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Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Entdeckungen (15. - 18. Jhd.)" wurde erstellt von Reinecke, 1. August 2022.

  1. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Der Titel Augustus ist ein kaiserlicher Titel, der stand dem französischen König nicht zu. Philipp II. wird ihn offiziell nicht verwendet haben (falls er ihn überhaupt verwendet hat).
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. August 2022
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Es sieht eher so aus, als ob man ihm den "Alkibiades" als Spitznamen angehängt hat.

    Man müsste tatsächlich mal schauen, welche Herrscher sich auch selber so genannt haben. Beim "Hektor" könnte ich es mir vorstellen...
     
  3. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    "Auguste" heißt auf französische "der Erhabene". Der Name unterscheidet sich auch vom Caesar/Kaisertitel. Der Beiname wurde ihm vom Chronisten Rigord gegeben, der von Philipp II. beauftragt wurde seine Biografie zu schreiben: "Gesta Philippi Augusti"
     
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  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Offiziell gehörte der Titel zum römischen Kaiser:

    Fridericus secundus divina favente clementia Romanorum imperator semper augustus, Ierusalem et Sicilie rex.
    Innere Merkmale: Friedrich II
     
  5. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Na ja, solche Beinamen waren auch nicht immer schmeichelhaft gemeint (der Kahle, Kurze, Zänker, Schreckliche, die Wahnsinnige). Bei dem "neuen" Alkibiades ging es wohl auch genau um diese "Wendehälsigkeit", die ihm zugeschrieben werden sollte.
    Albrecht II. Alcibiades – Wikipedia
     
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  6. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Lt. Wikipedia wurde er ihm von seinem Biografen "verliehen" (wie ziemlich oft).
    Davon abgesehen war das aber keine Frage des "Dürfens", sondern des "Könnens". Wer hätte es ihm verbieten können? Die Könige von England nannten sich bis ins 19.Jh. auch Könige von Frankreich. Der Kurfürst von Brandenburg "beförderte" sich selbst zum König in Preußen und der kleine korsische Soldat Napoleon zum Kaiser/Imperator, weil sie es konnten.
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Mit der Annhme solcher Titel waren handfeste Machtansprüche verbunden, die im Fall Englands zum Hundertjährigen Krieg führten. Auf Napoleons Kaiserkrönung folgten die Napoleonischen Kriege und der Untergang des römischen Kaisertums.

    Und die Titulatur "König in Preußen" war kein Alleingang des Kurfürsten, sondern das Ergebnis von Verhandlungen mit dem Kaiser.
     
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  8. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

  9. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Wörter haben in verschiedenen Sprachen und oft auch in derselben unterschiedliche Bedeutung.

    Augustus war Anrede des princeps senatus. Octavian knüpfte daran an. Es wurde, wie in Rom üblich dem Namen hinzugefügt.

    'Semper augustus' heißt 'immer erhaben', nicht 'immer der Kaiser'. Bezugswort ist 'imperator', was für diese Zeit als Kaiser übersetzt werden kann. Es tritt also als Anrede auf, auch wenn es sicher von manchen auch als Titel verstanden wurde. Bei Philipp ist es ein Beiname. Das wurde von Rigord geschickt gemacht, weil es den Kaisertitel eben nicht übernimmt, aber dennoch ausdrückt, das der König aufgrund seiner Macht und Bedeutung eigentlich Anspruch darauf hätte.

    So etwas wird bis heute gemacht und ja auch hier im Forum genutzt, um andere zu verletzen.
     
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  10. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    @Riothamus So habe ich Rigord auch verstanden.
    offtopic: Den zweiten Teil deines letzten Satzes verstehe ich nicht.
     

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