Hausschenkungen i.d. frühen Neuzeit

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Axel S., 2. Juli 2012.

  1. Axel S.

    Axel S. Gast

    Hallo,
    hat jemand Erfahrung zu. o.g. Thema?
    - Welcher Herrscher es angewandt hat, in welchem Umfang, aus welchen Gründen?
    - Rechtliche Herangehensweise.
    - Literatur?

    Selbst im KIT-Katalog findet sich zu o.g. Thema nichts... Gruselig

    Ich danke euch schon mal für die Hilfe.

    Gruß,
    der Axel
     
  2. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Spezielle Literatur gibt es - je nachdem für welchen Aspekt man sich interessiert - en masse. Entweder Editionen von Herrscherregesten oder auch Betrachtungen von Güterentwicklungen, besonders bei Klöstern. Die wichtige Quelle dazu sind Urkunden aller Art.

    Eine der bekanntesten Schenkungen der Weltgeschichte ist die "Pippinsche Schenkung", die ein hochpolitischer Akt war:
    Kirchenstaat ? Wikipedia

    Sie zeichnet auch ein wenig das Grundmuster der Schenkungen vor. Der wichtigste Weg einer Schenkung im Mittelalter war nämlich der aus dem Besitz einer adligen Familie in die Hand einer kirchlichen Institution. Besonders die Klöster des frühen und hohen Mittelalters waren sehr stark auf Schenkungen angewiesen, später wandelte sich dies durch eine innovative Wirtschafts- und Finanzpolitik.

    Schenkungen gab es in jedem Umfang, von gewaltigen Güterkomplexen bis zu einzelnen Kerzen. Als "Gegenleistung" bekamen die Adligen oft abstrakt formuliert, das "Seelenheil", also den Beistand durch die geistlichen im Jenseits. Auch hier gab es unzählige Möglichkeiten, wie das umgesetzt wurde - vom Gebet, bis zur Abhaltung von Grabgottesdiensten oder Zurverfügungstellung von Grablegen.

    Praktische Beispiele von Schenkungen aus der Hand der Kirche an Adlige oder einfache Personen sind mir nicht bekannt. Die kirchlichen Institutionen gaben einmal erworbenes Eigentum eigentlich nicht freiwillig wieder her.

    Zwischen Adligen waren Schenkungen ebenfalls nicht üblich, da das dem Gefolgschaftsprinzip widersprach. So kam es zu vielen kuriosen Fällen, in denen Lehen über Jahrhunderte vom Lehnsherren immer wieder an die selben Familien vergeben wurden - teils sogar bis ins späte 19. Jahrhundert, also an die Schwelle zur Moderne.

    Auch zwischen Adligen und Bürgern bzw. zwischen Bürgern und Bürgern waren Schenkungen eigentlich nicht üblich. Auch hier galt, dass man sein Eigentum ungern völlig und ohne Nutzen aus der Hand geben wollte - man verkaufte und tauschte, gewährte vielleicht auch die Erbpacht oder den Nießbrauch.

    Die Schenkungen erfolgten im formalen Akt über die Übergabe von Urkunden. Wie diese aussahen, darüber gibt es reichlich Literatur. Für den Einstieg immer ganz gut ist Goetz, Proseminar Geschichte. Mittelalter.
     
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  3. Axel S.

    Axel S. Gast

    Hmmm. danke erstmal für die Antworten.

    Ich versuche zu präzisieren:
    Es geht um Hausschenkungen eines Herrschers im 18. Jahrhundert an Bürger einer Stadt. Diese Stadt war sein bevorzugter Aufenthalsort (nicht "Hauptstadt") und er empfand wohl so etwas wie Verbundenheit mit dieser "City".

    Der Herrscher schenkte verschiedenen Bürger Bürgerhäuser, scheinbar wollte er damit bestimmte Berufe (speziell Handwerker, einige kleinere Staatsdiener wie z.b. Akzise-Controlleur) an die Stadt binden.
    Zu den genauen Gründen für die Schenkungen steht nichts spezifisches in den Akten. (ist ja meine Aufgabe, dies zu erforschen)
    Ich vermute, dass er eine Deckung der Stadt mit Arbeitskräften erreichen wollte, eine Förderung der Wirtschaft (speziell zur Versorgung der Armee) und eine feste Basis für Steuereinnahmen, ebenso konnten in dies Häuser die Soldaten einquttiert werden.

    Daher meine Frage,ob ihr einen Fall kennt in dem ein Herrscher i.d. frühen Neuzeit auch in größerem Maße Bürgerhäuser verschenkte (an Bürger)?Aus diesen oder ähnlichen oder komplett anderen :) Gründen.

    Das Flüchtlinge, z.B. Hugenotten mit Steuererleichterungen, Militärbefreiung etc. zum kommen und bleiben ermutigt werden sollten, dies kennt man ja.
    Daher war meine Überlegung: Ob ihr viel. einen Fall kennt in dem ein Herrscher ähnliche vorging nur eben mit der Schenkung von Häuser.
    Frei nach dem Motto: Besitz bindet.

    PS: Er schenkte nicht an andere Adlige und wohl auch nicht um zu "belohnen" (viel. in Einzelfällen), die Kirche und somit Kirchengrund spielte gar keine Rolle. Belohnung kann man ausschließen, da es von der Masse zu viele sind/waren und der Herrscher offenbar nur in dieser Stadt so vorging. (Zumindest in diesem Ausmaß und nach Forschungsstand)

    Ich hoffe es ist klarer geworden.
    Wenn nicht einfach nocheinmal konkret nachfragen bitte?

    Gruß und Danke.

    Axel S.
     

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