Kokain-Prozesse während des Dritten Reichs inkl. Transkriptionen von Urteilen

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Jackpot, 21. Februar 2020.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In seiner Einlassung bestreitet der Angeklagte Bachofener sich ... zu haben[.] Er tue[?] zwar nicht lügen, daß ihn die ??? Gesetzgebung[?, kann eigentlich nicht stimmen], die den unerlaubten Handel mit Rauschgiften unter Strafe stellt, bekannt ist.
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Gründe:

    Am 29. August 1934 trafen die beiden Angeklagten von Paris
    kommend in Darmstadt ein. Sie stiegen im Hotel "Darmstädter Hof"
    ab. Dann begaben sich beide mittels Kraftwagen oder Straßen-
    bahn zur ehem.[?] Fabrik F.[?]. Merk. Während der Angeklagte Andreani
    vor der Fabrik auf- und abging, begab sich der Angeklagte Bachofener
    in die Fabrik. Da er jedoch Dr. Merk nicht antraf, kehrte er
    nach kurzer Zeit wieder zurück und begab sich mit dem Angeklagten
    Andreani wieder nach Darmstadt. Bachofener schrieb nun einen
    Brief an die Firma Merck, worin er mitteilte, daß er durch gute
    Verbindungen in Paris in der Lage sei, das Rezept für
    die Herstellung eines neuerfundenen unsichtbaren Giftgases zur be-
    kommen und ihr zu übergeben[?], falls die Firma bereit sei, ihm
    hierfür 150 kg Kokain zu liefern. Diesen Brief gab der
    Angeklagte Bachofener persönlich bei Merk ab. Am Nachmittag desselben
    Tages begab sich sodann der Angeklagte Bachofener wieder in
    die Geschäftsräume der Firma, wo er von Direktor Dr.
    Landmann empfangen, dem er dann den Zweck seiner
    Vorsprechens darlegte.
    Dieser Sachverhalt ist durch die Beweisaufnahme eindeutig festge-
    stellt worden. In seiner Einlassung bestreitet der Angeklagte
    Bachofener sich strafbar gemacht zu haben. Er tue zwar nicht leugnen,
    daß ihm die [???] Gesetzgebung, die den unerlaubten Handel mit
    Rauschgiften unter Strafe stellt, bekannt ist. Er behauptet jedoch, daß
    er nicht die Absicht gehabt habe Kokain auf illegalem Wege zu
    erwerben, sondern daß es ihm als gutem Deutschen lediglich
    darauf angekommen sei, Deutschland einen chemisch-militärischen
    Vorteil zu verschaffen, da er in der Lage sei, an einem
    französischen Militärchemiker das Rezept über die Herstellung eines
    neuerfundenen unsichtbaren Giftgases zu erhalten, falle er diesem 150 kg
    Kokain ließe. Aus diesem Grunde sei er an die Firma
    Merk herangetreten. Dieser Einwand des Angeklagten ist als
    durchaus unglaubhaft zu betrachten und zwar nicht deshalb, weil
    er unmöglich scheint, daß ein Franzose sein Vaterland verriet,
    denn derartige Sachen pflegen immer wieder einmal vorzukommen,
    sondern deshalb weil es von dem Militärchemiker direkt thöricht
    wäre, sich dem ihm erst seit 5 Stunden beekannten Bachofener in einer
    ------------------
    Sache von einer derartigen Tragweite anzuvertrauen würde die Geschichte
    mit dem Giftgas auf Wahrheit beruhen, so würde dieser Militär-
    chemiker sich zumindest den Rücken durch Vorschieben einer
    Mittelsperson gedeckt haben, da er damit rechnen mußte, daß
    im anderen Falle Bachofener ihn nachher anzeigen oder erpressen
    könne. Auch die ganze weitere Einlassung des Angeklagten ist
    unwahr und voller Widersprüche. So hat der Angeklagte bald
    von einem Offizier, bald von einem Militärchemiker gesprochen,
    außerdem hat er früher nie etwas von einer Giftgasprobe, die in
    einer Ampulle eingeschlossen, Merck übergeben werden sollte, gesagt.
    Wenn nun der Angeklagte auch damit einverstanden war, daß die
    ganze Angelegenheit dem Innenministerium unterbreitet werden
    dürfte, so ist das nur als ein Scheinmanöver aufzufassen;
    denn dem Angeklagten war ganz genau bekannt, daß die
    Opiumstelle die zuständige Stelle ist, die die Erlaubnis zum
    Kokainerwerb zu erteilen hat. Daß der Angeklagte vielmehr
    die Absicht gehabt hat Kokain auf illegalem Wege zu erwerben,
    geht schon daraus hervor, daß er den Vorschlag machte, das
    Kokain in Paketen ohne Etiketten an bestimmte französische
    Apotheker zu schicken. Der Angeklagte hat sich somit eines ver-
    suchten Vergehens gegen § 10 Z. 1 des Opiumgesetzes schuldig gemacht und
    ist deshalb zu bestrafen.
    Das Gericht hat als angemessene Sühne eine Strafe von 2 Jahren
    und 6 Monaten Gefängnis sowie 2000 RM Geldstrafe für angemessen
    ------------------
    angesetzt und bei der Strafzumessung berücksichtigt, daß der Angeklagte
    mit einem Gift Handel treiben wollte, das geeignet ist, die Ge-
    sundheit Tausender von Menschen zu untergraben und dieselben seelisch
    und körperlich vollkommen zu ruinieren. Derartige Leute, die
    auf Kosten der Gesundheit ihrer Mitmenschen Geschäfte machen wollen
    sind als gemeingefährlich zu betrachten und müssen deshalb in
    eine besonders hohe Strafe genommen werden.
    ===
    Der Angeklagte Andreani bestreitet in seiner Einlassung etwas
    von der ganzen Kokaingeschichte gewußt zu haben. Er gibt vielmehr an,
    daß er lediglich nach Deutschland gekommen sei, um Essenzen für die
    Herstellung von Parfümier- und Bijouteriewaren zu kaufen, da er
    aus einer Preisliste, die ihm Bachofener gezeigt habe, ersehen habe, daß
    dieselben in Deutschland billiger seien. Bachofener habe er des-
    halb mitgenommen, weil dieser der Deutschen Sprache mächtig sei.
    Er habe keine Ahnung gehabt was Bachofener bei Merk wolle.
    Diese Darstellung des Angeklagten wird in der heutigen Hauptver-
    handlung durch die Aussage des Bachofener unterstützt, der jedoch
    keine große Bedeutung beizumessen ist, da ja die ganze
    Einlassung des Angeklagten Beschner unglaubhaft und voller Wider-
    sprüche ist. Feststeht jedenfalls daß die Sache mit den Essenzen
    zum erstenmale in der heutigen Hauptverhandlung vorgebracht worden
    ist, [???] daß Andreani zumindest einen Teil der Reise und des
    Aufenthaltes in Deutschland finanziert hat, außerdem daß er mindestens
    einmal zusammen mit Bachofener zu Merk hingegangen ist. Wenn
    ------------------
    auch der dringendste Verdacht besteht, daß Andreani zusammen mit
    Bachofener nach Deutschland gekommen ist, um hier auf illegale
    Weile Kokain zu erwerben, hi daß er im Verdacht steht der
    eigentliche Drahtzieher der ganzen Angelegenheit zu sein, so ist
    doch ein voller Beweis, auf den sich eine Verurteilung
    stützen könnte, nicht erbracht worden. Der Angeklagte war somit
    mangels Beweises freizusprechen. Eine Entschädigung für die erlittene
    Untersuchungshaft steht ihm nicht zu, da er nach wie vor der Teilnahme
    verdächtig ist.

    Kostenentscheid beruht auf § 465, 467 Gt. S. O.

    [unleserliche Unterschrift]
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    zur chem. Fabrik
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Na klar!
    Da war ich noch am Einlesen...
     
  5. Jackpot

    Jackpot Neues Mitglied

    Super, vielen Dank!
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du kommst da auch auf tue, das beruhigt mich etwas. Was mich an der Stelle aber nach wie vor steht, ist, dass das einfach kein gutes Deutsch ist. Er leugne [mein Vorschlag lügen war natürlich auch kein gutes Deutsch] nicht..., das wäre vernünftiges Deutsch gewesen. Das irritiert mich auch, weil ja bis in die sechziger/siebziger Jahre doch noch viel stärker auf die Sprache geachtet wurde und gewisse Dinge einfach stilistisch nicht akzeptiert waren. So stieße sich heute niemand mehr am würde aber in einigen Grammatiken wird versucht den Schülern die würde-Form anstelle des Konjunktiv II mit sprachspielerischen Sätzen wie Deutsch ist eine würde-lose Sprache auszutreiben. (Heute stößt man sich, wie ich gerade beim Schreiben bemerke, eher am "korrekten" Konjunktiv II.) Dass man das auszutreiben suchte, belegt natürlich, dass die würde-Form damals schon mindestens so gängig war, dass sie als Problem wahrgenommen wurde.

    Zurück zum Thema. Das Adjektiv vor Gesetzgebung, da lese ich _hiete. Darauf kann ich mir keinen Reim machen.

    Das Fragezeichen hinter übergeben kannst du entfernen, das kannst du als gesichert annehmen. Bei der Frage bestimmen oder bekommen, hast du Recht. Das -k- ist bei diesem Schreiber immer gleich flüchtig, weshalb ich -sti- gelesen habe.
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Nein, tue ist Käse, es muss kann heißen:



    Es kann eigentlich kein -h- sein, sondern muss ein -p- sein. Einen Reim kann ich mir aber auch darauf nicht machen.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da könntest du Recht haben. Wobei - und das ist nicht als Widerspruch zu verstehen, der Bogen vom -k- dann sehr ausladend wäre.
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    -g- und -x- unterschieden sich auch nicht sonderlich...
     
  10. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ja, es bleibt aber eigentlich nichts anderes übrig:
    "keine Ahnung" – – – – – – – – "kann"
    upload_2020-3-9_14-42-7.png

    Ein -x- haben wir nicht, -g- ist von -p- eigentlich gut zu unterscheiden (siehe "Opiumgesetzes"):

    upload_2020-3-9_14-53-5.png

    Das ist das unleserliche Wort:
    upload_2020-3-9_14-56-6.png
     
  11. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ohne den Zusammenhang anzuschauen:

    "tuen" oder "tun" statt "kann"? (Wegen des U-Strichs. Sonst wäre es mir zu unscharf.)

    Und das unleserliche vielleicht "girte" oder "girten"?
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich habe das Problem mal in einer Skizze mit Sütterlinbuchstaben aus dem Internet skizziert:

    ukk.jpg

    Links ein -u- mit dem Bogen darüber, um es vom -n- zu unterscheiden, rechts das k, wie unschwer zu erkennen ist habe ich es in der zweiten Variante verzerrt. Das Kurrent-k ist ja gewissermaßen eine ineinander geschobene "12". Unser Schreiber hier zieht aber beim -k- den Bogen der -2- immer nur unzureichend aus. Deshalb wirkt es wie tu, aber ist als -k. zu lesen.
     
  13. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Dann hat er den Bogen aber weit gezogen. Doch wird er ja noch vor der Einführung von Sütterlin die Schule besucht haben. Aber wie gesagt, ich habe mir den Rest nicht angeschaut, daher kann ich die Schreibgewohnheit nicht beurteilen.
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich habe Sütterlin auch nur als kindgerecht vereinfachte Form der Kurrent zur Illustrierung ausgewählt. Ob der Schreiber 1934 die Schule vor Einführung des Sütterlin (1906) besucht hat - da sind immerhin 28 Jahre dazwischen -, ist relativ unerheblich. Ich gehe davon aus, dass geübte Schreiber abweichend von dem, was sie in der Schule an Ausgangsschrift lernen, immer ihren eigenen Stil entwickeln, leserlicher oder unleserlicher.
     
  15. Jackpot

    Jackpot Neues Mitglied

    Ein letztes Urteil habe ich noch:

    Der Angeklagte ist durch Urteil des Bezirksschöffengerichts Darmstadt
    vom 10.10.34 wegen versuchten Vergehens gegen das Opiumgesetz
    vom 10.12.29 (Reichsgesetzblatt I, 215) auf Grund von §10 Ziff.1 zu einer
    Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten und zu einer Geldstrafe von RM 2000 verurteilt worden.
    Die x form- und fristgerecht eingelegte Berufung x x
    Verhandlung zu x x hat in schriftlicher x
    die x der Urteilsx benötigt. Demnach ist
    der Angeklagte überführt, am 29.8.34 bei der Firma Merck
    in Darmstadt x schriftlich und mündlich den Erwerb
    von 150 kg Kokain betrieben zu haben. Da der Angeklagte x
    zu gibt, x nur über die unerlaubte x x
    vereinbarte. Seine Entschuldigung, es sei, ihm in erster
    Linie nach einer Bescheinigung der Firma Merck über eine
    x x x x, die er x Menschen
    hinter x x x x ungern können, ihn über-
    haupt darf die Aussagen des Zeugen Landmann, worauf
    der Angeklagte beabsichtigt x des Erwerbs von Kokain
    x und x hat, um einer x
    Bescheinigung bei den ganzen x über
    nicht die Rede sein. Der Angeklagte kann x nach nicht
    bestreiten, daß er nicht in einen x überhaupt
    nicht x hat, x ihnen unter ihrem unerlaubten

    ließ. Er konnte ihm nach x zu x bleiben, als die
    Bedingungen des Angeklagten über die x keinen x
    nach Deutschland richtig sind.
     

    Anhänge:

  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Angekl[agte] ist durch Urteil des Bez[irks-]Schöff[en]-Gerichts...

    ;)

    Gefängnisstrafe von 2 Jahren[,] 6 Monaten und zu einer Geldstrafe von RM: 2000 verurteilt worden.

    Die auf [das ist nur ein Vorschlag, keine sichere Lesung] form- und fristgerecht eingelegte Berufung hin durchgeführte [letzteres mit Bauchschmerzen]
    Verhandlung zweiter Lesung hat in tatsächlicher Hinsicht
    die Feststellungen des ??richters bestätigt. Demnach ist
    der Angeklagte überführt, am 29.8.34 bei der Firma Merck
    in Darmstadt sowohl schriftlich wie mündlich den Erwerb
    von 150 kg Kokain betrieben zu haben. Wie der Angeklagte selbst
    zugibt, war er über das Unerlaubte seiner Bemühungen
    orientiert [was mich zweifeln lässt, ist das -t am Ende sowie die komische Formulierung: über das Unerlaubte orientiert]
    Seine Entschuldigung, es sei ihm in erster
    Linie nach einer Bescheinigung der Firma Merck oder einer
    behördlichen
    Stelle angekommen, die er seinen ????
    Hintermännern hätte vorlegen können, ihn wider-
    legt
    durch die Aussagen des Zeugen Landmann, wonach
    der Angekl[agte] [ihn] lediglich wegen des Erwerbs von Kokain
    angesprochen und verhandelt hat, von einer bloßen
    Bescheinigung bei den ganzen Verhandlungen über
    nicht die Rede war. Der Angeklagte kann denn auch nicht
    bestreiten, daß er sich um einen Bescheinigung überhaupt
    nicht bemüht hat, geschweige denn etwas davon verlauten

    ließ. Es konnte dann auch dahingestellt bleiben, ob die
    Erzählungen des Angeklagten über die Hintergründe seiner Reise
    nach Deutschland richtig sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. März 2020
  17. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Entscheidg. Gründe.

    Der Angekl. ist durch Urteil des Bez. Schöff. Gerichts Darmstadt
    v. 10. X. 34 wegen versuchten Vergehens gegen das Opiumgesetz
    v. 10. 12. 29 (R. G. Bl. I, 215) auf Grund von § 10 Ziff. 1 zu einer
    Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten u. zu einer Geldstrafe von RM. 2000.- verurteilt worden.
    Die auf form- u. fristgerecht eingelegte Berufung hin stattgehabte
    Verhandlung zweiter Instanz hat in tatsächlicher Hinsicht
    die Feststellungen des Unterrichters bestätigt. Danach ist
    der Angekl. überführt, am 29. 8. 34 bei der Firma Merk
    in Darmstadt sowohl schriftlich wie mündlich den Erwerb
    von 150 kg. Kokain betrieben zu haben. Wie der Angekl. selbst
    zugibt, war er über das Unerlaubte seiner Bemühungen
    orientiert. Seine Entschuldigung, es sei ihm in erster
    Linie auf eine Bescheinigung der Firma Merk oder einer
    behördlichen Stelle angekommen, die er seinen [???]
    Hintermännern hätte vorlegen können, ist wider-
    legt durch die Aussage des Zeugen Landmann, wonach
    der Angekl. lediglich wegen des Erwerbs von Kokain
    vorgesprochen u. verhandelt hat, von einer bloßen
    Bescheinigung bei den ganzen Besprechungen aber
    nicht die Rede war. Der Angekl. kann denn auch nicht
    bestreiten, daß er sich um eine Bescheinigung überhaupt
    nicht bemüht hat, geschweige denn etwas davon verlauten

    ließ. Es konnte demnach dahin gestellt bleiben, ob die
    Erzählungen des Angekl. über die Hintergründe seiner Reise
    nach Deutschland richtig sind. Fest steht nach dem Ergebnis
    der Verhandlung jedenfalls, daß es dem Angekl. ernsthaft um
    den Erwerb des Kokains zu tun war u. daß er auf Grund
    seines Gegenangebots gehaffte hat, die Firma Merk
    zur Hergabe eines größeren Quantums Kokain bewegen
    zu können.
    Auch die rechtliche Würdigung der Vereinbarg. läßt
    keinen Irrtum erkennen. Die vom Angekl. vorgelegte
    Offerte stellt sich als Einleitung des Erwerbsaktes
    dar u. ist demnach als Versuch im Sinne von § 10
    Abs. 2 des Gesetzes $ 44 St. G. B. zu werten. Der Angekl. war dem-
    gemäß zu bestrafen. Da die Höchstgrenze für das vollendete
    Delikt jedoch 3 Jahre Gefängnis beträgt u. d. Betätigung
    des Angekl. nicht über das Anfangsstadium des Versuchs
    hinaus gelangt ist, konnte unter Billigung der Straf-
    zumessungsgründe u. unter Aufrechterhaltung des Urteils insbes. bzgl. der Geldstrafe im Übrigen die Strafe der 1. Instanz
    auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis ermäßigt werden.
    Wegen des teilweisen Erfolgs der Berufg. wurde dem
    Angekl. 1 Monat der erlittenen Untersuchg. Haft an-
    gerechnet. Die Berufg. der Staatsanwaltschaft war zu
    verwerfen.
    Kostenentscheidung: §§ 465 ff. St. PO. [Strafprozeßordnung]

    [drei Unterschriften]
     
    Divico gefällt das.
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Bauchschmerzen behoben.
     
  19. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Mich ärgert noch das unleserliche Wort: "die er seinen [???] Hintermännern hätte vorlegen können"
    Es scheint mit k- zu beginnen und mit -sen zu enden.
     
  20. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

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