Hilfe Transkription

Dieses Thema im Forum "Historische Hilfswissenschaften mit Genealogie" wurde erstellt von Pausanias, 13. Mai 2020.

  1. Pausanias

    Pausanias Mitglied

    Moin, ich bräuchte Hilfe bei einer Transkription. Ich bin dabei, einige alte Unterlagen, die bei uns rumliegen, zu entziffern.
    Meine bisherige Transkription:

    Wegen Unterwegung?,

    erschienen Kläger und Beklagter, letzterer

    ? seiner Ehefrau. Dieselben verein-

    barten sich dafür:

    1. Die aufgeschoßene Dammstelle beim Deich

    Wird vom Kläger wieder eingebracht? Und

    man diesen das ? dazu gesetzt und unterhalten.

    2. Für die Unterwegung nach des Klägers

    Lande wird ein ? von dieser gedachten

    Dammstelle an; aus dem Lande Des Angeklagten

    Bis nach dem Lande des Klägers abgeschoßen?,

    welchen Graben man beiden zur Hälfte gemacht

    und unterhalten wird.

    (2) 3. Kläger benutzt den abgeschoßenen? Weg

    Und bezahlt dafür ? Grundheuer jährlich von

    Mai 1841. An ? Gold an den zeiti-

    gen Eigenthümer des Landes. Bei ?

    der Größe des Wegs wird aber in der

    wird aber in der ganzen Länge desselben in der Breite einer

    Wagenspur, nämlich fünf Fuß, abgewe…, für

    Welches Land nichts an Grund x bezahlt

    wird. Außerhalb der gemeinsamen Wagen-

    spur wird bis ans Wasser nach beiden Seiten

    ?.

    Ad H. die bisherigen Amtskosten bezahlt

    Kähler zu 2/3 und Fohlsen zu 1/3.

    ? und genehmigt

    In fidem

    W. Groniger

    Es wäre nett, wenn mir jemand bei den Lücken helfen könnte :)

    Akte-1.jpg Akte-2.jpg
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    wegen Unterwegung
    erschienen Kläger und Beklagter, letzterer
    Namens seiner Ehefrau. Dieselben verein-
    barten sich dafür:
    1. Die aufgeschoßene Dammstelle beim Deich
    wird vom Kläger wieder eingebracht und
    von diesem das Gat[?] dazu gesetzt und unterhalten.
    2. Für die Unterwegung nach des Klägers
    Lande wird ein Weg von dieser gedachten
    Dammstelle an; aus dem Lande des Angeklagten
    bis nach dem Lande des Klägers abgeschossen
    welcher Graben von beiden zur Hälfte gemacht
    und unterhalten wird.

    Unterwegung wollte ich zuerst nicht glauben, aber scheint zu stimmen.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    3. Kläger benutzt den abgeschossenen Weg
    und bezahlt dafür an Grundheuer jährlich von
    Mai 1841. an CR uthe[?] 12 gr. Gold an den zeiti-
    gen Eigenthümer des Landes. Bei Nachmes-
    sung
    der Größe des Wegs wird aber in der
    ganzen Länge desselben in der Breite eines
    Wagenspurs [der Wagenspur? des Wagenspurs? Komisch], nämlich fünf Fuß, abgerechnet, für
    welches Land nichts an Grundheuer bezahlt
    wird. Außerhalb der genannten Wagen-
    spur wird bis ans Wasser nach beiden Seiten
    gemessen.
    Ad H. die bisherigen Amtskosten bezahlt
    Kähler zu 2/3 und Fohlsen zu 1/3.

    Vorgelesen und genehmigt

    In fidem

    W. Groniger
     
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  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Stimmt nicht! Es heißt Ueberwegung.
     
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  5. Pausanias

    Pausanias Mitglied

    Vielen Dank!
    "Gat" könnte ein Gatt sein, Plattdeutsch für Loch oder Öffnung.
     
  6. Pausanias

    Pausanias Mitglied

    Das ergibt mehr Sinn!
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Das ist nie und nimmer ein G (vgl. das Wort Gold). Ich lese Heck - ergibt das Sinn?
     
  8. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ja, Heck wie Hecke. Das hatte aber im Niederdeutschen von Region zu Region verschiedene Zusatzbedeutungen. Auch im Zusammenhang mit Deichen mag es Besonderheiten geben. Die Bedeutungen 'Hecke, Wallhecke, Bewuchs eines Walls, Landwehr' wären meines Wissens aber allgemein.
     
  9. Pausanias

    Pausanias Mitglied

    Heck würde auch Sinn ergeben. Mit Heck bezeichnet man ja auch ein Weidegatter, hier in der Region die geläufige Bezeichnung dafür.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich habe zuerst etwas mit Anbe...gung lesen wollen, aber das ergab einfach keinen Sinn und als dann Weg kam, habe cih Pausanias geglaubt. Wie kann man auch -Ü- -Ue- schreiben? Wer soll denn das ahnen? ;)
    Heck statt Gat - stimmt. Ich habe -ec- gemeinsam als -a- gelesen. Jetzt ist offensichtlich, dass Heck richtig ist.
     
  11. Pausanias

    Pausanias Mitglied

    Ich habe noch ein weiteres Dokument, wo ich um eure Mithilfe bitten würde. Diesmal ein Grundheuervertrag, ist etwas länger als der vorherige Text.
    Ich bin inzwischen nicht mehr sicher, dass der Mann Fohlsen heißt, ich tendiere inzwischen eher zu Johlsen.

    Seite 1

    Kund und zu Wissen
    sey hiermit jedermann, insonderheit dem
    daran gelegen, dass heute zwischen
    Sibt Reinhard Dierks zu Kleinfedder-
    warden mit Hermann Johlsen zu Großfedder-
    warden nachstehenden Grundheuer
    Contract ? und geschlossen
    worden ist.
    1. ? Sibt Reinhard Dierks
    Tritt von einem ihm zuhörigen ? ?
    ?, welches/r im Nordosten an
    den neuen Fedderwarden ?,
    im Nordwesten an den Fedderwar-
    der Weg, im Westen an …
    Etmers? Erben Land und im Süden
    an gedachten Dierks Land benachbart
    ist an genannten Hermann Johlsen
    vom 1. May 1823 ein halbes /:½:/ Jück
    ? ? zum Hausbau auf
    Grundheuer zu ewigen Tagen ab.

    Seite 2
    2.

    Zahlt der Grundheuermann Johlsen
    an Grundheuer alljährlich und zwar
    auf Maytag? jeden Jahrs drey
    und einen halben /:3 ½:/ Reichsthaler
    Gold Grundheuer, welche am Maytag
    1824 zum ersten Male entrichtet
    werden.
    3.
    Wird der Graben, welcher zwischen
    den Gründen des ? Dierksund des Grundheuermanns Johlsen
    die Gränze macht, und die ?
    Weite von acht Fuß haben soll,
    zur Hälfte von dem ?
    eingegebenen halben Jücke, zur
    anderen Hälfte aber von dem
    Lande des ? Dierks
    ? und ist der Grundheu-
    ermann Johlsen verpflichtet, diesen
    Graben zu ? und zu wenigen?
    Tagen allein zu unterhalten.

    Seite 3


    Auch nicht Letzterer die von den
    ihn eingegrabenen Gründen zu un-
    terhaltenden Gräben dem Herkommen
    nach und so wie es rechts? Ist
    für ewige Zeiten im ?
    ? unterhalten.
    4.
    Müssen Dierks und dessen Nachkommen
    Wie es bey Grundheuercontracten
    gebräuchlich ist, die heuerschaftlichen
    und öffentlichen Abgaben von dem
    ? gedachten halben Jücke für
    immer tragen, wogegen es
    sich von selbst versteht, daß der
    Grundheuermann Johlsen die von
    dem zu erbauenden Hause gehen,
    den ?, ? alle Steuer
    lasten mitgerechnet werden, tragen muß.
    Urkundlich alles dessen ist diesen
    Grundheuercontract auf gehörigen

    Seite 4
    ? niederzuschreiben
    und von beyden Contrahenten,
    nachdem sie allen wider denselben
    erdenklichen Einwenden? und Ausflüch-
    ten, namentlich den Einwenden
    der Verletzung über oder unter
    der Hälfte ausdrücklich entsagt
    hatten, ? ?
    So geschehen zu Tossens dem siebten
    Januar 1823.
    Scan_20200512 (3).jpg Scan_20200512 (4).jpg Scan_20200512 (5).jpg Scan_20200512 (6).jpg
     
  12. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Eindeutig Johlsen, nicht Fohlsen.

    Habe Deine Transkription nicht Wort für Wort verglichen, sondern bin nur die Fragezeichen durchgegangen:


    Seite 1
    [...]
    Contract verabredet und geschlossen
    worden ist.
    1. Obengedachter Sibt Reinhard Dierks
    Tritt von einem ihm zuhörigen schmalen Stück
    Landes, welches/r im Nordosten an
    den neuen Fedderwarden Einlagedeich
    im Nordwesten an den Fedderwar-
    der Weg, im Westen an …
    Detmers? Erben Land und im Süden
    an gedachten Dierks Land benachbart
    ist an genannten Hermann Johlsen
    vom 1. May 1823 ein halbes /:½:/ Jück
    alter Maaße zum Hausbau auf
    Grundheuer zu ewigen Tagen ab.
     
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  13. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Seite 2
    [...]
    den Gründen des Verheuerers Dierks
    und des Grundheuermanns Johlsen
    die Gränze macht, und die öbere [obere?]
    Weite von acht Fuß haben soll,
    zur Hälfte von dem dem Letztern
    eingegebenen halben Jücke, zur
    anderen Hälfte aber von dem
    Lande des Verheuerers Dierks
    genommen und ist der Grundheu-
    ermann Johlsen verpflichtet, diesen
    Graben zu schießen und zu ewigen
    Tagen allein zu unterhalten.

    Seite 3


    Auch nicht Letzterer die von den
    ihn eingegrabenen Gründen zu un-
    terhaltenden Gräben dem Herkommen
    nach und so wie es recht ist
    für ewige Zeiten im schaufreyen
    Stande
    unterhalten.
    4.
    Müssen Dierks und dessen Nachkommen
    Wie es bey Grundheuercontracten
    gebräuchlich ist, die heuerschaftlichen
    und öffentlichen Abgaben von dem
    mehrgedachten halben Jücke für
    immer tragen, wogegen es
    sich von selbst versteht, daß der
    Grundheuermann Johlsen die von
    dem zu erbauenden Hause gehen,
    den Onera, worunter alle Steuer
    lasten mitgerechnet werden, tragen muß.
    Urkundlich alles dessen ist diesen
    Grundheuercontract auf gehörigen

    Seite 4
    Stempelpapier
    niederzuschreiben
    und von beyden Contrahenten,
    nachdem sie allen wider denselben
    erdenklichen Einreden und Ausflüch-
    ten, namentlich den Einwenden
    der Verletzung über oder unter
    der Hälfte ausdrücklich entsagt
    hatten, eigenhändig unterzeichnet.
     
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  14. Pausanias

    Pausanias Mitglied

    Vielen Dank!
     

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