Karthagofrieden/ Versailler Vertrag

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Gast, 27. Oktober 2007.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallihallo!

    Hab eine Frage und hoffe mir kann jemand weiterhelfen!
    Der Versailler Vertrag war ja ein Diktatfrieden. Unser Lehrer hat gefragt, ob es auch ein Karthagofrieden war, habe leider nichts über den Karthagofrieden gefunden. Kann mir jemand sagen, was ein Karthagofriede ist?
    Gruß Monika
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    202 v. Chr. wurde Hannibal von Scipio in der Entscheidungsschlacht bei Zama endgültig besiegt. 201 v. Chr. schlossen Rom und Karthago Frieden: Karthago musste Spanien und die noch in seinem Besitz befindlichen Mittelmeerinseln an Rom abtreten sowie einen Teil seines nordafrikanischen Besitzes aufgeben, seine Kriegsschiffe bis auf zehn ausliefern, 10 000 Talente Silber an Rom zahlen und durfte nur noch mit der ausdrücklichen Erlaubnis Roms Krieg führen. Karthago hatte seine Großmachtstellung verloren.
    Punische Kriege - Suchansicht - MSN Encarta

    Für die meisten Deutschen, die die Zeit von 1918 bis 1933 bewusst erlebten, lag über den vierzehn Jahren der ersten Republik nicht der Schatten des Kaiserreiches, sondern der von Versailles. Die Friedensbedingungen trafen die Deutschen auch deshalb so hart, weil das Koalitionskabinett Scheidemann bewusst darauf verzichtet hatte, die Öffentlichkeit in den Wochen zuvor über die tiefere Ursache des zu erwartenden Strafgerichts, die deutsche Verantwortung für den Kriegsausbruch, aufzuklären. Der Friedensvertrag verstieß gegen den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Völker; die Reparationen waren eine schwere Belastung für die deutsche Wirtschaft; der Kriegsschuldartikel verzerrte [. . .] die historische Wahrheit. Aber die Regierungen der Siegermächte standen unter dem Druck ihrer Völker, die keinen Anlass sahen, einem ganz und gar nicht reuigen Sünder gegenüber Milde walten zu lassen. Dennoch war Versailles kein „Karthago-Friede“. Das Reich wurde amputiert, aber es blieb bestehen und hatte gute Aussichten, nach einiger Zeit wieder einen Platz unter den europäischen Großmächten einzunehmen. Zu diesem Schluss kamen 1919 indes nur wenige Zeitgenossen. Vielmehr einte die Deutschen der Weimarer Jahre nichts so sehr wie die Weigerung, den Friedensvertrag hinzunehmen.

    aus: Heinrich August Winkler: „Weimar 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie“, München 1993
    Geschichts LK NRW
     

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