Kaktus als "Symbol" für die DDR?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Papa_Leo, 11. Mai 2019.

  1. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Bei der Suche nach Karikaturen zur DDR sind mir einige in die Hände gefallen, auf denen ein Topf mit einem Kaktus zu sehen ist (nicht im Mittelpunkt, aber er taucht immer wieder auf).
    Ich kann mich dunkel erinnern, dass es sogar Briefmarken der DDR mit dem Kaktus darauf gab?

    Gab es eine DDR Firma, die den Kaktus im Namen oder als Symbol hatte?

    Oder für was steht der Kaktus?

    Bin für jede Anregung dankbar.
     
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Briefmarken mit Kaktus!?
    Ja, sogar 5 Stück (5er - Blattkaktus, 10er - Bischofsmütze, 15er - Echinocereus scheeri, 20er – Königin der Nacht, 25er - Borstiger Hakenstachelkaktus und 30er- Warzenkaktus).
    Ausgabetag 2. Dezember 1970.
    Im Dezember 70 gabs dann noch einen Block zum 200. Geburtstag von L.v.Beethoven.

    ***

    Kaktus war wohl auch mal ein Namensgeber für ein literarisch-politisches Kabarett in Potsdam welches dann nach Ost-Berlin ging.
    Nach 4 Veranstaltungen wurde dies am 10.04.1956 verboten. Die Gründer gingen dann nach Westberlin und gründeten das Kabarett unter den Namen „Die Bedienten“.
     
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  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Kann es sein, dass der Kaktus die "Unterschrift" des Karikaturisten ist?
     
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  4. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

  5. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Dass mit dem Kaktus, der da von Rudolf Schöpper auf die Mauer gestellt wurde, könnte ich mir nur so erklären, hier greift er auf das Traumsymbol Kaktus zurück.

    Der Kaktus steht ja auch als Symbol für Streitigkeiten.

    Es war ja nicht mehr zu übersehen das E.H mit M. Gorbatschow im clinch lag.

    Und auch mit den Polen hatte E.H. so seine Probleme. Hier dargestellt mit den Repräsentanten Jaruzelski, Wojciech und Mazowiecki, Tadeusz.

    Und noch einen Link zum Thema „Traumdeutung Kaktus“: https://traum-deutung.de/kaktus/
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das würde ich viel einfacher angehen.

    Wenn sich jemand (nur einen) Kaktus ins (Schau-)Fenster = auf die Mauer stellt, einen verlorenen Kaktus, würde ich das als Ausdruck für die Behaglichkeit und Gemütlichkeit in der eigenen Guten Stube ansehen.
     
  7. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied


    Ich bin zu dieser Schlussfolgerung gekommen, weil hier Mazowiecki, Tadeusz mit gezeichnet wurde.

    Ich bin mir nicht sicher, aber Herr Mazowiecki, Tadeusz war kein Gast bei der „Untergangsparty in Erichs Lampenladen“.

    Herr Mazowiecki gehörte ja der katholischen Bewegung (Znag = deutsch -> Zeichen) in Polen an.

    Von 1958 – 1982 war er auch Herausgeber der intellektuellen Monatszeitschrift Więź (deutsch -> Bindung). 1982 -> Verbot dieser Zeitschrift.

    1989, am 24.08 wurde er Premier von Polen. Am 07.10.1989 fand ja die Party Palast der Republik statt.

    Hätte er eine bessere Reputation gehabt (Freund von Papst Johannes Paul II., Lech Wałęsa u.a.), wäre es eigentlich selbstverständlich gewesen er wäre auch dabei. Jaruzelski (noch Staatspräsident) war dabei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Mai 2019
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  8. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Danke für die Antworten. Es scheint also so zu sein, dass der Kaktus per se nicht für etwas bzgl. der DDR steht, sondern eher einer jeweils besonderen/spezifischen Interpretation bedarf.
     
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  9. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Noch als Ergänzung zu den informativen Beiträge der Verweis auf die spezielle und eng definierte Rolle der Karrikatur in der DDR (vgl. DDR Handbuch, S. 580f-581). Deutlich wird an der Darstellung, dass sie systemkonform und affirmativ zu fungieren hatte. Und damit deutlich anders aufgestellt war wie ihre Pendant, "Stacheschweine" etc. in West-Berlin oder in der BRD.

    Als bedeutendste satirische Zeitschrift der DDR wird dabei wohl der "Eulenspiegel" angesehen, der sich an der sowjetischen Zeitschrift "Krokodil" orientierte. Im "Eulenspiegel", dem DDR-Pendant zur z.B. "Pardon" zeichneten wohl die bekanntesten DDR-Karrikaturisten.

    Ludz, Peter Christian (Hg.) (1979): DDR Handbuch. Unter Mitarbeit von Johannes Kuppe. Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen. 2. überarbeitete u. erweiterte Auflage. Köln: Verlag Wissenschaft u. Politik.
     
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