Krasnojarsk: Geoglyphen?

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von kekel, 3. Februar 2018.

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  1. kekel

    kekel Neues Mitglied

    Hallo Forum,

    ich habe mich hier angemeldet, um vielleicht ein paar Informationen über gewisse Symbole und Linien in der russischen Region Krasnojarsk zu erhalten.

    Hier erstmal ein Ausschnitt, auf dem die Symbole und Linien sichtbar sind (Helligkeit und Kontrast sind etwas erhöht). Der Kartenausschnitt zeigt die Region um 61.985003, 101.462614.
    [​IMG]

    Durch Markierung der Symbole und Nachzeichnen der Linien ergab sich irgendwann folgendes Bild (das noch lange nicht vollständig ist):
    [​IMG]
    Die eindeutig als Symbole erkennbaren Strukturen sind dunkelbraun markiert, die möglichen hellbraun. Insgesamt sind 60 von 69 Objekten eindeutig als Symbole erkennbar.
    Es gibt zwei Arten von Symbolen (sichtbar auf dem ersten Bild). Ich nenne sie mal Windräder und Spinnen, möchte damit aber keine Interpretation vorschlagen. Die Windräder haben 10 Arme bzw. 5 Flügel, die Spinnen haben 8 Arme. Die Arme sind am Ende jeweils abgeknickt.

    Die Verteilung der Symbole in der nördlichen Region sieht wie folgt aus:
    [​IMG]

    In einem weiteren Bereich um 60.169073, 99.104889 gibt es ähnliche Symbole, allerdings sind hier weder die Arme der Windräder noch die der Spinnen abgeknickt, außerdem haben die Windräder nur 4 Flügel.

    ...

    In deutscher Sprache finde ich dazu leider nichts. Bei Google Maps ist eines der Symbole mit dem Namen "Krasnoyarskiye Geoglify" markiert, das war es dann aber auch schon. Immerhin konnte ich mir ein paar russische Artikel durch den Google Übersetzer einigermaßen erschließen.

    In den Artikeln wird meist der "Entdecker" der Strukturen zitiert, der einen "außerirdischen" Ursprung annimmt und die Landschaft als "Sternenkarte einer unbekannten Galaxie" deutet – darüber muss man wohl nicht diskutieren.
    Einem Angestellten der SFU Krasnojarsk zufolge sind die Strukturen das Ergebnis von "geologischer Prospektion" bzw. "seismischen Untersuchungen", die dem Aufspüren von Rohstoffen dienen. Es seien "Fahrzeugspuren", wenn die Übersetzung stimmt. So logisch das im ersten Moment auch klingen mag, am Ende ist es keine zufriedenstellende Erklärung. Um die Muster zu erzeugen und einen riesigen Teil des sibirischen Niemandslandes zu rastern, müssen diese "Fahrzeuge" Hügel bzw. Berge, Täler und Flüsse mühelos überwunden haben, denn die Linien setzen sich über alle Landschaftstypen hinweg ziemlich gerade fort.

    Da mir außer den mehr schlecht als recht übersetzten Texte nichts zur Verfügung steht, kann ich das Ganze absolut nicht bewerten. Habt ihr eine Idee? Was haltet ihr davon?

    Beste Grüße
    kekel
    [​IMG]
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Februar 2018
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wenn du deine Linien mal in Gegenden mit einer höheren Auflösung verfolgst, kannst du Fahrzeugspuren erkennen. Ich hätte jetzt nicht an wirtschaftliche Aktivitäten gedacht, sondern eher an militärische, sei es aus Sowjetzeiten oder moderner.
     
  3. kekel

    kekel Neues Mitglied

    Genau, bei manchen ist mir das auch aufgefallen. Bei vielen ist es nicht erkennbar. Auch habe ich bisher leider keine hochaufgelösten 'Symbole' gefunden.

    Dennoch: Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass alle 'Linien' Straßen sind, bleiben viele Fragen offen. Welchen (wirtschaftlichen, militärischen, ...) Zwecken dient das Ganze? Warum wird auf x-tausend Quadratkilometern ein Raster im Nichts geformt? Welches Fahrzeug kann jegliche Höhenunterschiede völlig straight überwinden?
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Gerade an Flussübergängen verwischen die Spuren meist ein wenig, was schon zeigt, dass die Uferböschungen Schwierigkeiten für die Fahrzeuge darstellen.

    Die Frage hattest du bereits in deinem ersten Post selbst beantwortet:

    Dass du dich nicht mit dieser Erklärung zufrieden gibst, bedeutet ja nicht, dass sie falsch ist.

    Da UFOs auszuschließen sind - wir sind hier ein Geschichts- und kein Ufologenforum - bleibt als Alternativtheorie nur die der riesigen, prähistorischen Geoglyphen. Solche gibt es zweifelsohne, wer kennt sie nicht, die Nazca-Linien. Nur sind die eben nicht in eine Hügellandschaft gezeichnet sondern auf eine Ebene. Ansonsten findet man Geoglyphen eher an Abhängen, aber eben so, dass man das Gesamtbild von einem Standort aus sehen kann. Schon deshalb sind Geoglyphen hier eher auszuschließen. Was aber den wichtgsten Unterschied im Vergleich zu Nazca ausmacht, ist die Vegetation.
    Um ein Beispiel zu geben. In der Lüneburger Heide liegt die Gedenkstätte Bergen-Belsen, ein ehemaliges Konzentrationslager, von dem aber kaum etwas übrig. Stattdessen findest du dort Gedenksteine etc. Um den Lagerzaun bewuchsfrei zu halten, ist dort ein sehr starkes Pflanzengift ausgebracht worden, welches noch immer seine Wirkung tut, nach über siebzig Jahren (bzw., ich war vor ca. fünfzehn Jahren dort, damals war es noch so). D.h. man kann anhand eines bewuchsfreien Streifens dem nicht mehr existenten Lagerzaun bis heute folgen, obwohl dort nichts gemacht wird, um die Stelle auch heute noch von Bewuchs frei zu halten. Der Streifen ist aber gleichzeitig mittlerweile so schmal, dass man ihn, ohne daruf hingewiesen zu werden, wahrscheinlich von selbst gar nicht bemerkt.
    Du müsstest, wenn du eine These vertrittst, dass es sich hier um prähistorische Geoglyphen handele, annehmen, dass diese in mehreren hundert oder gar tausend Jahren nicht zugewachsen wäre, obwohl in einer bioaktiven Zone liegend. Hältst du das für plausibel?
     
  5. kekel

    kekel Neues Mitglied

    Hallo und Danke für deinen ausführlichen Beitrag.

    Ich bin nur auf der Suche nach mehr Informationen und vertrete gar keine These. Tut mir leid, falls das falsch rübergekommen ist. Das Ganze hat solche Ausmaße, und doch findet man so gut wie nichts darüber, das macht einfach neugierig.

    Die Erklärung des Angestellten der SFU Krasnojarsk halte ich nicht grundsätzlich für verkehrt, nur dass damit das ganze 'Netz' erklärt werden kann, damit kann ich mich in der Tat (noch?) nicht "zufriedengeben". Das liegt jedoch weniger an persönlichen Befindlichkeiten als an begründeten Zweifeln - deswegen muss man mich nicht gleich in die UFO-Ecke schieben, falls das ein Wink sein sollte.

    Den Aspekt mit der Vegetation finde ich gut, danke dafür. Dann fragt sich, ob / warum / wie all die 'Linien' und 'Symbole' auf mehr als 50.000 km² permanent freigehalten werden. Als Straßennetz macht es in vielen Teilen keinen Sinn. Die Tage werde ich mal in einem Technikforum nachfragen.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das war nicht meine Absicht. Ich bezog mich dabei auf deine Äußerung über "den Entdecker":
    Was ich allerdings tatsächlich nicht verstehe, ist, warum man in ein paar Straßenpisten und mutmaßliche geologische Untersuchungen nach Öl- oder Gasfeldern, etwas hineingeheimnissen muss.

    Es reicht ja, wenn Jäger, Holzfäller, Geologen, Militärs alle paar Wochen mal mit schwerem geländegängigem Gerät da durchrauschen.
     

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