Hitlers Ansicht über die verschiedenen Rassen

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Gast, 15. September 2009.

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  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo!
    Welche Rassen gab es nach Hitler und worin unterschieden diese sich?Welche Rasse war nach Hitlers Ansicht die gefährligste Rasse und was sind ihre Waffen(der gefährlichsten Rasse?)?
    Wäre nett, wenn mir einer weiter helfen könnte.
    Danke im Voraus!
     
  2. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

  3. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Lesestoff hast du ja jetzt erst einmal erhalten.

    Was die "Gefährlichkeit" der Rassen angeht.
    Für Hitler gab es nur eine Rasse. Alle anderen waren in seinen Augen unwürdig. Also würde ich vielleicht nicht unbedingt von "Gefährlichkeit" sprechen. Zu seiner krankhaften Rassenideologie gibt das Internet genug her.
     
  4. funky bits

    funky bits Neues Mitglied

    In "Mein Kampf" unterscheidet Hitler sehr wohl zwischen Juden und zb. dem slawischen Volk.
     
  5. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Du meinst sicher "nur eine positive zu bewertende, zur Herrschaft bestimmte Rasse".
    Von einem "slawischen Volk" - was immer damit gemeint sein könnte - ist explizit nicht die Rede. Hitlers "krankhafte Ideologie" unterschied drei Gruppen:
    a) Kulturbegründer (= Arier)
    b) Kulturträger (z. B. Japaner, aber auch andere Völker/Rassen)
    c) Kulturzerstörer (= Juden)
    Das reichte aus, um eine inhumane "Rassenpolitik" zu formulieren; weitere mehr oder weniger krude Differenzierungen überließ er den "Rassenkundlern".
     
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  6. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Sicher mein ich das, - alles andere wäre ja fatal :nono:

    Aber du hast recht, das habe ich nicht klar ausgedrückt.
     
  7. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Das sehe ich auch so. Für den Fall das wir beide uns irren, hätte ich doch gerne eine etwas genauere Quellangabe von unserem Funky. (Kapitel/Seitenangabe wäre nicht schlecht).
     
  8. Mercy

    Mercy unvergessen

    Adolf Hitler schrieb 1928 in seinem „Zweiten Buch“, der nationalsozialistische Staat habe im eroberten Ostland “diese rassisch fremden Elemente...abzukapseln...oder er musste sie überhaupt kurzerhand entfernen.“

    Slawenfeindlichkeit ? Wikipedia
     
  9. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Was die angebliche "Gefährlichkeit" der "jüdischen Rasse" betrifft, so ist die Ratten-Metaphorik in dem Propagandestreifen "Der ewige Jude" (1940) recht anschaulich. Gerade wenn es um eine Kombination aus biologistisch-pseudowissenschaftlichen und vulgären Stil geht.
     
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wichtiger Hinweis!

    Die Gruppierung von @jschmidt ist um die Zuordnung des (im nationalsozialistischen Sprachgebrauchs so bezeichneten) "slawischen Untermenschen" gegenüber den Kulturbegründern bzw. Kulturträgern zu ergänzen. Der Hinweis auf Hitlers 2. Buch wurde gegeben. Dieses "Untermenschentum" ist Ausgangspunkt der Stoßrichtung vom Raum im Osten, dessen Raumgreifung diesem so gesehenen Recht im Völkerkampf folgte. Hitlers Verhältnis zu den Slawen könnte man mit "dienen oder vernichten", je nach Nützlichkeit bzw. Zweckmäßigkeit beschreiben. Rußland wird als "Kuchen" definiert, den man aufteilen müsse (so im Juli 1941).

    Ergänzend wäre auf die immer wieder, geradezu massenhaft auftauchende Verbindung von "jüdisch-bolschewistisch" im Feindbild hinzuweisen, der Kombination des jüdischen und kommunistischen Feindbildes für den Osten. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung Hitlers, das diese "jüdisch-bolschewistische"" Kombination Osteuropa (speziell die UDSSR) beherrscht. Der spätere Vernichtungskrieg richtete sich somit

    1. gegen diese so definierte "jüdisch-bolschewistische" Führungsschicht, die in Hitlers Weltbild den Osten beherrrscht
    2. gegen die "slawischen Untermenschen", dort wo sie als "Verbraucher" der Nahrungsüberschüsse etc. (also in den "Zuschussgebieten" außerhalb des "Schwarzerdegebiets" Ukraine) auftrat und in der Ausbeutung aus nationalsozialistischer Sicht als störend bzw. nutzlos definiert wurde.

    Ein weiterer Aspekt wäre, wie Hitler dieses Slawentum als Gefahr sah. Auch hier lassen sich Hinweise finden, die auf die Darstellung abstellen, dass die östlichen Völker mit ihrer Masse (und ihrem so gesehenen "Drang nach Westen") eine Bedrohung für das Deutsche Reich darstellen würden. Dafür muss man außer den zwei Büchern Hitlers die sonstigen Reden (1928-1940) heranziehen.
     
  11. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Halb so wichtiger Hinweis zum wichtigen Hinweis! :winke:

    Was Du hier ergänzt hast, ist - ebenso wie die Hinweise von Mercy und Maglor - völlig richtig. Freilich bezog ich mich bei meinem Hinweis ausschließlich auf "Mein Kampf" (1925/26). Ein slawisches Volk gibt es darin nicht; Wortverbindungen mit "slaw" kommen darin 26-mal vor, die explizite Verbindung mit "Rasse" zweimal, der Begriff "Untermensch" existiert darin (noch) nicht.

    Wenn Hitlers von den Slawen schreibt, dann bezieht er sich größtenteils auf die slawischen Völker in der Donaumonarchie und deren Kampf gegen die dort herrschende Schicht, eben gegen die Deutschösterreicher; sein Hass richtet sich dabei gegen jene, die einen Ausgleich mit den Slawen suchen, insbesondere (S. 174) gegen den "größten Slawenfreund", Thronfolger Franz Ferdinand.

    Zu diesem Zeitpunkt hat sich für Hitler, so meine ich, die Alternative "dienen oder vernichten" in Bezug auf die Slawen (noch) nicht gestellt. Es ist richtig, dass er die slawische Rasse als "minderwertig" ansah (S. 742), jedoch unter germanischer (sprich: deutscher) Anleitung als kulturfähig. Bei der "Wiederaufnahme der Ostland-Politik" handele es sich deshalb nicht um einen "neuen Alexanderzug", sondern das Ziel bestehe "in der emsigen Arbeit des deutschen Pfluges, dem das Schwert nur den Boden zu geben hat" (S. 743).

    Hitler sieht sich insoweit in der Nachfolge der mittelalterlichen Ostkolonisation: Das russische Volk (und alle andere nichtarischen ebenfalls) habe immer einer überlegenen "Intelligenz" bedurft, die "dessen staatlichen Bestand herbeiführte und garantierte"; das seien über Jahrhunderte die Germanen gewesen. Durch die Revolution sei aber die "obere leitende Schicht", eben die germanische, durch die jüdische ersetzt worden. Mit diesen aber könne es keine Art von Zusammenarbeit geben: "So liegt schon in der Tatsache des Abschlusses eines Bündnisses mit Rußland die Anweisung für den nächsten Krieg. Sein Ausgang wäre das Ende Deutschlands" (S. 749).

    Ich bitte um Verständnis, wenn ich sozusagen "genetisch" argumentiere: Wenn Hitler 1925/26 geschrieben und verkündet hätte, er wolle aus rassischen Gründen sämtliche Juden, deren er habhaft werden könne, umbringen und alle Slawen in Südost- und Osteuropa versklaven oder gar vernichten, so hätte das vermutlich manche Anhänger doch abgeschreckt und die öffentliche Meinung im In- und Ausland in eine schärfere Abwehrposition gedrängt. Die Auffassung etwa, dass sich Hitlers "eliminatorischer Antisemitismus" erst im Laufe der Zeit entwickelt und ab 1941 - im Kontext des Vernichtungskrieges - in die Tat umgesetzt wurde, ist deshalb plausibel, und eine ähnliche Genese könnte auch bei seiner Einstellung gegenüber Polen, Russen usw. vorliegen.
     
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  12. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wir sind hier -glaube ich - nicht weit auseinander, und ich hatte verstanden, dass Du auf die Darstellung in "Mein Kampf" abgestellt hast. Bezüglich der Bewertung würde ich jedoch anders vorgehen:

    1. stellen Hitlers zwei Bücher weder eine vollständige noch im Wortlaut eine konsistente Wiedergabe seiner rassischen Vorstellungen dar. Mindestens wären hier seine Reden etc. 1923-1929 einzubeziehen, um die rassischen Vorstellungen hinreichend zu beschreiben.

    2. Würde ich eher auf die daraus hervorgehenden Strukturen als auf Textbestandteile und somit den Wortlaut abstellen. Dazu paßt die auch von Dir angerissene These, dass sich seine rassischen/völkischen Vorstellungen in den frühen Wiener und Münchener Jahren im wesentlichen bereits herausgebildet und somit verfestigt haben. Folgt man dieser These, sind die Bausteine aus vielen Äußerungen zusammenzufügen.

    3. sind bei Hitler Beispiele einer textlichen Flexibilität zu finden, die im Zeitablauf auch Widersprüche je nach politischer Zweckmäßigkeit und kurzfritiger Lage aufdecken. Das läßt sich nur untersuchen, indem der Zeitraum für die Betrachtung von Äußerungen Hitlers nicht zu eng eingegrenzt wird.


    Schaut man nun auf die Details, hast Du einen weiteren wichtigen Punkt erwähnt: das Hitlersche Bild des Ostens von einer "Volksmasse", die der "germanischen Oberschicht" entkleidet worden ist und damit einer erneuten "germanischen Kolonisation" zugänglich ist. Gepaart mit sozialdarwinistischen Gedankengut, wird die (für Hitler) logische Konsequenz offengelegt: "dienen oder vernichten", quasi als Lösung für das (deutsche) "Volk ohne Raum". Wie anders als "dienen oder (Nicht-Nützliches-)vernichten" soll denn diese Raumfrage sonst interpretiert werden können, zumal sie zeitgenössisch regelmäßig der "Ernährungsfrage" gleichgesetzt wurde? Ich sehe diesen "eliminatorischen" Faktor daher durchaus bereits in den Hitlerschen Grundstrukturen der 20er Jahre angelegt, ob nun formuliert und textlich nachweisbar oder eben als unausgesprochene Konsequenz.


    Solche Betrachtungen schwenken aber über auf die Fragestellung, was sich tatsächlich im Ablauf der Ereignisse bis 1941 als "neu" darstellt, und was dem gegenüber früher formuliert worden ist, also in einer Art Dynamik unterlag.

    Der Juli 1941 ist gegenüber dem September 1939 an sich nichts Neues, wenn auch in anderen Quantitäten: Bereits zum Polenfeldzug als erstem Ostfeldzug wird die Vernichtung der (polnischen) Oberschicht gefordert. Den Hinweis auf die Vernichtung der Juden - hatten wir hier an anderer Stelle - findet sich bereits im Januar 1939 in der Hitler-Rede (auch hier schwingt mit, dass bei Bezugnahme Hitlers auf die "jüdisch-bolschewistische Verschwörung einerseits, und die jüdisch-kapitalistische Verschwörung andererseits eine Ober- bzw. Führungsschicht angesprochen ist).

    ME spricht nichts in Hitlers Reden und Schriften dafür, dass dieser Eliminationsgedanke der "Raumfrage" im Osten erst zu diesem Zeitpunkt hinzugetreten ist. da Raum- und Ernährungsfrage bei Hitler synonym zu verstehen sind, spricht eher vieles dagegen. Die Widerlegung kann auch nicht dadurch geführt werden, dass sich zuvor keine explizite "Vernichtungsforderung" findet, etwa aus den von dir genannten politischen Gründen.
     
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Fast unbekannt ist folgende Ausführung von Hitler, jedenfalls wird sie wenig zitiert:

    "Wenn ein Volk [= angesprochen ist Rußland bzw. Slawen] das ohnehin selbst keine staatsbildende Kraft besitzt, ja kaum staatserhaltende Fähigkeiten sein eigen nennt, eine so entschlossene Führung als Herrn erhält, dann kann ... ein Wandel der Verhältnisse [meint: von innen!] nicht mehr eintreten. Die alte, im großen und ganzen dem Blute nach germanische Oberschicht Rußlands wurde von den Juden abgehoben und umgebracht. Das war der Sinn der Oktoberrevolution im Jahre 1917. Nur wenn eine neue Herrenschicht in Rußland kommen sollte, die das Judentum tötet und sich selbst an dessen Stelle setzt, wird der Bolschewismus wieder zu vergehen vermögen."
    (Hitler, in: Politik der Woche, Illustrierter Beobachter vom 30.3.1929)

    Das Zitat ist deshalb bemerkenswert, weil es den Mechanismus der Vernichtungskriege im Osten vom September 1939 (Polen) und Juni 1941 (UdSSR) gerade vorwegnimmt und 10 Jahre vor den "Prophezeiungen" vom 30.1.1939 und 1.9.1939 datiert ist.

    Die Äußerung nimmt präzise die Anweisungen vorweg, die 1939 zur Tötung der polnischen Oberschicht und dann 1941 in der Hitler-Terminologie gegen die "jüdisch-bolschwistische Oberschicht" in Rußland herausgingen. Hier ist auch ein Gegensatz zu Westeuropa/Skandinavien zu sehen (trotz "Todfeind Frankreich"), bzw. zum Balkan, der Hitler bis auf Rohstofffragen kaum interessiert. Die Äußerung folgt Hitlers Anschauung vom Raumerwerb im Osten bzw. präzisiert, wie er sich diese "Raumgreifung" vorgestellt hat: "Kampf um den ernährenden Boden", "das Brot zum Land zu erringen, kostet nicht mehr Blut als ..."
    (zB Rede 25.4.1929, Glauchau)


    Zu seiner textlichen Flexibilität, die Raumfrage, Vernichtungsgedanken, Bedrohung aus dem Osten, Bundesgenosse im Osten usw. verbindet: Die Grundstruktur "Raum im Osten" (=Vernichtungskrieg) hielt Hitler nicht davon ab, soweit erforderlich und politisch opportun in andere Gedankengänge einzusteigen. Dazu muss man nicht erst den Hitler-Stalin-Pakt 1939 bemühen, auch diese Gedanken sind in seiner frühen Einkreisungsphantasie vom "jüdischen Kapitalismus im Westen" und "jüdischen Bolschewismus im Osten" bereits enthalten. Das folgende Zitat zeigt die Flexibilität, temporär die Grundstrukturen von Raumgewinn/Kolonisierung/Vernichtung zu verlassen:

    "..., was hat das Bündnis mit Rußland für einen Wert für Deutschland, wenn wir bedenken, dass zuletzt zwischen Deutschland und Rußland ein Pufferstaat [=Polen] steht und dass wir wieder einen Bundesgenossen mit militärisch minderwertigen Qualitäten besitzen. Ich glaube nicht daran, dass man mit Sklavenarmeen Weltgeschichte machen kann. Deshalb glaube ich auch nicht, dass Rußland Geschichte im großen Sinn machen wird. Ich glaube nicht, dass man mit Sklaven die Welt erschüttern kann."
    (Rede in Berlin, 13.7.1928, "Der Angriff" vom 17.6.1929)


    Wie wenig er hier mit der Gleichsetzung "Slawen/Russen = Sklaven" die konstante Linie verläßt, zeigt folgendes Beispiel:

    "Wir Nationalsozialisten wollen das Volk von dem wirtschaftlichen Druck und den sozialen Ungerechtigkeiten befreien, und deshalb müssen wir dafür sorgen, dass jeder Volksgenosse seine Nahrung erhält, ...und von diesem Gesichtspunkte aus gilt es, eine Ostorientierung und Ostkolonisation wie einst im Mittelalter einzuschlagen. ... nur eine weitsichtige Kolonialpolitik, nicht in anderen Weltteilen, sondern in Europa, an unseren Ostgrenzen, wird eine Gesundung unserer Rasse ermöglichen."
    (NSDAP-Führertagung in Berlin, VB vom 25.2.1926)

    Die "Kulturfähigkeit" von Völkern im Osten (von Hitler wird Rußland mehrfach als Völkersammelsurium beschrieben) kommt darin nicht vor, vielmehr wird diese Fähigkeit oben im ersten Zitat abgesprochen. Darauf wollte ich hinaus, das Bild vom zum verteilenden "Kuchen UdSSR" ist schon früh nachweisbar.
     

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