Haus David

Dieses Thema im Forum "Das Christentum" wurde erstellt von 250GTO, 7. August 2006.

  1. 250GTO

    250GTO Neues Mitglied

    Hallo ich hätte mal eine Frage ich habe gelesen das Jesus aus dem Haus Davids gekommen ist, ist das wahr?, oder wollten nur die Autoren der Evangelien durch einen wahrscheinlich von ihnen selbst angefertigten Stammbaum beweisen das Jesus aus dem Hause Davids abstammt was die Voraussetzung für die Messiaswürde war?
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Der Messias der Juden und Heiden: Der Stammbaum Jesu (Mt 1,1-17)
    Die Überschrift (V. 1) stellt Jesus in die Geschichte des auserwählten Volkes hinein: Er ist als Messias Ziel und Ende des Heilsplanes Gottes. Dies wird mit Hilfe eines Stammbaumes dargestellt. Die Geschlechterreihe ist konstruiert. Es werden 3 x 14 Generationen aufgezählt. Die Zahl 14 (= 7 x 2) weist einerseits auf die heilige Zahl 7, andererseits ergeben die Zahlenwerte der hebräischen Mitlaute für den Namen David (d = 4, w = 6, d = 4) die Zahl 14.

    Ein Vergleich mit Lk 3,23-38 zeigt, dass es Unterschiede in den beiden Stammbäumen gibt. Dies macht deutlich, dass die verwendeten Stammbäume theologische und keine historisch genauen Aussagen machen wollen.


    http://www.dioezese-linz.at/pastoralamt/bibelwerk/neueseiten/et-nt/nt1/nt18.htm
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vielleicht noch wichtig zu erwähnen: Jesus, als Sohn Marias aber nicht Josefs, ist nur durch Adoption aus dem Haus David, denn der Stammbaum ist der Stammbaum Josefs, nicht der Marias.
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

  5. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wobei Wiki da deutliche Fragezeichen setzt:
    Gibt es für diese Liste irgendwelche Belege? Sollte man das ohne Angabe zuverlässiger Quellen so stehen lassen? In den Artikeln über Karl Marx oder Rothschild z.B. findet man dazu keine Hinweise. Es gibt z.B. in England auch Literatur, die belegen soll, dass das britische Königshaus von König David abstammt, bzw. es wird sogar gesagt, die Königin Elisabeth II. würde das selbst glauben...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Liste_der_Könige_Israels
     
  6. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied


    Naja, behaupten kann man viel, belegen weniger...


    Von der Wahrscheinlichkeit her sind wir alle Nachkommen der Könige Israels.
     
  7. Kaiserin Sissi

    Kaiserin Sissi Neues Mitglied

    Im Matthäus- und im Lukasevangelium stehen Stammbäume von Joseph.

    Matthäus 1 trägt den Titel: Die Vorfahren JESU
    dann fängt es so an: Dieses Buch berichtet die Geschichte von Jesus Christus. ER IST DAVIDS UND ABRAHAMS NACHKOMME, und das sind seine Vorfahren: Abraham - Isaak - Jakob - Juda - ... - Eleasar - Matthan - Jakob. Jakob war der Vater Josephs. Joseph war der Mann Marias. Sie war die Mutter Jesu Christi, des Sohnes Gottes. ...

    Joseph war der Mann Marias, also hatte das Kind von ihm zu sein und hatte damit auch die selben Vorfahren wie er. Alles andere wäre zu dieser Zeit ein Frevel gewesen. Die Geschichte mit "Gottes Geist" hätte dem jungen Paar in diesem Moment doch niemand abgekauft!

    Lukas 3 ist übertitelt mit: Von Adam bis JESUS
    Dort steht: Jesus begann seine große Aufgabe, als er dreißig Jahre alt war. Die Leute KANNTEN IHN ALS SOHN JOSEPHS. Josephs Vater war Eli, und dessen Vorfahren waren: Mattat, Levi, Melchi,..., Juda, Jakob, Isaak, Abraham, ..., Seth, Adam, und Adam wurde von Gott geschaffen.

    Also ging man einfach davon aus, dass Jesus Josephs Sohn war und somit auch von David abstammte. Entweder, weil man es nicht besser wusste, und/oder weil man die Geschichte vom Geist Gottes nicht glaubte. Aber in der Bibel steht ja, dass Jesus NICHT der SOHN JOSEPHS war, und somit konnte er auch UNMÖGLICH DIE SELBEN VORFAHREN haben, wie dieser.
    Doch trotzdem kann Jesus aus dem Hause Davids gestammt haben. Schließlich könnte auch Maria eine Nachfahrin von David gewesen sein (ich weiß nicht, ob ihr Stammbaum in der Bibel Erwähnung findet).
    Und wenn man weder an Gottes Geist, noch an Joseph als Vater Jesu glaubt, kommt der Verdacht auf, Maria könnte eine Affäre mit einem anderen Mann gehabt haben und dieser wäre vielleicht auch aus dem Haus Davids gewesen...

    Es fällt auf, dass die Stammbäume aus Matthäus und Lukas nicht miteinander übereinstimmen. Schon beim Urenkel Judas (Jakobs Sohn) benennt Matthäus Ram, Lukas hingegen Arni. Es folgen nur noch unterschiedliche Namen. Sogar über den Namen vom Vater Josephs sind die beiden anscheinend geteilter Meinung; Während Matthäus von Jakob spricht, benennt Lukas Eli.
    Auch wenn man die Vorfahren Josephs von seinem Vater - wie auch immer er nun hieß - bis Abraham durchzählt, kommt man auf unterschiedliche Zahlen der Ahnen...
    Auch mit König David ist das so eine Sache... In Matthäus 1 stammt er von Jesse ab, in Lukas 3 dagegen von Isai (auch im alten Testament ist David der Sohn Isais: "...dort such Isai auf, denn ich habe einen seiner Söhne zum neuen König auserwählt..." (1. Samuel 16, 1)), aber das führt jetzt zu weit...
     
  8. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Die Annahme Jesus sei der Sohn des Heiligen Geistes ist letztlich eine Auslegungssache des Autores des Matthäus-Evangeliums.

    Der Satz "Josef, dem Mann Marias, von ihr wurde Jesus geboren..." (Mt 1,16) ermöglicht es Matthäus die Herrkunft Jesu vom Heiligen Geist darzulegen.

    Der Autor des Evangeliums geht also davon aus, das Josef zum Zeitpunkt von Jesus Geburt lediglich mit Maria verlobt war (wenn auch mit Ehevertrag). Nur woher will er das wissen? Warum schrieb er nicht gleich Verlobter? Oder gibt es im Aramäisch kein Wort dafür?
    Die frühste Datierung des Matthäus-Evangeliums wird auf 60-100 n.C. angegeben (Zweiquellentheorie). Der Apostel und Zeitzeuge Matthäus (der Zöllner), dem das Evangelium zugeschrieben wird, scheidet als Autor daher wohl aus.

    @Mercy:
    Freilich weiß ich um die 100% "glaubwürdigkeit" von Wikipedia.:rofl:
    Würd nur gern wissen wo der Autor den christlich-marxistischen Stammbaum her hat.

    @Jacobum:
    Im Mittelalter war es große Mode seinen Stammbaum entweder von heidnischen Göttern oder Helden oder eben aber von David herzuleiten. Wenn dann auch noch Jesu und seine Nachkommen (die sogenannten Gralskönige) mit drin waren um so besser.
    Die Engländer halten sogar König Artus, der über seine Mutter Ygerne dem Gralsgeschlechte entsprungen sein soll, für den Gründervater ihrer Monarchie.
    König Heinrichs VIII. älterer Bruder Prinz Arthur sollte als II. seines Namens über England herrschen.:rofl:
    Der, freilich nur legendäre, Frankenkönig Pharamond (Merowinger), der übrigens ein Ur-Ur-Urgroßvater von Artus gewessen sein soll, war auch über seine Mutter ein Abkömmling Jesu.:D
    Das sind allerdings Fragen in der sich Leute wie Dan Brown besser auskennen.
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Im Lukasevangelium wird Elisabeth als aus dem Geschlecht Aarons eingeführt (Lk 1, 5), Maria als ihre Verwandte (Lk 1, 36).

    Dies ist eine moderne Lesart, wie sie traditionell vor allem in antikirchlichen Kreisen gerne ausgeübt wird: "Maria war keine Jungfrau sondern brachte ein uneheliches Kind zur Welt." Heute ist diese Lesart "Allgemeingut" geworden. Nur: diese Lesart wird dem Texttyp Evangelium nicht gerecht. Nehmen wir das Lukasevangelium zur Hand, finden wir nicht nur die Geburtsgeschichte Jesu, sondern auch die Geburtsgeschichte Johannes des Täufers. Es geht nicht darum Marias außereheliche Geschlechtsbeziehungen zu verdecken (da wäre die beste Strategie verschweigen gewesen), sondern es geht darum, der göttlichen Geburt einen besonderen Rahmen zu geben. Schon die Geburt Johannes' ist ein Wunder, denn Zacharias und Elisabeth sind eigentlich zu alt, um noch Kinder zu bekommen. Weil Jesus aber wichtiger als Johannes ist, muss seine Geburt natürlich noch wunderbarer sein, als die seines "Cousins". Und ist die Geburt im Alter extrem unwahrscheinlich, ist die Jungfraueneburt eigentlich unmöglich.

    Lies' mal drei Sätze weiter:

    Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt;...


     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2006
  10. askan

    askan Neues Mitglied

    "Geschlecht Aarons "
    Also der Stamm Levi, ich weiß jetzt nicht ob nicht auch David zu diesem Clan gehörte.
     
  11. hyokkose

    hyokkose Gast

    Wenn ich es recht weiß, wird David nicht dem Stamm Levi, sondern dem Stamm Juda zugerechnet.
     
  12. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Juda war der Vater des Perez. Von dessen Nachkommen heißt es in der Bibel


    (Buch Ruth Kap. 4 Vers 18 ff.)
     
  13. askan

    askan Neues Mitglied

    Wo gerade beim Thema Leviten sind! kennt jemand von euch die Quelle? Vor Jahren gab es mal eine genetische Untersuchung bei der Heraus kam, das weltweit ca 80 % aller Männer die den Nachnamen Levi und Kohn bzw Cohen tragen vor ca. 3000 Jahren eine gemeinsame Herkunftssippe haben. Man hat quasi wissentschaftlich bewiesen das der Stamm der Leviten immernoch überlebt hat.
    Wo kann man da etwas genaueres lesen?
     
  14. hyokkose

    hyokkose Gast

    Na, hier in unserem schönen Geschichtsforum natürlich!

    Suchfunktion aufrufen und "Cohen" eingeben:

    http://www.geschichtsforum.de/showpost.php?p=131536&postcount=19
     
  15. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Ja. Nur woher weiß der Autor das die Beiden lediglich verlobt waren? Besaß er den original Ehevertrag der Josef und Maria als als lediglich Verlobte und nicht als voll Verheiratete ausweist?
     
  16. hyokkose

    hyokkose Gast

    Sicherlich besaß er den Verlobungsring mit eingraviertem Datum, die Geburtsurkunde Jesu und die Heiratsurkunde der Eltern und hat daraus seine Schlüsse gezogen...
     
  17. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Ja, Äh, gut. Hätte ich auch drauf kommen müssen.:hmpf:
     
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nuja, ist doch logisch: Jesus hatte einen Vater. Aber seine Mutter war zum Zeitpunkt der Empfängnis Jungfrau. Die Mutter eines Bastards hätte Josef nicht geheiratet, aber miteinander geschlafen haben die beiden auch noch nicht (Jungfrauengeburt!). Also müssen die beiden verlobt gewesen sein.
     
  19. Shay

    Shay Neues Mitglied

    Wird in der Bibel tatsächlich gesagt, daß Jesus von David abstammt? In allen Stellen, an die ich mich so spontan erinnern kann, heißt es, er sei "aus dem Hause Davids". Und wenn das Heilige Land damals auch nur die entfernteste Ähnlichkeit mit dem Dorf hat, wo ich aufgewachsen bin, dann zählt die Gruppenzugehörigkeit (und Jesus gehörte definitiv zum Haushalt des Josef) viel wichtiger als die reine Blutlinie. Oder wie es bei uns am Dorf heißt "Wo gehörst denn du hin?" Wer das Kind letztendlich gezeugt hat, ist nur für den Klatsch wichtig, für die Organisation des täglichen Lebens zählt allein, wo jemand hingehört. Und so hat ja auch Augustus seine Volkszählung auf diesen Zugehörigkeiten aufgebaut.
     
  20. hyokkose

    hyokkose Gast

    Soweit es sinnvoll ist, von Abstammung (natürlich im damaligen Sinne) zu sprechen, ja. Die Stellen wurden ja bereits genannt: http://www.geschichtsforum.de/showpost.php?p=189650&postcount=2

    In Luthers Übersetzung:
    "Der König David zeugte Salomo von dem Weib des Uria. Salomo zeugte Rehabeam. Rehabeam zeugte Abia. Abia zeugte Asa. [etc. etc...] Jakob zeugte Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren Jesus, der da heißt Christus."
     

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