Kaiserproklamation An das deutsche Volk 1871

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Freakyy098, 8. Dezember 2013.

  1. Freakyy098

    Freakyy098 Gast

    Ich soll die Rede von Kaiser Wilhelm analysieren , aber mir sind so viele Sachen noch nicht klar , deswegen weiß ich nicht wie ich anfangen soll .
    Erstens warum hat Bismarck die Proklamation vorgelesen und nicht Kaiser Wilhelm I. selber und was hat Ludwig damit zu tun ? Ich hab sehr viel gegoogelt und immer wieder wurde Ludwig mit genannt .
    Ab diesen Tag war ja Kaiser Wilhelm Kaiser von Deu und es herrschte ein vereinigtes Deu reicht , aber was genau war das Thema der Proklamation .
     
  2. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Ein Herrscher war zu "vornehm", um sich persönlich an seine Untertanen zu wenden. Er brauchte einen Sprecher. Und Ludwig war von Bismarck bestochen worden, damit er Wilhelm darum bat, dass der doch gnädigerweise Kaiser werden sollte.
     
  3. Decurion

    Decurion Neues Mitglied

    Erst mal würde ich mit der Formulierung vorsichtiger sein. Wilhelm I. war nicht Kaiser von Deutschland, sondern Deutscher Kaiser. Der andere (von Wilhelm favorisierte) Titel war den Fürsten zuwider und Bismarck hatte erkannt, dass kein deutscher Fürst diesem Titel zustimmen würde, womit kein gesamtdeutscher Nationalstaat alias Deutsches Kaiserreich hätte gegründet werden können.

    Was Mischa sehr antimonarchisch beschrieben hat, bezieht sich allein auf festgelegte Funktionen.
    Es wäre unüblich gewesen, dass der Kaiser dem Volk verkündet hätte, dass er nun zum Kaiser proklamiert wurde. Da ist es doch wahrscheinlicher, dass Fürst Otto von Bismarck als preußischer Ministerpräsident und späterer deutscher Reichskanzler diese Aufgabe übernahm.

    König Ludwig II. von Bayern war eigentlich gegen die Entstehung eines ges.-dt. Nationalstaates gewesen, da er die Souveränität Bayerns nicht zum Wohl "nicht-bairischer" Staaten aufgeben wollte.
    Fürst Otto von Bismarck wusste allerdings um die Prunksucht des Königs und die folglichen horrenden Ausgaben für Märchenschlösser und den exklusiven und dekadenten Lebensstil des Königs. Er überwies eine hohe Summe (mehrere Millionen Mark sowie eine jährliche Rente) auf Ludwigs Konto (nicht wörtlich zu nehmen) und konnte den König somit doch noch überzeugen den "richtigen Schritt" zu tun.
    Stellvertretend für alle deutschen Fürsten trug Ludwig Wilhelm dann die Bitte an, sich zum Kaiser proklamieren zu lassen (vgl. Kaiserbrief, der von Bismarck vorformuliert worden war und den Ludwig lediglich zu unterzeichnen hatte).
     
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  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Um Ludwig "zu gewinnen" wurden die Dienste dessen Oberhofmeisters Graf Holnstein, der als Ludwigs Beauftragter in Versailles war, von Bismarck in Anspruch genommen. Holnstein kassierte immerhin ein Zehntel der Summe quasi als Erfolgsprovision.

    Ludwig hat etwa 6 Millionen Goldmark erhalten.
     
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