Kalenderreform Gregors XIII.

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von Gast, 11. Juli 2008.

  1. Gast

    Gast Gast

    In einem Internet-Wissenspiel gibt es folgende Frage: Welcher Tag folgt auf den 5. Oktober 1492? Die richtige (?!) Antwort lautet: der 15. Oktober. Kann mir das jemand erklären? Danke!
     
  2. Tekker

    Tekker Gast

    Auf den 5.Oktober 1492 folgte wahrscheinlich der 6.Oktober 1492.
    Sollte das 1582 heißen? Dazu kann dir Tante Wiki etwas sagen. :)
     
  3. TGDarmstadt

    TGDarmstadt Neues Mitglied

    Das muss wirlich 1582 heißen! Tekker hat ja schon den Hinweis auf die Kalenderreform Gregors XIII. gegeben.

    In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass nur einige katholische Länder den Kalender 1582 umgestellt haben. Die restlichen katholischen Länder folgten erste in den folgenden Jahren. Die Protestanten ließen sich, da die Änderung vom Papst dekretiert wurde, noch mehr Zeit und in den orthodoxen Ländern Osteuropas dauerte es teilweise bis in 20. Jahrhundert, bis der julianische durch den greogrianischen Kalender ersetzt wurde.
     
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    ...weshalb die Oktoberrevolution de facto am 7. November 1917 begann. In Russland war damals 25.Oktober.

    Kleine Anekdote aus Wiki zum Thema:
     
  5. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Das ist doch logisch! Bei denen war ja erst der 23. Vendémiaire XIV :rofl:

    Zum Glück war 3 Monate später dieser Unsinn dann vorbei...
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juli 2008
  6. Josephine

    Josephine Neues Mitglied


    Hallo Tekker,

    der Spruch ist klasse.

    Im übrigen bin ich kurz erschrocken, denn wäre die gregorianische Kalenderreform tatsächlich im Jahre 1492 erfolgt und wären dadurch die Tage vom 5. Oktober bis 15. Oktober weggefallen, dann hätte ja am 12. Oktober 1492 der Kolumbus gar nie nicht Amerika entdecken können. :weinen::weinen::weinen:

    Da bin ich jetzt richtig, aber wirklich richtig, erleichtert

    Gruß...........
     
  7. Abenteurer

    Abenteurer Neues Mitglied

    Ja ein bisschen Querdenken könnte helfen...
    5. Oktober -> anders geschrieben 05.10 -> 05 + 10 macht 15 -> 15.10.1492

    5. Oktober (7 Buchstaben) -> 7 + 5 = 12.10. (12 + 10) -> 22 -> + 1 (die entnehmen wir der 1492) -> 23 -> - 4 -> 19 -> + 9 -> 28 -> + 2 -> 30 ->
    :2 -> 15.10.1492

    O K T O B E R ----- Alles zusammen gerechnet ergibt 86
    15 11 20 15 2 5 18

    so 86 - 11 ergibt 75 : 5 (für den fünften Oktober) - 15!!!!


    :yes:
     
  8. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Täusche ich mich oder meint der Verfasser des "Mack"-WP-Artikels diesen Hinweis bitterernst?
     
  9. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Kreativ! Erinnert daran, wie Schweyk einem Soldaten hilft, die Nummer seines Transportwaggons zu memorieren (Brecht, Schweyk im Zweiten Weltkrieg).
     
  10. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ja so ist es - verabredet wurde: " Die Armeen treffen sich...". Das hab ich nicht nur aus Wiki, aber es ist bequem, es als erste Quelle zu posten. Was ist daran so unglaubwürdig?
     
  11. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Die notwendige Dummheit! Hundert Jahre lang und mehr hatten alle grenznahen Bewohner diesen Unterschied kennengelernt. Die Bewohner des besetzten Rheinlands gingen sogar einige Jahre mit dem Revolutionskalender um (s.o.). Und ausgerechnete ein russischer General sollte da so dumm sein? Oder war es ein östereichischer?

    Edit: Hier noch eine Liste:
    Code:
    Italien (großteils), Spanien, Portugal, kath. Polen    4. / 15. Okt. 1582     
    Frankreich, Lothringen    9. / 20. Dez. 1582
    Holland, Brabant, Flandern    21. Dez. 1582 / 1. Jan. 1583
    Bm. Lüttich    10. / 21. Feb. 1583
    Bm. Augsburg    13. / 24. Feb. 1583
    Bm. Trier    4. / 15. Okt. 1583
    Groningen (Stadt)    28. Feb. / 11. Mär. 1583
       (Wiedereinführung des Julianischen Kalenders: 19./10. Nov. 1594
        endgültige Einführung des Greg. Kalenders 1700/01)
    Bayern, Bmr. Freising, Eichstätt, Regensburg, Salzburg, Brixen    5. / 16. Okt. 1583
    österr. Oberelsaß, Breisgau    13. / 24. Okt. 1583
    Bm. Basel    20. / 31. Okt. 1583
    Hzm. Jülich-Berg    2. / 13. Nov. 1583
    Ebm. Köln, Stadt Köln    3. / 14. Nov. 1583
    Bm. Würzburg    4. / 15. Nov. 1583
    Ebm. Mainz    11. / 22. Nov. 1583
    Bm. Straßburg, Mgft. Baden    16. / 27. Nov. 1583
    Bm. Münster, Hzm. Cleve    17. / 28. Nov. 1583
    Steiermark    14. / 25. Dez. 1583
    Österreich, Böhmen    6. / 17. Jan. 1584
    Luzern, Uri, Schwyz, Zug, Freiburg, Solothurn    11. / 22. Jan. 1584
    Schlesien, Lausitz    12. / 23. Jan. 1584
    Ungarn (faktisch)   22. Jan. / 2. Feb. 1584
      (gesetzlich:   10. / 21. Okt. 1587)
    Hzm. Westfalen    1. / 12. Jul. 1584
    Bm. Paderborn    16. / 27. Jun. 1585
    Unterwalden    im Juni 1587
    Siebenbürgen    14. / 25. Dez. 1590
    Hzm. Preußen    22. Aug. / 2. Sep. 1610
    Pfalz-Neuburg    13. / 24. Dez. 1615
    Hzm. Kurland    1617
       (Nachdem Kurland in den Polnischen Teilungen an Russland gekommen war,
        wurde der Julianische Kalender wieder eingeführt.)
    Bm. Osnabrück    1624
    Bm. Hildesheim    15. / 26. Mär. 1631
    Kanton Wallis    28. Feb. / 11. Mär. 1655
    Fsm. Minden    1. / 12. Feb. 1668
    Stadt Straßburg    5. / 16. Feb. 1682
    evangel. Deutschland, Dänemark, Norwegen    18. Feb. / 1. Mär. 1700
    Gelderland, Zutphen    30. Jun. / 12. Jul. 1700
    Island    16. Nov. / 28. Nov. 1700
    Utrecht, Overijssel    30. Nov. / 12. Dez. 1700
    Friesland, Groningen, Zürich, Bern, Basel, Genf, Thurgau, Schaffhausen     31. Dez. 1700 / 12. Jan. 1701
    Glarus, Appenzell, St. Gallen (Stadt)    1724
    Pisa, Florenz    20. Dez. 1750 / 1. Jan. 1751
    Großbritannien    2. / 14. Sep. 1752
    Schweden (mit Finnland)    17. Feb. / 1. Mär. 1753
    Graubünden    von 1760 bis 1812
    Albanien    1913
    Bulgarien    31. Mär. / 14. Apr. 1916
    Russland    31. Jan. / 14. Feb. 1918
    Jugoslawien    14. / 28. Jan. 1919
    Griechenland    15. Feb. / 1. Mär. 1923
    Griech.-Orthodoxe Kirche    9. / 23. Mär. 1924
    Rumänien    30. Sep. / 14. Okt. 1924
    Osmanisches Reich     15. Feb. / 1. Mär. 1917
    Türkei    1. Jan. 1926
    Hier noch ein präziserer Link: http://www.ghgrb.ch/genealogicalIntroduction/kalender_greg_start_chron.htmlLink
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2008
  12. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Ich finde, dann sollte man auch die ganze Geschichte erzählen:

    Schon bald nachdem Rußland 1799 in den 2. Koalitionskrieg eingetreten war, ergaben sich durch die unterschiedlichen Kalendarien enorme Probleme bei der Abstimmung der Truppenbewegungen, so dass die Vertreibung der Franzosen aus Italien (1799) nur dem Zufall zu verdanken war. Trotz mannigfaltiger Bemühungen gelang es in den folgenden zwei Jahren nicht, das Problem grundsätzlich zu lösen, was nicht nur die militärische Kraft der Koalition beeinträchtigte, sondern auch dazu führte, dass der Zar zum Friedenstermin von Lunéville (9.2.1801) schlicht zu spät kam.
    Kaiser und Zar konnten zwar danach eine verbindliche Abrede treffen, die jedoch durch die Ermordung des Zaren am 23./24.3.1801 gegenstandslos wurde. Mit seinem Nachfolger Alexander wurde deshalb verabredet, den Papst um Koordination zu bitten. Diese Idee zerschlug sich jedoch, weil Pius VII. sich im Konkordat mit Napoleon am 15.7.1801 verpflichtete, jedwede Bemühungen in der nämlichen Richtung zu hintertreiben. Infolgedessen blieb das Problem bis zum Herbst 1805 ungelöst, d. h. die Russen kamen immer und überall zu spät - möglicherweise ein persönliches Verschulden Kutusows, der bereits 1799 die russische Armee befehligt hatte.


    Sind aus anderen Quellen noch mehr oder andere Details bekannt? Unverständlicherweise bieten Duffy (Die Schlacht von Austerlitz, 1979, darin Ulm S. 50 ff., Vormarsch Kutusows S. 68 ff.) und andere gar nichts dazu.
     
  13. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Dumme Generäle ziehen sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte. Und der "große Kutusow" war ohnehin ein Zauderer, wie er auch 1812 bewies. Er hatte mehrfach Gelegenheit, die Reste der Grande Armee samt Napoleon zu kassieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2008
  14. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Tja, Schuld war wohl der im Gebrauch befindliche Julianische Kalneder bei Kutusow.:O
     
  15. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Nur um des Erbsenzählens willen: Der 15.Oktober 1582 folgte in Italien, Spanien, Portugal und Polen auf den 4. Oktober... Es hat zwar in diesem Thread bisher noch nie jemand etwas anderes behauptet, aber ich baue lieber vor...
     
  16. urvo

    urvo Aktives Mitglied

  17. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Wie du in meiner Tabelle oben siehst, zog es sich aber hin in "Deutschland" :)
     
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dazu muss ich folgendes anmerken: Shakespeare und Cervantes starben beide am gleichen Datum (23. April 1616) und doch starb Shakespeare zehn Tage nach Cervantes! Der Grund ist in einem der obigen Beiträge schon erklärt worden
     
  19. Lepidus

    Lepidus Neues Mitglied

    Gregorianische Kalenderreform und Konzil von Nizäa und Julianische Kalenderreform

    :winke:
    Wer weiß wann die Gregorianische Kalenderreform war: 1582 oder 1583..ich habe beide Daten hier stehen.
    Wer weiß wann die Römer einen Schaltmonat eingefügt haben:
    1 Tag nach dem 23.2. oder am 23.2 oder gar 1 Tag nach dem 22.2 oder am 22.2: habe hier alle Versionen stehen
    Wer weiß was im Konzil von Nizäa bzgl Kalenderreform beschlossen worden: Daß am 21.3. Tag und Nachtgleiche ist oder nicht: erst bei Papst Gregor..Ich habe beides stehen hier
    :cry:Ich werde da noch verrückt!:gruml::w00t1:..bitte helfen!:help:
    :winke:
     
  20. urvo

    urvo Aktives Mitglied

    Die durchschnittliche Jahreslänge des julianischen Kalenders beträgt 365,25 Tage, was eine Abweichung von 0,0078 Tagen in Bezug auf das mittlere tropische Jahr ausmacht. Daraus resultiert eine sehr langsame Verschiebung des Kalenderjahres zum Sonnenjahr. Diese summiert sich in 128 Jahren zu einem vollen Tag. Somit kommt es auch zu einer Verschiebung der Daten von Sonnenwenden und Tag-und-Nacht-Gleichen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der julianische Kalender bezogen auf die Jahreszeiten immer ungenauer. Dies ärgerte die römische Kirche, da sich auch der Termin des Osterfestes immer mehr in Richtung Sommer verschob.

    Deshalb beauftragte Papst Paul III. mehrere Astronomen, eine Lösung zu finden. Papst Gregor VIII wählte von verschiedenen Vorschlägen für eine Kalenderreform den des Jesuiten Christopher Clavius, welcher vom Astronomen und Physiker Luigi Lilio entwickelt wurde, aus. Am 24. 02. 1582 erließ er eine päpstlische Bulle (Inter Gravissimas), was heute als die gregorianische Kalenderreform bezeichnet wird. Der gregorianische Kalender wird gegenwärtig in allen westlichen Ländern verwendet und ist zum allgemeinen Standard geworden.
    Die gregorianische Kalenderreform beinhaltet folgende Punkte:

    · Zehn Tage des Kalenders wurden gestrichen. Auf den 4. Oktober 1582 folgte Freitag, der 15. Oktober 1582.
    · Die Regelung für Schaltjahre wurde geändert. Im gregorianischen Kalender ist jedes vierte Jahr, mit Ausnahme der durch 400 nicht teilbaren Jahrhunderte ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 sind demnach Schaltjahre, aber 1700, 1800, 1900 und 2100 nicht.
    · Neue Regeln für die Berechnung des Osterfestes wurden festgelegt.
    · Der erste Tag des Jahres (Neujahrstag) ist der 1. Januar.
    · Der zusätzliche Tag eines Schaltjahres ist nicht mehr der Tag vor dem 25. Februar, sondern der Tag nach dem 28. Februar.

    Nach gregorianischem Kalender beträgt die durchschnittliche Jahreslänge 365,2425 Tage (365d 5h 49min 12s). Das sind 26 Sekunden mehr als die Länge des mittleren tropischen Jahres. Somit weicht der gregorianische Kalender erst nach 3000 Jahren um knapp einen Tag vom tropischen Jahr ab.
     
    3 Person(en) gefällt das.

Diese Seite empfehlen