Industrialisierung

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Melle, 12. April 2011.

  1. Melle

    Melle Neues Mitglied

    Hallo, ich bereite mich eben auf meine mündliche Prüfung in Geschichte (Oberstufe) vor. Ich bin mir noch etwas unsicher was die Fragestellung angeht.

    Wir müssen eine Problemfragestellung erstellen. Meine zum o.g. Themal lautet wie folgt:


    - Welche Probleme führten zur Massenarmut im 18.Jahrhundert in Deutschland?

    - Wie wirkte die Industrialisierung dem entgegegen?


    Meine Frage : Ist das nun eine angemessene Problemstellung?
    Ich freu mich über jeden Ratschlag.
    Mit freundlichen Grüßen
    Melle
     
  2. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    18. Jh.? Da mags ja massenhaft Armut gegeben haben, aber die Industrialisierung begann in Dtld. eher im 19. Jh. ;)

    Dann wäre die Fragestellung angemessen.

    Inwieweit würdest Du denn sagen, dass die Industrialisierung der Armut entgegenwirkte? Könnte man für die Frühindustrialisierung durchaus in Frage stellen... :pfeif:
     
  3. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Auf die Frage, ob nun die Industrialisierung die Ursache für die Massenarmut war oder das Gegenmittel, würde ich antworten : Beides.

    Zunächst führte sie zu mehr Nahrung und geringerer Kindersterblichkeit, damit zu einem Bevölkerungswachstum, aber auch zu einem sozialen Strukturwandel (wegen der Industrialisierung und wegen des Bevölkerungswachtums), der zunächst zu einer Phase des Ungleichgewichts führte. Bis sich das neue Gleichgewicht eingestellt hatte und alle vom höheren Output des Industriezeitalters profitierten, gab es eine Phase, in denen eine Minderheit einen besonders starken und eine Mehrheit einen besonders schwachen Anteil an den Früchten der neuen Zeit hatten.

    Als Hebel, um dem abzuhelfen, stellte sich die Arbeitskraft heraus : Deren Wert konnte nach und nach besser zur Geltung gebracht werden, so dass sich der Anteil der o. g. Mehrheit am Gewinn erhöhte. Dies geschah einerseits durch marktwirtschaftliche Prozesse (weil eben ein knappes Gut etwas kostet), andererseits durch die Organisation des Faktors Arbeit in Form von Gewerkschaften

    Zur Bevölkerungsentwicklung : Demografischer Übergang ? Wikipedia
     
  4. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Was die Lehrer bestimmt gerne hören, ist eine Diskussion der Rolle der Agrar-Revolution.

    Durch die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft (Dünger, Fruchtfolge, Zucht usw.) wurden Arbeitskräfte frei, die dann nichts mehr als ihre Arbeitskraft anzubieten hatten (keine Bildung usw.). Das verstärkte die Armut.

    Andererseits sorgte ebendiese Produktionssteigerung auch für höhere Erträge und bessere Versorgung. Steigt das Angebot, sinken die Preise. Dadurch wird Nahrung erschwinglicher für Arme.

    Weiterhin führte die Industrialisierung zur Mobilisierung, die wiederum den Nahrungsmittelhandel überregional gestaltete, wodurch lokale Ernteausfälle besser kompensiert werden konnten, was zu einer Angleichung (und damit tendenziell Senkung in Notzeiten) von Lebensmittelpreisen führte.

    Den Faden kann man sicher weiterstricken.
     
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  5. Melchior

    Melchior Neues Mitglied


    @Anselm

    Schau mal hier, Abbildung 2, die statistischen Daten und Methoden sind zwar nicht ganz up to date, aber die Reihe zeigt einen langsamen von statistischen Ausschlägen abgesehen (Mißernten etc.) Anstieg der Preise für Nahrungsmittel.

    http://www.pik-potsdam.de/members/cjaeger/teaching/mirjam-neebe

    Der "doppelt-freie Lohnarbeiter" wäre dann gesondert zu diskutieren.

    M. :winke:
     
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  6. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Danke! Haut zwar die Argumentation meines Profs. über den Haufen, aber ist dennoch sehr aufschlussreich!
     

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