Katharer und Franziskaner

Dieses Thema im Forum "Krisenzeiten und Renaissance (14. - 15. Jhd.)" wurde erstellt von Lisa, 26. Februar 2007.

  1. Lisa

    Lisa Gast

    Hallo an alle Geschichts- Fans!
    Ich hoffe einige von euch wollen und können mir helfen, da mich das Thema erstenes brennend interessiet und ich zwitens eine Facharbeit darüber schreiben werde. Also über Buchtips oder ähnliches würde ich mich auch freuen!
    Also nun zu meiner Frage/dem Thema:
    Ich würde gerne wissen, warum manche Reformbewegungen im Mittelalter völlig vernichtet wurden(Bsp. Katharer) und andere wiederum noch heute bestehen uns von der Kirche anerkannt sind(Bsp. Franziskaner). Welches waren die grundlegenden Unterscheide dieser beiden Institutionen und was hat die Kirche dazu gebracht die Katharer auf so brutale Weise zu vernichten?
    Über jegliche Erklärung oder Gegenüberstellung der beiden Reformbewegungen würde ich mich sehr freuen!
    Vielen Dank im Voraus
    nette grüße^^
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    So aus dem hohlen Bauch:

    Die Katharer vertraten Lehren, die so weit von der herkömmlichen christlichen Lehre abwichen, daß Konflikte unvermeidlich waren. Die Kirche, die sich als Hüterin der wahren Lehre sah, trachtete danach, die "Irrlehre" mit allen Mitteln zu bekämpfen.

    Die Lehren der Franziskaner und Waldenser wirkten zwar provokant, standen aber prinzipiell auf dem Boden der "rechten Lehre". Die Waldenser eckten lediglich mit dem Verbot der Laienpredigt an, das sie ignorierten - damit war der Machtkampf vorprogrammiert. Die Franziskaner hingegen unterwarfen sich den päpstlichen Auflagen (die der Ordensgründer widerwillig akzeptiert haben soll). Später machte allerdings eine extreme Abspaltung der Franziskaner als "Fraticellen" von sich reden, die als Häretiker bekämpft wurden. ("Der Name der Rose" läßt grüßen...)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27. Februar 2007
  3. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Ganz grundlegend liegt der Unterschied - vereinfacht erklärt - in der Konformität bzw. der Nonkonformität mit den gültigen kirchlichen Lehren begründet. Daraus abgeleitet galten bestimmte Reformbewegungen als Häresie, während sich aus anderen neue Orden bildeten.
    Bleiben wir bei den Beispielen Katharer bzw. Albigenser auf der einen und Franziskaner auf der anderen Seite...

    Die Katharer - i.e.S. ihre Gruppierung in Südfrankreich, die Albigenser - folgten einer von Manichäismus beeinflußten dualistischen Lehre, welche besagte, es gebe eine von Gott geschaffene spirituelle Welt und dieser gegenüber die vom Teufel beherrschte materielle Welt.
    Diese Lehre, deren Kernpunkt die unabhängige Existenz eines guten und eines bösen Gottes beinhaltet, widersprach der gültigen kirchlichen Lehre, weswegen sie auch als Häresie betrachtet wurde.
    Besonders diametral war jedoch ihr strenges Verurteilen jeder materiellen Existenz, was darin gipfelte - und dies war nicht weniger ein Angriffspunkt -, daß sie auch die traditionelle christliche Kirche mit Erscheinungen wie korrupten Klerikern und angehäuften Reichtümern für ein Werk des Teufels hielten, das zu vernichten sei.
    Daß Papst Innozenz III. im Jahre 1209 zu einem Kreuzzug gegen die Katharer aufrief und auch die Inquisition sich der Verfolgung dieser "Ketzer" annahm, lag dann aber v.a. daran, daß bedeutende Adlige in Südfrankreich (Comte de Toulouse, Comte de Foix) zu Anhängern der Bewegung wurden und sich sowohl gegen den französischen König als auch die Kirche wandten.
    Die Gründe für den Niedergang dieser Bewegung sind jedoch nicht nur bei Kriegszügen und Verfolgung durch die Inquisition zu suchen, sondern ebenso bei der Verbreitung der kirchlichen Bettelorden (z.B. Franziskaner), welche die Katharer auskonkurrierten.

    Die Franziskaner waren dagegen eine Bruderschaft, welche sich dem christlichen Ideal von Armut, hilfreicher Tat und Predigt verschrieb und um Franziskus von Assisi geschart hatte. Abgesehen davon, daß sie die bestehende Kirche nicht als vernichtenswert ansahen, machte sich Franziskus schon kurz darauf zu Papst Innozenz III. auf, um die päpstliche Anerkennung für seine neue Bruderschaft zu erwirken.

    Mehr zum Kontext:
    http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Katharer.htm
    http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Albigenser.htm
    http://www.heiligenlexikon.de/Orden/Franziskaner.htm
    http://www.heiligenlexikon.de/BiographienF/Franziskus_von_Assisi.htm

    PS (EDIT): Oops, da war schon einer schneller - dann nimm es eben als Ergänzung...
     
  4. hyokkose

    hyokkose Gast


    Je schreibfauler, desto schneller. :hoch:
     
  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    gute Literatur zu deinem Thema gesucht?
    Alles empfehlenswert:
    Bitte schön:


    Borst, Arno: Die Katharer. Neuausgabe Freiburg im Breisgau u. a. 1995.

    Fichtenau, Heinrich: Ketzer und Professoren. Häresie und Vernunftglaube im Hochmittelalter. München 1992.

    Handbuch der Kirchengeschichte, herausgegeben von Hubert Jedin. Band 2 und 3. Sonderausgabe Freiburg im Breisgau u. a. 1985.

    Koch, Gottfried: Frauenfrage und Ketzertum im Mittelalter. Die Frauenbewegung im Rahmen des Katharismus und des Waldensertums und ihre sozialen Wurzeln (12.-14. Jahrhundert). Berlin-Ost 1962.

    Müller, Daniela: Frauen vor der Inquisition. Lebensform, Glaubenszeugnis und Aburteilung der deutschen und französischen Katharerinnen. Mainz 1996.

    Werner, Ernst/Erbstößer, Martin: Kleriker, Mönche, Ketzer. Das religiöse Leben im Hochmittelalter. Neuausgabe Freiburg im Breisgau u. a. 1994.


    Viel Spass bei deiner Facharbeit.
     
  6. Lisa

    Lisa Gast

    Vielen Dank an euch!
     

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