Kreuzzüge und Alexander

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von ferro05, 24. November 2005.

  1. ferro05

    ferro05 Neues Mitglied

    Habe eine Frage und zwar wollte ich gerne wissen, ob das Vorhaben Alexanders, man irgnedwie mit den Kreuzzügen in Verbindung setzten kann?????? Kann man Gemeinsamkeiten erkennen???
    Also mir fällt da nichts bei ein!!

    ( Missionierung / Machterweiterung )
    :confused::confused::confused::confused:
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    Es genügt, wenn Du die Frage einmal stellst - die Zweitfassung habe ich gelöscht.

    Wie kommst Du überhaupt auf die Idee, eine Verbindung zwischen Alexander und den Kreuzzügen zu ziehen?

    Die Gemeinsamkeit: Es handelte sich um Kriegszüge, und ein Teil davon spielte sich in der gleichen Region ab, aber das war's eigentlich auch schon.
     
  3. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Kaum. Als erstes fällt natürlich auf, dass beide ihre Schlachten vor allem in Vorderasien schlugen. Alexanders Züge waren eine staatliche Expansion. Es ging nicht nur darum, die Perser zu schlagen, sondern durchaus auch, ein Großreich zu gründen, was unter anderem durch die zahlreiche Gründung neuer Städte geschah. Religiöse oder kulturelle Motive haben wohl eher weniger eine Rolle gespielt, manches in Persien soll Alexander ja auch inspiriert haben (obwohl ich da nicht so bewandert bin).

    Demgegenüber hatten die Kreuzzüge zunächst einmal eiin klar eingegrenztes Ziel: das heilige Grab mit Jerusalem wieder in die Hände des Christentums zu bringen. Dieses Ziel war somit mit der Eroberung Jerusalems eigentlich erreicht. Es war nicht unbedingt eingeplant, Kreuzfahrerstaaten zu gründen - dies geschah mehr aufgrund der Initative der mächtigen Fürsten wie Raimund von Toulouse, die vom Kreuzzug in Form neuer Titel, Territorien und Machtbasen profitieren wollten. Es gab auch zunächst kaum genaue Vorstellungen, was mit Jerusalem nach der Eroberung geschehen sollte, obwohl schon früh ein Patriarch für die Stadt bestimmt wurde.

    Dazu kam noch ein individuelles, in der Religiosität der Zeit begründetes Motiv: durch die Teilnahme am Kreuzzug konnte jeder Fürst, Ritter etc. den Erlass seiner Sünden und sein Seelenheil erwirken. Das war mit ein Grund, warum die unterschiedlichen Kreuzfahrerheere bunt zusammen gewürfelt und sehr heterogen waren.
    Wenn die Person erfolgreich daran teilgenommen hatte, war ihr Ziel erreicht - manch einer versuchte weiterhin sein Glück im Heiligen Land, aber viele kehrten hinterher wieder nach Hause zurück. Deswegen hatten die Kreuzzüge dann noch eine Bedeutung, als es die Kreuzfahrerstaaten längst nicht mehr gab: in Form der Wallfahrten nach Jerusalem, aber auch, indem man die Kreuzzugsidee auf andere Kämpfe gegen Heiden (z.B. in Spanien, Preußen oder später gegen die Türken im Balkan ausdehnte).
     
  4. ferro05

    ferro05 Neues Mitglied

    war es den auch nicht so, dass Alexander durch seine Eroberungen eine Einheit unter den verschiedenen Völkern bildeten ( Völkerverschemlzung )

    Bei den Kreuzzügen geschah doch die Verschmelzung, durch die Missionierung oder??????????? Kann man dies Gleichsetzten ????

    :confused::confused::confused:
     
  5. Cleopatra

    Cleopatra Neues Mitglied

    Ich bin zwar kein Ass, wenn es um die Kreuzzüge geht, aber bei den Kreuzzügen ging es doch eher nicht um Missionierung :confused:
    In erster Linie ging es doch darum, dass Heilige Land, insbesondere Jerusalem zu erobern.
    Das Heer des Abendlandes ging ja nicht gerade zimperlich mit seinen Feinden um. Selbst die Mittelhochdeutsche Dichtung beschreibt teilweise sehr detailiert die Gewalt gegen die Feinde (zum Beispiel im chanson de Roland/Rolandslied).
    Und selbst als Akkon 1191 zurückerobert wurde, ließen sie keine Gnade walten. Alle Kriegsgefangenen (auch Kinder und Frauen) wurden hingerichtet.

    Ich weiß nicht, aber für mich hat das nicht besonders viel von (christlicher) Missionierung:confused:
     
  6. Mercy

    Mercy unvergessen

    Nix, weder besonders viel noch besonders wenig, schlicht: Nix hatten sie damit zu tun.
     
  7. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    @ cleopatra + Ferro: Missionierung war in der Tat kein Anliegen der Kreuzfahrer - zumindest im Heiligen Land. Anders war das z.B. bei den Kreuzzügen in Preußen. Ich habe mal gelesen, dass im 11. Jahrhundert Glaubenskonvertiten einen schlechten Ruf hatten, vielleicht lag das daran. Es gab auch Massaker an Andersgläubigen, vor allem natürlich jenes in Jerusalem. Dabei sollte man aber auch die andere Seite beachten: Die Herren der Kreuzfahrerstaaten übten Toleranz gegenüber den islamischen Untertanen, bisweilen gab es auch islamische Kontingente (die sog. Turkopolen) an der Seite der Kreuzfahrer.
     
  8. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Von der Verschmelzungspolitik der Kreuzfahrer habe ich noch nie etwas gehört??? :rolleyes: Ist an mir vorbeigegangen. Oder haben sich einige Ritter beschneiden lassen??? Autsch!!!! =)

    Eher wollte man die Muslime aus Jerusalem vertreiben und den "wahren" Glauben im heiligen Land verbreiten. M.E. ging sehr viel um Macht, letztendlich waren es die "Ritter 2. Klasse", die nichts erben würden, welche das Kreuz nahmen.
    Auch hier kann man keinen Zusammenhang herstellen, denn Alexander hat sein Königreich ja von seinem Vater geerbt.
    Also sollte die Fragestellung heissen: "Welche Unterschiede zwischen den Kreuzzügen und den Alexanderzügen kennen Sie?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2005
  9. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dann muß ich wohl auch hier mal etwas schreiben... :grübel: :winke: :fs:

    Hyokkose, Ashigaru, Mercy und Seldschuk haben ja bereits das Wichtigste gesagt.
    Bei den Kreuzzügen ging es wirklich nicht um Missionierung, sondern erst einmal tatsächlich um die Befreiung Jerusalems, insbesondere des Heiligen Grabes, aus den Händen der "Ungläubigen" (i.d.S. Muslime).
    Wichtig ist daneben aber noch der Aspekt der bewaffneten Pilgerfahrt, wie die Zeitgenossen im Hochmittelalter das Ganze nämlich auch nannten ("Kreuzzug" als Begriff ist erst später aufgekommen).
    Es gab daneben noch handfeste machtpolitische und kirchenpolitische Interessen, die hier alle noch einmal aufzulisten aber den Rahmen deutlich sprengen würde und zudem in gewisser Weise Beitragsdopplungen darstellen würden.
    Aus diesem Grund verweise ich auf ein Thema hier im Forum unter "Mittelalter/Die Kreuzzüge", wo gerade die Punkte der Motivation bereits sehr detailliert diskutiert wurden: http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?t=7337

    Noch einen Punkt zum Schluß zu den während der Zeit von 1096 bis 1291 begangenen Grausamkeiten: alles richtig, nur schenkten sich da letztlich beide Seiten gar nicht so viel... (Bsp.: Saladins Umgang mit den Ordensrittern nach der Schlacht bei Hattin 1187 war auch nicht gerade die feine Sarazenenart)
     
  10. Cleopatra

    Cleopatra Neues Mitglied

    Etwas klarstellen

    Ich glaub ich muss hier jetzt mal etwas klarstellen:(
    Mir ist zu 100% klar, dass es sich bei den Kreuzzügen um keine Missionierung handelte. Und mit der Aussage ich sei kein Ass, wenn es um die Kreuzzüge geht, ging es lediglich darum, dass ich mich nicht mit jedem kleinsten Detail auskenne.
    Wie man in meinem Beitrag lesen konnte, habe ich mehrere Argumente gebracht, die zeigen, dass es sich nicht um eine Missionierung handelte.

    Das wollte ich jedenfalls kurz klarstellen, weil ich mich, glaub ich, falsch verstanden hat
     
  11. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Einen Punkt sollte man allerdings noch ergänzen: der Zug Alexanders hatte nämlich schon so einen gewissen ideologischen "Überbau". Er begann ihn auf den Ruinen Trojas, wo er am Grab des Achilles opferte und eine neue Stadt gründete. Auch wurde sein Kriegszug damit motiviert, daß die Zerstörung der Heiligtümer in den Perserkriegen noch nicht gerächt sei. So unendlich weit ist das von den Begründungen der Kreuzzüge nun auch wieder nicht entfernt.
     

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