Heinrich der Löwe

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von Mathilde, 26. September 2004.

  1. Mathilde

    Mathilde Neues Mitglied

    Hallo erst mal an alle hier :)

    Ich wollte mal fragen, in wiefern ihr mir mit Informationen über Heinrich dienen könnt. Dahinter steht, dass ich in Geschichte einen Vortrag über selbigen halten muss, aber natürlich auch einfach nur Interesse. ;)
    Ich hab bis jetzt allgemein schon ein wenig Infos gefunden, aber gerade so etwas wie Bilder und so finde ich so gut wie gar nicht. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen könntet. Auch über eine Karte mit der "Landverteilung" zu Heinrich's Zeiten wäre ich sehr glücklich.
     
  2. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Hallo Mathilde,

    Ich fange mal mit dieser Karte an. Da hast du schon einen Überblick über das Reich unter Friedrich I. Barbrarossa.
     
  3. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Eine Suche nach einen Bild ergab dieses hier. Es stammt aus seinem Evangeliar!
     
  4. Mercy

    Mercy unvergessen

  5. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Zu den Gebieten Heinrichs:
    Die Mutter Heinrichs, Gertrud, war die Erbtochter Lothar III. So erbte Heinrich der Stolze Sachsen, was er seinem einzigen Sohn - Heinrich dem Löwen - weitervererbte. Er tritt bereits 1139, (als etwa 10jähriger) die Nachfolge seines Vaters an und wird Herzog von Sachsen und Bayern. (Bayern ist bereits seit Welf I. 1070 welfisches Herzogtum). 1147 heiratet Heinrich Clementia von Zähringen und erwirbt damit Besitzungen im Badischen. Außerdem gliederte er zahlreiche östliche Gebiete in sein Reich ein. So zwingt er beispielsweise die Fürsten von Vorpommern unter seine Lehensherrschaft. Auf Druck Barbarossas (?) trennt sich Heinrich 1162 von seiner Frau, wofür er vom Kaiser Besitzungen im Harz erhält. Gleichzeitig tritt Heinrich die Badischen Besitzunen aber an den Kaiser ab.

    Als Heinrich dem Kaiser 1176 die Gefolgschaft auf den 5. Kreuzzug verweigerte, wird er von Barbarossa geächtet, was auch zu einem Einziehen der Lehen Heinrichs führte. Bayern ging an die Wittelbacher, und Sachsen erhielen die Askanier. Heinrich setzte zunächst auf ein militärisches durchsetzen seiner Ansprüche (gerade in Bezug auf das Herzogtum Sachsen), musste sich aber 1181 dem Kaiser auf dem Reichstag in Erfurt unterwerfen. Trotzdem wurde die Verbannung ausgesprochen und Heinrich ging ins Exil nach England an den Hof seines Schwiegervaters. Als sich Friedrich ab 1189 wieder auf Kreuzzug befand, kehrte Heinrich verfrüht in das Reich zurück, stellte erneut ein Heer auf und brandschatzte einige Städte.

    Nach dem Tod Barbarossas versöhnte sich Heinirch der Löwe mit Heinrich dem IV. und durfte auf sein Lehen in Braunschweig zurückkehren.

    Hier noch ein paar Links:
    http://www.welfen.de/heinrichloewe.htm
    http://www.genealogie-mittelalter.d...ewe_herzog_von_bayern_und_sachsen_+_1195.html
    www.uni-protokolle.de/Lexikon/Heinrich_der_L%F6we.html

    Das angehängte Bild zeigt Heinrich und seine zweite Frau Mathilde auf ihrer Grabplatte im Braunschweiger Dom.
     
  6. Imperator

    Imperator Premiummitglied

    Hallo Lili,
    manches, was du gesagt hast, ist so nicht ganz richtig. Als Heinrich der Stolze 1139 verstarb, wurde Heinrich der Löwe zunächst nicht sein Nachfolger. Denn Heinrich der Stolze war 1138 abgesetzt worden, nachdem er sich geweigert hatte, König Konrad III. die Reichsinsignien zu übergeben (diese befanden aus dem Grund in seinen Händen, da er Konrads Vorgänger Lothar von Supplinburg auf dessen Italienzug begleitet hatte und nach dessen Tod 1137 die Insignien einfach an sich genommen hatte). Heinrich der Stolze wurde abgesetzt, Bayern dem Markgrafen Leopold von Österreich und Sachsen dem Markgrafen Albrecht dem Bären von Brandenburg (welches damals noch Neumark hieß) übergeben. Heinrich der Stolze nahm selbstverständlich den Kampf auf, starb allerdings bereits nach einem Jahr; um Bayern kämpfte daraufhin sein Bruder Welf VI., seine Schwiegermutter Richenza übernahm den erfolgreichen Widerstand in Sachsen. Im Jahre 1142 wurde schließlich Frieden geschlossen: Bayern verblieb Heinrich Jasomirgott, dem Bruder des im Jahr zuvor verstorbenen Leopold, der nun auch Gertrud, die Witwe Heinrichs des Stolzen und Mutter Heinrichs des Löwen heiratete, und Sachsen kam an Heinrich dem Löwen, da Albrecht der Bär verzichtete. Bayern selber kam erst 1156 an Heinrich, der immer noch Ansprüche darauf gestellt hatte. Konrads Neffe Friedrich Barbarossa, der ihm 1152 als deutscher König nachgefolgt war, hatte versprochen, das Problem zu lösen und erließ vier Jahre nach seiner Thronbesteigung das "privilegium minus": Heinrich der Löwe bekam Bayern, sein Stiefvater wurde zum Herzog von Österreich, welches mit zahlreichen Spezialrechten von Bayern getrennt wurde, erhoben.

    Und noch was: als Heinrich der Löwe 1180 abgesetzt wurde, wurde Sachsen in die Herzogtümer Westfalen und Sachsen aufgeteilt; ersteres erhielten die Erzbischöfe von Köln, letzteres, wie du richtig sagtest, die Askanier. Im Jahre 1235 wurde aus der welfischen hausmacht auf dem Boden des ehemaligen Stammesherzogtums Sachsen das Herzogtum Braunschweig und Lüneburg errichtet, welches Heinrichs Enkel Otto das Kind erhielt, womit ein Ausgleich zwischen Staufer und Welfen geschaffen wurde.
     
  7. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Und noch was: Heinrich verweigerte Friedrich die Gefolgschaft bei dessen Kampf gegen die ital. Städte. Und er wurde nicht deshalb verurteilt (denn reichsrechtlich gesehen könnte er durchaus im Recht gewesen sein). Es häuften sich Beschwerden wegen Heinrichs rücksitchtslosem Vorgehen gegen andere Fürsten (Bischof von Freising) und daher wurde er zu einem Prozess geladen. Er kam nicht und wurde daher wegen NICHTERSCHEINEN, nicht wegen irgend welcher Vergehen, verurteilt und geächtet.
     
  8. Imperator

    Imperator Premiummitglied

    Schon vorher haben zahlreiche Fürsten oftmals sich über Heinrich beschwert, doch hat Friedrich immer seine schützende Hand über ihn ausgestreckt, weil er ein mächtiger Fürst war und er 1. keine Probleme in Deutschland haben wollte, da er genügende in Italien hatte und 2. sich Hilfe von Heinrich in Italien erhoffte. Dass Friedrich Heinrich wegen den Beschwerden der anderen Fürsten 1180 absetzte ist eher ein vorgeschobener Grund. In Wirklichkeit war er natürlich sehr aufgebracht darüber, dass Heinrich ihm die Gefolgschaft verweigert hatte; außerdem war er mittlerweile so mächtig, dass er eine Bedrohung für Friedrich in Deutschland hätte darstellen können.
     
  9. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Stimmt - es war ein vorgeschobener Grund, natürlich hat Friedrich dem Heinrich die erlittene Niederlage in Italien nicht verziehen. Interessant finde ich eben die Möglichkeit, ihn als Kontumax (Ungehorsamen der richterlichen Ladung gegenüber) zu verurteilen.
     
  10. Mathilde

    Mathilde Neues Mitglied

    Erst einmal danke an alle... :)
    Das ist schon reichlich Material, Teile davon hab ich auch schon zuvor durchgelesen, aber trotzdem danke ;)
    Dann hab ich noch eine Frage:
    Heinrich wurde ja, wie ihr schon sagtet, verbannt, weil er Friedrich die Gefolgschafft verweigerte. Nun habe ich in einem Text gelesen, dass er 1188 ein weiteres Mal verbannt wird - warum?
     
  11. Mercy

    Mercy unvergessen

    Er war ein alter Mann geworden, dem es nicht mehr recht gelang, sich an die Veränderungen, die während seiner Verbannung stattgefunden hatten, anzupassen. Als der Kaiser ihn 1188 vor die Entscheidung stellt, am Kreuzzug teilzunehmen oder wieder in die Verbannung zu gehen, wählt Heinrich die Verbannung.
    http://www.thomasgransow.de/Biographien/Heinrich_der_Loewe.htm
     

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