Kelten im Ländle

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von oberschwabele, 18. Juni 2013.

  1. oberschwabele

    oberschwabele Neues Mitglied

    Hi! Ich interessiere mich für die Kelten, die im Bereich Oberschwaben lebten. Ich weiss im Allgäu lebten die Videliker, aber hat jemand neuere Infos zu Oberschwaben. Denn in Büchern steht, dass man hier nichts weiß, die sind aber schon über 10 Jahre alt. Ich interessiere mich für die Region Bad Waldsee.
     
  2. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    ich nehme mal an, auf der Heuneburg in Herbertingen warst du schon? Es gibt auch ein kleines Museum nicht direkt bei der Anlage (Hundersingen?) Ist ja in Fahrradreichweite von Bad Waldsee. Homepage haben die auch, sogar mit Literaturtips. Ansonsten freuen sich Kuratoren meist über Interesse. Einfach mal anmailen.

    In Ba-Wü war letztes Jahr (2012) das "Keltenjahr". Da hat jede Gemeinde, in der je eine Mistel von der Eiche gepflückt wurde, eine Sonderausstellung gemacht. Vielleicht findest du unter dem Stichwort was Waldsee-Passendes
     
  3. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Rieckhoff/Biel"DieKelten in Deutschland" Stuttgart 2001 enthält Beschreibungen aller bis dato bekannten Keltensiedlungsplätze nest Fundbeschreibungen-da wirst Du sicher fündig.
     
  4. oberschwabele

    oberschwabele Neues Mitglied

    Heuneburg kenne ich, ja. Danke! Ich mach mich mal an die Recherche..
     
  5. Fulcher

    Fulcher Aktives Mitglied

  6. Claudius

    Claudius Neues Mitglied

    Es gibt in Meßkirch, Bad Saulgau-Bondorf und Mittelbiberach sehenswerte Viereckschanzen.
     
  7. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

  8. Alauda

    Alauda Neues Mitglied

  9. Zyklotrop

    Zyklotrop Neues Mitglied

    Ich pack mal meine Frage hier mit rein:

    War zufällig jemand in der Keltenausstellung im Landesmuseum? Wenn ja, würd mich eure Meinung zur Ausstellung interessieren. Mich selbst hat sie naämlich nur mäßig überzeugt, trotz des Hypes der darum betrieben wurde.
     
  10. Brenn

    Brenn Neues Mitglied

    Ich war in der Ausstellung. War eigentlich ganz gut, es waren sehr viele Fundstücke zu betrachten( z.B. Münzen aus verschiedenen Zeitepochen, Schmuck, einen Prunkschild...) .Dazu gab es auch ein Buch, das alle Fundstücke abgebildet hat.
     
  11. Alauda

    Alauda Neues Mitglied

    Ich war als Darstellerin einmal dort und einmal als Besucherin mit der Familie.
    Die Ausstellung an sich fand toll , aber die schiere Fülle an Exponaten und Infos hat einen fast erschlagen . Negativ fand ich auch , dass die Ausstellung auf 2 Plätze verteilt war , obwohl die Orte nur einige hundert Meter voneinander entfernt waren ( Kunstbau und Altes Schloß ) .
    Irgendwann war man etwas übersättigt.

    Aber schon allein den Silberkessel von Gundestrup zu sehen , oder dieser goldene Torque der Fürstin von Vix.......und das neue Fürstinnengrab von der Heuneburg .

    Der Katalog ist ein Schwergewicht , aber schön gemacht und mit vielen unterschiedlichen Beiträgen. Und das zu einem unschlagbaren Preis.

    Aber etwas weniger hätte es auch getan . Nach dem Hype über die Ausstellung in Völklingen musste es ja noch eine Schippe mehr sein .
     
  12. steffen04

    steffen04 Gesperrt

  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Naja, du musst halt andauernd Drittmittel einfordern und konkurrierst dabei mit anderen, die Drittmittel einfordern. Zudem gilt die Regel, dass das was 1000 Jahre im Boden überdauert hat, auch weiterhin im Boden am besten aufgehoben ist. Dazu kommt, dass du neben der Bergung eben auch die Auswertung sichern musst. Es hilft ja nichts, zu graben und zu graben und mit der Auswertung nicht hinterher zu kommen. Unsere Archäologie ist halt in erster Linie eine Archäologie der Notwendigkeit, die Bodendenkmale dokumentiert, bevor sie verloren gehen.
     
  14. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

  15. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Auf der Heuneburg und um die Heuneburg und um die Heuneburg herum.
    https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/neue-erkenntnisse-zur-keltenstadt-heuneburg-4532/

    Es ist schon interessant, welche Entwicklung das Thema genommen hat.

    In den 80ern wussten wir, dass es die Hügelgräber gibt, meine Grundschullehrerin hat uns in diesem Zusammenhang die damit verbundene Geschichte von der Nachtschar erzählt und wir wussten, dass es die Heuneburg-en gab:
    Die jetzt so bekannt gewordene Heuneburg war und ist die "Kleine Heuneburg".
    Bummelig 10 km weiter liegt die "Große Heuneburg" als Vierecksschanze im Wald bei Upflamör. Die wurde uns damals als in der Regel nicht dauerhaft besiedelte Fluchtburg verkauft und war der Albraum sonntagnachmittäglicher Familienspaziergänge - ewig lang den Berg hoch, um dann ein paar olle Steinwälle zu sehen, anstelle des Sonntagsnachmittagshistorienfilms im Fernsehen. https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Heuneburg_(Upflam%C3%B6r).
    Einigermaßen dazwischen und ebenfalls inzwischen tief (hoch) im Wald liegt die "Alte Burg" bei Langenenslingen. https://www.denkmalpflege-bw.de/den...en-auf-der-alte-burg-bei-langenenslingen.html

    Die Heuneburgen liegen dort, wo die südlichen Ausläufer der Schäbigen Alb bis fast an die Donau heranreichen, mit der "Kleinen Heuneburg" direkt über dem Donautal.

    Wiederum ca. 10 km ca. südöstlich der "Kleinen Heuneburg" Richtung liegt in südöstlicher Richtung auf dem anderen Donauufer der Bussen, eine sehr prominente Einzelerhebung auf der Hochfläche südlich der Donau. Hier graben sich nach Auskunft meines Schwagers die Archäologen derzeit von oben nach unten durch die Kulturschichten in einer Weise, die mich irgendwie an den Hügel von Hisarlik erinnert.

    In dem Dreieck, das von "Kleiner Heuneburg", "Alter Burg" und Bussen gebildet wird (die Sichtverbindung dieser drei Plätze wird von den Archäologen derzeit als relevant bewertet) kann man - heute! - praktisch keinen Spaten mehr in den Boden stecken, ohne auf keltische Überreste zu stoßen. Dementsprechend sieht man beim Spaziergang über die Felder auch hier und dort weitere kleinere Grabungen.
    (Zumindest während der 80er wurden die historischen Spuren im Erdreich eher als Gefahr für Bauherren betrachtet, denn als Chance. Diese Einstellung hat sich z. T. gewandelt.)

    Interessant in diesem Zusammenhang finde ich, dass viele der keltischen Grabhügel, insbesondere auch die drei prominenten Bestattungen mit den beiden Blockbergungen von der kleinen Heuneburg aus gesehen auf dem anderen Donauufer angelegt wurden. Auch wenn die Donau dort noch verglichen schmal und wenig tief ist (war), dürfte sich damals doch ein Hindernis dargestellt haben. Der Grund für erschließt sich mir nicht ganz. Ob es Zeiten gab, wo man die keltischen Toten nicht ganz so nah um sich wissen wollte, oder im Flusstal die Grabhügel (so es welche waren) prominenter wirkten statt auf der Anhöhe? Bei dem Gewann scheint es sich aber womöglich schon um eine Art Nekropole gehandelt zu haben. Die Dichte prominenter Gräber ist dort relativ hoch und irgendwo müssen ja auch Hein Normalkelte und Schlawinsche Normalkeltin nach ihrem Ableben untergekommen sein.

    Etwas tiefer nach Oberschwaben rein, nämlich am Federsee, sind inzwischen auch keltische Spuren nachgewisen. https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/keltischer-einbaum-in-bad-buchau-geborgen-3220/

    Damit wäre zumindest das nördliche Oberschwaben als mutmaßliche "Metropolregion" Pyrene abgedeckt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2020

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