König Artus

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von Schwarzer Prinz, 10. November 2007.

  1. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Der so genannte Litus Saxonicus in Britannien - die Organisation der befestigten Küstenforts - entstand um 280 nach Christus. Allerdings herrscht in der Forschung Streit über zwei Punkte - ob die dort als Sachsen bezeichneten Piraten wirklich dem Volk, wie es später deutlicher hervortritt, zuzuordnen sind. Zweitens die Frage, ob die mächtigen Kastelle an der britischen Ost- und Südküste nur vordergründig gegen die Sachsen gebaut wurden, in Wahrheit aber vom Usurpator Carausius zum Schutz gegen Angriffe aus Gallien entstanden.
     
  2. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Ich glaube nicht ,daß man Ashe als Pseudowissenschaft abtun muss...

    Artus ist eine literarische Figur.Eine literarische Figur kann mehrere historische Vorbilder haben, deswegen ist sie jedoch nicht mit diesen identisch.

    Ich fand Ashes Ideen teilweise ganz interessant...

    als da wäre immerhin ein grosser britannischer oder bretonischer Feldherr
    gewesen, der einen Namen oder Titel trug der einen (hoch-)König impliziert wie ihn die irische Sage kennt und wie er sich vielleicht auch im Namen des halbhistorischen Vortigern erhalten hat.Dieser besagte Herrscher lieferte sich Schlachten in Gallien, ganz wie es der Artus der Sage auch tut, eine Stadt Avallon wird erwähnt und selbst die Zeit kommt ungefähr hin.

    Ich schätze Riothamus könnte durchaus EINE mögliche Quelle sein aus der die Artussage geschöpft hat, andere Quellen können andere Könige oder ältere mythologische Versatzstücke gewesen sein oder auch Neuschöpfungen eines begabten gallischen oder britannischen Dichters der verschollen ist und von und nicht mehr nachvollzogen werden kann.
     
  3. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Wenn ich mir die eher karge Sanddünen Jütlands mit der Geographie Englands vergleiche, fände ich eine so weitgehende Übersiedlung gar nicht erstaunlich.

    Dagegen erstaunt mich die Fähigkeit der Archäologen, so genaue Volkszählungen für diese Zeit durchführen zu können ...

    Na ja, daß Hengst und Horse für Pferd stehen, ist ja naheliegend. Aber in Unkenntnis der sonstigen sächsischen Sitten scheint es mir nicht unplausibel, wenn ein König seinen Nachwuchs "Hengst" benennt und dieser damit eine echte historische Figur gewesen wäre.
    Das wäre dann die naheliegende Erklärung nach Ockham - und da es m. W. für die ganzen Personifizierungsideen nicht die Spur eines Belegs gibt, glaube ich erst einmal den Quellen und damit, daß es einen Führer namens "Hengist" gab.
     
  4. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

  5. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Ich denke die alten Saxones hatten schlichtweg viel für Pferde übrig. Da kann man an ein Totemtier denken oder an Pferde-Opfer für Woden... oder auch nicht, jedenfalls taucht das Tier auch in der angelsächsischen Kunst oft genug auf.Bei Sachsen und Pferden denke ich jedenfalls erstmal an sutton hoo...

    Wieso also sollte man nicht zwei Königssöhne auch Hengst und Pferd genannt haben? Sie könnten durchaus existiert haben... selbst wenn wir sie heute nur als halbhistorische oder sagenhafte Figuren fassen können.

    Ich finde die Vermutung die beiden habe es tatsächlich gegeben jedenfalls nicht weiter hergeholt als z.B. die Theorie die beiden seien eigentlich mythologische "sächsische Dioskuren", eine weitere Variante des so beliebten göttlichen Brüderpaares gewesen.Obwohl sich auch das nicht schlecht anhört...

    beweisen wird man beides wohl nicht endgültig können.
     
  6. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    Beweisen nicht aber vermuten .
    Denkt doch mal an heutige Zeitgenossen un deren Pferdestärken .
    Ein schnelles Pferd war damals eben das gleiche wie heute der GTI , Porsche , Ferrari oder BMW.
    Technisch haben wir uns in vilen Dingen ernorm weiter entwickelt aber der Mensch an sich hat sich in den letzten Jahrtausenden bemerkenswert wenig verändert .
     
  7. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Die Sachsen müßen auf jeden Fall verrückt nach Pferden geweßen sein. Nicht umsonst ist ein Hengst im Staatswappen von Niedersachsen und NRW enthalten. Was mich wundert ist, das im Land der Angelsachsen zur Jahrtausendwende wohl schwere Kavallarie unbekannt wahr. Weder Stamford Bridge noch Hastings ist mir schwere Reiterei von Seiten der Angelsachsen bekannt.

    Bis Neulich

    Apvar
     
  8. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Unbekannt nicht; aber lediglich die Thegn saßen auf Pferden, und in der Schlacht kämpften sie nicht als Reiterei, sondern gewöhnlich abgesessen (es sei denn, die Zeit zum Absitzen war zu knapp).
    Vgl. dazu Angelsachsen im Krieg - Beitrag #5 und Angelsachsen im Krieg - Beitrag #13

    Bei Stamford Bridge waren berittene Thegn im Heer, bei Hastings - bekanntlich nur knapp drei Wochen später - verblieb Harald II./Harold Godwinson lediglich eine "geschwächte" Streitmacht von ca. 2000 Huscarlen und ca. 5000 Fyrd (und das waren in der Tat alles reine Fußkämpfer).
     

Diese Seite empfehlen