Ikonoklasmus 2020

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von El Quijote, 12. Juni 2020.

  1. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Viel bedenklicher finde ich, das es in unserer Republik noch Straßen, Plätze etc. etc. gibt, die nach Paul von Hindenburg benannt sind, so beispielsweise die Bahnverbindung zwischen der Insel Sylt und dem Festland. Auch in Hamburg gibt es eine Straße, die nach diesem Herrn benannt ist. Und Hindenburg hat sich so einiges geleistet.
     
    Ugh Valencia, hatl und Sepiola gefällt das.
  2. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Grundsätzlich bin ich auch gegen die Zerstörung oder Entfernung von Denkmälern, besonders dann, wenn es sich um kunst- oder kulturhistorisch wertvolle Objekte handelt. Ein simpler Stein mit einer Inschrift z.B. ist das vermutlich noch nicht. Diese Inschrift kann auch an anderer Stelle (z.B. im Museum) mit entsprechender Erklärung aufbewahrt werden.

    Wenn nun aber eine Kommune berechtigterweise eine Entfernung beschließt, kann das für die Historiker den Wert des Denkmals als Quelle aber auch steigern. Es ist dann nämlich Quelle für die Zeit der Errichtung und für die Zeit der Entfernung. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass ein Denkmal gut dokumentiert ist und auch die Gründe für dessen Entfernung/Zerstörung ausreichend dokumentiert sind.

    Als Beispiel möchte ich hier das Denkmal anführen, welches momentan im Thema "Skulpturenraten" zur Lösung aussteht.
    Ich weiß inzwischen ziemlich genau, wie das Denkmal einmal ausgesehen hat und zu welchem Zweck es errichtet worden ist. Über die Hintergründe dessen Zerstörung weiß ich noch relativ wenig. Mein Interesse geweckt hat allerdings erst die Tatsache, dass es als Ruine in der Landschaft steht.
    So gesehen kann die nicht ganz unsichtbare Entfernung eines Denkmals (z.B. mit einer Hinweistafel "an dieser Stelle stand einmal...") eine besondere Veredelung sein.

    Ein Buch, das sich gut mit dem Thema des Stellenwerts von Kriegsdenkmälern auseinandersetzt, besonders auch derjenigen der Einigungskriege:
    Kriegerdenkmale in Brandenburg: von den Befreiungskriegen 1813/15 bis in die Gegenwart, Dieter Hübener, Kristina Hübener, Julius Hans Schoeps
     
  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Vielleicht wegen der Kontrollratsdirektive Nr.30 aus dem Jahre 1946. Da wurde dann groß "entrümpelt" .
     
  4. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Danke für den Hinweis. Das ist sicher eine Grundlage für die Zerstörung, allerdings scheint sie sich in den 1970ern mit der sog. Preußenrenaissance in der DDR zu überschneiden und ist darum vom Zeitpunkt her gesehen besonders interessant.
     

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