Karl Marx / Das kommunistische Manifest

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von benji5, 8. April 2005.

  1. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    Ich interessiere mich sehr für die Person Karl Marx und
    sein kommunistisches Manifest. Nun würde
    ich gerne von euch hören was ihr von Karl Marx haltet und wie
    ihr sein kommunistisches Manifest wertet .
    Gerne kann auch Bezug auf andere Werke von Marx , wie "Das Kapital"
    genommen werden.
     
  2. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Hier findest du das meiste über Marx:

    http://gutenberg.spiegel.de/autoren/marx.htm

    Ich selbst will so arg viel nicht zu dem Mann sagen (Das Kapital ist eines von 3 Büchern das ich in meinem Leben wieder weggelegt hab).
    Ich persönlich würds so zusammenfassen: Die Idee ist gut, die Welt jedoch noch nicht bereit.
     
  3. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Das ist auch meine Meinung. Bisher konnte ein kommuniscter Staat nach den Thesen von Karl Marx nirgendwo auf der Welt errichtet werden. Die realsozialistischen Länder, die auf dem Weg zum Kommunismus waren, sind einschließlich der DDR, überall auf der Welt gescheitert. :(
     
  4. Livia

    Livia Mitglied

    Die Zeit, von der Marx geprägt wurde, war das 19. Jahrhundert - die Zeit der Industrialisierung mit all ihren sehr unschönen Begleiterscheinungen. Das Kommunistische Manifest ist also in erster Linie als historischer Text zu verstehen - und nicht als prophetischer.
    Ich finde, dass man Marx immernoch lesen kann und soll und das er neben den anderen prominenten Denkern des 19. Jh. einen sehr respektablen Platz einnimmt.
     
  5. askan

    askan Neues Mitglied

    Nur weil realer Sozialismus drauf stehe, muß nicht realer Sozialismus drin sein.
     
  6. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Da gebe ich dir vollkommen Recht, muss man doch bedenken, dass weder DDR noch Sowjetunion jemals kommunistisch bzw. sozialistisch waren. Meiner Meinung nach gab es zu viele reale Abweichungen, als dass davon die Rede sein konnte. Wie soll so ein Staat überhaupt existieren? Jeder Mensch ist und bleibt doch ein Individuum, man kann also nicht also alle über einen kamm scheren und sagen: "Ihr seid jetzt alle gleich." Irgendjemand muss schließlich da sein, der den Staat führt, salopp ausgedrückt und allein damit würde dieser sich von der Masse abheben...dies kann man praktisch auf sämtliche Lebensbereiche ausdehnen.
    Zudem muss man die damaligen Lebensumstände berücksichtigen, in der das Gros der Bevölkerung immer ärmer ,und wenige immer reicher wurden. Derartige Theorien scheinen dann wohl viel praktikabler zu sein.
    In der Theorie also genial, aber praktisch wohl unmöglich.
     
  7. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    Ich gebe euch da Recht, das die versuchten Experimente den Kommunismuns/Sozialismus
    umzusetzen mißlungen sind bzw. in Wahrheit gar nicht die Ideen von Marx umsetzten.
    Ich denke auch das es mit dem heutigen Menschenbild nicht klappen wird dies durchzusetzen
    obwohl wieder neue Versuche unternommen werden (Beispiel Venezuela).
    Ich denke aber das diese Texte nicht so historisch sind. Zum einem haben viele Menschen
    3.Welt ländern noch die Probleme wie die Proletarier im 19 Jahrhundert und zum anderen
    kann man diese Ideen auch heute noch auf das Dienstleistungs/Informationszeitalter richten.
    Gerade heutzutage wo der Neoliberalismus den Menschen wieder mehr und mehr ausbeutet.
    Marx war sicherlich einer der bedeutensten Theoretiker und Philosophen des 19.Jahrhunderts
    wenn nicht gar der gesamten Weltgeschichte , da er ja immerhin ein neues Zeitalter ausruft.
     
  8. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Und genau da liegt das Problem: Er war Theoretiker, hat aber den praktischen Teil immer außer Acht gelassen. Ich wäre wahrscheinlich glühende Verfechterin des K., wenn ich nur einen Funken Hoffnung sehen würde, seine Theorien in die Praxis umzusetzen. Bei der derzeitigen Situation (nicht nur in Dtl.) auf der Welt scheint mir das aber schwieriger denn je. Jeder (die meisten) ist lediglich darauf bedacht, möglichst viel Profit zu machen und Gewinn einzustecken. Wir leben nun einmal in einer konsumorientierten Welt, sprich im Kapitalismus. (es hat sich ausgespenstert :( )
     
  9. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    Ja leider ! Da hast du Recht ! In einem hat aber Marx auch Marx Recht ;) nämlich
    das es die derzeitige Situation nicht bleiben kann. Der Kapitalimus wird Kriegen immer
    ein Nährboden sein. Und der Unterschied zwischen Arm und Reich ist gewaltig.
    Marx bezog seine Studien auf die Unterscheide zwischen Proletariern und der Bourgeoise
    in Europa bzw Großbritannien. Heute sind die Unterschiede noch krasser.
    Der Unterschied ist zwischen Kontinenten, Kulturen sichtbar. Darin seh ich die Gefahr der
    derzeitigen Situation.
    Ich schaue in dieser Zeit besonders nach Venezuela wo versucht wird zart eine Art Sozialismus zu gestalten. Wie gesagt mal sehen was daraus wird. Die USA versuchen
    dies dort zu unterbinden. Vielleicht sollte meine Art Kompromisslösung wirklich mal ausprobieren. Wie gesagt einen "sanften" Sozialismus der die Demokratie trotzdem beinhaltet.
    Wie das aussehen soll weiß ich selber nicht oder ob das überhaupt möglich ist.
     
  10. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Im letzten Jahrhundert ist die Schicht der Proletarier, hervorgegangen aus der Industrialisierung, weitgehend verschwunden, dafür bildete sich eine breite Mittelschicht. Künftig wird die Spanne zwischen Arm und Reich , wie du schon sagtest, wieder größer werden. Aber es gibt nicht mehr (zumindest bei uns nicht), diese Massenarmut. Insgesamt gesehen ist die Welt doch wohlhabender geworden. Wer weiß, wie das in 40-50 Jahren ist....
    Von dem Versuch in Venezuela habe ich noch nichts gehört. Würd mich gerne mal schlau machen. Hast du einen guten Link für mich?
     
  11. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Wer von Marx spricht, sollte aber auch den Herrn Engels nicht vergessen. Immerhin war er Fabrikbesitzer. Man sollte auch nicht vergessen, in welcher Zeit die beiden gelebt haben. Aus heutiger Sicht haben die beiden doch viel erreicht.
    Hier noch ein Link
    http://www.philolex.de/marx.htm
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. April 2005
  12. clemens

    clemens Premiummitglied

    sicher nicht - viele schriften sind gemeinschaftswerke der beiden, bei denen man nicht mehr unterscheiden kann wer von beiden was geschrieben hat. engels war auch treibende kraft und ohne ihn wären einige werke unvollendet geblieben, da marx immer wieder korrigierte und mehr hinzufügen wollte. auch konnte engels als einer der wenigen marx klaue entziffern und seine manuskripte lesen.
     
  13. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    Über das was da in Venezuele abläuft kann ich dir allerdings jetzt auf die schnelle nur subjektive Seiten anbieten aber informieren tun sie. Ob das alles so wahr ist kann ich nicht einschätzen , ich habe aber auch schon kritische Aussagen zu diesen Thema gefunden.
    www.sozialismus.info./modules.php?name=News&file=article&sid=924
    www.jungewelt.de/beilage/art/353

    Ich versuche aber nochmal andere Stimmen dazu zufinden .
     
  14. benji5

    benji5 Neues Mitglied

  15. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Lieber nicht benji. Vergiss nicht, das wir hier in einem Geschichtsforum sind.
     
  16. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    Ja hast Recht ! Ich hab bloß dem Jules ein paar Links gegeben .
    Nun aber wieder zu Marx . Ich denke das er einer der größten Philosophen und Theoretiker
    der Weltgeschichte war und deshalb ist er auch zu einer der größten Deutschen meiner Meinung nach zu zählen . Was haltet ihr davon ?
     
  17. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Florian,
    natürlich sollte man auch Herrn Engels nicht vergessen. Ich weiß nicht, ob sich Marx und Engels die heutige Gesellschaft so vorgestellt haben. Es hat viel Blut, Schweiß und Tränen mit zwei Weltkriegen und der Spaltung Deutschlanfs 45 Jahre lang gekostet, um unsere heutige Gesellschaft zu erreichen, wobei diese immer noch sehr ungerecht ist. :(
     
  18. clemens

    clemens Premiummitglied

    natürlich nicht im einzelnen, aber im prinzip schon, würde ich sagen. sie sagten den zwangsläufigen entwicklungsgang von der ur- über die sklavenhalter zum feudalismus, weiter über kapitalismus und sozialismus zum kommunismus vorraus. für sie war jede wirtschafts-/gesellschaftsform wichtig und eine stufe im fortschritt, die es zu erreichen galt, um zur nächsten aufzusteigen. sie lebten in der zeit des feudalismus und kämpften für die erreichung des kapitalismus mit entsprechender demokratie und waren mitglieder einer sozildemokratischen partei, keiner kommunistischen! erst mit erreichen des kapitalismus war die schaffung des sozialismus und anschließend des kommunismus zu bewerkstelligen. marx hielt russland für das land welches als letztes diese stufen erreichen würde, weil das land noch am tiefsten im feudalismus steckte und den weitesten weg vor sich hatte. es war eines der wichtigsten bestrebungen lenins dies doch zu schaffen und die stufe des kapitalismus fast zu überspringen.
     
  19. benji5

    benji5 Neues Mitglied

    @ clemens
    Also ich denke nicht das sie für die Erreichen des Kaptilamismus gekämpft haben.
    Sie haben ihn sicherlich nicht ganz verteufelt aber sie sahen ihn ihm nicht die höchste Form. Marx schrieb das kommunistische Manifest , warum sollte er dann Sozialdemokrat gewesen sein ? In so einer Partei war er ja bestimmt nur weil es zu seiner Zeit noch keine kommunistischen Parteien gab. Und das sie im Feudalismus lebten stimmt meiner Meinung nach nicht. Sie lebten in der Zeit der Industrialisierung , der Zeit des ersten ungezügelten Kapitalismus.
     
  20. clemens

    clemens Premiummitglied

    nicht die höchste-, sondern die nächst höhere form nach feudalismus und vorstufe des sozialismus und um die zu erreichen, den feudalismus zu überwinden, mußte gekämpft werden.

    warum s.ob. - er war es und die kommunistische parteien entwickelten sich später durch abspaltungen aus der sozialdemokratischen partei.

    wie hieß(en) denn dann die staatsform(en) im deutschland des 19ten jahrhundert?
     

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