Hexen?

Dieses Thema im Forum "Hexenverfolgung (1450-1750)" wurde erstellt von Sphinx-99, 15. April 2011.

  1. Sphinx-99

    Sphinx-99 Gesperrt

    Wann gab es Hexen und wie haben sie herausgefunden das es eine Hexe gab!
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Hexen gab es nie wirklich. Ich nehme an du meinst die Hexenverfolgung der frühen Neuzeit, richtig?

    Hast du hier schon nachgelesen:
    Hexenverfolgung ? Wikipedia
     
  3. Narhara

    Narhara Neues Mitglied

    Hexen?
    Sie zu finden war einfach...
    Hingehen und sagen "Uah Frau XYZ arbeitet mit Grünzeug (Kräutern), sie ist eine Hexe!"
    (Gut um nervige Nachbarn loszuwerden :3)
    *holt nicht weiter aus*

    Aber schade, dass man heutzutage seine Nachbarn nicht mehr so zum Schweigen bringen kann.... :( :D

    @hjwien: is deine Schwiegermutter so schlimm? =D
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wollen wir hier wirklich Mythen fortschreiben?
     
  5. Sphinx-99

    Sphinx-99 Gesperrt

    danke euch.
    Vielleicht haben sie es einfach angenommen wenn sie entwas seltsamen gemacht haben oder irgendwo gewonnen haben wo noch niemand gewonnen hat.
     
  6. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Was meinst du mit "gewonnen"?

    Besonders anfällig dafür, als Hexen denunziert zu werden, waren zum Beispiel Kräuterfrauen oder Hebammen.
    Starb ein Kind oder eine Mutter bei der Geburt, wurde Hebammen schnell ein böser Zauber unterstellt.
    Kräuterfrauen wurde ihr Wissen über div. Kräuter und ihre Wirkung zum Verhängnis. Ihnen wurde unterstellt, Tränke zuzubereiten, das Vieh zu verhexen oder Ernten zu vernichten.
    Besonders in eher schlechten Zeiten, bei Missernten oder Krankheiten, wurde jemand gesucht, dem man die Schuld geben konnte. Und wenn es da Leute gab, die über ungewöhnliches Wissen oder ungewöhnliche Fähigkeiten verfügten, war das gleich verdächtig.

    Aber ich hoffe, dir ist klar, dass es Hexen natürlich nicht gab und gibt. Von daher kann man Hexen auch nicht "erkennen", wie du es nennst.
     
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  7. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Leider (!) gab es nie Hexen und Zauberer.

    Mit den Wörtern Hexen, Hexenverfolgung usw. wird meist der Zeitraum der spanischen Inquisition gemeint sowie überhaupt die Inquisition.

    Aber das Wort "Hexe" ist älter, es taucht schon im althochdeutschen (im frühen Mittelalter) auf: "hagazussa" (althochdeutsch) und "haegtessa" (altenglisch). In dieser Zeit, also dem frühen Mittelalter (6.-10. Jh. ganz ungefähr), war die Kirche damit beschäftigt, in vielen Gegenden zu missionieren. Hierbei wurden die Götter oder Gottheiten der Heiden (z.B. der germanischen und slawischen Heiden) zu Dämonen erklärt und damit der Glaube an diese zum Dämonenglauben. Im Altenglischen findet sich ein Glossarium (Wörterbuch), welches das altenglische Wort "vaelcyrea" als "parca, venefica, herbaria" (lateinisch Parze (Schicksalsfrau), Zauberin/Hexe, Giftmischerin) übersetzt. Heidnische Praktiken und Vorstellungen wurden also dämonisiert, zur Hexerei erklärt und damit verboten.

    Aber schon vorher, bei den Römern, gab es auch die Begriffe Wahrsagerei, Hexerei, Zauberei usw. und auch die Vorstellung, dass Hexen und Zauberer mit Kräutern, Elixieren, Tränken usw. hantieren, den bösen Blick haben oder sonstigen Schadenszauber veranstalten.

    So geriet allso beinahe jeder, der mit Kräutern etc. umging später in den Verdacht der zauberei und Hexerei - und das war dann natürlich der Anlaß, solchen veremintlichen "Zauberern und Hexen" den Garaus zu machen.
     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Was meinst Du damit konkret? Die meisten Hexenprozesse fanden vor weltlichen Gerichten statt - allerdings nach den Grundsätzen des Inquisitionsverfahrens.

    Da ist man in diversen Magieforen und der Esoterikszene anderer Ansicht ... :pfeif:
     
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  9. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    die Zeitepoche(n), in denen Hexenverfolgungen gehäuft stattfanden und deren (sagen wir mal) religiös-fanatische Inspiration

    =)
     
  10. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    hier muss ich mich korrigieren:
    es gibt eine doch eine Hexe, und zwar eine sehr furiose - die russische Hexe Baba Yaga; sie fegt grimmig wie eine Furie über die Klaviatur, und zwar in dem Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski. Und sie ist langlebig: das tut sie seit 1874.
     
  11. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    @sphinx99, du hast die Frage gestellt, Lili hat dir in Beitrag 2 den sehr umfassenden Wikiartikel verlinkt.
    Wenn dir noch etwas unklar ist, frage einfach konkret nach.
    Und laß dich nicht von den witzig gemeinten Antworten verwirren.
     
  12. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    also wegen meiner einfach dargestellten Worterklärung zu "Hexe" musst Du mir nicht grimmig sein :winke:
     
  13. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Ich habe gerade etwas verwundert folgenden Satz bei Wikipedia gelesen:

    Kann das jemand bestätigen? Das ist mir jetzt nämlich neu.
    Ich kenne bei den Germanen lediglich die Seherinnen und Seher und die waren sogar sehr angesehen:

    Der Glaube an die seherische Gabe bewirkte eine göttliche Verehrung einiger Schicksalsverkünderinnen und deren bedeutenden Einfluß auf die Politik. Die berümteste Seherin war wohl Veleda aus dem Stamm der Brukterer. Sie wohnte in einem Turm und ein von ihr Bevollmächtigter übermittelte wie ein Dolmetscher einer Gottheit sowohl die an sie gerichteten Fragen, als auch ihre Antworten. Als Zeichen der Verehrung erhielt sie während des Bataveraufstandes viele kostbare Geschenke (Tacitus, Hist. 4, 54-79, 5, 14-26). Ihr Wort galt bei Verträgen und bei Entscheidungen über Krieg und Frieden (Tacitus, Hist. 4, 54-79, 5, 14-26).

    Zu den Seherinnen gehörten auch Albruna (Tacitus, Germ. 8) und Ganna. Diese begleitete den Semnonenkönig Masyos auf einer Reise nach Rom zum Besuch des Kaisers Domitian (Dio Cassius 67, 5, 3).

    Nur einmal erwähnt die Überlieferung einen Seher, den der römische Kaiser Domitian aus Germanien an seinen Hof kommen ließ. Dieser Seher wurde vom Kaiser zum Tode verurteilt, weil er - wegen eines Blitzschlags befragt - einen Umschwung der Dinge prophezeit hatte. Domitian soll am gleichen Tage der Weissagung gestorben sein (Suetonius, Domitian 16).
     
  14. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das ist mir auch neu.
    Soweit ich weiß, gab es allerlei religiöse Bräuche, darunter auch das Glauben an die Wirksamkeit magischer Sprüche und Schadenszauber etc, weswegen ja apotropäische Amulette und magische Abwehrsprüche in Gebrauch waren.
    Jordanes Origo Gotica nennt "haljurunnae", "zauberkundige" (womöglich nekromantische? so bei H. Wolfram, die Goten) Gotinnen, die ausgestoßen wurden wegen ihrer Praktiken.
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Mir will sich der aus Wikipedia zitierte Abschnitt nicht erschließen.
    "Die vorchristlichen Germanen kannten die Verbrennung von Schadenszauberern seit frühester Zeit." (Quelle?)
    "Im karolingischen Frühmittelalter gab es jedoch keine Hexenverfolgung." Dies wird dann mit einem Gesetz belegt, anhand dessen KdG angeblich die Verfolgung dann doch bestätigt. Dieses Gesetz wird nach einem Machwerk des 19. Jahrhunderts, welches sich ganz dem Kulturkampf verschrieben hatte und welches heute kein Historiker mehr ernst nimmt (9-Millionen-Theorie), zitiert.
     
  16. Faydida

    Faydida Neues Mitglied

    So wie ich das verstehe, wurden im frühen Mittelalter nicht angebliche Hexen verfolgt, sondern diejenigen, die behaupteten, es würde Hexen geben. Interessant dazu ist auch: Canon episcopi
     
  17. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Deshalb fragte ich nämlich auch, ob das jemand bestätigen kann - anhand einer Quelle oder so. Das Gesetz Karls des Großen scheint mir auch kein zwingender Beleg zu sein und wenn du meinst, das ist noch nicht einmal sicher...
    :hmpf:

    Und dann zählt die Zeit von Karl dem Großen für mich sowieso auch nicht mehr als "früheste Zeit". Die Franken waren seit mehreren Jahrhunderten bereit christianisiert. Nur gerade unterworfene Stämme wie die Sachsen vielleicht noch nicht...

    Unter "früheste Zeit" bei den Germanen zähle ich gerade noch die Zeit von Arminius und die Zeit davor...
     
  18. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Dass Frauen, die heilende Kräuter und "geheimnisvolle" Substanzen mischten, zur Zeit des Hexenwahns mehr als andere der Hexerei verdächtigt wurden, ist eine vielfach bezeugte Tatsache.
     
  19. Cephalotus

    Cephalotus Aktives Mitglied

    Die einzelnen Wellen oder Vorkommnisse von Hexenprozessen weisen je nach Zeit und Region große Unterschiede auf, so dass man dies auf jeden Fall nicht als allgemeingültig ansehen kann.

    Der Fokus bei den Beschuldigten in Hexenprozessen mag bisweilen tatsächlich auf Hebammen und heilkundigen Frauen gelegen haben, es gibt aber auch genug Beispiele, bei denen diese Aspekte überhaupt keine Rolle spielten. Das gilt im Prinzip auch für die Aussage, dass die Opfer von Hexenprozessen überwiegend Frauen waren. Dies dürfte zwar in der Mehrzahl der Verfahren zugetroffen haben, aber auch hier gibt es Gegenbeispiele, so dass man auch diese Aussage nicht verallgemeinern darf (ich erwähne an dieser Stelle mal die Hexenprozesse, die Hermann Löher beschrieben hat).

    Viele Grüße

    Bernd
     
  20. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Es waren aber meistens eben nicht pharmakologische Experimente, die dazu führten, dass Frauen der Hexerei bezichtigt wurden, sondern vielmehr das Fehlen sozialer Bindungen und sozialer Schutzmechanismen. Die Opfer des Hexenwahns waren extrem heterogen, es wurden sowohl Dienstmägde wie auch Angehörige der Oberschicht verhaftet und exekutiert. Was sich aber in vielen Hexenjagden zeigte, war, dass zu Beginn der Verfolgungen die Opfer meist Witwen waren, mit einigem Vermögen, bei denen aber soziale Schutzmechanismen nicht griffen, die keine namhafte Verwandschaft mehr besaßen, die sie Schützen konnte und die oft von Neidern denunziert wurden.
     

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