Hitlers Machtergreifung

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von karek, 23. Mai 2004.

  1. karek

    karek Gast

    Könnte mir jemand sagen welche Gestze und Vorschriften Hitler nach seiner Machtergreifung, nach seiner Ernennung zum Reichskanzler 1993, eingefürht hat? (z.Bsp. das Ermächtigungsgesetz) Danke
     
  2. wthurner

    wthurner Gesperrt

  3. Mercy

    Mercy unvergessen

  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  5. matte

    matte Gast

    Warum bzw. wie haben die ganzen aktionen von hitler funktioniert? Es wäre nett wenn sie mir tipps geben könnten oder auch links wo ich nachschauen kann.

    mfg matte
     
  6. Machiavelli

    Machiavelli Neues Mitglied

    Innenpolitisch durch:

    -Billigung der antidemokratisch und antikommunistischen alten Eliten insb. der Kamarilla um Hindenburg und der Reichswehr

    -Die traditionelle Schwäche und Obrigkeitshörigkeit des dt. Bürgertums im Vgl. zu England und Frankreich

    -Den Wunsch der Mehrheit des dt. Volkes nach Führung und Stabilität, dem zuliebe es bereit war auf indiv. rechte zu verzichten und Gewalt als notwendiges Übel auf dem Weg hin zur Ordnung zu tolerieren

    -Die latent vorhandenen Revolutionsangst

    -Den Scheinbar verfassungsmäßig korrekten Charakter der Veränderungen

    Außenpolitisch durch:

    -Innenpolitisches Chaos in Frankreich und Unschlüßigkeit in England

    -Friedenrhetotik Hitlers

    Is alles ein bischen verkürzt dargestellt, sollte aber deine wichtigsten Fragen beantworten. Falls du dich Hitlers Herrschaftstechnik im Detail interressiert schau im neuesten Teil von Wehlers dt. gesellschaftsgeschichte unter dem Begriff charismatische Herrschaft nach. Kershaw hat das selbe Thema auch etwas kompakter behandelt, frag mich aber nicht wo is nämlich schon ne Weile her

    MfG
     
  7. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos, 1999.
     
  8. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das Buch ist zwar schon etwas älter:

    Die Machtergreifung von Martin Broszat (1984)
     
  10. Gast

    Gast Gast

    Machtübertragung auf Hitler- Zwangsläufigkeit der deutschen Geschichte?

    Ein Pro/Kontra zum 30 Januar 1933 würde ich sehr begrüßen :) War es eurer Meinung nach eine nicht vermeidbare Situation, oder hätte man dies verhindern können?
     
  11. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Gast,
    man hätte es verhindrn können, wenn es in der Weimarer Republik mehr Demokraten gegeben hätte. Die Beamtenschaft und die Justiz war noch teilweise monarchistich. SPD, Zentrum (außer von Papen) und einige liberale Parteien waren zwar demokratisch, aber dem standen Nazis, Kommunisten und die Deutschnationalen mit dem Stahlhelm entgegen, so dass im Reichstag zuletzt die antifemokeatischen Parteien von NSDAP und KPD die Mehrheit hatten. Dazu kam ein Reichspräsident der teilweise zu alt oder kein Demokrat war.
    Wenn man sich dem entgegengstellt hätte, wie es die SPD auch bei Hitlers Ermächtigungsgesetz gemacht hat, wäre vielleicht eine Machtergreifung der Nazis zu verhindern gewesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juni 2005
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Natürlich wäre das zu vermeiden gewesen.
    Die Herren Papen und Schleicher mit diversen Intrigen haben ein gut Teil dazu beigetragen. Gerüchte, dass der Präsident die Finger im sogenannten Osthilfeskandal hatte, wovon Hitler gewusst hätte, sind nie verstummt, meines Wissens aber auch nicht bewiesen.
    Zu berücksichtigen ist aber, dass die Demokratie eigentlich schon ne ganze Zeit in "Wachkoma" lag.
    Ein pikantes Detail am Rande, Hitler hatte 1932 schon einmal ein Mandat des Präsidenten zur Regierungsbildung. Er wollte eine Koalitionsregierung mit Zentrum und Deutschnationalen bilden. Es weigerte sich aber nicht das Zentrum sondern die Deutschnationalen. Anders herum, Zentrum hätte mitgemacht, Hugenberg nicht!!!!!

    Grüße
    Repo
     
  13. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Die NSDAP hätte auch ohne Machtübertragung eine Diktatur errichtet.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das verstehe ich aber jetzt nicht.
    Hitler hat sich nach 1923 klar erklärt, dass er nur entsprechend der Verfassung die Regierung übernehmen würde.
    Wie hätte das dann anders geschehen können, als durch Ernennung durch den Präsidenten?
    Oder meinst Du das Ermächtigungsgesetz? Das hat aber zuerstmal mit dem 30.1.33 nichts zu tun.
    Der Anfrage meint doch die sogenannte "Machtergreifung" und die war am 30.1.33

    Grüße
    Repo
     
  15. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Mit dieser Formulierung wird unterstellt, es hätte eine Kooperation zwischen NSDAP und KDP gegeben. Die gab es allein wegen völlig konträrer politischer Vorstellungen nicht, auch wenn in diesem Zusammenhang gerne auf ein oder zwei Fälle gleichen, nicht gemeinsamen, Abstimmungsverhaltens im Reichstag verwiesen wird.
    Das Problem der Verhinderung der Nazi-Regierung liegt m. E. vielmehr (hauptsächlich) in der nicht erfolgten Zusammenarbeit der Arbeiterparteien und Gewerkschaften, die auf Grund ihrer Organisationsstruktur, ihrer politischen Ziele und ihrer Schlagkraft gemeinsam dazu in der Lage gewesen wären.
    Grobe politische Fehler/Fehleinschätzungen der Partei-bzw. (Richtungs-)Gewerkschaftsführungen, z.B. der "Legalitätskurs" der SPD gegenüber den Nazis und die "Sozialfaschismusthese" der KPD haben allerdings eine antifaschistische Kooperation verhindert, wobei auf lokaler Ebene eine Reihe von Beispielen zeigt, dass Aktionsbündnisse durchaus möglich waren.
    Die o.a. Fehler sind später und nur teilweise korrigiert worden.
    Die Diskusion um die Chancen des Widerstands soll hier aber nicht wieder aufgerollt werden.
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Und der Streik der Verkehrsbetriebe?
    Aber natürlich, eine Zusammenarbeit gab es nicht. Wobei die jeweiligen Mitglieder dem Vernehmen nach durchaus Sympathien für die andere Seite hatten. Es wird ein Witz sein, Thälmann soll einem Gestapo-Besucher im KZ zum Abschied gesagt haben "grüßen sie meine SA", aus dem nichts entstehen solche Witze aber nicht.
    Bei der KPD galt damals die Theorie, dass nach der Machtübernahme der Nazis zwangsläufig die Diktatur des Proletariats kommen müsse. (Vermutlich eines Hauptübel der Komintern, dass die "wissenschaftlichen Grundlagen" immer eine viel zu große Rolle spielte.) Deshalb wurde praktisch nichts gegen die Machtübernahme der Nazis von seiten der KPD unternommen.

    Grüße
    Repo
     
  17. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das ist mir völlig neu; gibt es da vielleicht Informationen, die ich nicht kenne?

    21.-24. 11.1932 Der Reichspräsident bietet Adolf Hitler (NSDAP) die Kanzlerschaft an, wenn ihm die Zusammenstellung eines Kabinetts mit parlamentarischer Zustimmung gelingt. Zentrum und DNVP machen deutlich, daß sie Hitler nicht unterstützen werden.
    http://www.dhm.de/lemo/html/1932/
     
  18. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    man will darüber streiten, ob die kpd in der lage gewesen wäre, an einer verhinderung hitlers mitzuwirken?
    aber was wäre da aus sicht der kpd und spd als alternative denkbar gewesen? für die erhaltung, genauer gesagt erneuerung der weimarer demokratie, die ja schon unter brüning, spätestens aber papen (beide zentrum) vor die hunde ging, wäre die kpd nicht zu haben gewesen, die wollten ja die demokratie nicht.
    hauptgegner der kpd waren die einzigen zuverlässigen demokraten der weimarer republik , die sozialdemokraten (siehe hierzu das abstimmungsverhalten bei der verabschiedung des ermächtigungsgesetzes).

    hitler hätte gestopt werden können, wenn sich die zuständigen behörden, insbesondere die preussischen landesbehörden, bequemt hätten, die partei zu verbieten. vorbereitungen hierfür waren ja im gange, das ganze wurde aber nur halbherzig verfolgt.
    hitler hätte gestopt werden können, wenn die reaktionäre meissner, papen- hindeburg junior und hugenberg clique nicht so krachend dumm und instinktlos gewesen wäre. schleicher war auch nicht wirklich klüger.

    ponzelar
     
  19. Mercy

    Mercy unvergessen

    War das so?
    Mit dem sogenannten Preußenschlag am 20. Juli 1932 beendete Reichspräsident Paul von Hindenburg die letzte wesentliche Regierungsbeteiligung der Sozialdemokratie in der Weimarer Republik. Per Notverordnung setzte er die preußische Regierung unter dem seit 1920 amtierenden preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ab. Seit der Landtagswahl vom 24. April 1932 hatte die preußische Regierung über keine parlamentarische Mehrheit mehr verfügt und war nur noch geschäftsführend im Amt.
    http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/innenpolitik/preussenschlag/
     
  20. Rüdiger

    Rüdiger Mitglied

    Der 30. Januar 1933 war der Tag, an dem Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannte. Er hätte ihn auch nach einer der beiden Reichstagswahlen im Jahre 1932, bei denen die NSDAP jeweils stärkste Fraktion wurde, ernennen können, oder er hätte ihn auch später oder gar nicht ernennen können. Besonders eingenommen war er ja bekanntlich nicht von ihm, größere Hoffnungen setzte er auf Papen, der sich aber seinerseits mit Hitler, den er deutschnational einzurahmen und "an die Wand zu drücken" gedachte, über eine gemeinsame Regierungsbildung verständigt hatte. Hindenburg vertraute sozusagen auf die Überlegenheit des gediegenen preußischen Adels über die kulturlosen Nazi-Horden, was sich im Nachhinein als ungerechtfertigt erweisen sollte.
    Das Problem war halt die starke Akzeptanz der NSDAP in weiten Teilen der Bevölkerung. Leider war Hitler, im Ggs. zu Papen (Sturz durch Mißtrauensvotum), demokratisch legitimiert.
    Trotzdem hätten die damaligen Machthaber, zumindest theoretisch, natürlich auch anders entscheiden können. Abgesehen von dem "Verzicht" auf den Reichskanzler Hitler hätte man z.B. die NSDAP und ihre Straßentrupps verbieten können, allerdings mit dem Risiko bürgerkriegsähnlicher Unruhen. Ich meine, ein solcher Schritt sei erwogen worden, inwieweit, von wem und unter welchen Bedingungen, kann und will ich heute nacht nicht mehr erkunden.
     

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