Kartographie: die rauchende Insel

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von pelzer, 26. Dezember 2010.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Eine dritte Landkarte, die beim Aufräumen zum Vorschein kam:
    Tunis - nach den besten Quellen entworf. und gez. vom Hauptm. Radefeld. 1844 (1:2 Mio.)

    Die Karte zeigt Tunesien und das angerenzende Umland. Vor Sizilien ist eine kleine Insel eingezeichnet; „Vulcano – entstand 1831, verschwand 1832“ steht dabei. Diese kleine Insel (N37.163° E12.718°) hat eine markante Geschichte.

    Anfang Juli 1831 stieg da Rauch aus dem Meer und es bildete sich rasch eine Insel, 800 Meter Durchmesser und gut 60 Meter hoch. Der deutsche Vulkanologen Friedrich Hoffmann beobachtete das Geschehen vor Ort und nahm die soeben entstandene Insel gleich in Besitz und taufte sie „Ferdinandea“. Kurze Zeit später wurde die Insel dann auch von einer britischen Forschergruppe besucht und als „Graham Island“ in Besitz genommen. Das störte dann wiederum die Franzosen, die die Insel „Giulia“ tauften und für sich reklamierten.
    Die Brandung nagte fortan an der Insel und sie wurde rasch wieder kleiner; während dessen immer heftiger über deren Besitz gestritten wurde. Man sprach schon von Krieg. Im Dezember 1831 war sie dann aber schon wieder ganz unter der Wasseroberfläche verschwunden und ist seither bloss noch ein Hindernis für die Schifffahrt...


    Gruss Pelzer

    .
     

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  2. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Und für wen? :confused:
     
  3. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Für den König von Sizilien; Ferdinand II.
    So wirds zumindest überliefert.

    Gruss Pelzer

    .
     
  4. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Auf die Gefahr hin, dass das hier ein Monolog ausartet:
    Hier noch mal ein Ausschnitt aus der Tunis-Karte. In Tripolitanien, im Jebel Nafusa, sind sogar „räuberische Araber Stämme“ verzeichnet. :grübel:

    Gruss Pelzer

    .
     

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  5. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Von wann ist die Karte? 1844?

    Da war man noch nicht so genau mit den Völkerschaften. Und Political Correctnes war noch nicht erfunden. Wie währe es mit den Tuareg als Volk? Oder einem anderen Berber-Volk?

    Apvar
     
  6. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    In Libyen besteht die Bevölkerung mehrheitlich aus Arabern. Berber gibt es nur im Westen und die Touareg weit im Landesinneren.

    Datei:Libya ethnic.svg ? Wikipedia

    Und das mit "räuberisch" kann viele Gründe haben. Wer weiss was die einheimischen den Geographen für ein Mittagessen in der Karavanserai in Beni Abbas abgenommen haben. Auf dem selben Plan steht am Ätna "betrügerische Italienerwirte."
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2010
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    An der Bezeichnung wird schon was dran sein. Das Ausplündern von Oasensiedlungen, Nachbarstämmen, Karawanen und Reisenden war bis ins 20. Jahrhundert hinein eine gängige Praxis der nordafrikanischen Nomaden, egal ob Araber oder Berber. Das schrieb nicht etwa nur Karl May, sondern steht auch in vielen zeitgenössischen Reiseberichten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2010
  8. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Karl May kannte es aber auch nur aus der Karte von Pelzer.
     

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