Kenntnisse über Amerika

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Kochant, 22. Oktober 2021.

  1. Kochant

    Kochant Aktives Mitglied

    Die Existenz von Amerika soll zwischen den Wikingerfahrten und Kolumbus auch bekannt gewesen sein:

    "Eine Terra namens Marckalada" in einer Mailänder Chronik: Amerika, schon 150 Jahre vor Kolumbus kein unbekanntes Land - Wissen - Tagesspiegel
     
  2. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Bei all diesen Diskussionen über die Kenntnis der Existenz von „Amerika“ in der Zeit zwischen den Wikingern und Kolumbus wird ein wichtiger Punkt ausgespart: Die Wikinger hatten vermutlich keine Ahnung von der tatsächlichen Größe des von ihnen entdeckten Landes. Was sie entdeckten, waren verschiedene kleinere und größere Landmassen im Nordatlantik. Dass sie nach Süden bis in die Region reichen, die Kolumbus auf seiner Fahrt von den Kanaren westwärts passierte, vermuteten wohl weder sie noch sonst jemand.

    Dass es im Atlantik größere und kleinere Landmassen gab, war ohnehin eine verbreitete Vorstellung, siehe z. B. die Insel „Antilia“ oder die Insel, die der hl. Brendan gefunden haben soll. Spätmittelalterliche Karten zeigten oft eine ganze Reihe fiktiver Inseln im Atlantik.

    Insofern halte ich es für problematisch, von einer Kenntnis „Amerikas“ zu sprechen. Was wohl mehr oder eher weniger bekannt war, waren nur weitere Landmassen im Nordatlantik, die sich zu den diversen anderen vermuteten Landmassen im Atlantik gesellten.
     
  4. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Laut dieser Weltchronik Markland, westlich von Grönland, in dem Riesen in großen Steinhäusern wussten. Mehr als die Wundergerschichte "weiß" der Mailänder Dominikanermönch nicht über Markland zu berichten. Es ist ein altes Topos antiker und mittelalterlichen Geografen am Rand der bekannten Welt Fabelwesen wie Riesen, Hundsköpfe, Höhlenmenschen, Einfüßer etc. zu platzieren.
    Sein Bericht über Grönland ist auch anekdotenhaft. Die Grönländer demnach unterirdisch, weil sie sich vor den großen weißen Bären verstecken müssen. Sie sitzen dann in ihren Gruben und schweigen, damit die Tiere sie nicht entdecken.
    Dem Artikel im Tagesspiel möchte ich daher widersprechen. Das, was in der Weltchronik steht, ist auch Seemannsgarn!

    Als Galvano Fiamma über Grönland schrieb, war die Besiedlung wahrscheinlich weitgehnd erloschen oder wenigstens kurz davor. Die Kirche wusste natürlich schon immer von den Grönlandern, denn sie waren Christen und hatten bis zuletzt einen eigenen Bischof.

    Die Entdeckung der Landmasse, die wir heute Amerika nennen, ist auch Frage der Deutung. Hält man das Land für eine Insel westlich von Grönland, östlich von "Indien" oder eben für einen eigenständigen Kontinent.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2021

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