Ketzergericht vom 6.9.1705 in Lissabon. Predigt des Erzbischofs

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Ralf&Lena, 17. Februar 2007.

  1. Ralf&Lena

    Ralf&Lena Neues Mitglied

    Die Universitaet von Sevilla hat die "Predigt", welche damals der Erzbischof von Lissabon hielt, digitalisiert veroeffentlicht.

    http://fondosdigitales.us.es/books/...um_plates=0&current_page=3&movement=prev_page

    auf alt-portugiesisch....

    Um den Interessierten an so einer Autodafe (portugiesisch: "Handlung des Glaubens") einen Eindruck zu vermitteln, habe ich den ersten Abschnitt uebersetzt.
    http://briefeankonrad.tripod.com/Lebenssinn/index.blog?entry_id=1642093

    AutodAfe ist ein portugiessiches Wort, das wir im deutschen AutodEfe uebersetzen.

    Die Verurteilten wurden meistens mit einer Halsschlinge gnadenweise erstickt, bevor man die Koerper in die Flammen warf.

    Gruesse
    Ralf
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast


    Die korrekte deutsche Schreibweise lautet "Autodafe".
     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

    Und portugiessich kommt mir etwas spanisch vor.
     
  4. Ralf&Lena

    Ralf&Lena Neues Mitglied

    Danke ! hab wohl schon zulang im Ausland verbracht.....
    Haltet mich deshalb bitte weiterhin streng im Auge !
    Ralf
     
  5. Herold

    Herold Neues Mitglied

    Entgegen der hier und auch im verlinkten Blog implizierten Aussage bedeutete ein Autodafé keineswegs die Hinrichtung von einem eines Glaubensverstoßes überführten Angeklagten. Ein Autodafé konnte mit einer Hinrichtung enden, musste es aber nicht. Vielmehr war ein Autodafé in den meisten Fällen ein aufwändig inszeniertes öffentliches Strafverfahren (es gab seltener auch nicht-öffentliche Autodafés).

    Verurteilte hatten sich der feierlichen und publikumswirksamen Verkündigung ihres Urteils und ihrer Bestrafung zu stellen. Geld- und Ehrenstrafen bildeten die häufigsten Urteile, daneben wurden Prügel- und Gefängnis- oder auch Galeerenstrafen verhängt wie natürlich auch Todesstrafen. Diese Bestrafungen wurden vor aller Augen, mit Präsentation des Vergehens, der gewünschten Abschwörung des Verurteilten von seinen Vergehen und der Wiederversöhnung mit der Kirche inszeniert. Ziel war die symbolische Inszenierung und Vorwegnahme des Jüngsten Gerichts und die Identifizierung aller Beteiligten mit dem Glauben. Jeder konnte sehen, was ein Verstoß gegen den Glauben war, welche Folgen daraus resultierten und wie bzw. ob eine Rückkehr in die christliche Gemeinschaft möglich war. So gesehen war ein Autodafé sowohl ein didaktisches wie auch ein Propagandainstrument der spanischen Inquisition und darin sehr erfolgreich.

    Polemiken (gerade wie in dem verlinkten Blog) sind sicherlich kaum angebracht.
     
  6. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Das Wichtigste wurde ja bereits angemerkt; ich habe jedoch noch eine Frage...

    Ist mir in den letzten Tagen/Wochen/Monaten etwas entgangen, weswegen die traditionelle Abgrenzung zwischen Mittelalter und Neuzeit nicht mehr gilt?
    Ich hatte nämlich diesbezüglich bis dato als Orientierungsjahr 1500 im Kopf... :grübel:
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Stimmt es passt eher ins Unterforum "Neuzeit", wo wir auch eine Rubrik "Hexenverfolgung" haben. Vielleicht passt die Bezeichnung "Hexenverfolgung" nicht ganz, aber wir haben ja auch keinen Unterbereich "Heiliges Römisches Reich" innerhalb der Rubrik "Neuzeit". Leider. Man könnte das ganze auch regional zuordnen, was auch ganz zutreffend wäre, da die Inquisition sich in Spanien und Portugal recht lange hielt, bis in die Zeiten Goyas (Beginn des 19.Jh.).
     

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