Ist es gerechtfertigt, die von Friedrich II. von Preußen angestrebte Herrschaftsform als „aufgeklärt

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Maximilian111, 11. Januar 2021.

  1. Maximilian111

    Maximilian111 Neues Mitglied

    (1752)
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Du hast Doppelpostings erstellt, ohne auf die Antworten anderer User einzugehen

    2. Du erstellst einen extrem minimalistischen Thread, der sich noch nicht einmal die Mühe macht, seine Frage halbwegs korrekt zu formulieren.

    Es stellt sich die Frage, Bot, Troll oder wenig Zeit?
     
    -muck- und Carolus gefällt das.
  3. Maximilian111

    Maximilian111 Neues Mitglied

    Ich würde auf die letzte Option - deiner Antwort - eingehen.

    Ich habe wenig Zeit.. .
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Was spricht dafür? Was spricht dagegen?

    Außerdem wäre sicher besser gewesen nicht nur eine halb lesbare Frage in den Titel zu schreiben.
     
  5. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ich versuche mal, diesen Thread zu reanimieren:

    Friedrich II. von Preußen gilt ja als einer der prominentesten Vertreter des aufgeklärten Absolutismus. Friedrich II. war vor allem zu Beginn seiner Herrschaft durchaus sehr aufgeschlossen für Gedankengut der Aufklärung.

    Schon recht früh hat Friedrich 1740 die Folter in Preußen abgeschafft. Sie wurde allerdings nicht vollständig abgeschafft. In Ausnahmefällen wie bei Hochverrat und Mord konnte sie weiterhin eingesetzt werden und gegen Angehörige von Räuberbanden. Das Spießrutenlaufen der Soldaten und andere barbarische Praktiken zählte überhaupt nicht als Folter.

    Immerhin hat Friedrich überhaupt etwas gegen Folter getan, auf diesem Gebiet war Preußen tatsächlich den meisten europäischen Staaten um Jahrzehnte voraus. Joseph II., ein anderer bekannter Vertreter des "aufgeklärten Absolutismus" hat das in Österreich erst nach dem Tod seiner Mutter durchgesetzt, und auch die meisten anderen deutschen Länder folgten dem Beispiel Preußens deutlich später-(oder gar nicht).

    Friedrich II. duldete andere Religionen in Preußen. Ihm selbst bedeutete Religion nicht viel, im Kreis seiner Tafelrunde hat er sich oft darüber lustig gemacht, doch erkannte er die Bedeutung von Religion an, um Herrschaft zu stabilisieren. In seiner Jugend wollte er jeden nach "seiner Facon" selig werden lassen". er konnte sich vorstellen, Moscheen in Preußen zuzulassen, und katholische Offiziere und Beamte konnten in Preußen Karriere machen. Dennoch konnte keine Rede davon sein, dass in Preußen Religionsfreiheit herrschte, und erst recht nicht waren alle Religionen gleichberechtigt. In der Judenemanzipation ging Joseph II. viel weiter, als Friedrich. In den Städten versuchte Friedrich die Ansiedelung von Juden zu verhindern. Moses Mendelsohn blieb trotz großer Verdienste die Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften verwehrt.

    Friedrich, der in seiner Jugend sehr aufgeschlossen war, wurde mit zunehmendem Alter immer starrer und zynischer. Sein Urteil über die deutsche Literatur, die in seinen späteren Jahren sehr lesenswert wurde, war ebenso inkompetent wie ungerecht. Die Geburt der bürgerlichen Komödie verpennte er, Lessings Minna von Barnhelm wurde schnell in Berlin abgesetzt. Lessing und Schiller kannte er wie Immanuel Kant kaum den Namen nach, Goethes Götz von Berlichingen fand er furchtbar, nach dem Vorbild der "schlechten englischen Stücke", womit er wohl die Werke Shakespeares und Marlowes meinte.

    Er begrüßte es, wenn die Gazetten vielfältige Beiträge veröffentlichten, lockerte auch die Zensur. Gar zu wörtlich durfte man die Pressefreiheit auch nicht nehmen. Einen Autor, der despektierlich über Friedrich schrieb, ließ er von angeheuerten Leuten zusammenschlagen.

    Es hat im 18. Jahrhundert zweifellos eine Reihe von Projekten verwirklicht wurden, die man als aufgeklärt bezeichnen kann, die auch die Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung verbessert haben.

    Verbesserung der Landwirtschaft, etwa durch Förderung des Kartoffelanbaus, Forcierung des Tabakanbaus, Urbarmachung von Land , Einführung leistungsfähigerer Haustierrassen, Allgemeine Schulpflicht, Förderung der Universitäten. Verbesserung des Rechtssystems

    Die Reformen des aufgeklärten Absolutismus haben im 18. Jahrhundert in vielen deutschen Ländern die Notwendigkeit einer Revolution vielleicht überflüssig gemacht. Dennoch fielen die Reformen sparsam aus, sei es in Preußen, sei es in Österreich oder den deutschen Ländern, die von weltlichen und geistlichen Fürsten nach den Prinzipien des aufgeklärten Absolutismus regiert wurden.

    Ob ein Herrscher Flöte spielte, mit Voltaire korrespondierte oder in einer Tafelrunde sich zu humanitären, aufgeklärten Werten bekannte, hatte wenig Auswirkung auf die tatsächlichen Herrschaftsverhältnisse. Für seine Armee, für das Offizierskorps war Friedrich auf die preußischen Junker angewiesen, und als Anreiz, dass die in den Staatsdienst als Offiziere und Beamte eintraten, ließ er dem Adel große Privilegien. Ein selbstbewusstes Bürgertum hatte unter solchen Voraussetzungen Schwierigkeiten, sich zu entfalten.

    Die Aufklärung war eine Strömung, die prinzipiell allen Menschen galt. Kant fragte "Was ist Aufklärung- und er sagte, Aufklärung sei der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist die Unfähigkeit sich seines Verstandes ohne fremde Leitung zu bedienen.

    Viel mehr, als etwas schreiben und rechnen und natürlich der Katechismus-das war es aber dann auch schon, was "aufgeklärte" Herrscher wie Friedrich II., Joseph II., Katherina und ein paar Reichsfürsten ihren Untertanen an Aufklärung zugestanden.

    Trotz allem aber würde ich Friedrichs Regentschaft als aufgeklärt bezeichnen. Allein schon die Abschaffung der Folter qualifiziert ihn dazu, und auf diesem Gebiet war Preußen tatsächlich anderen deutschen Ländern, aber auch im europäischen Vergleich, um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte voraus.
     
    dekumatland und thanepower gefällt das.

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