitig war diese Situation für die DDR ein zweischneidiges Schwert, da Ziele und - u.a. euro-marxistische - ideologische Standpunkte unterstützt wurden, die in der DDR massiv bekämpft wurden.

    Kurze Rückblende um die veränderte Situation zu illustrieren. Im Juni 1960 hatte sich die SPD von ihrer Studentenorganisation, dem SDS, getrennt (vgl. Frei). Der Grund war, dass der damalige Vorsitzende Oswald Hüller eine zu große Nähe zur DDR aufwies. In der Folge war er auf der Suche nach einer neuen ideologischen Ausrichtung, links von der SPD und in Abgrenzung zur marxistischen DDR-Orthodoxie.

    Im Kontext des Kampfes gegen die Notstandsgesetzgebung näherten sich die Positionen des SDS bzw. Teile der Studentenbewegung an die Kritische Theorie an, auch weil sie durch ihren authentischen Kampf gegen das NS-Regime glaubwürdig waren. Dass Adorno und Horkheimer dabei in ihren Analysen zur Situation der BRD deutlich hinter den Erwartungen der sich radikalisierenden Studenten blieben ist ein Aspekt, die Hinwendung zu Marcuse und seinen Aussagen zum "eindimensionalen Menschen" ein anderer.

    Insgesamt speiste sich die ideologische Radikalisierung aus vielen Quellen, die Marx, Reich, Freud, Marcuse oder auch teilweise Bakunin umfaßte. Und eher ein ideologischer "Flickenteppich" war wie die meisten Analysen aus der Zeit, sich retrospektiv doch als "oberflächlich" lesen.

    Es war somit zunächst Frankfurt das eigentliche politische Zentrum bis es durch die eskalierende Situation an der FU sich in seinem Epizentrum nach West-Berlin verlagerte.

    Vor diesem Hintergrund sollte deutlich werden, dass sich die DDR massiv schwer tat, einen Zugang zu dieser Bewegung zu finden.


    Frei, Norbert (2008): 1968. Jugendrevolte und globaler Protest. Orig.-Ausg. München: Dt. Taschenbuch-Verl.
     
    Shinigami gefällt das.
  12. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Nicht? Das sehe nicht nur ich anders - Zitat aus Wikipedia (Fettschreibung durch mich):

    Der in Stil und Angriffslust innovative, erstmals die westdeutsche akademische Jugend über die lokalen Studentenzeitschriften hinaus als Leserschaft erschließende Vorläufer Studentenkurier wurde 1955 von Klaus Rainer Röhl in Hamburg gegründet. Er erschien bis 1957 unter Mitwirkung von Autoren wie Werner Riegel, Peter Rühmkorf, Arno Schmidt, Kurt Hiller und auch des Grafikers Verner Witting. Über den ehemaligen FDJ-Funktionär Klaus Hübotter wurde die Gründung im Wesentlichen durch die DDR finanziert

    In den ersten Jahren ihres Bestehens hatte Konkret insbesondere auf die gesellschaftskritische Studentenschaft großen Einfluss. In der Hochphase der Studentenrevolte (vgl. 68er-Bewegung) erschien die Zeitschrift vierzehntäglich, von 1972 bis zum Konkurs im November 1973 sogar wöchentlich.

    Anfänglich war die in konkret umbenannte Zeitschrift eine Studentenzeitschrift, die an den Universitäten auch ihre Hauptverbreitung fand. Konkret wurde aus der DDR finanziell unterstützt und bekam bis 1964 bis zu 40.000 DM pro Ausgabe. Klaus Rainer Röhl, Ulrike Meinhof und andere Redakteure reisten dafür häufig in die DDR. Manchmal empfingen sie ihre Weisungen auch im Westen durch Abgesandte der DDR. Röhl gab später an, die Redakteure seien durch Instrukteure der seit 1956 in der Bundesrepublik Deutschland illegalen KPD angeleitet worden. Deutlich wurde dies zum Beispiel daran, dass moskaukritische Sozialisten wie Kurt Hiller aus dem Blatt hinausgedrängt wurden.
     
  13. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    @Dion
    Ich denke da ist man wieder an dem Punkt, angelangt an dem sich die Frage stellt, inwiefern tatsächlicher Erfolg im Sinne eigener Positionen für die Charakterisierung tatsächlichen Einflusses eine entscheidende Rolle spielt oder nicht.
    Es mag finanzielle Unterstützung aus der DDR gegeben haben, aber inwiefern war es den entsprechenden ostdeutschen Stellen denn möglich die konkreten Inhalte im Rahmen der SED-Parteilinie greifbar im eigenen Interesse zu verrücken?
    Jemandem finanzielle Rückendeckung zu verschaffen ist noch lange nicht gleichbedeutend damit, auch sein Handeln zu kontrollieren. In diesem Fall hatte man im Osten ein Interesse daran im Westen abweichende Kräfte zu unterstützen, auch wenn sie nicht unbedingt die eigenen Positionen vertraten, immerhin schwächte auch das den Feind.
    Insofern, würde ich meinen, müsste man das auf zwei verschiedenen Ebenen Diskutieren, nämlich zum einen auf der Ebene der geselslchaftlichen Machtverteilung innerhalb der Bundesrepublik insgesamt und zum anderen auf der Ebene der maßgeblichen Inhalte.

    Dann wird man möglicherweise zu dem Schluss kommen können, was von DDR-Seite ein gewisser Einfluss auf die Spaltung der westdeutschen Gesellschaft ausgeübt wurde, in dem man von hier aus alles tat, die sich abzeichnenden, vorhandenen Konfliktlinien zu verschärfen.
    Das ist aber von einer Initiation und einer inhaltlichen, erfolgreichen Beeinflussung der Konflikte im eigenen Sinne deutlich zu unterscheiden, denn die sehe ich hier nach wie vor nicht gegeben.

    Nur weil ich den Feind meines Feindes finanziere, bin ich automatisch weder dessen Schöpfer noch Meister, noch zwangsläufig einer Meinug.
     
    thanepower gefällt das.
  14. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Was ich vorhin vergessen habe und in dieser Diskussion etwas untergegangen ist, wäre die sich eigentlich aufdrängende Frage, inwiefern die DDR, respektive SED überhaupt ein Interesse haben konnte, dass sich die APO weitgehend die Ziele der eigenen Parteilinie aneignete?

    Ich denke, auch unter dem Eindruck des KPD-Verbots und dem Niergang derjenigen K-Parteien die sich streng an die Moskauer Vorgaben gehalten hatten, wie auch angeischts des Fehlschlags die "Kominform" mehr oder minder zum zentralen Nachfolgeorgan der abgewrackten "Komintern" aufzubauen, hatte sich erwiesen, dass mit der herkömmlichen Einflusspolitik aus den 1920er und 1930er Jahren nicht mehr weiter zu kommen war. Ein strenges ausrichten an der SED-Parteilinie hätte die unterstützten Kreise sehr schnell in die Illegalität getrieben oder aber in dem Moment, da sich abzeichnet, dass sie nichts anderes sind als ein KPD-Surrogat mindestens gesellschaftlich isoliert.
    Diejenigen KPs, die noch einigermaßen funktionierten (Italien, im Besonderen) waren diejenigen, die sich schon relativ früh von der Moskauer Linie verabschiedet hatten.

    Das eine Allianz mit einer Partei im Ausland, die Inhalte unterstützt, die man innenpolitisch bekämpft, wie @thanepower das weiter oben schn einmal angesprochen hat, eher unter der Kategorie "unheilige Allianz" läuft, sollte eigentlich klar sein.
    Da stellt sich mir dann die Frage, ob das Belassen bei dieser unheiligen Allianz nicht aus Sicht der involvierten ostdeutschen Stellen viel sinnvoller war als der Versuch die APO quasi "auf links" zu drehen? Das musste eigentlich mehrere Vorteile haben:

    - Die geförerten Kreise konnten die Unterstützung aus dem Osten glaubhafter abstreiten.
    - Die geförderten Kreise wurden durch nicht durch Übernahme im Westen als anrüchig geltender Inhalte in die gesellschaftliche Isolation getrieben
    - Die Pression betreffender, geförderter Aktivisten wurde westdeutschen Stellen deutlich erschwert.
     

Diese Seite empfehlen