Infos über Bischof Adalbero von Laon

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von Elisabeth123, 21. November 2006.

  1. Elisabeth123

    Elisabeth123 Neues Mitglied

    Hi,
    also ich bin die Neue hier im Forum :winke: und hätte eine klitze kleine Bitte an euch. Habt ihr irgendwelche Informationen über den Bischof Adalbero von Laon? Ich habe schon ein paar bei Wikipedia gefunden (beim englischen), aber das sind nicht viele. Im Internet finde ich leider auch nicht gerade viel :mad: . Also falls ihr in irgendeinem Buch oder sonst was Infos über den Bischof habt, schreibt sie bitte hier rein. Ich wär euch sooo dankbar!!!

    Liebe Grüße,
    Elisabeth =)
     
  2. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

  3. Elisabeth123

    Elisabeth123 Neues Mitglied

    Viiiielen dank!!! Werd mir das gleich alles durchlesen! Falls ihr noch mehr habt nur her mit damit =)


    Liebe Grüße
    Elisabeth
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Nun ja. Wie schon in der engischen Wiki steht, hatte Adalbero eine wichtige Rolle bei der Herrschaftsübernahme der Kapetinger gespielt. Er hatte Karl von Niederlothringen (Karolinger, Bruder König Lothars) gefangen genommen was letztlich den Thronsteit zugunsten er Kapetinger entschied. Der Vorwurf mit Königin Emma ein Verhältniss zu haben ging übrigens von jenem Karl aus. Der sich Adalbero so zum Feind machte und diesen ins Lager Hugo Capets trieb.

    http://www.genealogie-mittelalter.d...ger/karl_herzog_von_niederlothringen_992.html
     
  5. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Und hier gibt es noch einige weiterführende Informationen zu diesem Herrn:
    http://www.genealogie-mittelalter.d.../lothar_koenig_von_frankreich_986/bruehl.html
    (insbesondere seine nicht unwichtige Rolle für König Lothar von Frankreich)
    bzw. hier noch ausführlicher http://www.mittelalter-genealogie.d...enreich/lothar_koenig_von_frankreich_986.html
    http://www.mittelalter-genealogie.de/tetbaldiener/odo_1_graf_von_chartres_tours_996.html
    (die Seite über Adalberos Verbündeten Odo, Graf von Chartres, offenbart einiges zur Einflußnahme des Bischofs auf die westfränkische Politik während des ersten Kapetingers, Hughues de Capet)

    Daneben ist im Netz auch noch ein entsprechender Passus der Historia Francorum Senonensis verfügbar: http://www2.uni-jena.de/philosophie/histinst/vorlage5.pdf
     
  6. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Das ist überaus interessant.
    Offenbar erhoffte sich Odo von Chartres mit einem Kindkönig auf dem Thron und den Titel eines dux Francorum, eine ähnliche Position einnehmen zu können wie einst Robert "der Tapfere" oder dessen Enkel Hugo "der Große" (Vater von Hugo Capet). Der Griff zur Krone selbst wäre (nach einem möglichst frühen Ableben der Kind-Marionette) natürlich die letzte Konsequenz gewessen. Freilich aber musste dieses Unternehmen scheitern, da die Francia (Neustrien) spätetstens nach Hugos des Großen Tod zerfallen war, woran die Familie Odos nicht ganz unbeteiligt war. Desweiteren hätten und hatten die anderen Nutznieser dieses Zerfalls, allen voran die Grafen von Anjou, diesen Ambitionen ihren Riegel vorgeschoben.

    Die Königskrone, allerdings jene von Burgund (Arelat), sollte für Odos Sohn, Odo II. von Blois-Chartres, noch eine Rolle spielen.

    In der franz. Wikipedia steht etwas über die Herrkunft Adalberos. Er war ein Neffe des Grafen von Verdun, Gottfrieds "der Gefangene".
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Adalbéron_de_Laon
     
  7. Elisabeth123

    Elisabeth123 Neues Mitglied

    Vielen Dank für die ganzen Links. Ich denke das ist genug =) Ihr seid echt eine große Hilfe!!

    Liebe Grüße
    Elisabeth
     
  8. fischadler

    fischadler Neues Mitglied

    Adalbero von Laon

    Hi,
    leider habe ich diese Anfrage erst jetzt zur Kenntnis genommen. Für mich ist Adalbero der hochmittelalterliche Karl Marx:
    Bischof Adalbero von Laon (977 - 1033)
    schreibt in den zwanziger Jahren des 11. Jahrhunderts in seinem Carmen ad Rotbertum regem (Lied an König Robert) von seiner Vorstellungen über die Gesellschaft, die von früheren Autoren in ersten Umrissen vorgezeichnet worden waren, und nun von ihm weiter ausgeführt werden. Dort finden wir folgende Erläuterung:
    (gefunden bei Stefan Weinfurter, Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchzeit. Thobecke Verlag Sigmaringen 1992, S. 72 f.)
    »Dreigeteilt ist das Haus Gottes: die einen beten, die anderen kämpfen, die dritten arbeiten. Es gibt nur diese drei Gruppen, und eine weitere Teilung gibt es nicht. Durch die Pflicht des einen Teils können die anderen sich ihren Aufgaben widmen, und durch die jeweiligen Pflichten ist allen gedient.«
    Jede der Gruppen habe also ihre Pflichten zu tragen, damit die anderen ihre Funktionen erfüllen können. Sie bedingten sich gleichsam gegenseitig und seien daher verpflichtet, ihre Rolle klaglos zu ertragen.
    Den Klerikern verbiete die lex divina (das göttliche Recht) jede Art von weltlicher Tätigkeit. Ihre Aufgabe bestehe im Gebet, in der Verkündigung des Wortes Gottes und in der Spendung der Sakramente. Das Leben der Laien regle die lex humana (das menschliche Recht), die die zwei Gruppen der Adligen (nobiles) und Knechte (servi) unterscheide. Kaiser, Könige und Adlige hätten als Mitglieder der ersten Gruppe im Grund dieselbe Aufgabe, nämlich Kämpfer und Schützer der Kirchen zu sein und auch die Waffenlosen zu schützen. Sie seien also die bellatores oder pugnatores. Der König habe insbesondere für den Frieden zu sorgen und die Adligen in diesem Sinne zu beeinflussen.
    Mit dem Begriff servi umschreibt Adalbero schließlich die ganze Gruppe derer, deren Los im »Funktionsverbund« die Arbeit ist. Dieses Los erscheint ihm durchaus als beklagenswert:
    »Dieses gebeugte Geschlecht von Menschen hat nichts als seine Arbeit. Wer kann ihre Pflichten beschreiben, ihre Mühsal, ihren Einsatz, ihre überaus schweren Arbeiten? Für alle schaffen sie die Kleidung und die Verpflegung, und kein Adliger kann ohne die Arbeiter leben... Vom Arbeiter wird also der Herr genährt, den er zu nähren vermeint. Aber die Tränen und Klagen der Arbeiter sind grenzenlos
    Ihre Unfreiheit erscheint als unbedingte Voraussetzung für das Funktionieren der Gesellschaft, und die alte christliche Auffassung, daß die Freiheit aller Menschen das Ursprüngliche und die Unfreiheit nur eine Folge der Sünde sei, wird damit in den Hintergrund gedrängt.
     

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