Hexen und ihre Verfolger/Innen

Dieses Thema im Forum "Hexenverfolgung (1450-1750)" wurde erstellt von Mercy, 18. März 2004.

  1. Mercy

    Mercy unvergessen

    Viel Unausgegorenes, wissenschaftlich veraltetes und "volksdümmlich" Abergläubisches schwirrt durch die Weiten des WWW
    Sachkundiges gibt es hier:

    http://www.hexenforschung.historicum.net

    Empfehlenswert zum Einstieg, das Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung:
    Lexikon
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Mai 2004
  2. Gast

    Gast Gast

    Inquisition + Hexenverbrennung

    was genau versteht man unter inqusation und wie kann man dies mit hexenverbrennung in verbindung bringen
     
  3. Gast

    Gast Gast

    also unter inqusation versteht man, die verfolgung von "hexen" und "hexern"
    und die, nachdem geständniß folgende hinrichtung (meißt auf dem scheiterhaufen).
    und somit wird dieses mit der hexenverbrennung in verbindung gebracht!

     
  4. okmokm1

    okmokm1 Gast

    Verfolger

    Man muss heute noch Angst haben: meine Freundin wollte eigentlich eine Magisterarbeit über den Fasching schreiben, auf mein Anraten hin wurde es eine Arbeit über Hexenverfolgung.
    Jetzt ist es schon ein-zweimal passiert, dass wildfremde Leute sie als Hexe bezeichnen (Strassenbahn o.ä.). Es gibt sie noch, die Hexenverfolger. Das kann schon Angst machen.
     
  5. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wenn du sie nicht überredet hättest und sie das Thema Fasching gewählt hätte, wäre ihr dann das auch "passiert"?
     
  6. askan

    askan Neues Mitglied

    Na, dann hätten die Funkemariechen ihre Schwadronen geschickt ;-)
     
  7. survivor

    survivor Gast

    Woher wissen denn die fremden Leute in der Straßenbahn, dass Deine Freundin eine Arbeit über dieses und jenes (also in diesem Fall über Hexen) verfasst hat?

    Das ganze sieht mir sehr merkwürdig aus. Außerdem ist es doch heutzutage normal sich mit sowas zu beschäftigen.

    Bin irgentwie etwas verwirrt...
     
  8. Mercy

    Mercy unvergessen

    Macht nix, bei dem Thema schon gar nicht :rofl:
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  10. maximiliott

    maximiliott Gesperrt

    Das kann vielleicht keiner hier beantworten, oder doch...?

    In 100 Jahren wird man vielleicht über unsere Gerichtsverfahren sagen: "Das kann doch garnicht sein, wie unlogisch das ganze"

    Und derzeit ist unser Rechtssystem (für die meisten wohl mehr oder weniger) relativ sicher .... also hier passiert es relativ selten, dass einer Jahre hinter Gitter kommt, wenn er absolut unschuldig ist.

    Doch so wie ich das oft lese, war es damals nicht so unwahrscheinlich, verbrannt oder getötet zu werden, auch wenn es nicht eindeutig war, ob man nun schuldig war.

    Was konnte denn ein angeklagter Mörder, eine angeklagte Hexe gegen seine/ihre Verurteilung vorbringen? Gelang es überhaupt, das Gericht von der Unschuld zu überzeugen???

    Aus deren Sicht kannte man sicher nichts anderes, doch was muss in einem Angeklagten vorgegangen sein ,der aufgrund irgendwelcher Zeugen, die ihre eigene Haut schützen wollten, als Mörder oder Hexe bezeichnet worden war?

    Ob man das damals, wenn auch vereinzelt schon als "unfair" und aussichtslos empfunden hat, oder eher als normal?
     
  11. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Es hat durchaus zeitgenössische Kritik am Wahnsinn der Hexenverfolgungen gegeben, z.B. von dem Arzt Johannes Weyer aus dem Herzogtum Cleve-Jülich-Berg aus dem Jahr 1563 oder dem prominentesten Ankläger gegen die Verfolgungen, dem Jesuitenpater Friederich von Spee aus Düsseldorf (s. http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2000/imp000404.html ), der über 160 verurteilten Hexen die Beichte abgenommen hatte.
    Über diese Kritik solltest du in jedem seriösen Buch zu dieses Thema auch weitere Informationen finden.
    An der Uni Bochum gab es im Sommersemester 2003 ein entsprechendes Geschichtsseminar (s. http://www.ruhr-uni-bochum.de/mittelalter1/seminarplan.html )
     
  12. SRuehlow

    SRuehlow Neues Mitglied

     
  13. Mercy

    Mercy unvergessen

  14. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    was Hexenaberglauben in der Neuzeit angeht habe ich ein interessantes Buch gelesen: Kruse, Johann - "Hexen unter uns.Magie und Zauberglauben in unserer Zeit" ,Verlag Schuster, Hamburg 1951.

    Vorstellungen aus der Hexenverfolgung des 15. Jahrhunderts wirkten in Deutschland noch bin in die Nachkriegszeit hinein... sogenannte "Hexenbanner" oder "Hexenmeister" boten gegen angebliche Verhexung den "Opfern" kommerziell Hilfe an... wobei nicht nur die Bibel sondern auch volkstümliche okkulte Bücher wie das 6. und 7. Buch Mosis ihre Anwendung fanden... sehr interessant zu lesen!
     
  15. shinobi

    shinobi Neues Mitglied

    Die Hexenverfolgung ist ja auch mitunter darauf zurückzuführen das der Bildungsstand der Allgemeinheit in dieser Zeit nicht sehr ausgeprägt war und oder auch bewußt niedrig gehalten wurde. Somit sind viele natürliche Phänomene die für uns heute selbstverständlich und plausiebel zu erklären sind damals für das Machwerk von finsteren Mächten gehalten worden. Krankheiten, Ernteausfälle, Unwetter, Unfruchtbarkeit waren alles Dinge die man sich nicht erklären konnte und bei denen man auch Sündenböcke brauchte die man, am besten öffentlich, zur "Verantwortung" ziehen konnte. Beliebt waren unter anderem Quacksalber die mitunter zu Hauf durch die Städte zogen um ihre dubiosen Waren und Dienstleistungen feil zu bieten.
     
  16. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Und ich glaube, dass es viele Gelehrte und die meisten aus dem Klerus selbst nicht besser wussten. Auch die Gebildeten haben gewissen Unfug gelernt, an denen sie sich hielten. Die wenigsten Menschen schienen weiter gedacht zu haben. Leute wie Newton, Keppler etc. waren für damalige Verhältnisse ja schon fast "Gott-gleich" =) Interessant finde ich aber auf jeden Fall Friedrich Spee, der auch an Hexen glaubte aber sah wie unfair die Prozesse waren, so dass er an die Richtigkeit der Geständnise gezweifelt hatte. Das war sein Ausgangspunkt, denn an Hexen glaubte er dennoch.
     
  17. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ich bezweifle, ob Friedrich von Spee persönlich an Hexen geglaubt hat. Er mußte allerdings vorsichtig sein, bei dem, was er schrieb. In seiner Cautio Criminalis sagt er, dass die Existenz von Hexen denkbar sei, dass er aber, unter den vielen Frauen, die er als Beichtvater betreute keine einzige Schuldige angetroffen habe. Er kritisiert vor allem den exzessiven Gebrauch der Folter, bei der nicht zuletzt die Angeklagten selbst nicht mehr Realität und Wahn voneinander unterscheiden konnten.

    Er stellt die rhetorische Frage, was die Folter vermag und kommt zu dem Schluß, "Sie vermag alles!" Jede Delinquentin werde am Ende gestehen, jeder Richter und Kommisar würde selbst zugeben, ein Zauberer zu sein, sofern nur lange genug gefoltert würde.
     
  18. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Schon klar aber ich weiß nicht, in wie fern er wirklich gesagt hat, dass er nicht glaubt, dass eine von den Verurteilten eine Hexe ist. Hab zwar vor langer Zeit mal Cautio Criminalis gelesen aber ich kann mich nicht mehr so recht erinnern, ob das im Buch vorkam. :rotwerd: Aber gut das ist für mich auch nicht das Wesentliche, sondern dass er den Mut hatte zu Reden und für mich war er ein toller Mensch.
     
  19. Mercy

    Mercy unvergessen

  20. Hulda

    Hulda Gast

     

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