Kinderarbeit in Fabriken (England)

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Siegesknecht, 24. Mai 2006.

  1. Siegesknecht

    Siegesknecht Neues Mitglied

    ich habe in Geschichte im moment dieses Thema und wir haben uns da letztens die Kinderarbeit angesehen. ich habe gelesen, dass kinder ab 8 jahren von 6 uhr bis 20 uhr in einer fabrik arbeiten mussten und sie nur eine Mittagspause hatten. aber das ist ja noch nicht einmal das extremste, am extremsten sind ja die aufpasser, die die Kinder mit Stöcken schlugen, sobald jemand zu spät kam. auch wenn es langsam abend wurde und die kinder müde wurden, haben sie peitschen genommen um sie zu arbeit zu treiben. diese kinder hatten nur wenige stunden schlaf. wie hoch wird da wohl die lebenserwartung gewesen sein?
     
  2. Pope

    Pope Neues Mitglied

  3. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Testimony of contemporary observers tends to suggest that factory work greatly reduced life-expectancy of child laborers and led to chronic physical deformities and crippling injuries. (3)"Factory cripples" were physically deformed by having their immature limbs kept in unatural or strenous positions by the long routine of factory work. Life expectancy of workers in iron and coal mines was estimated at less than 25 years.

    http://www.umbc.edu/history/CHE/InstPg/RitLabor/Child-labor-contemporary-debate.html

    Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung in den USA um 1900:

    Life expectancy for whites was 48 years and nonwhites was only 34. The work force included 1.75 million children under 15 and more than five million women, who sometimes worked for as low as 10 cents for a 10-hour day.

    http://www.u-s-history.com/pages/h1678.html
     
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  4. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Arbeitszeit für Kinder in verschiedenen deutschen Bezirken (1825) nach Stunden am Tag:

    Iserlohn: 14 Stunden
    Dortmund: 10 bis 15 Std.
    Hagen: 10 bis 12 Std.
    ...
    Breslau: 10 bis 14 Std.
    Potsdam: 13 bis 14 Std.

    (nach: Kuczynski, Jürgen, Die Geschichte der Lage der Arbeiter in Deutschland von 1789 bis zur Gegenwart, Teil I)

    Aus der ersten Kinderschutzdebatte in Preußen im Rheinischen Provinziallandtag (1837):

    "Der Herr Abgeordnete Schuchard bemerkte: daß gewissenhafte Kreisphysiker (Amtsärzte) versicherten, wenn die Kinder auch nur um 10 Stunden in die Höhlen des Jammers eingesperrt würden und sich stets auf den Beinen befinden, um zu arbeiten, so erhielten besonders die Mädchen Geschwülste und Auswüchse, die Beine schwänden und die Kinder welkten elendiglich dahin."
     
  5. Für den Arbeitgeber war eigentlich Kinderarbeit profitabel, weil die Kinder (auch Frauen)Bruchteil des Lohnes eines männlichen Arbeiters verdienten.
    Durch täglichen Arbeit waren sie abends oft so müde, dass sie nicht einmal mehr essen konnten oder gar schon auf dem Heimweg sich an den Weg legten und einschliefen.
    Und was ich noch weiss , im 1903 gab es Kinderarbeitsverbot in Deutshcland, im anderen Ländern weiss ich nicht :)
     
  6. Mercy

    Mercy unvergessen

  7. Roxie-Hart

    Roxie-Hart Neues Mitglied

    Hier sind einige Bilder von Kinderarbeit in Fabriken.

    Kinderarbeit war schon vor der industriellen Revolution in der Landwirtschaft üblich. Während der industriellen Revolution nahm sie aber erschreckende Formen an: Kinder ab 4 Jahren (meistens ab 8 Jahren) mußten bis zu 14 Stunden pro Tag arbeiten. In manchen Betrieben mußten die Arbeiter und auch die Kinder bis zu 36 Stunden hintereinander arbeiten. Die Kinder mußten auch in Kohlen- und Eisenbergwerken unter Tag arbeiten. Dort mußten sie oft in Stollen kriechen, die für ausgewachsene Personen zu eng waren.
    Einsichtige Politiker versuchten bald die Kinderarbeit gesetzlich einzuschränken. 1833 wurden in England trotz starken Widerstandes der Fabriksbesitzer erste Kinderschutzgesetze erlassen. Die Kinder durften in Textilfabriken erst ab dem 9. Lebensjahr arbeiten. Außerdem gab es ein Nachtarbeitsverbot und einen maximal 12-Stunden-Tag für Jugendliche unter 18 Jahren. Zehn Jahre später folgte ein Verbot für Untertag-Arbeit für Kinder und Frauen. Ähnliche Gesetzt gab es einige Jahre später auch in Deutschland und Österreich.




    (Quelle: http://www.maraba.de/Gedseite/menschgs/indurevo.htm)
     
  8. Bücherwurm

    Bücherwurm Neues Mitglied

    Wir hatten das Thema letztes Jahr auch in Geschichte und Englisch und viele Kinder und Frauen haben das ja freiwillig gemacht um geld für die Familie zu verdienen.
    Aus meinem Geschibuch:Betty Drake (12)Leeds: (...)Sie wollte helfen wie ihre Freundinnen in der Flachsmühle etwas geld dazuzuverdienen, da es um die Familie in letzter Zeit recht schlecht stand. Ihr Vater war skeptisch und sie brauchte viel Überzeugungskraft bis er es erlaubte.Sicher würde sie nicht fünf Schilling die Woche verdienen wie die Jungen, die schon mit neun Jahren zwölf Stunden täglich - außer Sonntags- ins Bergwerk gingen und die Kohlewagen schoben.Für die nicht allzu schwere Arbeit in der Flachsmühle bekahm sie drei Schillinge die Woche-die Miete für Haus und Garten. (...)Der Raum war heiß und stickig. Alles voller Staub,so dass man die anderen nur durch einen nebel sehen konnte.(...)Heftige schweißausbrüche und Hustenanfälle peinigten sie immer öfter.Und der Aufseher trieb sie dann mit Ohrfeigen zur Arbeit an. Nach einem viertel Jahr erkrankte Betty und starb ebenso wie ihre Freundinnen wenige Wochen später.
    Also starb sie mit 13 Jahren. Eine nicht allzu hohe Lebenserwartung. Ich weiß ja nicht wo du wohnst aber in Mannheim ist des Landesmuseum für Technik und Arbeit und da findest echt alles.. wir waren mit der Schule da und es war echt interessant und kein bisschen langweilig. *g*
     
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  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Freiwilligkeit ist relativ, wenn's darum geht, etwas zu beißen zwischen den Zähnen zu haben. Und wenn Du Dir den Text über Betty Drake durchliest, dann wirst Du recht bald einsehen, dass sie nicht aus Freude in der Flachsmühle arbeitete.
     

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