Hitlers Telefon! Echt oder Falsch?

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Drahtwurm1, 18. Februar 2017.

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  1. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Nein, sie gehören in ein Museum. Und dort gehören sie sinnvoll dokumentiert und in ihrer Bedeutung kritisch hinterfragt.

    Der Rest ist "Maschinenstürmerei". Genauso sinnvoll wie das Sprengen von "Stadtschlössern".

    Das 3. Reich gehört zur Geschichte und als solche sind seine Relikte, die noch vorhanden sind, aufbewahrt.
     
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  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ich hatte mir das Hakenkreuz (auch Swastika) angesehen.
    Das stimmt.
    Habe es mir angesehen weil mal vor längerer Zeit in einer anderen Communtiy über ein Hakenkreuz diskutiert wurde wo die abgewinkelten Arme nach links zeigten. Es ging da um jemanden (ein Deutscher) der in Norwegen mit seiner Nachbarschaft in Streit lag. Man hatte es bei der hitzigen Diskussion gar nicht bemerkt.
    Unten ein Bild aus einem Tempel den ich voriges Jahr in Penang/Malaysia besuchte.
    Was aber den Reichsadler anbelangt.
    Adler nach links blickend -> Reichsadler/Staatsadler/Staatswappen.
    Adler nach rechts blickend -> Parteiadler/Parteiabzeichen der NSDAP.
    Anmerkung, wer bei google nachschaut -> Eingabe Parteiabzeichen NSDAP+Adler. Dann auf google Bilder.

    Penang.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2017
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  3. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    @ Ralf: Danke für den Hinweis mit der Blickrichtung des Adlers. Aber warum sollte denn ein "Partei-Telefon" ausgerechnet kommunistisch-rot angepinselt werden? Auch das mit dem "Reisetelefon" leuchtet mir nicht ein. Es sieht für mich eher so aus, als ob jemand versucht, mit scheinbaren "Nazi-Devotionalien" möglichst viel Geld zu verdienen.
     
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Na ja, Rot war ja auch eine Lieblingsfarbe der Nazis.

    Das Rot in ihrer Flagge ist ja nicht zu übersehen (z.B. Parteiflagge der NSDAP).

    Ich möchte aber hier noch einmal auf meinem Beitrag Nr. 8 hinweisen.
    Ich kann mir nicht vorstellen dass jemand aus der näheren Umgebung (z.B. Traudel Jung) mit einem Farbtopf das Telefon angestrichen hat.
    Bakelit war schon damals auch in Rot erhältlich. Und Siemens hätte da garantiert rotes Bakelit im W 38 verarbeitet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2017
  5. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Manchmal vielleicht, aber auf gar keinen Fall dieses Telefon… Authentisch oder gefälscht, das Ding gehört in den Müll. Es ist zwar vollkommen richtig, dass die Nazizeit Deutschlands möglichst genau zu dokumentieren sei, um Missdeutungen vorzubeugen, aber was zum Teufel soll denn das Telefon vermitteln?
    Ich bin für ein Happening, an dem das Telefon zerstört wird. :crash:
     
  6. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Wir sind halt doch barbarische Vandalen.

    Wer fordert, so etwas zu vernichten, nagt an der Erinnerung und schafft Fakten, die das Verleugnen der Zeit erleichtern. Das gilt selbst für jede popelige Koppelschnalle.

    Es gibt da diese Institutionen namens Museen, Archive und Universitäten, die sich über Spenden freuen. Und wenn da schon Vorräte an Hakenkreuzen in allen Formen und Farben liegen, wissen sie meist, wo noch etwas gebraucht wird.
     
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Das Hakenkreuz war keine Erfindung von Hitler bzw. der völkischen Bewegung. In vielen anderen Kulturen wurde bzw. wird es noch benutzt. Vor allem im asiatischen Raume gilt es auch als religiöses Symbol. Ich habe irgendwo gelesen, dass in Asien in Tempeln es Darstellungen gibt, auf denen das Hakenkreuz und das Hexagramm (Davidstern) zusammen zu sehen ist. Natürlich stellen diese im dem Zusammenhang keine Symbole für den Nationalsozialismus und Judentum.

    Zurück zum gefälschten Hitler-Telefon:

    Ich denke, dass alles, was mit Hitler zu tun hat, hat eine gewisse Faszination ausübt. Das sollte man nicht mit Verehrung gleichsetzen. Aufgrund seiner Verbrechen dürfte er einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Geschichte sein. Deswegen sind seine "Reliquien" so "beliebt". - Oben wurden mit ironischen Untertone seine Bleistifte bzw. Lagekarten, auf denen er einen Strich gezogen haben könnte, erwähnt.

    Unabhängig von der Person Hitlers stellen persönliche Gegenstände berühmter und auch berüchtigter Personen der Geschichte auch etwas dar, wodurch die entsprechende Person im wahrsten Sinne des Wortes anfaßbarer und erfahrbarer wird. So sehe ich die Reliquien von Hitler, seien es sein Wagen, seine Bilder, sein Telefon etc. wie die Locke von Napoleon, die vor eingen Jahren versteigert wurde (Hoffentlich ohne Läuse: Locke von Napoleon versteigert | news.de), oder eine vom Schlachtfeld von Little Bighorn kurz nach der Schlacht geborgene US-Flagge, die bei einer Auktion 2,2 Millionen US-Dollar einbrachte (http://edition.cnn.com/2010/LIVING/12/10/new.york.custer.flag/):

    Und - wie bei allen Reliquien - besteht natürlich auch die Gefahr, dass diese gefälscht werden. Auch hier gelten die marktwirtschaftlichen Prinzipien, dass Nachfrage ein Angebot schafft.

    So jetzt suche ich im Keller nach, ob da noch ein paar alte Bleistifte liegen, die vielleicht Hitler gehört haben könnten. Mein verstorbener Nachbar hat doch erzählt, dass er die von dem hatte, der damals in Berlin dabei gewesen sein könnte....=)
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dennoch, wer sich privat Nazidevotionalien aufstellt, hat i.d.R. nen Sockenschuss.
     
  9. Gangflow

    Gangflow Aktives Mitglied

    Fälscher gehen oft recht locker mit den Schrifttypen um, die sie für alt halten. Man erinnere sich an den Bock, den Kujau auf der Frontseite seines gefälschten „Tagebuches“ geschossen hat. Nicht nur, daß er eine Fraktur verwandte, die doch die Nazis als "Schwabacher Judenlettern“ verunglimpft hatten. Nein, er hatte von den geprägten Initialen gerade kein „A“ zur Hand und nahm ein „F“. Da leuchtete in Gold nun ein „FH" und er kam damit erst einmal durch.

    Der Schriftzug ADOLF HITLER auf dem roten Telefon ist von einer sehr dilettantischen Machart. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Verantwortlichen bei Siemens & Halske so etwas hätten durchgehen lassen. Das A ist kleiner als das D, die Buchstabenabstände katastrophal und die Buchstaben tanzen wie ein Kuhschwanz, würde ein Setzer sagen. Und der Schrifttyp paßt so garnicht in die 30er oder 40er Jahre. Kennt jemand eine Schrift mit solchen Abschrägungen bei F und E ?
     
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Dann sind wir ja mal an einem Punkt einer Meinung.

    Das Telefon ist in der Zeit der totalitären Herrschaft des 3. Reichs m.E. ein zentrales Symbol für den Prozess der Ausübung von Macht.

    Für den "Schreibtischtäter" ist das Telefon das Instrument, über das die schnelle Kommunikation lief, um Krieg zu führen und "Vernichtungsbefehle" zu erteilen. Und aus dieser Funktion resultiert die historische Bedeutung.

    In diesem Sinne hätte das Handy oder der Laptop von einem späteren Diktator eine ähnliche symbolträchtige Bedeutung für die Periode.

    Aber an diesem Kontext wird ersichtlich, dass es kein beliebiger Einrichtungsgegenstand war.

    Unabhängig von der Frage, ob es wirklich das besagte Telefon von Hitler war.
     
  11. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    So, unabhängig davon sehe ich das ganze nicht. Wenn das Telefon nicht "echt" ist, wofür einiges spricht, besteht die Gefahr, dass man damit - einen aus meiner Sicht absurden - Nazidevitionalenhandel befeuert.
    Natürlich müssen relevante Hinterlassenschaften des NS-Regimes musealisch aufgearbeitet - und nicht vernichtet - werden. Beispiele dafür sind für mich die Wewelsburg, das Haus der Wannseekonferenz oder die Olympiaglocke von 1936 vor dem Berliner Stadion (ok, die ist nicht wirklich museal). Um Geschichte möglichst neutral darzustellen, sollte man es jedoch vermeiden, Pilgerstätten oder Reliquien für gewisse Leute zu erschaffen.

    Als "Reliquie" für einige bedauernswerte Menschen mag dieses rote Telefon wohl taugen, aber für's Museum reicht's nicht, denke ich...:winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Februar 2017
  12. Peterchensmond

    Peterchensmond Gesperrt

    Einen Dachschaden. Und ins Museum muss der gefälschte Quatsch auch nicht!
     
  13. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ja, wenn es um Fälschungen geht, gehört es nur in Ausnahmefällen ins Museum. Die Hitler-Tagebücher wären vielleicht etwas für das Haus der Geschichte.
     
  14. Peterchensmond

    Peterchensmond Gesperrt

    Meines Wissens gibt es keine Hitler-Tagebücher.
     
  15. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Riothamus sprach von Fälschungen.
    Von den gefälschten Hitler-Tagebüchern hast Du Doch bestimmt schon mal gehört?
     
  16. Peterchensmond

    Peterchensmond Gesperrt

    Gehört nicht, aber gelesen. Sogar mal einen Film gesehen, war das einer von Dietl? Ich halte diese Tagebücher für so krude, dass man sie wegschmeißen kann. Als Grundlage für den Satirefilm waren sie ok.

    Aber man sieht ja, die Deutschen Medien stehen auf Hitler, erst neulich "Hitlers V-waffen" gesehen, von Knopp gemacht, siehe mein Post unten im Forum. Ich mache mir erst gar keinen Reim mehr drauf.

    Möge sich jeder seine Meinung bilden !
     
  17. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Bei dem Wirbel, den die Hitler-Tagebücher verursacht haben, gehören sie durchaus zur Geschichte der Bundesrepublik. Und darum geht es im Haus der Geschichte in Bonn. Daher auch die Einordnung dort.

    Und die große Bedeutung des Films "Schtonk!" liegt auch darin, dass die Komödie die "ablehnende Verehrung" des Dritten Reichs in der Bundesrepublik thematisiert, wie es einmal gesagt wurde. Auch Themen die einem nicht gefallen gehören zur Geschichte.

    Insbesondere endet die Deutsche Geschichte nicht 1945. Zum Einen hat sie in gewisser Weise neu begonnen und ist nicht nur die Geschichte des Nationalsozialismus, was ja gerade das Haus der Geschichte darstellen soll, wie es von der Bundesregierung gedacht war. Zum Anderen wirkte der Nationalsozialismus doch auch nach 1945 weiter, hat bis heute seine Anhänger, hat die Bundesrepublik geprägt, hat aber auch immer -trotz aller Vergangenheitsbewältigung - eine gewisse Anziehung ausgeübt. Und zu diesem Thema sind die Hitlertagebücher ein ganz zentrales Objekt.

    Angesichts der Ausrichtung des Hauses der Geschichte - ich war zwar mehrmals, aber vor ca. 20 Jahren das letzte Mal dort - ist die Aussage, dass diese Fälschungen dorthin passen würde, auch eine kleine Kritik. Aber vielleicht sieht es dort mittlerweile etwas anders aus.

    Anders ausgedrückt: Mit Hitler haben die Tagebücher nichts zu tun, wohl aber mit seinem Nachleben. Und das ist definitiv auch ein wichtiges historisches Thema. Und wie immer, wenn es um das Nachleben geht -etwa bei Karl dem Großen - ist es ein Thema, welches nie abgeschlossen werden kann. Und auch das verbindet es mit dem Haus der Geschichte, dass ja mit der Geschichte der Bundesrepublik anwachsen soll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2017
  18. Peterchensmond

    Peterchensmond Gesperrt

    Sollen sie damit machen, was sie wollen. Aber wenn Du mich fragst, gehört das Zeug verbrannt. Es hat - für mich - keinen Wert und keine Aussagekraft.
     
  19. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Der Zeugniswert besteht natürlich nur in der Existenz der gefälschten Hitler-Tagebücher.

    Schauen wir in andere Gebiete. Wenn solche Zeugnisse verloren sind, geht die Wissenschaft, insbesondere die Archäologie oft von der Nicht-Existenz aus. Zumindest werden Schlüsse aus verlorenen Gegenständen abgelehnt, da es nicht mehr überprüfbar ist. Solange dies -in meinen Augen eine Fehlinterpretation der Wissenschaftstheorie- so ist, kann ihnen der wissenschaftliche Wert nicht abgesprochen werden.

    Darüber hinaus müssen heute viele sehen, um zu glauben. Das ist dann ein didaktischer Wert, in diesem Fall vielleicht auch politisch.

    Aber ich denke, ich verstehe, was Du meinst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2017
  20. Peterchensmond

    Peterchensmond Gesperrt

    Für diesen ganzen ScheiX wie Hitlers angebliches Telefon oder die gefälschten Tagebücher interessieren sich denk ich grade Nazis. Also entweder macht man ein Geschäft draus indem es an diese Leute verkauft oder man zerstört es. Einen Quellenwert haben solche Sachen nicht. Ok, die gefälschten Tagebücher haben einen Quellenwert vielleicht gerade noch so eben für die 1980er Jahre und den Spiegel oder für den Stonkfilm.

    Ansonsten kann man es "kassieren": Auf einen Haufen schmeißen, benzin drüber und abfackeln. Oder an die Müllverbrennung geben. Auch alle Ausgaben von "mein Kampf" verbrennen - bis auf die kommentierte, die neulich rauskam. Sowas lesen doch nur Nazis, mal von einer verschwindend geringen Anzahl von Wissenschaftlern abgesehen.

    Warum wohl hat die neue Ausgabe von "mein Kampf" so viele Leser? Ich denke, die Antwort liegt auf der Hand. Immerhin müssen sich die dann mit den Anmerkungen anfreunden oder versuchen, die zu überlesen. Aber eine neue Bibel wird nicht draus, und das ist gut so. Gerade in der heutigen Zeit.
     

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